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Netzwoche 12/2019

08 Business Aktuell

08 Business Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Schweizer E-Voting wird zum Totalschaden jor. Der Staatsrat Genf stellt seine E-Voting-Lösung «CHvote» per sofort ein. Auslandschweizer aus den Kantonen Genf, Aargau, Bern und Luzern müssen für die eidgenössischen Wahlen am 20. Oktober 2019 auf den elektronischen Stimmkanal verzichten, wie die Kantonsregierungen mitteilen. Der Kanton Genf hatte bereits Ende November 2018 angekündigt, das System nicht mehr weiterzuentwickeln und es nur noch bis Februar 2020 fortzuführen. Six und Hiag geben Cloud-Kooperation auf osc. Hiag Immobilien Holding und Six haben die Gespräche über den «Secure Swiss Cloud Service» abgebrochen. Die von der Tochtergesellschaft Hiag Data evaluierte Partnerschaft für die Entwicklung und den Vertrieb einer Cloud für den Schweizer Finanzmarkt werde nicht fortgeführt, heisst es in einer Mitteilung. Für Hiag hat das Ende der Gespräche finanzielle und strategische Konsequenzen. Aufgrund der veränderten Situation von Hiag Data revidiere das Unternehmen die Ergebniserwartungen für das Geschäftsjahr 2019. Facebook will Banken das Fürchten lehren mur. Facebook hat für das kommende Jahr den Start von «Calibra» angekündigt. Das Unternehmen soll Menschen auf der ganzen Welt Zugang zu einem Blockchain-Finanznetzwerk geben. Das erste Produkt von Calibra werde ein digitales Wallet für die Kryptowährung Libra, heisst es in einer Mitteilung. Das Wallet soll sich im Facebook Messenger, in Whatsapp und als eigenständige App nutzen lassen. Calibra soll es möglich machen, Libra so einfach wie Textnachrichten zu versenden. «Zu tiefen oder gar keinen Kosten», schreibt Facebook. Digitalisierung ist «Everybody’s Darling» Bundespräsident Ueli Maurer am Jubiläumsanlass «10 Jahre Parldigi». lba. «Es gibt 156 parlamentarische Gruppen in der Schweiz. Die wichtigste ist Parldigi», sagte Co-Präsidentin Edith Graf-Litscher in ihrer Begrüssungsrede. Zusammen mit ihrem Präsidiumskollegen Franz Grüter hiess sie die Gäste aus Politik und Wirtschaft am 19. Juni zum Jubiläumsanlass «10 Jahre Parldigi» willkommen. Informatikprojekte als politischer Schleudersitz Zu Gast an der Veranstaltung war Bundespräsident Ueli Maurer. Zu Beginn seiner Ansprache hob er die Relevanz der Digitalisierung in seinem politischen Schaffen hervor. Er verstehe digitale Themen als seinen «politischen Schleudersitz». Die Öffentlichkeit verfolge Informatikprojekte des Bundes sehr aufmerksam und rücke ihn stets ins Rampenlicht. Maurer sprach von Licht und Schatten in der Digitalpolitik des Bundes. Wirtschaftlich gesehen habe die Schweiz einen sehr guten Brand, bei modernen Technologien sei das Land sehr gut aufgestellt. Viele weltweit führende Start-ups bemühten sich um einen Firmensitz in der Schweiz, was auch auf die gute Gesetzgebung zurückzuführen sei. Ein Problem sieht Maurer jedoch im Übergang aus der Start-up-Phase heraus. Beim Thema Finanzierung seien die Banken oft zurückhaltend. Maurer wünscht sich ein verändertes Risikobewusstsein, damit mehr Investitionen geschehen und die innovativen Unternehmen so auch in der Schweiz bleiben. Der grösste Kritikpunkt von Maurer besteht im Fehlen eines gemeinsamen Verständnisses, was Digitalisierung überhaupt ist. Er bezeichnet sie als «Everybody’s Darling». Alle seien enthusiastisch und motiviert, etwas zu tun. Ohne gemeinsame Standards komme jedoch wenig Konkretes zustande. Was es brauche, sei eine gemeinsame Unternehmensarchitektur – auch wenn Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch das in einem föderalistischen System schon beinahe nach einem Schimpfwort klinge. Cern will aus Microsoft-Universum austreten Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch mur. Das Cern sucht seit rund einem Jahr Alternativen zu Microsoft-Technologien, weil die Firma ihre Lizenzpolitik verschärft hat. «Wir wollen mit Open-Source-Software die Kontrolle zurückerlangen», schreibt die in Meyrin ansässige europäische Organisation für Kernforschung in einem Blogeintrag. Es sei das Ziel, Abhängigkeit von einzelnen Anbietern zu vermeiden. Seit Satya Nadella bei Microsoft das Steuer übernommen hat, öffnet der Konzern eigentlich eine Technologie nach der anderen. Und das Cern nutzt seit über 20 Jahren Produkte von Microsoft. Nun habe Microsoft aber den akademischen Status des Cern widerrufen und anerkenne es nicht mehr als Bildungs- und Forschungseinrichtung. Die Lizenzkosten seien darum um das Zehnfache gestiegen. Die Migration beginne mit dem Betrieb eines eigenen E- Mail-Dienstes. Eine softwarebasierte Telefonanlage soll zudem Skype for Business ersetzen. Keine akademische Institution mehr Microsoft Schweiz teilt auf Anfrage mit, dass das Cern ein sehr wichtiger Kunde sei, und dass man auf Management- Ebene weiterhin gute Gespräche führe. Die Forschungseinrichtung erfülle die Kriterien für eine akademische Institution aber nicht mehr. Das habe man dem Cern schon früh mitgeteilt. Die Kriterien habe nicht Microsoft Schweiz definiert, sondern das Team am Hauptsitz in den USA. Sie seien für alle Bildungs- und Forschungseinrichtungen gleich und würden global gelten. Das Cern habe bis jetzt sehr tiefe Lizenzgebühren bezahlt, und von einer «Kostenexplosion» könne nicht die Rede sein. Microsoft geht zudem davon aus, dass es für das Cern nicht einfach werde, die Software von Microsoft durch Open-Source-Alternativen zu ersetzen. 