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Netzwoche 14/2018

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26 Web Event «

26 Web Event « Cloud-Gaming ist die Zukunft » Ende August hat zum zehnten Mal die Gamescom stattgefunden. An der Videospielmesse zeigen nicht nur Spielentwickler und Hardwarehersteller ihre Neuheiten, auch aktuelle Trends werden diskutiert. Das Streamen von Videospielen, auch Cloud-Gaming genannt, stellt für Nvidia die Zukunft dar. Was ist an der Technologie dran? Autor: Aldo Zanelli Dies biete sich für Leute an, die gerne ein PC-Game spielen möchten, aber nicht über die notwendige Hardware verfügen, um es flüssig zum Laufen zu bringen, sagt Sridhar Ramaswamy, Director Technical Product Marketing bei Nvidia. Geforce Now befindet sich momentan in einer Beta- Phase, die bis Ende des Jahres dauern soll. Gestreamt würden die Games in Europa aus Rechenzentren in Frankfurt, Amsterdam und London. Die Games liefen auf Nvidias Tesla-GPUs. Wie Ramaswamy betont, sei auch Streamen in 4k technisch möglich. Nvidia verzichte aber darauf, weil nur wenige Leute Zugriff auf Internetgeschwindigkeiten hätten, die dafür schnell genug seien. An der Gamescom 2018 zeigten 1037 Aussteller ihre Produkte und Services. Mit Geforce Now können Games in Full-HD mit 60 Bildern pro Sekunde gestreamt werden. Vom 21. bis 25 August ist die zehnte Gamescom in Köln über die Bühne gegangen. Wie jedes Jahr gaben sich bei der grössten Videospielmesse der Welt Spielentwickler, Publisher und Hardwarehersteller aus aller Welt die Klinke in die Hand. Die budgetstarken protzten an ihren Ständen mit massstabsgetreuen Flugzeugen und Panzern sowie Statuen von Monstern und weiteren Spielfiguren und wollten so in den riesigen Hallen die Aufmerksamkeit der Fachbesucher und Spieler auf sich ziehen. Insgesamt 370 000 Besucher kamen zur Messe, 1037 Aussteller zeigten ihre Produkte und Services. Einer davon war Nvidia. Im Rahmen der Gamescom stellte der amerikanische Hersteller seine neuen Consumer-Grafikkarten der 20er-Serie vor. An der Messe demonstrierte er aber auch seinen Streamingservice Geforce Now, der Grafikkarten komplett ersetzen kann. «Cloud-Gaming» wird der Prozess des Streamens von Videospielen auch genannt. Games laufen in Rechenzentren Geforce Now funktioniert so: Nutzer kaufen ein PC-Spiel, zum Beispiel über Steam, verlinken ihren Steam-Account mit ihrem Nvidia-Account und können dann dieses Game über Nvidia-Server auf PCs oder Macs streamen. Sony-Abo à la Netflix Einen anderen Ansatz verfolgt Sony. Mit Playstation Now bietet auch der japanische Konsolenhersteller einen Streaming-Service für Games an, dieser funktioniert jedoch mit einem Abo-Modell à la Netflix. Nutzer kaufen die Games also nicht, bevor sie mit Streamen beginnen. Die Cloud-Gaming-Technik zieht noch weitere Kreise. Publisher EA kündigte an der diesjährigen E3 im Juni an, mit einem Streamingservice starten zu wollen, und auch Xbox-Chef Phil Spencer gab auf der E3-Bühne bekannt, dass Microsoft an einem solchen Angebot arbeite. Diesen Softwareservice erwähnte er ironischerweise im gleichen Atemzug wie die Ankündigung, dass der Hersteller mit einer neuen Xbox-Konsole zeitgleich an Gaming-Hardware tüftle. Das Ende der Hardware? Cloud-Gaming werde kontinuierlich an Popularität gewinnen, ist sich Ramaswamy von Nvidia sicher. Aber schaffen Hersteller mit den Streaming-Angeboten nicht ihre eigene Hardware ab? Christian Beer, PR-Manager EMEAI für Shield und Geforce bei Nvidia, winkt ab. Zumindest für Nvidia sieht er kein solches Problem. Mit Geforce Now könnten Games in Full-HD und 60 Bildern pro Sekunde gestreamt werden, Hardcore-Gamer, die aber mehr wollen – 4k, Raytracing, höhere Bildraten – würden weiterhin auf dedizierte GPUs setzen. Ramaswamy pflichtet Beer bei. Wer die bestmögliche Erfahrung wolle, komme um lokale Hardware nicht herum. Für sporadische Gamer, die sich keinen Gaming-PC anschaffen wollten, sei Cloud-Gaming die Zukunft. 