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Netzwoche 14/2018

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46 DOSSIER ICT-Saläre

46 DOSSIER ICT-Saläre In Kooperation mit Swiss-ICT Marktgerechte Löhne sind ausser attraktiven Arbeitsbedingungen ein gewichtiges Argument, um junge Talente für eine Karriere in der ICT zu begeistern und etablierte Fachkräfte zu halten. Nicht zuletzt deshalb nutzen immer mehr Firmen vermehrt die Ergebnisse der Studie, um ihre Salärstruktur zu definieren und sich auf dem Markt adäquat zu positionieren. Sie integrieren die elektronisch erhältlichen Daten in ihre HR-Systeme und haben ab sofort Referenzwerte für Berufsbilder, Altersgruppen, Regionen sowie weitere Angaben zur Verfügung. Mittels Onlineauswertungen lassen sich sehr schnell und einfach Salärkennzahlen der eigenen Branche oder auch Region für jeden ICT- Beruf ermitteln. Dies ermöglicht Unternehmen einen ständig aktuellen Einblick in die Salärstuktur des Marktes. Aber auch für Beschäftigte im ICT-Umfeld ermöglicht die Studie jetzt einen generellen Überblick über aktuelle Saläre in allen Berufen mit ICT-Hintergrund. Grössere Unterschiede bei Top-Spezialisten Welcher Lohn für ein Stellenprofil angemessen ist, ist keineswegs klar. Ein Blick in die Standardauswertung der Swiss-ICT-Salärstudie 2018 zeigt markante Unterschiede auch innerhalb von vergleichbaren Funktionen. Ein «Senior»-Projektleiter etwa verdient im Jahr in der Schweiz zwischen 120 000 (unteres Quartil, 25-Prozent-Schwelle) und 137 700 Franken (oberes Quartil, 75-Prozent-Schwelle). Dieses Berufsprofil gehört mit 1054 Nennungen zu den am häufigsten genannten. Beim «Senior»-Applikationsentwickler mit knapp 2410 Nennungen beträgt die Differenz von der 25-Prozent- zur 75-Prozent-Schwelle 24 000 Franken. Ein Blick in die sehr viel umfangreichere Detailauswertung zeigt, dass bei den Top-Spezialisten die mögliche Salärspanne erheblich grösser ist. So beträgt beim «Senior-Expert»-Applikationsentwickler mit knapp 100 Nennungen die Differenz von der 25-Prozent- zur 75-Prozent-Schwelle bereits 48 500 Franken und der Median liegt bei diesen sehr gefragten Spezialisten um 24 000 Franken über der Kompetenzstufe «Senior» in diesem Berufsbild. Lohnunterschiede zeigen sich auch je nach Arbeitsort. So verdient ein «Senior»-Projektleiter in der Zentralschweiz aktuell 120 019 Franken im Durchschnitt und in Bern 132 499 Franken. Auf der Stufe «Junior» ist die Differenz kleiner. Das Salär eines Applikationsentwicklers «Junior» in der Ostschweiz beläuft sich auf 74 750 Franken, während es in Basel bei 80 910 Franken liegt (alle Zahlen sind Medianwerte). Neues Berufsbild gleich höheres Gehalt? Betrachtet man die Entwicklung der Berufsprofile, so lassen sich auch hier Veränderungen ablesen. Neue Berufsbilder wie der User Experience Spezialist erhalten einen erhöhten Fokus. Wobei dort sogar das Einstiegssalär (Neueinstellungen) um 3,4 Prozent über den Gehältern etablierter Mitarbeiter liegt. Ein Blick auf die Branchenauswertung zeigt, dass Softwareingenieure und auch Systemingenieure gerade bei den Informatikdienstleistern wie auch bei der öffentlichen Hand auf allen Kompetenzleveln nachgefragt werden. Nach wie vor spielen die Finanzdienstleister und die Versicherungsbranche sowohl bei den Projektleitern wie auch den Applikationsentwicklern im Vergleich zu den anderen Branchen vorne mit. In Bern sind Behörden wichtige Arbeitgeber für Informatiker, wohingegen Zürich von Finanz- und Informatikdienstleistern geprägt ist. Marktgerechte Löhne sind ausser attraktiven Arbeitsbedingungen ein gewichtiges Argument, um junge Talente für eine Karriere in der ICT zu begeistern und etablierte Fachkräfte zu halten. PROJEKTLEITER SENIOR Durchschnittsalter und durchschnittliches Salär in CHF (Medianwert) Zentralschweiz Zürich Bern Basel Ostschweiz Total APPLIKATIONSENTWICKLER SENIOR Durchschnittsalter und durchschnittliches Salär in CHF (Medianwert) Zentralschweiz Zürich Bern Basel Ostschweiz Total 120 019 130 000 132 499 129 921 127 647 129 218 126 100 123 128 119 652 118 003 127 712 125 000 44,9 45,1 47,1 48,5 48,7 46,2 44,3 45,3 45,4 45,6 49,0 45,0 APPLIKATIONSENTWICKLER JUNIOR Durchschnittsalter und durchschnittliches Salär in CHF (Medianwert) Zentralschweiz Zürich Bern Basel Ostschweiz Total ICT-SYSTEM-INGENIEUR SENIOR Durchschnittsalter und durchschnittliches Salär in CHF (Medianwert) Zentralschweiz Zürich Bern Basel Ostschweiz Total 74 002 75 000 80 910 87 204 74 750 75 450 121 386 130 000 121 999 110 874 126 000 126 000 26,6 28,4 29,6 29,7 31,4 28,5 47,0 47,6 46,4 43,7 46,3 46,7 14 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