12 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Event 09 «VeeamON Tour»: mehr Automatisierung, weniger Komplexität Veeam hat in Rüschlikon haltgemacht und am GDI seine Lösungen präsentiert. Die zahlreichen Besucher erhielten einen Blick auf wichtige IT-Trends, eine Vorschau auf neue Lösungen und viel Gelegenheit für Gespräche und Networking. Autor: Marcel Urech Veeam tourt durch Europa. Am 18. Juni machte der Anbieter von Back-up-Lösungen im Gottlieb Duttweiler Institut in Rüschlikon halt. Er präsentierte nicht nur die neuen Funktionen der Veeam Availability Suite in der Version 9.5 Update 4. Es gab auch ein Podium, das Marc Landis, Chefredaktor von «Netzwoche», «IT-Markt» und «CEtoday», leitete. Er diskutierte mit den Country Managern von Netapp, Nutanix, Pure Storage und Veeam sowie mit dem Country Sales and Presales Manager Hybrid IT von Hewlett Packard Enterprise über Trends in der IT. Von 0 auf 350 000 Kunden Douglas Chechele hielt das erste Referat. Veeams Country Lead Switzerland thematisierte die Schnelllebigkeit der IT und die Mega-Trends Cloud, Mobile, künstliche Intelligenz, Machine Learning, Edge und das Internet der Dinge. «Wir werden in den nächsten fünf Jahren so viele Daten generieren wie in den letzten 50 Jahren», sagte Chechele. Veeam wolle seine Plattform auch darum offen halten. Über 500 Entwickler würden weltweit an den Lösungen mitarbeiten. Veeam gibt es erst seit 2006. Mit einem Umsatz von 1 Milliarde US-Dollar gehört Veeam zu den weltweit grössten Softwareunternehmen in Privatbesitz. 2008 setzten rund 1000 Kunden auf Veeam, 2012 waren es bereits 60 000, und 2019? «Wir haben nun über 350 000 Kunden und gewinnen jeden Monat 4000 neue», sagte Chechele. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Turan Kara, Country Manager Schweiz von Pure Storage; Serge Bourgnon, Country Sales and Presales Manager Hybrid IT von Hewlett Packard Enterprise; Douglas Chechele, Country Manager Schweiz von Veeam; Marc Landis, Chefredaktor von «Netzwoche», «IT-Markt» und «CEtoday»; Florian Köppli, Country Manager Schweiz von Nutanix; Remo Rossi, Country Manager Schweiz von Netapp (v. l.). «Ich mag euch alle» «Daten sind heute kein Kostenfaktor mehr, sie bieten nun einen Mehrwert, wenn man sie richtig sammelt und auswertet», sagte Turan Kara, Country Manager Schweiz von Pure Storage in der Podiumsdiskussion. Remo Rossi von Netapp Schweiz betonte, dass Firmen Lock-ins vermeiden sollten. «Es wird künftig normal sein, dass Kunden zwischen den verschiedenen Hyperscalern hin- und herwechseln.» «Unsere Philosophie war von Anfang an, das Rechenzentrum zu vereinfachen», sagte Florian Köppli, Country Manager von Nutanix in der Schweiz. Er geht davon aus, dass die Themen IoT und Edge in Zukunft massiv an Bedeutung gewinnen werden. Während die Konkurrenten am Tisch versuchten, sich gegeneinander auszuspielen, schlug Douglas Chechele von Veeam versöhnliche Töne an: «Ich mag euch alle. Wir bleiben neutral, alle unsere Partner sind wichtig.» Mehr Automatisierung, weniger Komplexität Martin Steiner, Enterprise Technical Advisor von Veeam, zeigte auf, was der Veeam Availability Orchestrator 2.0 alles kann. Vor allem: automatisieren und die Komplexität reduzieren. «Rund 60 bis 70 Prozent aller grösseren IT- Projekte scheitern», sagte Steiner. Ein Grund dafür seien oft mühsame und starre manuelle Prozesse. «Die Komplexität ist meist viel zu hoch.» Der Orchestrator 2.0 helfe dabei, Prozesse intelligent zu automatisieren, manuelle Tasks zu reduzieren und eine Dokumentation zu erstellen. Viele Kunden würden die Software auch für das Patch-Testing nutzen, sagte Steiner. Vor der Pause stellte Stephan Herzig, Systems Engineer von Veeam, weitere Produkte vor: Veeam Backup for Office 365 und die Veeam Datalabs. Pierre Merle, Partner Solution Architect Switzerland, zeigte zudem auf, wie sich die Lösungen von Veeam in AWS integrieren lassen. Bevor der Networking-Apéro startete, zeigte Anton Gostev, Senior Vice President von Veeam, neue Funktionen in der Veeam Availability Suite in der Version 9.5 Update 4 und der kommenden Version 10. Unter anderem eine bessere Integration von Object Storage sowie von CIFS-, NFS- und Windows-File-Shares. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 12 / 2019

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