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Netzwoche 13/2017

44 Management & Career

44 Management & Career Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Glarus fördert IT-Bildung tsc. Die Regierung des Kantons Glarus hat beim Landrat einen Kredit für ein IT-Bildungsprojekt aufgenommen. Geplant ist dieser für die Jahre 2018 bis 2021 in der Höhe von 620 000 Franken, wie es in einer Mitteilung heisst. Mit der Weiterführung des Projekts «Informations- und Kommunikationstechnologien an den Volksschulen» will der Kanton Glarus die IT-Grundbildung an Volksschulen gezielt fördern. Die Investition soll die Einführung des Modul- Lehrplans Medien und Informatik ermöglichen. ▸ Webcode DPF8_49654 FHNW bildet Data Scientists aus gsa. Die Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW bietet neu den CAS-Kurs Data Science an. Die Fachhochschule adressiert IT-Fachleute aus den Bereichen Industrie, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung. Die Weiterbildung vermittle eine fundierte Einführung in Themen wie Data Mining, Text Mining, Natural Language Processing, Machine Learning, Visual Analytics und Large Scale Data Science, teilt die FHNW mit. Die FHNW setzt für die Teilnahme mindestens zwei Jahre Berufserfahrung voraus. ▸ Webcode DPF8_49111 Media-Markt-Saturn sucht Innovation rkn. Die Media-Markt-Saturn Retail Group hat ihren Accelerator ausgebaut. Das Programm soll neu als «Retailtech Hub» eine offene Plattform für Handelsunternehmen und Start-ups sein, wie das Unternehmen mitteilt. Schwerpunkt des Programms sei die gemeinsame Umsetzung von Pilotprojekten bei Media-Markt-Saturn. Ziel sei es, innovativen Unternehmen zu ermöglichen, mit etablierten Handelsunternehmen zusammenzuarbeiten. ▸ Webcode DPF8_51545 Schweizer gewinnt Bronze an der Informatik-Olympiade cgr. Vom 28. Juli bis zum 4. August hat die 29. Internationale Informatik-Olympiade stattgefunden. Veranstaltungsort war in diesem Jahr Teheran, die Hauptstadt des Iran. Wie der Verband Schweizer Wissenschafts-Olympiaden mitteilt, beteiligten sich 304 Teilnehmer aus 84 Nationen am Wettbewerb. Darunter waren auch vier Schweizer Olympioniken. Eine Bronzemedaille erhielt der Schüler Nicolas Camenisch. Er besucht die Kantonsschule Wettingen im Aargau. Laut der Mitteilung landete Camenisch auf dem 147. Rang. Bis Rang 157 wurde Bronze verteilt. Bereits bei der kleineren Zentraleuropäischen Informatik-Olympiade gewann Camenisch eine Medaille. An den zwei Wettbewerbstagen mussten die Teilnehmer sechs Algorithmen programmieren. Dazu hatten sie täglich fünf Stunden Zeit. Sie mussten etwa einen Algorithmus entwickeln, der einen Bibliothekar in der Nationalbibliothek in Teheran beim Ordnen von Büchern unterstützt. Die anderen Schweizer Teilnehmer verfehlten die Medaillenränge. An der Olympiade beteiligten sich noch folgende Schweizer Schüler: ·· Ian Boschung, Collège St. Michel Freiburg, Rang 159 ·· Fabian Haller, Neue Kantonsschule Aarau, Rang 212 ·· Jan Schär, Kantonsschule Olten, Solothurn, Rang 204 Nicolas Camenisch holte Bronze für die Schweiz. Asiaten schnitten an der Olympiade am besten ab. Die höchste Punktzahl erreichte der Japaner Yuta Takaya. Darauf folgt der Chinese Xu Mingkuan und der US-Amerikaner Luo Zhezhang. Auch die Plätze vier und fünf gingen an Japan. Bester Europäer war der Brite Joseph Brenton auf Rang 6. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_51148 Verein Moonshine will Hightech-Start-ups nach Bern holen cgr. Das ehemalige Gebäude der Alkoholverwaltung in Bern soll ein Hub für Hightech-Start-ups werden, wie Startupticker berichtet. Der Verein hinter der Initiative trägt auch aufgrund des Gebäudes den Namen Moonshine. Mit Moonshine wird im englischen Sprachgebrauch das illegale Brennen von Alkohol bezeichnet. Es sollen allerdings keine illegalen Alkoholbrenner, sondern vor allem junge Technologiefirmen angezogen werden. Damit soll Bern zu einem weiteren Technologie- Hub neben den Regionen Genfer See, Zürich und Basel werden, hat sich der Verein zum Ziel gesetzt. Erfahrene Unternehmer an Bord «Der Ort ist mit der Nähe zur Universität, zum Inselspital, zum Bahnhof und zu zahlreichen angesagten Bars und Cafés ideal. Zudem hat uns der Eigentümer eine befristete Exklusivität gewährt», lässt sich Manuel Fankhauser von Startupticker zitieren. Er ist Mitgründer des Vereins Moonshine. Ausser Fankhauser sind noch weitere erfahrene Unternehmer mit an Bord. Diese sind etwa Lars Diener-Kimmich, Geschäftsführer von Be-Advanced, Carlos Ciller, Mitgründer RetinAI, oder Adrian Stolz, Director Unternehmerdesk Bern bei der Credit Suisse. Das genaue Konzept steht laut den Veranstaltern noch nicht. Zunächst wolle man sich auf sogenannte Deep- Tech-Start-ups konzentrieren. Dies sind Jungunternehmen, die sich mit künstlicher Intelligenz, Robotik, VR/AR und IoT beschäftigen. Zudem soll es einen Coworking- Bereich und ein Labor mit 3-D-Druckern geben. Bis Ende September soll das Konzept mit den Stakeholdern zusammen erarbeitet werden. 