14 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Web Best of Swiss Apps 27 « Conversational Apps können den Benutzerkomfort stark erhöhen » Die Sonderkategorie des diesjährigen Best of Swiss Apps Awards heisst «Conversational Apps». Michael Wechner, Senior Software Engineer bei Netcetera, verrät im Interview, was Conversational Apps sind, welche Potenziale in ihnen stecken und welcher Mehrwert sich im Vergleich zu klassischen Interfaces generieren lässt. Interview: Barbara Camenzind Was sind Conversational Apps? Michael Wechner: Bei Conversational Apps, kurz CAs, handelt es sich um Schnittstellen, die sich per Sprache bedienen lassen. Ein Beispiel dazu ist eine Fahrplanabfrage: «Wann muss ich auf den Zug, sodass ich um 16.30 Uhr am Flughafen bin?» CAs lassen uns mit einem Computer oder einem Smartphone sprechen wie mit richtigen Menschen. Das Anklicken von Symbolen und die Eingabe bestimmter Befehle werden überflüssig. Warum wurde gerade Conversational Apps als Sonderkategorie für die diesjährige Best-of-Swiss-Apps-Ausgabe gewählt? Es zeigt sich, dass Conversational Apps in verschiedenen Alltagsbereichen eine spür- und hörbare Bereicherung sind und den Benutzerkomfort stark erhöhen können. Auch haben die meisten der grossen Technologieunternehmen mittlerweile das Potenzial von Spracherkennung, Chatbots und künstlicher Intelligenz erkannt. Die Entwicklung von Conversational Apps ist eine faszinierende und anspruchsvolle Aufgabe. Conversational Apps funktionieren momentan noch nicht perfekt und es wird noch einige Zeit an Weiterentwicklung benötigen. In welchen Bereichen haben Conversational Apps einen Mehrwert – und wo nicht? Ein Mehrwert von Conversational Apps ergibt sich dann, wenn man die Hände nicht frei hat zum Bedienen des Michael Wechner, Senior Software Engineer bei Netcetera « Die klassischen Eingabemethoden wie Touch und Text werden wohl nie vollständig durch Sprachinterfaces ersetzt werden können. » Michael Wechner, Senior Software Engineer bei Netcetera Smartphones, beispielsweise beim Autofahren oder beim Kochen. Auch sind Conversational Apps vorteilhaft, wenn man mit wenigen Worten oder Sätzen etwas erreichen möchte, ohne lange zu suchen – zum Beispiel einen Friseurtermin. Auf der anderen Seite geht bei der Benutzung von Conversational Apps ein Teil der Privatsphäre verloren. Zudem verbessert die Sprachsteuerung nicht in jedem Fall die User Experience. Beispielsweise ist es nicht in jeder Situation sinnvoll, Antworten in Form von gesprochenem Text zu erhalten. Unter Umständen erscheint eine Textanzeige auf dem Display als vorteilhafter. Dementsprechend werden die klassischen Eingabemethoden wie Touch und Text wohl nie vollständig durch Sprachinterfaces ersetzt werden können. Wie viel kostet die Entwicklung von Conversational Apps? Conversational Apps bestehen in der Regel aus grob vier verschiedenen Layers. Während es für drei davon bereits Libraries oder Plattformen gibt, muss der vierte Layer, die «Business Logic», jeweils entwickelt werden. Zusätzlich muss die User Experience, die eigentliche Konversation, entwickelt werden, sei es mit oder ohne davor gestellter Sprachschnittstelle. Die Preise können deswegen variieren – von sehr günstig bis sehr teuer. Wo werden Conversational Apps hauptsächlich eingesetzt? Conversational Apps besitzen eine Menge verschiedener Funktionen. Momentan werden sie hauptsächlich in folgenden Bereichen eingesetzt: zum Musik Streamen, Smarthomes Steuern, zur Navigation im Internet, Steuerung von Navigationssystemen, Initiierung von Telefongesprächen und Abfragen von Fahrplan- oder Wetterinformationen. Wo steht die Schweiz in der Entwicklung von Conversational Apps im Vergleich zum Ausland? Die Schweiz mit ihrem kulturellen Hintergrund von Privatsphäre ist mit den vier Landessprachen und den vielen Dialekten im Moment noch eher zurückhaltend. Es ist jedoch, wie bei anderen Fällen von neuartigen Entwicklungen, zu beobachten, dass sich diese Haltung relativ schnell ändern könnte. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 14 / 2018