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Netzwoche 12/2019

38 Technology Aktuell

38 Technology Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Warum künstliche Intelligenz der Umwelt schadet lha. Spracherkennung, Diagnoseverfahren, Deep Fakes. Machine Learning ermöglicht vieles, schadet aber auch der Umwelt. Wie eine Studie der University of Massachusetts ergab, erzeugt ein Modell für natürliche Sprachverarbeitung rund 280 000 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen. Das entspräche ungefähr den Emissionen, die fünf Durchschnittsautos während ihrer gesamten Betriebsdauer erzeugten. Die schnellsten Supercomputer der Welt cka. Die aktuelle Liste der 500 schnellsten Supercomputer der Welt ist erschienen. Sie zeigt, wie die mittlere Rechenleistung der Supercomputer stetig zunimmt. So können erstmals alle Rechner auf der Liste über 1 Petaflops ausführen. Das sind 1 Billiarde Gleitkommaoperationen pro Sekunde. Nummer 1 und 2 sind weiterhin die IBM-Bolliden Summit und Sierra mit 148,6 beziehungsweise 94,6 Petaflops. Der Piz Daint im Nationalen Hochleistungsrechenzentrum der Schweiz (CSCS) in Lugano ist nicht nur der schnellste Supercomputer der Schweiz, sondern auch der schnellste in Europa. Im Vergleich zur vorherigen Liste rutschte die Maschine, die 21,2 Petaflops leistet, jedoch von Platz 5 auf Platz 6 ab. Nach 27 Jahren kommt der Nachfolger der SMS mur. Der Rich Communication Service (RCS) sollte die SMS schon vor Jahren ersetzen. Aber die Mobilfunkprovider stellen sich quer. Erst wenige Provider unterstützen den Standard. Nun hat Google genug und lanciert RCS ohne den Umweg über die Telekomfirmen, vorerst in Frankreich und England. Weitere Länder sollen bis Ende des Jahres folgen. Dies berichtet «Watson» unter Berufung auf das US- Techportal «The Verge». Acht ETH-Studenten tauchen ab ETH-Studenten basteln am Roboter Scubo 2.0. Bild: ETH Zürich mur. Scubo 2.0 heisst der Roboter, der aus Software, Hardware und viel Elektronik besteht. «Der Rest sind Kabelbinder und Klebeband», sagt Christian Engler. Der 22-Jährige hat mit sieben weiteren ETH-Studenten einen Tauchroboter gebaut, mit dem sie als erstes Schweizer Team an der «MATE international ROV Competition» in Kingsport, Tennessee teilnehmen, wie es bei ETH-News heisst. MATE steht für Marine Advanced Technology Education, und der Wettbewerb gilt als einer der grössten im Bereich der Unterwasserrobotik, an dem sich Studierendenteams aus der mur. «Was ist eigentlich eine künstliche Intelligenz (KI)? Das Tor zum Paradies oder das Tor zur Hölle?», hat Garry Kasparov am 6. Juni am «WeAreDevelopers»-Kongress in Berlin gefragt. «Nichts davon – KI ist einfach nur eine Technologie.» Allerdings eine, die unsere Gesellschaft stark verändern werde, wie das beim Schach der Fall war. Kasparov spielte erstmals 1985 gegen einen Schachcomputer. 32 Partien gleichzeitig. Er gewann alle. «Die Maschine war damals schwach und sperrig», sagte er in Berlin. Das habe sich geändert. «Aktuelle Schachcomputer spielen zwar noch nicht perfekt, aber sie machen so gut wie keine Fehler.» Das könne man über die Menschen definitiv nicht sagen, so Kasparov. 1996 veranstaltete IBM einen Wettkampf mit dem Schachcomputer Deep Blue. Kasparov gewann zwar 4:2, «aber das war der Wendepunkt». Erstmals verlor ein amtierender Schachweltmeister im Turniermodus gegen eine Maschine. Ein Jahr später war Deep Blue bereits zu stark Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch ganzen Welt messen. «Es gibt sogar einen Kinofilm darüber», sagt Jonas Wüst. Den hätten sie sich aber noch nicht angesehen, denn die Maschinenbauingenieure, Elektrotechniker und Informatiker im letzten Bachelorjahr arbeiten seit einem Jahr täglich im Student Project House an ihrem Roboter Scubo 2.0. Für den Wettbewerb mussten sie sich mit einem Video bewerben. Das habe ihrem Projekt einen Rahmen gegeben, weil sie so ihre Ziele früh festlegen mussten. Sie haben den Verein Tethys Robotics gegründet und mit Scubo 2.0, einen Roboter mit acht Armen entwickelt, an deren Enden Propeller für den Antrieb und die Stabilität im Wasser sorgen. Ein langes Kabel versorgt das Gerät mit Strom und verbindet es mit den beiden Controllern der Piloten für die Steuerung. Eine kabellose Verbindung zum Roboter ist nicht möglich, weil Signale nur wenige Meter in die Tiefe reichen. Beim Bau von Scubo 2.0 konnten die Studenten auf das Material und Fachwissen von Masterstudierenden zurückgreifen, die in einem ehemaligen Fokus-Projekt bereits einmal einen Tauchroboter bauten. Und auch Engler ist kein Neuling in der Tauchrobotik. Er hat bereits als Maturaarbeit einen Tauchroboter gebaut und arbeitet mit den Kollegen von Tethys an der Fortsetzung seines Projekts. Kasparov: «Die Maschinen haben gewonnen» für Kasparov. Der Computer siegte 3,5:2,5. «Obwohl er etwa gleich intelligent war wie euer Wecker.» Im Schach sei der Wettkampf zwischen Mensch und Maschine definitiv vorbei. «Die Maschinen haben gewonnen», sagte Kasparov, «am Ende gewinnen sie immer». Steuern wir also auf das Ende der Menschheit zu? Braucht es sie überhaupt noch? «Ja!» Die Menschen sollten sich darauf konzentrieren, ihre Vorstellungskraft und Kreativität mit den Maschinen zu vereinen. «Dann gewinnen nicht nur die Maschinen, sondern wir alle», sagte Kasparov. Pablo Picasso habe einmal gesagt, dass Computer absolut nutzlos seien. Sie könnten nur Antworten geben, aber keine Fragen stellen. «Das Problem ist, dass KIs nicht wissen, welche Fragen für die Menschheit Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch wirklich relevant sind», sagte Kasparov. Die Maschinen hätten nur in bestimmten Teilgebieten Erfolg. 