In Kooperation mit Swiss-ICT ICT-Saläre DOSSIER 47 FAQ – WICHTIGE FRAGEN UND ANTWORTEN Wer nimmt an der Salärstudie teil? Die Salärstudie wurde 1981 zum ersten Mal durchgeführt. Seither hat die Anzahl Salärnennungen markant zugenommen, die Zahl der teilnehmenden Unternehmen hat dagegen abgenommen beziehungsweise stagnierte in den letzten Jahren. Im Durchschnitt sind die teilnehmenden Unternehmen heute grösser als früher. Deswegen erfolgen heute im Schnitt mehr Nennungen pro Unternehmen als in den Anfangsjahren der Studie. Sind die Daten über die Jahre hinweg vergleichbar? Nur bedingt. Da die Daten nicht nach dem Zufallsprinzip erhoben werden, sondern vom Teilnahmewillen der Unternehmen abhängig sind, ist vor allem beim Vergleich der Saläre über mehrere Jahre Vorsicht bei der Interpretation der Daten angebracht. Die Datengrundlage ändert sich von Jahr zu Jahr. Aufgrund der breiten Abstützung bietet die Salärstudie dennoch ein repräsentatives Bild über die Lohnentwicklung in der Schweizer ICT-Branche. Seit der Auflage 2016 werden die Salärdaten gewichtet ausgewertet. In Anlehnung an die Standards von internationalen Anbietern werden die statistischen Berechnungen so gewichtet, dass maximal 34 Prozent der Daten von einer einzelnen Firma stammen. Zur Gewichtung kommt eine vordefinierte Mindestzahl von Lohnnennungen zum Tragen. Zudem werden die Quantile basierend auf Hyndman & Fan (1996) in der Statistiksoftware R gemäss Typ 8 berechnet. Wie sind die Profile definiert? Die Berufsprofile in der Salärstudie sind genau definiert. Eine Fachkraft der Stufe «Senior» hat beispielsweise fünf oder mehr Jahre Berufserfahrung im Fachgebiet, kann erfahrene Personen fachlich anleiten und hat Fähigkeiten zu fachlicher Projektleitung. Sie kann innerhalb einer grösseren Firma als Kader eingestuft sein, ohne jedoch direkte Führungsverantwortung zu besitzen. Wo kann die Studie bestellt werden? Die Studie ist im Webshop von Swiss-ICT (shop.swissict.ch) erhältlich. Standardauswertungen stehen allen Interessierten offen, Detailauswertungen von «Saläre der ICT» können nur Unternehmen beziehen, die sich an der Salärstudie 2018 beteiligt haben. Exklusive Inhalte dieser Auswertung sind alle Kompetenzstufen S1 – S5 (Junior, Professional, Senior, Expert, Senior Expert) und M1 – M4 (mit Personalführung). Gibt es auch reine Onlineauswertungen? Für die Ausgabe 2018 wurde das Online-Tool überarbeitet. Individuelle Abfragen können sofort online erstellt werden. Dafür gibt es ab sofort auch einen Flat-Tarif (1 Jahr) für unbegrenzte Abfragen. Auswertungen einzelner Profile sind einfacher zu beziehen als bisher. Die Einzelprofile können zum Stückpreis bezogen werden. Swiss-ICT-Mitglieder erhalten Rabatte. FOKUS NEUEINSTELLUNGEN Nach wie vor sind die wirtschaftlichen Hochburgen Zürich (23,6 Prozent), Bern (11,7 Prozent) und Basel (3,2 Prozent) diejenigen mit den meisten Neueinstellungen in den betrachteten 12 Monaten vom Mai 2017 bis April 2018. Das Durchschnittsalter der neu rekrutierten Mitarbeiter variiert je nach Kompetenzstufe zwischen 27 Jahre (S1) und 51 Jahre (S5), je nach betrachteter Region. Besonders deutlich gestiegen ist der Durchschnittslohn bei Neueinstellungen. Er stieg auf 115 000 Franken, das sind 4400 Franken mehr als im Vorjahr (Grafik 1). Im Vergleich dazu stagnieren die Löhne im Gesamtdurchschnitt in den letzten drei Jahren auf hohem Niveau bei rund 123 000 Franken (Grafik 2). GRAFIK 1: ENTWICKLUNG SALÄR NEUEINSTELLUNGEN 115 000 110 000 110 607 108 675 111 481 105 000 2013 2014 2015 2016 2017 2018 GRAFIK 2: ENTWICKLUNG DURCHSCHNITTSSALÄR 123000 122 641 123 000 120 000 120 250 119 847 2013 2014 2015 2016 2017 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 14 / 2018