13 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Management & Career Studie 45 ICT-Fachkräfte sind immer schwieriger zu finden Seit etwas mehr als einem Jahr ist die Gesamtnachfrage nach ICT-Fachkräften im Hays-Fachkräfte-Index relativ stabil. In den einzelnen Segmenten tut sich aber viel. In der ersten Jahreshälfte waren vor allem Anwendungsentwickler und Netzwerkadministratoren gefragt. Autor: Christoph Grau Das Rekrutierungs- und Beratungsunternehmen Hays hat seinen ICT-Fachkräfte-Index für das zweite Quartal dieses Jahres vorgelegt. Auf den ersten Blick gab es nicht viele Bewegungen. Die Gesamtnachfrage nach ICT-Fachkräften stieg im ersten Halbjahr um 10 Punkte auf einen Wert von 138. Auf den zweiten Blick zeigten die einzelnen Segmente starke Schwankungen. Zwei Segmente profitieren Die grösste Nachfrage gab es nach Anwendungsentwicklern. Seit zwei Jahren setzt sich der Aufwärtstrend fast ununterbrochen fort. Nur in der zweiten Jahreshälfte 2016 gab es einen leichten Einbruch. Der Indexwert stieg im zweiten Quartal auf 174 Punkte. Das ist der höchste Indexwert. Laut Dominik Rainer, Senior Abteilungsleiter IT & Banking bei Hays Schweiz, steigt die Nachfrage, da Unternehmen die Digitalisierung und Automatisierung vorantreiben. Dadurch bräuchten sie mehr Anwendungsentwickler und könnten diese Nachfrage nicht mehr aus den eigenen Reihen decken. Den mit Abstand grössten Nachfrageanstieg gab es bei den Netzwerkadministratoren. Im Vergleich zum ersten Quartal dieses Jahres kletterte der Indexwert um 42 Punkte auf einen Wert von 164. «Bei den Netzwerkspezialisten hingegen ist es aus unserer Sicht weiterhin das Thema Globalisierung, das im Moment den Kandidatenmarkt bestimmt », begründet Rainer die Entwicklung. Einen leichten Anstieg verzeichnete die Nachfrage nach Webentwicklern. Der Wert stieg von 125 auf 132 Indexpunkte. Weniger gefragt waren im zweiten Quartal hingegen IT-Berater. Der Index sank um 28 Punkte auf einen Wert von 132. Etwas weniger deutlich war der Rückgang im Bereich IT-Support. Im zweiten Quartal lag der Index mit 121 Punkten rund 18 Punkte tiefer als im Vorquartal. Weniger Zuwanderung Rainer zeigt sich optimistisch, dass der aktuelle Aufwärtstrend anhalten werde. Unternehmen hätten es zudem immer schwerer, Fachkräfte zu finden. «Die klassischen Massnahmen der Rekrutierung greifen immer weniger», sagt Rainer. Auch die bisher oft erfolgreiche Mundpropaganda zeige immer weniger Erfolge. Daher würden Unternehmen zunehmend in Anzeigen und Dienstleister investieren. Dies gelte auch für Firmen, die bisher aus ihrem eigenen Netzwerk hätten schöpfen können. Verstärkt würde der Mangel noch durch weniger Zuwanderung von IT-Spezialisten. Gründe seien die Frankenstärke, stagnierende Löhne sowie auch der Wirtschaftsaufschwung in den Haupteinwanderungsländern Deutschland, Österreich und Polen. «Langfristig wird diese Entwicklung den ohnehin angespannten Markt noch stärker zugunsten der Kandidaten beeinflussen», zeigt sich Rainer überzeugt. Er rät Unternehmen daher dazu, stärker in die Weiterbildung der bestehenden Fachkräfte zu investieren. «Heute ist dazu ein gutes Mitarbeitermarketing unerlässlich », betont Rainer. Unternehmen müssten sich als attraktive Marke positionieren. Dies gehe über Angebote wie Weiterbildungsmöglichkeiten oder Sicherheit im Unternehmen. Das Salär falle dabei immer weniger ins Gewicht. Auch die direkte Ansprache von Fachkräften über Social-Media-Kanäle werde wichtiger. HAYS FACHKRÄFTE-INDEX – 2. QUARTAL 2017 Die Nachfrage nach ICT-Fachkräften steigt leicht an Referenzwert: Quartal 1/2011 = 100 Veränderung: relativ zum Referenzwert in Quartal 1/2011 Quelle: Hays 250 225 200 175 150 125 100 75 50 Q1 « Die klassischen Massnahmen der Rekrutierung greifen immer weniger. » Dominik Rainer, Senior Abteilungsleiter IT & Banking, Hays Schweiz Anwendungsentwickler IT-Support IT-Berater Netzwerkadministrator Projektleiter SAP-Berater Webentwickler Gesamtnachfrage Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 2013 2014 2015 2016 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 13 / 2017