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Netzwoche 12/2018

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12 Business Nachgefragt « Digitalisierung gelingt nur zusammen mit starken Partnern » Die Digitalisierung von Unternehmen ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Daher fokussiert sich der diesjährige «Trivadis TechEvent» auf die erfolgreiche Zusammenarbeit bei der digitalen Transformation. Björn Bröhl, Head of Marketing & Communications bei Trivadis, erklärt, was Besucher der Veranstaltung an neuem Wissen mit nach Hause nehmen können. Interview: Christoph Grau « Digitalisierung ist sehr vielfältig und umfasst verschiedenste Aspekte, von kulturellen, organisatorischen bis hin zu technologischen und menschlichen. » Björn Bröhl, Head of Marketing & Communications, Trivadis Welche Rolle spielen nicht-technologische Aspekte für eine erfolgreiche Digitalisierung/digitale Transformation? Eine sehr grosse. Die digitale Transformation ist nur dann leistbar, wenn drei zentrale Erfolgsfaktoren aufeinander abgestimmt werden: agile Organisationsformen, kooperative Kulturen und neue Technologien. Dies erfordert neue Kompetenzen auf allen Stufen im Unternehmen, die weit über technologische Aspekte hinausgehen. Schliesslich kommt es, ganz banal gesprochen, auch auf die Menschen an, ob eine Digitalisierung gelingt oder nicht: Wer nicht offen ist für Neues und nicht eine gewisse Experimentierfreude besitzt, wird Mühe haben, sich in der digitalen Welt zurechtzufinden. Welche Themen werden für Sie das Jahr 2018 prägen? Ausser der digitalen Transformation wird auch der Umgang mit Daten ein zentrales Thema bleiben. Hier ist insbesondere die Analyse grosser Datenmengen eine Herausforderung, aber auch eine Chance. Auch werden aus unserer Sicht agile Lösungs- und Prozessansätze wie etwa Devops noch stärker an Bedeutung gewinnen. Das wirtschaftliche Umfeld erfordert es, dass Unternehmen noch flexibler und agiler werden. Gerade im SaaS-Bereich werden sich zudem Multi-Cloud-Ansätze etablieren. So wird bis Ende 2018 Schätzungen zufolge die Hälfte aller Unternehmen mehr als fünf verschiedene Cloud-Dienstleister nutzen. Zu guter Letzt wird das Thema künstliche Intelligenz sicherlich immer wichtiger werden. i VERANSTALTUNG Am 14. September 2018 findet in Regensdorf das alljährliche Gipfeltreffen der Schweizer IT- Szene statt: der «Trivadis Tech- Event». Insgesamt werden über 500 IT-Spezialisten an der Veranstaltung erwartet, die in diesem Jahr ganz unter dem Motto «Digitalization: Better together!» steht. Ausser einer Keynote und Plenumsvorträgen haben die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, zahlreiche Sessions rund um technologische und strategische Aspekte der IT zu besuchen. Datum: Freitag, 14. 09. 2018 Ort: Mövenpick Hotel Zürich-Regensdorf URL: https://m.trivadis.com/ tech-event-2018 Ihr diesjähriger «TechEvent» trägt den Titel: «Digitalization: Better together». Warum haben Sie dieses Thema gewählt? Björn Bröhl: Die digitale Transformation steht auch 2018 ganz oben auf der Agenda von Entscheidungsträgern. Sie gelingt allerdings nur mit einem starken Partner an der Seite – deshalb der Slogan «better together». Wir haben am diesjährigen «TechEvent» auch bewusst Formate eingebaut, in denen wir gemeinsam mit Kunden spezifische Themen bearbeiten, welche diese auch selbst «mitbringen» können. Was sind für Sie die Höhepunkte der Veranstaltung? Kaum ein Event versammelt so viele hochkarätige Spezialisten und bietet diese Bandbreite an IT-Know-how an einem Ort wie der «Trivadis TechEvent». Insofern gehört sicher die Vielzahl an technischen Vorträgen und die Möglichkeit zum Networking zu den Highlights des «TechEvents». Aus Kundensicht dürften insbesondere die beiden Innovation- Streams sehr spannend sein. Hier werden wir gemeinsam mit den Kunden einerseits bestehende Businessmodelle modernisieren und andererseits neue Businessmodelle erarbeiten. Die Ausstellung und Präsentation unserer Partner sowie die Abendveranstaltung sehen wir als weitere Elemente des «TechEvents», bei denen sich ein Besuch lohnt. Welche Informationen und Erkenntnisse werden die Besucher mit nach Hause nehmen? Die wesentliche Erkenntnis wird sein, dass Digitalisierung sehr vielfältig ist und verschiedenste Aspekte umfasst, von kulturellen über organisatorische bis hin zu technologischen und menschlichen. Und dass die Digitalisierung eigentlich nur gemeinsam zu schaffen ist, indem man voneinander lernt und sich gemeinsam weiterbringt. Das gilt sowohl für die Kunden als auch für uns. Um den Kreis zu schliessen: «Digitalization: better together!» 12 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

