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Netzwoche 12/2017

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10 Business Event HPE

10 Business Event HPE zeigt sich in offenem Gewand Hewlett Packard Enterprise (HPE) hat seine Partner- und Kundenkonferenz «Reimagine» diesmal in einem anderen Format durchgeführt. Ausstellung, Vorträge und Keynotes fanden alle in einem Raum statt. Autor: Christoph Grau « Die digitale Transformation macht sicher vor keiner Industrie halt. » Marcel Borgo, Country Manager, HPE Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_46799 Die Schweizer Partner und Kunden von Hewlett Packard Enterprise (HPE) sind am 21. Juni in Scharen zur Samsung Hall nach Zürich geströmt. An diesem Tag hielt der US- Hersteller seine grosse Hausmesse «Reimagine 2017» ab. Es kamen mehr als 600 Besucher. Für die Veranstaltung wählte HPE ein neues Eventkonzept. Mit dem Ansatz «Open Space» öffnete HPE die Grenze zwischen Ausstellung, Break-out-Session und Keynotes. All dies fand im gleichen Raum in der Samsung Hall statt. Laut HPE-Schweiz-Chef Marcel Borgo sollte das offene Konzept die Offenheit der Firma unterstreichen. Offenheit steckt ihm zufolge in der DNA des Unternehmens, wie er in einem Gespräch sagte. Der Termin sei auch gewählt worden, da Anfang Juni die grosse HPE-Konferenz «Discover» in Las Vegas stattgefunden habe. HPE nutzte daher auch die Gelegenheit, um über die Neuankündigungen zu informieren. Begrüssung durch die Chefin HPE-Chefin Meg Whitman begrüsste die Gäste per Videobotschaft. «A world where everything computes», skizzierte sie als das zentrale Thema der Veranstaltung. Danach sprach sie über die Möglichkeiten der Digitalisierung. Nach der Begrüssung durch Whitman betrat HPEs Schweizer Country Manager Marcel Borgo die Bühne. Er sprach über den digitalen Wandel. Bis 2025 stünden viele Änderungen bevor und der Zeitraum dahin sei kurz. «Die digitale Transformation macht sicher vor keiner Industrie Marcel Borgo, Country Manager von HPE, bereitete die Gäste auf die Herausforderungen durch die digitale Transformation vor. halt», sagte Borgo. Seiner Ansicht nach könne sich niemand zurücklehnen und abwarten. Denn die Frage sei nicht, ob die Digitalisierung zuschlagen werde, sondern wann. Einfaches Konzept für die Kunden Mit einem einfachen und leicht verständlichen Konzept reagiere HPE auf diese Veränderungen, erklärte Borgo. Die drei Pfeiler des Konzepts seien «Hybrid IT», «Intelligent Edge» und «Services». HPE glaube nicht, dass sich alles in die Cloud verlagern werde. Die Zukunft sieht das Unternehmen vielmehr in einem Nebeneinander von Cloud und On-Premise, eben in der hybriden IT. Das traditionelle Rechenzentrum werde es noch lange geben. Unternehmen müssten sich aber auf ein Multi-Cloud-Umfeld einstellen. Mit den Worten: «Wir wollen hybride Lösungen einfacher machen», brachte Borgo HPEs Ambitionen auf den Punkt. Intelligent Edge bedeute, dass immer mehr Rechenleistung direkt zu den Sensoren gebracht werden müsse. Als Beispiel nannte Borgo in einem Gespräch Sensoren in Autos. Diese generierten enorm viele Daten. Diese Daten erst in ein Rechenzentrum zu schicken und dort auszuwerten, dauere zu lange. Die Latenz müsse so gering wie möglich gehalten werden. Daher brauche es eine Art kleines Rechenzentrum unter der Motorhaube, um die Daten in Echtzeit auszuwerten. Was es Neues an der Discover gab Martin Casaulta, Chief Technologist von HPE, berichtete in seinem Vortrag über die Neuheiten, die HPE an der Hausmesse Discover vorgestellt hatte. Die wichtigste Ankündigung war für ihn die neue Servergeneration von HPE. Diese trägt die Bezeichnung «HPE ProLiant Gen10». Die neue Generation sei agiler, ökonomischer und vor allem sicherer, sagte Casaulta. Dabei betonte er den Sicherheitsaspekt. Mit einem speziellen und eigens entwickelten Chip will HPE verhindern, dass Schadprogramme auf die Firmware-Ebene zugreifen können. Weiter gab Casaulta noch einen Ausblick auf HPEs Zukunftsprojekt «The Machine». Hierbei handelt es sich um eine neue Serverarchitektur, die den Schwerpunkt auf den Arbeitsspeicher legt. Ein erster Prototyp bringt es auf 160 Terabyte Memory, wie Casaulta betonte. Zudem sei «The Machine» auch keine ferne Zukunftsvision mehr. Casaulta rechnet damit, dass schon im Jahr 2020 erste kommerzielle Systeme auf den Markt kommen können. 