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Netzwoche 13/2017

28 People Live Dass die

28 People Live Dass die elektronische Identität nicht vom Staat herausgegeben wird, diskutieren Politik, Verbände und andere Organisationen kontrovers. Was entgegnen Sie den Kritikern? Im Rahmen der Vernehmlassung zum neuen E-ID-Gesetz konnte man zu dieser Frage Stellung nehmen. Wir führen viele Gespräche mit allen Beteiligten. Wir sind natürlich ganz klar der Meinung, dass das Handling der elektronischen Identität durch ein vom Staat zertifiziertes privates Unternehmen erfolgen soll. Wir erachten eine Aufgabenteilung zwischen Staat und Markt als richtig. Potenzielle Inhaber einer E-ID müssen einen konkreten Nutzen in der Anwendung der E-ID sowohl im kommerziellen Bereich als auch im Behördenkontext sehen. Eine Verbreitung der E-ID wird nur erreicht durch eine Kombination einer staatlich herausgegebenen elektronischen Identifizierungseinheit mit kommerziellen Identifizierungsmitteln, wie etwa dem Swisspass. Mit diesem Ansatz entstehen zudem innovative und anwenderfreundliche Lösungen, die den Grundstein für die Verbreitung der E-ID in Bevölkerung, Wirtschaft und Verwaltung legen. Schliesslich kann der Markt rascher und flexibler auf technologische Entwicklungen und sich ändernde Kundenbedürfnisse reagieren als der Staat. Welche Aufgaben haben Sie als Erstes angepackt, als Sie angefangen haben? Zuerst haben wir die Geschäftsleitung neu organisiert und sie mehr auf die Kundenbedürfnisse ausgerichtet. Wir sind heute mehr nach aussen orientiert und weniger nach innen auf unsere Produkte fokussiert. Das gilt aber nicht nur für die Geschäftsleitung, sondern für alle Mitarbeitenden. Wir wollen alle auf diese Reise mitnehmen. Das Ganze ist natürlich ein Change-Prozess. Wie muss ich mir «mehr Kundenorientierung» in der Geschäftsleitung vorstellen? Die Geschäftsleitung besteht nun aus zwei Stabsstellen: einem CFO und einem CISO. An der Front haben wir eine Commercial-Einheit gebildet mit Sales und Marketing unter der Leitung von Markus Venetz, dann den Consulting- Bereich mit Pre- und Post-Sales unter Urs Fischer, als CIO amtet ab Oktober Marcel Affolter. Noch vakant ist die Stelle des Chief Support Officers. Welche Ziele haben Sie sich als CEO gesteckt? Was müssen, beziehungsweise wollen Sie für/mit Swisssign erreichen? Meine persönlichen Ziele sind, dass ich ein solides Team aufbauen und in zwei bis drei Jahren einer der beliebtesten Arbeitgeber im KMU-Bereich sein möchte. Ich möchte eine Kultur schaffen, die auf Transparenz und Vertrauen basiert. Natürlich will ich auch finanziell Erfolg haben. Auch das Zertifikatsgeschäft will ich weiterentwickeln und internationalisieren. Mit den Swisssign-Zertifikaten wollen wir auch neue Sektoren erschliessen, etwa im IoToder im Hosting-Umfeld. « Wir sind klar der Meinung, dass das Handling der elektronischen Identität durch ein vom Staat zerti fiziertes privates Unternehmen erfolgen soll. » Markus Naef, CEO, Swisssign Welche Entwicklungsmöglichkeiten sehen Sie für Swiss-ID auf technologischer Seite? Wie sieht es mit Blockchain aus? Blockchain hat den Vorteil des dezentralen vs. unseres zentralen Ansatzes. Da sehe ich für die Zukunft vor allem aus der Sicherheitsperspektive Vorteile von Blockchain. Blockchain wird vielerorts aber erst