Aufrufe
vor 1 Monat

Netzwoche 12/2018

10 Business Aktuell

10 Business Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Telenetfair ist am Ende cgr. Die Telenetfair ist Geschichte. Wie der Veranstalter auf Facebook schreibt, wird die Messe dieses Jahr nicht mehr stattfinden. Als Grund nennt Veranstalter Peter Fischer in dem Facebook-Post die Konkurrenz durch die Messe Com-Ex. Diese fand 2016 erstmals parallel zur Telenetfair statt und habe zentrale Aussteller abgeworben. An der letzten Telenetfair beklagten viele Aussteller ein recht dürftiges Publikumsinteresse. ▸ Webcode DPF8_97724 Oracle macht nur noch halb so viel Gewinn cgr. Wie Oracle in einer Mitteilung schreibt, hat das Unternehmen im Geschäftsjahr 2018 3,8 Milliarden Dollar verdient. Dies ist weniger als die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr, als Oracle noch einen Gewinn von 9,3 Milliarden Dollar auswies. Oracle führt den deutlichen Rückgang vor allem auf die Steuerreform von Donald Trump zurück, wie es in der Mitteilung heisst. ▸ Webcode DPF8_97758 Neues Datenschutzgesetz kommt 2019 cgr. Der Nationalrat hat die Totalrevision des Schweizer Datenschutzgesetzes in zwei Etappen aufgeteilt. Damit schloss sich der Nationalrat dem Vorschlag der Staatspolitischen Kommission an. Die Revision des Gesetzes ist nötig, da die Schweiz die Europaratskonvention 108 unterzeichnete. Die EU schloss im Rahmen der EU-DSGVO die Revision schon vor zwei Jahren ab. Die Schweiz ist bei der Revision einige Jahre im Verzug, wie schon der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte Adrian Lobsiger vor mehr als einem Jahr bestätigte. Da die EU bereits Fakten geschaffen hat, muss die Schweiz pressieren und in einigen Bereichen Tempo machen. So droht etwa die Gefahr, dass die Schweiz gegen den Schengen-Vertrag verstösst. Als Konsequenz könnte die Schweiz die Anerkennung als «Drittstaat mit einem angemessenen Datenschutzniveau» verlieren, wie die Parlamentsdienste mitteilen. Dies würde eine grenzüberschreitende Datenübermittlung erschweren und vor allem die Wirtschaft belasten. Das Parlament will sich daher zunächst um die Erfüllung der Richtlinie 108 kümmern und die Revision des Datenschutzes nach hinten verschieben. Vor allem das bürgerliche Lager war dafür. Auch die Datenschutzorganisation Swiss Data Alliance und die Konferenz der schweizerischen Datenschutzbeauftragten (Privatim) favorisierte laut Mitteilung dieses Vorgehen. So soll Zeit gewonnen werden, um die komplexe Revision in Ruhe durchführen zu können. Das linke Lager um SP-Nationalrat Cédric Wermuth kritisierte das Vorgehen. Wermuths Meinung nach würden die zwei Revisionen des Datenschutzgesetzes zu Mehraufwand und Rechtsunsicherheit führen. Laut Mitteilung vermutet die Rats-Linke auch eine Verzögerungstaktik der bürgerlichen Parteien. Wermuth hofft, dass der Ständerat gegen die Aufteilung stimmen wird. Bundesrätin und Justizministerin Simonetta Sommaruga ging nicht explizit auf die Aufteilung ein. Mit dem Satz: «Ich weiss nicht, ob Sie sich damit wirklich einen Dienst erweisen», drückte sie jedoch ihre Skepsis aus. Die Anpassungen an das Schengen-Abkommen nahm der Rat an. 174 Parlamentarier stimmten dafür, 5 dagegen und 2 enthielten sich. Die Abstimmung über die zweite Etappe werde deutlich schwieriger, da noch viele Fragen offen seien. Die Revision soll noch bis Ende 2019 dauern. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_96820 DIGITALE TRANSFORMATION DER IT Kennen Sie diese Aussage «man kann nicht nicht kommunizieren»? Dieser Grundsatz stammt vom Psychologen Paul Watzlawick und bedeutet im Kern: Kommunikation ist allgegenwärtig. Menschen sind immer in Kommunikation, ob durch Sprache oder Körpersprache, ob durch Verhalten im Sinne von Taten oder Unterlassungen. Genauso lässt sich dieses Axiom für die IT ableiten: Es gibt keinen Service ohne Kundenerfahrung. Jeder Service, der erbracht wird, hinterlässt seinen Eindruck, und das prägt die Customer Experience. Die Welt wird derzeit regelrecht auf den Kopf gestellt. Mit dem nun überall brummenden Digitalisierungsmotor vernetzen wir alle erdenklichen Dinge und automatisieren Prozesse oder lassen uns mittels künstlicher Intelligenz sogar das eigene Denken und Entscheiden abnehmen. Wir sind regelrecht fasziniert von den Möglichkeiten, die sich in der neuen Welt eröffnen, und können kaum erahnen, was uns die Zukunft noch bringen wird. Was wir ob dieser smarten Technologie aber nie vergessen dürfen: Es will letztlich auch immer ein Kunde bedient werden. Seien dies ungeduldige Mid- Ager oder selbstständige Digital Natives, alle haben ihre Ansprüche und sollten nicht einfach nur interpretiert werden. Allzu oft produzieren wir immer noch am Kunden vorbei, meinen zu wissen, wie er den Service nutzt und verpassen die wirklich einmalige Chance – einen «Wow»-Effekt zu gewinnen. Wir versuchen, technisch aufzurüsten, und fordern, dass sich alle Mitarbeiter für die neue Realität ausbilden. Wie Kundenbedürfnisse und Services gemanagt werden, bleibt dabei oft auf der Strecke. Dass sich Kunden nicht mehr als Bittsteller fühlen müssen, darüber sind wir zum Glück schon lange hinweg. Aber es lohnt sich immer noch, die Fenster zu öffnen und nach den angepeilten Nutzern Ausschau zu halten. Was wir ihnen auch immer anbieten – in jedem Service ist ein verkörpertes Kundenerlebnis, beziehungsweise eine «embodied customer experience». Es bleibt immer ein Eindruck haften. Es wäre nicht das erste Mal, dass eine brillante Lösung links liegen gelassen wird, weil wir den Kunden schlicht nicht berücksichtigt haben. Service und Business Relationship Management sind eben nicht nur ein Verziehrschleifchen auf dem Lösungspaket, sondern essenzielle Businessfähigkeiten, die in jedem digitalen Transformationsprogramm mit aufgebaut werden müssen. Wenn wir die Reise ins digitale Zeitalter antreten, so machen wir sie doch auch zu einer Customer Journey. Nur wenn der Kunde begeistert ist, werden wir es letztlich auch sein. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_98183 Kein Service ohne Customer Experience Martin Andenmatten Gründer und Geschäftsführer, Glenfis 12 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Aktuell 11 Open Source ist auf dem Vormarsch RELEVANZ VON OPEN-SOURCE-SOFTWARE (N=243) ... 32,5 ... für die heutige ICT (in %) 5,8 39,9 19,8 Soreco entwickelt (wieder) Lohnbuchhaltung mur. Softwarehersteller Soreco hat Mitte Juni mit rund 150 Mitarbeitern, Kunden und Partnern des Unternehmens in Zürich-Oerlikon 30-jähriges Jubiläum gefeiert. Am Fest gab es eine Neuigkeit, von der auch die Mitarbeiter noch nichts wussten: Soreco entwickelt wieder eine Software für die Lohnbuchhaltung. Das habe die Geschäftsleitung die Woche davor gemeinsam mit dem Verwaltungsrat entschieden, sagte Verkaufsleiter Walter Wyss auf der Bühne. Die Ankündigung ist interessant, denn Soreco bot schon einmal eine Software für die Lohnbuchhaltung an. 1999 lancierte das Unternehmen E-Payroll, eine ASP- Lohnbuchhaltung für kleine und mittelständische Firmen. 2005 unterstützte Soreco das elektronische Lohnmeldeverfahren Swissdec/ELM. 2006 zertifizierte die Schweizerische Unfallversicherung Suva die Lohnbuchhaltung. 