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Netzwoche 14/2018

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36 Focus Managed

36 Focus Managed Services Neue Chancen dank den Hyperscalern Die grossen Cloud-Anbieter kommen ab 2019 mit ihren Services in die Schweiz. Was bedeutet das für die lokalen IT-Infrastrukturanbieter, Integratoren und Unternehmen? Eine Vielzahl neuer Möglichkeiten, wenn sich die Anbieter das passende Wissen über Lösungsdesign und Vernetzung aneignen. DER AUTOR Hanspeter Gehrig Product Management B2B, Green Den hiesigen IaaS-Anbietern bietet sich mit einfach handhabbaren Lösungen eine Möglichkeit, ihre lokalen Services von den Megacloud- Angeboten der neuen Konkurrenz zu differenzieren. Für die Benutzer bedeutet der Markteintritt von Megacloud- Anbietern/Hyperscalern wie Amazon (AWS), Microsoft (Azure) oder Google (Google Cloud) erst einmal eine breitere Auswahl an Services auf höchstem Niveau. Die Qual der Wahl hat aber auch ihre Schattenseiten: Wenn zu viele Services und Provider in eine hybride Architektur eingebunden werden müssen, verkompliziert dies das Management. In der Beratung und im Lösungsdesign eröffnen sich deshalb für Systemintegratoren neue Geschäftsmodelle. Den hiesigen Infrastructure-as-a-Service(IaaS)-Anbietern ihrerseits bietet sich mit einfach handhabbaren Lösungen eine Möglichkeit, ihre lokalen Services von den Megacloud-Angeboten der neuen Konkurrenz zu differenzieren. Mega oder nicht mega: Welche Cloud passt? Angesichts der Vielfalt der Nutzerbedürfnisse gibt es auf die Frage nach dem idealen Lösungsdesign keine allgemeingültige Antwort. Bei der Umsetzung einer Cloud-Strategie sollte man sich zunächst bewusst werden, welche Applikationen und Dienste bereits aus der Cloud bezogen werden. Danach gilt es, die eigene IT – das heisst Systeme, Daten und Netzwerkzugänge – nach dem jeweiligen Sicherheitsbedürfnis zu segmentieren. Ist diese grundlegende Arbeit getan, kann mit der eigentlichen Suche nach geeigneten Cloud- Angeboten begonnen werden. Dabei kann unter Umständen auch der Betrieb lokaler Server weiterhin Sinn ergeben. Die Plattformen der Hyperscaler sind vor allem dann geeignet, wenn die Zuweisung von Rechenleistung automatisch geschehen soll. Zwar ermöglichen auch viele lokale Provider Ressourcenskalierung, diese muss aber meist manuell vorgenommen werden. Tatsächlich werden es vor allem Unternehmen mit einer gut ausgestatteten IT-Abteilung sein, die sich der IaaS-Angebote der Hyperscaler bedienen. Für die meisten KMUs ist das Aufsetzen einer virtuellen Infrastruktur in den Megaclouds mit der Vielzahl an Einstellungen und Optionen für Server, Disks, LAN und Connectivity hingegen zu komplex. Hier leisten externe Dienstleister wie Systemintegratoren wertvolle Hilfe beim Aufsetzen, dem Betrieb und dem Support. Vernetzung von Hyperscalern benötigt spezielles Know-how Die Gestaltung der Vernetzung der einzelnen Architekturkomponenten hängt von der benötigten Bandbreite und Latenz ab. Noch hat hierzulande nur eine kleine Anzahl Anbieter spezialisierte Erfahrung in der Einbindung von Hyperscalern. Da sich deren Rechenzentren im Ausland befinden, haben auch nur wenige Anbieter – vornehmlich Datacenter-Betreiber – schon heute Verbindungen zu den Megaclouds im Angebot. Eine spezielle Art der Anbindung an die Megacloud mit besonders geringer Latenz stellt die Colocation im selben Rechenzentrum mit Direktverbindung zum entsprechenden Hyperscaler dar. Solche Angebote stammen in aller Regel nicht vom Cloud-Anbieter, sondern vom Betreiber des Rechenzentrums, wo der Hyperscaler sein Angebot unterhält. Ob solche Services mit dem Markteintritt der Hyperscaler auch in der Schweiz angeboten werden, bleibt abzuwarten. Noch verfügen nicht alle hiesigen Anbieter über umfangreiches Know-how für die Verwendung und die Einbindung von Hyperscaler-Services. Sie sollten sich jetzt mit den Möglichkeiten der Megacloud vertraut machen und entscheiden, auf welches IaaS-Angebot sie fokussieren, um sich selbst nicht im riesigen Angebot zu verzetteln. Grafik: DrAfter123 Z/ iStock.com 14 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Focus Managed Services 37 Digitale Kundenerlebnisse verwalten und optimieren Ohne ein digitales Engagement und digitale Transformation haben Geschäftsinitiativen heutzutage einen schweren Stand. Für den Erfolg dieser Initiativen sorgen innovative Anwendungen, schnelle Netzwerke sowie agile Unternehmensarchitekturen, die sogenannte Systems of Engagement (SoE) bilden. SaaS, PaaS und IaaS sind dabei strategisch relevante Themen, spielen aber letztlich