12 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Event 11 Wie die digitale Transformation die Baubranche umkrempelt Die Digitalisierung macht auch vor der Bauindustrie nicht halt. Unternehmen in der Branche müssen aufpassen, nicht den Anschluss zu verlieren. Das hat der Alpiq Digital Day in Oberkirch bei Sursee gezeigt. Autor: Marcel Urech Wie sollen Firmen auf die digitale Transformation reagieren? Im schlechtesten Fall ignorieren sie die Entwicklung und werden von der Konkurrenz abgehängt. Im besten Fall nutzen sie die Chancen der Digitalisierung und verschaffen sich Wettbewerbsvorteile. Das ist auch in der Bauindustrie nicht anders. Das hat sich am Alpiq Digital Day gezeigt, der im Campus Sursee in Oberkirch stattfand. Die Veranstaltung war mit 190 Teilnehmern gut besucht. Ausser rund 60 Mitarbeiter von Alpiq Intec waren auch etwa 130 Partner und Kunden des Unternehmens vor Ort. Sonja Hasler, bekannt vom Schweizer Fernsehen, moderierte. IP-Netzwerke als Grundlage für Smart Buildings «Jede Industrie muss sich mit der Digitalisierung beschäftigen», sagte Michael Ganser. Ciscos Senior Vice President Central Europe involvierte die Zuhörer. Rund ein Drittel fand, dass Firmen die Digitalisierung unterschätzten. Ein Beispiel dafür seien selbstfahrende Autos. Sie hätten Auswirkungen auf mindestens 18 Branchen. Zwei Dinge bereiten Firmen laut Ganser Mühe: IT-Sicherheit und die hohe Geschwindigkeit des Wandels. Auch in der Baubranche. Gemäss Deloitte scheitern 20 Prozent aller Sanierungsprojekte. Ganser präsentierte die für einen Cisco-Mann typische Lösung: IP-Netzwerke. Erst wenn das Netzwerk stehe, könne sich die Branche dem Bau smarter Gebäude widmen, sagte Ganser. Szenarien-Denken hilft gegen Unsicherheit Auch Stephan Sigrist, Gründer und Leiter des Think Tank Wire, referierte. Die hohe Komplexität habe dazu geführt, dass klassische Managementstrategien nicht mehr funktionierten. «Wir müssen breiter denken!», forderte Sigrist. Unternehmer würden oft meinen, bei der Digitalisierung gehe es primär um Technologien. Das sei falsch. Im Zentrum stehe der Mensch. Mitarbeiter sollten lernen, in Szenarien zu denken – auch in der Baubranche. Flexibilität und agile Arbeitsmodelle seien wichtig. Teams sollten interdisziplinär sein, und Firmen sollten Ökosysteme mit Partnern aufbauen. Wer Pilotprojekte fährt, sollte diese in der Praxis verankern. Die datenbasierte Wirtschaft brauche mehr gesunden Menschenverstand, sagte Sigrist. Oft helfe folgender Rat: «Computer ausschalten, Hirn einschalten.» Sensoren machen die Post smart Auch Stefan Dürig, Geschäftsleiter Post Immobilien, konstatierte, dass die Gebäudetechnik bei der Digitalisierung anderen Branchen hinterherhinke. Die Post habe nun erste Projekte umgesetzt. Sensoren in den Personalrestaurants würden etwa helfen, «Food Waste» zu verhindern. Eine Sitzungszimmer-App weise freie Räume aus. Und die Smart-Finder-App zeige an, wo sich Mitarbeiter gerade befänden. Vorausgesetzt, sie seien damit einverstanden. Die Post könne so etwa herausfinden, ob die Mitarbeiter im Gebäude A glücklicher seien als im Gebäude B. Wenn Häuser sehen, hören und fühlen Auch Halter-CEO Balz Halter sprach über smarte Gebäude. Er ist der Meinung, dass es in der Immobilienindustrie verglichen mit anderen Branchen in den letzten 100 Jahren kaum Innovationen gegeben habe. Etwa wegen des Silo- Denkens in der Branche, der fragmentierten Ausrüsterindustrie und der Vernachlässigung des Bestandesbaus. Digitalstrom biete einen Ausweg. Die Plattform bringe Häusern bei, zu fühlen, zu sehen, zu hören und zu verstehen. Der Nutzer könne über eine App mit der Wohnung kommunizieren. Die Intelligenz der Lösung stecke in der Software und in der Cloud, sagte Halter. Moderatorin Sonja Hasler und Michel Grandjean, Leiter des Cisco- Kompetenzzentrums bei A lpiq Intec. Bild: Stephan Bögli, Photo Boegli. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_46852 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 12 / 2017