im Test- oder Experimentalbetrieb eingesetzt. Ausserdem gibt es wenige Plattformen, die schon live sind und funktionieren, etwa Ethereum. So richtig benutzerfreundlich sind diese aber noch nicht und damit auch nicht massentauglich. Für uns sind Sicherheit und Vertrauen das Wichtigste. Und wir werden auf unserer Plattform einsetzen, was für unsere Nutzer Sicherheit garantiert und Vertrauen ermöglicht. Egal welche Technologie das ist. Wie geht es mit der Swiss-ID nun weiter? Wen wollen Sie in Zukunft noch im Swiss-ID-Ökosystem haben? Ende 2018 werden wir wie gesagt über 4 Millionen Swiss- IDs auf unserer Plattform haben. Damit ist der Privatkundenmarkt vorläufig einmal abgedeckt. Ende des ersten Halbjahrs 2018 werden wir die ganze Palette unserer Roadmap umgesetzt haben und es geht darum, unsere Services auch bei den grossen Retailern zu implementieren. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir damit Erfolg haben werden. Wir spüren schon jetzt in Gesprächen mit möglichen B2B-Kunden eine grosse Nachfrage. Auch an weiteren Kunden im Government-Umfeld sind wir interessiert. Einer unserer Vorzeigekunden ist der Kanton Jura mit seinem Guichet virtuel, also dem virtuellen Behördenschalter. Der Jura verwendet ja schon seit 2012 die Suisse- ID für elektronische Behördengänge. 13 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Web Aktuell 29 Bewerbungsfrist für Best of Swiss Apps endet bald osc. Am 11. September endet die Bewerbungsfrist für die Best of Swiss Apps Awards 2017. In diesem Jahr werden Preise in acht Kategorien und einer Spezialkategorie vergeben. Die Preise gehen jährlich an die besten App-Projekte der Schweiz. Tipps der Veranstalter Für eine erfolgreiche Bewerbung gibt es laut einer Mitteilung der Veranstalter ein paar wenige Punkte zu beachten. Daher geben sie ein paar Tipps. Sie raten etwa dazu, eine kurze, aber aussagekräftige Beschreibung der App einzureichen. Dies könne etwa in Form von Dokumenten, Videos oder Websites erfolgen. Damit sollen die Besonderheiten und Stärken der App hervorgehoben werden. Obwohl Apps in beliebig vielen Kategorien eingereicht werden können, sollten sich die Einreichenden auf wenige und passende Kategorien konzentrieren. Damit liessen sich die Erfolgschancen erhöhen. i KATEGORIEN BEST OF SWISS APPS 2017 In diesem Jahr gibt es folgende Kategorien: ▪▪ Innovation ▪▪ Design ▪▪ User Experience ▪▪ Functionality ▪▪ Business ▪▪ Campaigns ▪▪ Enterprise ▪▪ Games Die Spezialkategorie in diesem Jahr: ▪▪ Augmented-/Virtual Reality BEST OF SWISS APPS 2017 Nähere Details zu den Kategorien und den Anforderungen zur Bewerbung finden sich unter: bestofswissapps.ch Die Award Night findet am 15. November 2017 in Zürich statt. Google finanziert Digitalprojekte von Schweizer Medien gsa. Vor zwei Jahren hat Google seine Digital News Initiative (DNI) startete. Dieses Jahr vergibt das Unternehmen 21 Millionen Euro an Projekte in 27 Ländern, wie Google mitteilt. Von 988 Einreichungen schafften es nach Angaben des IT-Anbieters 127 ins Förderprogramm. Dieses Jahr seien ausserordentlich viele Projekte zum Thema Faktenüberprüfung dabei. Die Zahl der Bewerbungen sei um fast 30 Prozent gestiegen. Wachsendes Interesse gebe es auch bei den Themen künstliche Intelligenz (+ 23 Prozent), investigative Berichterstattung (+ 20 Prozent) und