13 Schweizer Firmen waren an der Cebit 2018 vor allem unter dem Dach des Swiss Pavilion zu finden. So erlebten Schweizer Aussteller die neue Cebit Die Cebit 2018 ist vorbei. Vieles war an der IT-Messe in diesem Jahr anders. Die Redaktion fragte bei Schweizer Ausstellern vor Ort nach, was sie sich von der Cebit erhofften, wie sie das neue Konzept wahrnehmen und was sie vom Neustart als Business-Festival halten. Autor: Oliver Schneider Die Cebit 2018 ist vorbei. Laut den Veranstaltern kamen 120 000 Besucher nach Hannover. Dies ist fast eine Halbierung im Vergleich zum Vorjahr, als noch mehr als 200 000 Personen die Messe besuchten. Trotzdem bezeichnen die Veranstalter die neue Cebit als «vollen Erfolg». Doch wie haben die Aussteller an ihren Ständen die Messe erlebt? Die Redaktion schaute bei Schweizer Firmen vorbei und hielt Eindrücke und Meinungen fest. Full Speed Systems (FSS) aus Sursee war zum ersten Mal in Hannover dabei. Das Unternehmen bietet KMUs verschiedene Dienstleistungen auf Basis von Oracle-Produkten an. Da es dabei um ERP wie auch As-a-Service- Lösungen geht, entschied sich die Firma für zwei separate Stände an der Cebit, wie Gründer und CEO Urs Liechti sagte. Die Frage, ob es in Zukunft noch Messen gebe oder sie durch das Internet überflüssig geworden seien, stelle sich natürlich schon. Doch Liechti zeigte sich optimistisch. Gerade für eine Firma wie FSS, die im Oracle-Umfeld arbeite, sei Sichtbarkeit wertvoll. Das neue Konzept der Cebit sah Liechti mit gemischten Gefühlen. Der Umbau, um die Messe für eine jüngere Generation attraktiver zu machen, sei grundsätzlich gut und ziehe vielleicht Leute an. Was die stärkere Ausrichtung auf Endkunden für die B2B-Aussteller bedeute, müsse sich aber noch zeigen. Spannungsfeld zwischen Wandel und Konstanz Einer, der den Wandel der Cebit in den vergangenen Jahren miterlebte, ist Manfred Terzer. Der CEO von Kendox, einem Hersteller von Content-Management-Lösungen aus der Ostschweiz, war bereits mehrfach mit seinem Unternehmen an der Messe. Kendox komme nach Hannover, um für seine vielen Kunden aus Deutschland sichtbar zu sein und sich im Kreis der Mitbewerber präsentieren zu können. Die Cebit sei ein «Markt für Informationen», an dem man teilnehmen müsse, sagte Terzer. Er hob den späteren Termin der Cebit als Pluspunkt hervor: «Früher haben wir mit klammen Fingern bei Schneeregen das Equipment hineingetragen.» Das sei heute definitiv kein Problem mehr. Allerdings habe es in diesem Jahr unterschiedliche Meinungen zur Präsenz an der Cebit gegeben, sagte Terzer. Ein Grund dafür sei, dass die grossen IT-Messen generell an Bedeutung verloren hätten. Man treffe sich heute auf kleineren, branchenspezifischen Messen. Die Neuausrichtung der Cebit sah Terzer kritisch. Zum einen sei fraglich, ob der Fokus auf eine jüngere Community und Endkunden für die alteingesessenen Firmen von Vorteil sei. Entscheidend sei, dass die Messe auch weiterhin IT-Entscheider mit Budget nach Hannover locken könne. Die neue Cebit ist ein Experiment für alle Der Besuch der Schweizer Aussteller an der Cebit 2018 zeigte dreierlei: Erstens war die überwiegende Mehrheit der Unternehmen 2018 zum ersten Mal in Hannover. Entsprechend ging es ihnen darum, einmal den Fuss ins Messe-Wasser zu halten, sich einem grösseren Publikum zu zeigen und herauszufinden, wie die Resonanz ausfällt. Zweitens nahmen die Aussteller das neue Konzept der Cebit durchaus kritisch unter die Lupe. Die neuen Formate – Konferenz, Unterhaltung, Lounges – wurden als Neustart verstanden, der notwendig war. Viele der Befragten freuten sich ausserdem auf das Festival-Programm und nahmen es als Bereicherung wahr. Doch da und dort hörte man auch Bedenken, ob die klassische Funktion als B2B-Fachmesse darunter nicht leiden könnte. Drittens zeigte die Cebit 2018 aber auch, dass der persönliche Kontakt, der Austausch mit Gleichgesinnten und das Kennenlernen ein kreatives und unternehmerisches Potenzial bereithalten – ob am Messestand, während eines Referats, beim Konzert oder spontan vor dem Food Truck. « Die Cebit ist ein Markt für Informationen, an dem man teilnehmen muss. » Manfred Terzer, CEO, Kendox Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_97148 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 12 / 2018