2007 folgte Version 2 von E-Payroll. Und im März 2015 verkaufte Soreco die Lösung und seinen ganzen HR- Teil an P&I. Soreco-CEO Claude Sieber machte keinen stark zugenommen eher zugenommen etwa gleich geblieben eher abgenommen stark abgenommen Weiss nicht Quelle: Swiss-ICT/CH Open osc. Die Nutzung von Open-Source-Software hat in der Schweiz weiter zugenommen. Das ist die zentrale Erkenntnis aus einer Umfrage der Verbände Swiss-ICT und CH Open in Zusammenarbeit mit der Universität Bern. Fast 60 Prozent der 243 befragten Unternehmen gaben an, dass die Bedeutung von Open-Source-Software generell gestiegen sei, wie die Autoren schreiben. Gegenüber 2015 sei die Nutzung von Open Source bei den Unternehmen um durchschnittlich 7,2 Prozent gestiegen, und zwar in allen Einsatzbereichen. Am stärksten falle das Wachstum bei den Desktop-Anwendungen aus. 56,3 Prozent der Befragten würden solche Anwendungen einsetzen. Am beliebtesten seien Mozilla Firefox, 7-Zip und VLC. Im Cloud-Bereich habe Docker für eine gestiegene Relevanz von Open Source gesorgt. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_97764 ... in Ihrer Organisation (in %) 1,2 0,8 0,5 8,6 45,3 Hehl daraus, dass einige Kunden wegen der fehlenden Lohnbuchhaltung zur Konkurrenz gewechselt seien. Auch darum sieht er Potenzial für eine weitere HR-Lösung. Der Bereich sei zwar eher eine Nische. Der Gesetzgeber mache aber neue Vorgaben und das Umfeld habe sich stark verändert. SAP wolle alles in die Cloud zügeln, und nur wenige Firmen würden heute noch Geld in diesen Markt investieren. Das spreche für eine neue Lösung von Soreco. Mit der Lohnbuchhaltung werde Soreco intern auch wieder einen HR-Bereich aufbauen. Für die Entwicklung kann das Unternehmen auf sein Offshore-Zentrum mit rund 15 Entwicklern in Vietnam zurückgreifen. Eine erste Version der HR-Lösung soll spätestens im Sommer 2019 erscheinen, sagte Sieber an der Jubiläumsveranstaltung. 4,5 11,9 29,2 Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_97181 WWW.NETZWOCHE.CH ICT-Switzerland ruft zu Teilnahme an Umfrage auf cgr. ICT-Switzerland hat die Umfrage für den Swiss Software Industry Survey gestartet. Die Erhebung wird in Zusammenarbeit mit der Universität Bern durchgeführt. Anhand der Umfrage soll die Rolle der Schweizer Softwarebranche für die Schweizer Volkswirtschaft wissenschaftlich untersucht werden. Als Gegenleistung erhalten die teilnehmenden Firmen ein Benchmarking, mit dem sie einschätzen können, wo sie im Vergleich zu den Mitbewerbern stehen. ▸ Webcode DPF8_96802 Nationalrat streicht Geheimhaltung aus BÖB bca. Der Nationalrat hat bei der Beratung des Beschaffungsgesetzes BÖB die Geheimhaltung von Ausschreibungsunterlagen und die Beschränkung des Einsichtsrechts oppositionslos gestrichen. Der Bundesrat hatte befürchtet, dass zu viel Transparenz zu Wettbewerbsmanipulationen führen könnte. Der Nationalrat folgt damit dem Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten. Einer Mitteilung zufolge hatte er die Pläne des Bundesrats als «Rückschritt in die Steinzeit» bezeichnet. ▸ Webcode DPF8_96984 Kampagne will Zürcher IT sicherer machen osc. Die Stadt Zürich hat eine Kampagne für mehr Cybersicherheit lanciert. Wie es in einer Mitteilung der Dienstabteilung Organisation und Informatik (OIZ) heisst, sollen die städtischen Mitarbeiter im Umgang mit Informationssicherheit sensibilisiert und geschult werden. Die Kampagne will umfassend zum Thema Informationssicherheit aufklären und wichtige Tipps vermitteln, wie die OIZ auf Anfrage sagte. ▸ Webcode DPF8_97188 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 12 / 2018