Ansätze für virtuelle und erweiterte Realität (+ 20 Prozent). AZ-Medien entwickeln Publikationssoftware für Gemeinden Auch in der Schweiz erhalten mehrere Medien Geld von Google. Zu diesen zählt AZ Medien Digital. Das Medienhaus aus dem Aargau arbeitet an «Oyez», einer Gemeindesoftware, mit deren Hilfe einfach, schnell, suchmaschinentauglich, unveränderbar und nach rechtlichen Vorgaben amtliche Publikationen zentral editiert und anschliessend in allen benötigten Kanälen veröffentlichen werden können, wie AZ-Medien berichten. Comment View von Tamedia Das Zürcher Medienhaus Tamedia erhält 150 000 Franken von Google als Teilfinanzierung des Projekts Comment View, wie Tamedia mitteilt. Das Ziel von Comment View: Mittels algorithmischer Textanalyse werden Nutzerkommentare bewertet und dem Inhalt entsprechend gekennzeichnet. Nutzer könnten auf diese Weise auf einen Blick besonders emotionale Diskussionen von besonders sachlichen unterscheiden. Bisher prüften die Redaktionen von Tamedia mehrere tausend Kommentare pro Tag mehrheitlich manuell. «Comment View wird uns helfen, Kommentare schneller einzuordnen und zu bewerten und den Nutzern damit eine lebhaftere, vernetztere und hochstehendere Debatte zu ermöglichen», sagt Barnaby Skinner, Datenjournalist in der Redaktion von «Tages-Anzeiger» und «Sonntagszeitung». Pili-Ana von Watson In eine ähnliche Richtung geht das Projekt Pili-Ana der AZ- Tochter Fixxpunkt, der Verlag von Watson. Pili-Ana ist eine quelloffene Webanwendung, die Diskussionen auf der News-Seite hervorhebt und Redaktionen erlaubt, Diskussionen und Kommentare zu verwalten, wie Google schreibt. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_49235 WWW.NETZWOCHE.CH Starmind bringt App für Android und iOS cgr. Das Zürcher Jungunternehmen Starmind hat eine App vorgestellt. Die Firma entwickelt ein sogenanntes «künstliches Gehirn». Dieses soll bestehendes Wissen in Unternehmen finden und gezielt vernetzen. Mit der nun vorgestellten App sollen Unternehmen die Fähigkeiten des «Unternehmensgehirns» auch mobil nutzen können, wie das Unternehmen schreibt. Schweizer Grossunternehmen wie Swisscom oder Sunrise nutzen die Lösung bereits. ▸ Webcode DPF8_52474 Google zahlt Apple Milliarden osc. 3 Milliarden US-Dollar soll Google 2017 an Apple zahlen, damit das Unternehmen weiterhin die Standard- Suchmaschine auf iOS-Geräten stellen kann. Diese Summe ist eine Schätzung der Analysten von Bernstein Research, wie Business Insider berichtet. Demzufolge sollen bis zu 5 Prozent des operativen Gewinns von Apple aus diesen Zahlungen stammen, so die Analysten weiter. Hintergrund sei ein Abkommen zwischen den beiden Firmen, wonach sich Google verpflichtete, rund ein Drittel seiner Einnahmen auf iPhones und iPads an Apple abzuliefern. ▸ Webcode DPF8_52252 Konkurrenz für Ricardo und Co. cgr. Facebook hat seine Verkaufsplattform Facebook Marketplace in der Schweiz lanciert. Mit dem Konzept ist Facebook bei Weitem nicht der erste Anbieter auf dem Markt. Ähnliche Konzepte verfolgen etwa auch Ebay mit seinen Kleinanzeigen, Ricardo oder Tutti. Nach eigenen Angaben ist das Inserieren auf dem Facebook Marketplace für Käufer und Verkäufer kostenlos. Facebook verdient Geld mit der eingeblendeten Werbung. ▸ Webcode DPF8_52233 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 13 / 2017