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Netzwoche 12/2019

16 DOSSIER Data Driven

16 DOSSIER Data Driven Business In Kooperation mit Swisscom Bild: Pressfoto / Freepik.com Das Thema Data Driven Business wird Unternehmen auf lange Sicht beschäftigen. fliessen, erschliesst sich ihr Wert. Die IT-Anwendungen – sowohl die operativen als auch die dispositiven Systeme – müssen dazu den Umgang mit diesen Daten durch eine gute Integration der gesamten IT-Landschaft unterstützen. Datenanalyse Mit einem dritten Schritt sind Organisationen und Unternehmen in der Lage, sich durch die Kombination externer und interner Daten Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Dabei kommt der Analyse von Daten und insbesondere der Prüfung und Auswertung des Kundenverhaltens eine zentrale Bedeutung zu. Darüber hinaus müssen Daten aus sozialen Netzwerken, Marktdaten und demografische Daten klug – und natürlich immer gesetzes- und ethikkonform – kombiniert werden. Die dafür notwendige Funktionalität der IT-Systeme geht weit über traditionelle IT-Systeme hinaus und erfordert den Einsatz innovativer, disruptiver Technologien. Anpassungen in Echtzeit Erst der vierte und letzte Schritt macht ein Unternehmen aber wirklich zu einem Data Driven Business. Ein solches Unternehmen ist nun fähig, Produkte und Dienstleistungen in Echtzeit an Kunden- und Marktbedürfnisse anzupassen. Dabei spielen Flexibilität und die Fähigkeit, zukünftige Entwicklungen vorauszusagen, eine entscheidende Rolle. Ob kundenindividuelle Fertigung, Produkte, die zu Services mit Service Level Agreement und situativen Preismodellen werden, oder Plattformen, die Produkte und Services verschiedener Lieferanten intelligent kombinieren – eine Vielzahl neuer Geschäftsmodelle wird auf diese Weise möglich. Um dies zu gewährleisten, müssen die IT-Systeme der Zukunft jederzeit in der Lage sein, die vollständige Vernetzung von Menschen, Dingen sowie Maschinen und den umfassenden Datenaustausch zwischen allen Beteiligten zu garantieren. Das Thema Data Driven Business wird Unternehmen auf lange Sicht beschäftigen. Wie jede Veränderung kann auch die digitale Transformation und der Weg zum Data Driven Business Verunsicherungen auslösen. Es ergeben sich aber auch viele Chancen – sowohl für die einzelnen Firmen, als auch für den gesamten Wirtschaftsstandort Schweiz. Und diese Chancen sollten sich Unternehmen nicht entgehen lassen. 12 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