für Ihre Kunden keine Rolle. Was für sie zählt, ist das Erlebnis. Bei der Verwaltung digitaler Kundenerlebnisse muss ein Umdenken stattfinden, da ein Silo-Denken in hybriden Umgebungen nicht mehr funktioniert. Wie und wann wissen Sie, ob Sie Ihre Ziele erreicht haben, wenn Sie Ihr Netzwerk, Ihre Infrastruktur, Ihr Anwendungsmanagement ausgelagert haben? Vielleicht muss die übergreifende Art, wie Kundenerlebnisse gemanagt werden, überdacht werden? Es ist wichtig, dass Sie die Entscheidung für ein besseres und übergreifendes SoE-Kundenerlebnis selbst in Angriff nehmen und dies nicht Ihren Konkurrenten überlassen. Hybrid Enterprise: Gekommen, um zu bleiben Unternehmen und Organisationen treiben heute die digitale Transformation voran, indem sie innovative Systems of Engagement (SoE) schaffen. Die meisten dieser SoEs sind speziell auf die wichtigsten Kundenanforderungen zugeschnitten und werden über einen definierten Zeitraum auf bestimmte Verhaltensweisen ausgerichtet: Was entdecken, kaufen, nutzen Kunden? Wie verhalten sie sich im digitalen Raum? Es lohnt sich, dieses Verhalten übergreifend nachvollziehen zu können. Branchen- und IT-Führungskräfte tendieren dazu, sich die kritischen SoE-Entscheidungsfragen auf eine immerzu ähnlich priorisierte Weise zu stellen: 1. SaaS zuerst: «Wir müssen schnell handeln.» 2. Wenn dies nicht funktioniert, setzt man auf PaaS: «Wir entwickeln und designen selbst.» 3. Wenn PaaS keine Option ist, wird auf IaaS ausgewichen: «Wir richten eine App-/Dev Ops-Umgebung ein, um die Arbeit zu erledigen.» 4. Und wenn schliesslich auch IaaS nicht verfügbar ist, wird alles inhouse neu aufgebaut. Es geht um erste Eindrücke – und vor allem um bleibende Ihre Kunden interessieren sich nicht für SoEs, SaaS, PaaS und IaaS. Sie wollen die richtigen Informationen, das richtig Produkt, exakt den Service, den sie brauchen. Die Kundenmeinungen über Ihr Unternehmen gehen Hand in Hand mit den digitalen Kunden erlebnissen, die Sie bieten. Daher ist die Entwicklung innovativer SoEs keine Technologie-, sondern eine Geschäftsentscheidung. Eine wohlüberlegte Strategie führt unter anderem zur Steigerung der Kundenzufriedenheit, ermöglicht kontinuierliche Innovation und eine Senkung der Betriebskosten – und sie führt zu mehr Neugeschäft. Die meisten dieser Ergebnisse, wenn nicht sogar alle, hängen von der digitalen Kundenerfahrung ab und davon, wie gut Sie diese proaktiv und auch präventiv managen. Während Ihr CMO also über die Verwaltung der Wechselkosten bei einem verärgerten digitalen Kunden spricht, ist die Gleichung in der heutigen vernetzten und hybriden Welt sehr schnell gemacht: Wenn die digitale Erfahrung vom Kunden für ungenügend befunden wird und es auf dem Markt mehr als nur eine Option gibt, laufen Sie sehr schnell in Gefahr, einen Kunden zu verlieren. Nehmen Sie sich Zeit für den Aufbau Ihrer Systems of Engagement Am wichtigsten ist Sichtbarkeit – was man nicht sehen kann, kann man auch nicht verwalten. Wenn ein Kunde Ihre Applikationen oder Webseiten nutzt, hat das zahlreiche Verknüpfungen zur Folge. Wenn Sie verschiedene Tools und Produkte verwenden, um die Kundendaten über Server, Netzwerke, Infrastruktur, Webservices, Datenbanken und letztlich Anwendungen zu erfassen, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass Sie kritische Datenpunkte nicht mehr von den weniger kritischen unterscheiden können. Das hat zur Folge, dass man in den meisten Fällen auch nicht rechtzeitig reagieren kann, wenn bei einem Kunden ein Problem auftritt. Stellen Sie sicher, dass die Monitoring-Tools, die Sie für Netzwerk, Infrastruktur und Anwendungen einsetzen, nicht nur Klarheit und Agilität schaffen. Sie sollen Ihnen auch dabei helfen, Betriebskosten zu senken und Ressourcen freizusetzen, um Innovationen voranzutreiben. Tools und Produkte sollten vollständig ineinander integriert sein und Ihnen in einer einheitlichen Ansicht eine vollständige Übersicht verschaffen. Denn will man digitale Kundenerlebnisse erfolgreich verwalten und umsetzen, muss man Zugriff auf unmittelbare und umsetzbare Insights haben und die Verantwortlichkeiten klar abgrenzen. Erst wenn Sie diese Visibility haben und wissen, wo sich Ihre Kunden befinden, auf welchem Weg sie zu Ihnen gelangt sind und wie sie mit Ihnen interagieren, können Sie Ihre digitalen Erfahrungen auch effizient verbessern und optimieren. DER AUTOR Klaus-Peter Kaul Regional Sales Director Alpine bei Riverbed Technology Am wichtigsten ist Sichtbarkeit – was man nicht sehen kann, kann man auch nicht verwalten. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 14 / 2018