12 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Research 39 Die Cloud als Innovationstreiber Die Cloud ist nicht mehr wegzudenken, sie gehört heute zum festen Bestandteil der ICT-Landschaft vieler Unternehmen. Der reine Eigenbetrieb, das einstige Zentrum der Informatik, verliert weiter an Gewicht, ohne die Cloud wird in vielen Unternehmen künftig nichts mehr gehen. Vielleicht ist es etwas übertrieben, zu sagen, die Cloud sei «der» Innovationstreiber. Ein Betriebsmodell der ICT wird nicht per se alleine zum Innovationstreiber. Dazu gehören smarte Köpfe und Teams, die neue Ideen angehen, bisheriges Denken und bestehende Businessmodelle auf den Kopf stellen und nicht nur Traditionen und deren Probleme hegen und pflegen. Aber die Cloud kann zumindest als passiver Innovationstreiber bezeichnet werden. Die heute verfügbaren Plattformen und Dienste aus der Cloud bilden einen ganz wesentlichen Nährboden für die Umsetzung innovativer Ideen aus der ganzen Bandbreite an Themen der digitalen Transformation. Die Cloud als Katalysator und Business Enabler Die Cloud ist nicht mehr wegzudenken, sie gehört heute zum festen Bestandteil der ICT-Landschaft vieler Unternehmen. War die Nutzung vor Jahren auf einige Services wie Messaging, Filesharing, Back-up oder Dokumentenverwaltung beschränkt, ist die Bandbreite der heute genutzten Cloud-Services mehr als vergleichbar mit der im Eigenbetrieb (on Premise) vorhandenen Infrastrukturdienste und Anwendungen. Der reine Eigenbetrieb, das einstige Zentrum der Informatik, verliert weiter an Gewicht, ohne die Cloud wird in vielen Unternehmen künftig nichts mehr gehen. Dies gilt vor allem hinsichtlich der neuen Themen und Entwicklungen, die sich rund um die digitale Transformation materialisieren. Bereits heute beginnen sich die Unternehmen mit Blick auf den diesbezüglichen Cloud-Einsatz in Stellung zu bringen. Derzeit sind es zwar erst knapp 10 Prozent der Schweizer Unternehmen, die sich konkret mit kommenden Kerntechnologien wie der künstlichen Intelligenz (KI) oder der Blockchain beschäftigen. Allerdings werden diese in den kommenden drei Jahren zu Topthemen avancieren. Die Cloud gilt als Katalysator und Business Enabler für die neuen Technologien. So ist es jedes dritte der im Rahmen unserer Studie zum Schweizer Markt für Cloud Computing befragten Unternehmen, das sich vorstellen könnte, beispielsweise für KI-Projekte entsprechende Plattformen aus der Wolke zu nutzen. Und bei der Blockchain-Technologie denkt Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch sogar die Mehrheit der Unternehmen an die Verwendung von Plattformen und Services aus der Cloud. Noch nicht alle Bedenken beseitigt Die Erwartungen an Cloud-Dienstleister sind auf der Basis dieser Entwicklungen und Möglichkeiten enorm gestiegen. Es werden nicht mehr nur die bald klassischen Infrastruktur-Services, sondern auch gut ausgebaute Entwicklungsplattformen, weitreichende Security- und Managed Services sowie fertige Lösungen vom Cloud- Provider gefordert. Noch sind heute nicht alle Bedenken seitens der Businessanwender beseitigt. So zählen gerade die Sicherheits- und Datenschutzaspekte oder auch die Standortfrage bei der Wahl eines Cloud-Providers eine entscheidende Rolle. Mit Standards, Zertifikaten und nachvollziehbaren Audits schafft der zur Auswahl stehende Cloud-Dienstleister Vertrauen und die Basis für eine erfolgreiche Partnerschaft mit dem Anwender. Und so kann die Cloud zum unverzichtbaren Gehilfen und vielleicht zentralen Treiber der Innovation werden. NEUE THEMEN AUS DER CLOUD DER AUTOR Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research AG Welche der «neuen» Themen könnten Sie sich vorstellen, aus einer Cloud / als Plattform (as-a­ Service) zu beziehen, resp. welche beziehen Sie bereits? Mehrfachantworten möglich (n = 77) Könnte ich mir vorstellen, aus der Cloud zu beziehen Bereits in Betrieb als Cloud-Lösung (auch Pilot) Konkret geplant als Cloud-Lösung Mobility, Apps, Lösungen Blockchain Business Analytics IoT Chatbots / Digital Assistants Künstliche Intelligenz Robotic Process Automation (RPA) 1,3 % 0,0 % 9,1 % 6,5 % 9,1 % 2,6 % 3,9 % 6,5 % 2,6 % 2,6 % 2,6 % 1,3 % 0,0 % 16,9 % 15,6 % 20,8 % 29,9 % 29,9 % 32,5 % 40,3 % 54,5 % Quelle: MSM Research AG www.netzwoche.ch © netzmedien ag 12 / 2019

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