In Kooperation mit Swisscom Data Driven Business DOSSIER17 « Der Grosse frisst nicht den Kleinen, sondern der Schnelle den Langsamen » Rund 5 Prozent der Schweizer Firmen sind der Meinung, dass Daten für sie auch zukünftig keine Rolle spielen werden. Viele andere sammeln zwar Daten, setzen sie aber nicht gewinnbringend ein. Diese Unternehmen lassen sich eine Chance entgehen, sagt Michael Baeriswyl, Head of Digital Enterprise Solutions bei Swisscom. Interview: Marcel Urech Was verstehen Sie unter Data Driven Business? Michael Baeriswyl: Wer Data Driven Business betreibt, kann konstruktiv mit Daten umgehen und Nutzen aus ihnen ziehen. Etwa aus Kundendaten, Messdaten, Echtzeitdaten, Analysedaten, Monitoringoder Log-Daten, Daten aus Datawarehouse-Lösungen sowie externen Daten aus sozialen Netzwerken, dem Internet oder von Partnern. Unternehmen brauchen alle relevanten Informationen zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort und in der richtigen Qualität. Sie sollten darum Daten aus unterschiedlichen Quellen nutzen. Eine Datenstrategie, Leitplanken und Data Governance sind deshalb zentral. Wie können Firmen ihre Daten gewinnbringend einsetzen? Kaum ein Unternehmen kann von heute auf morgen bahnbrechende Innovationen umsetzen. Das ist auch gar nicht nötig. In fast jeder Firma liegt Potenzial zur Prozessoptimierung brach. Man sollte sich fragen: Wo liegen unsere grössten Herausforderungen? Wo sind wir ineffizient? Welches Ziel wollen wir mittel- und langfristig erreichen? Und sind wir bereit, neue Wege einzuschlagen und Bestehendes zu hinterfragen? Mit den richtigen Ideen lässt sich die Effizienz steigern, etwa im Kundenmanagement, in der Produktion, im HR, in der Buchhaltung und in der Logistik. Das Potenzial ist besonders hoch, wenn sich Prozesse häufig wiederholen. Ein guter Startpunkt ist in der Regel die Optimierung von internen Prozessen. 5 Prozent der Schweizer Firmen sind der Meinung, dass Daten für sie auch zukünftig keine Rolle spielen werden. Sie lassen sich eine Chance entgehen. Wer besser sein will als die Konkurrenz, nutzt Erkenntnisse aus Daten, um Prozesse zu optimieren und das Kundenerlebnis zu verbessern. Personalisierte Angebote, massgeschneiderte Services und schlanke Prozesse führen zu Wachstum und glücklicheren Kunden. So entstehen erneut Daten, was zu noch mehr Relevanz und Effizienz führt. Ich rate aber keinem Unternehmen, alles Bisherige über den Haufen zu werfen, ein grosses, disruptives Projekt zu lancieren und über Nacht zum Data Driven Business zu werden. Mein Ratschlag lautet: «Think big, start small.» Was raten Sie Firmen, die ihre Daten noch nicht gezielt nutzen? Erst wenn ein Unternehmen Mehrwerte aus Daten generiert, verschafft es sich einen wichtigen Vorteil gegenüber seinen Konkurrenten. Damit das gelingt, braucht es eine Datenstrategie, die richtigen Technologien, Methoden sowie eine klare Data Governance. Denn im digitalen Zeitalter frisst nicht mehr der Grosse den Kleinen, sondern der Schnelle den Langsamen. Ich glaube fest daran, dass erfolgreiche Unternehmen den Data-Driven-Business-Ansatz in ihre operativen und strategischen Aktivitäten miteinbeziehen sollten. Macht die Datenverarbeitung Firmen auch flexibler? Wer Daten nutzt, kann schneller auf Kundenwünsche eingehen und sieht, wie Abläufe verbessert werden könnten. Das funktioniert aber erst, wenn das Unternehmen auch seine Kultur, Arbeitsweise und Werte entsprechend ausrichtet – mitunter braucht es einen Paradigmenwechsel. Das C-Level muss bereit sein, Entscheidungen auf Basis von Daten zu treffen. Die Mitarbeitenden müssen wissen, welche Daten verarbeitet werden dürfen, sie müssen Zugang zu Dashboards haben und die Kompetenz besitzen, mit ihnen umzugehen. Bitte geben Sie uns dafür ein Beispiel. Ein Geschäftsprozess – zum Beispiel eine Bestellung – läuft in der Regel über mehrere IT-Systeme. Deshalb ist es für Unternehmen schwierig zu beurteilen, wie lange ein Prozess dauert, wo die Leerläufe sind und wo es viel Zeit, Geld und Ressourcen braucht. Auch die Kundenzufriedenheit ist schwer zu eruieren. Mit Data Mining lassen sich solche systemübergreifenden Prozesse jedoch gut abbilden. So werden Geschäftsprozesse transparent und man kann basierend auf der Datengrundlage anfangen, sie zu optimieren. « Wer besser sein will als die Konkurrenz, nutzt Erkenntnisse aus Daten, um Prozesse zu optimieren und das Kundenerlebnis zu verbessern. » Michael Baeriswyl, Head of Digital Enterprise Solutions, Swisscom www.netzwoche.ch © netzmedien ag 12 / 2019

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