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Netzwoche 15/2018

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30 XXXXXXXXXXX XXXXXXXXXXXX Grafik: miakievy / iStock.com FOCUS INTERNET OF THINGS Was vernetzte Dinge schlau macht jor. Das Internet der Dinge (IoT) verändert alles – von der Landwirtschaft über die Industrie bis hin zur Art und Weise, wie wir bezahlen. Es verspricht, Trends wie Big Data und Smart City erst richtig ins Rollen zu bringen. Wer aufs IoT setzt, erhofft sich etwa mehr Effizienz, weniger Kosten oder neue Geschäftsmodelle. Kein Wunder also, wittern auch Analysten längst ein Milliardengeschäft mit Sensoren und entsprechender Software. Obwohl das IoT seine Schattenseiten schon mehr als ein Mal zeigte und Sicherheitsexperten immer wieder warnen, dass es eines Tages so richtig knallt. Der Focus zum Thema IoT startet mit einem Beitrag von Vincent Barro von Schneider Electric. Barro zeigt, wo die Herausforderungen der Sensorik liegen und wie Edge Computing dabei helfen soll, die Brücke vom IoT-Gerät zur Cloud zu schlagen. Weiter geht es mit einem Beitrag von Benedikt Ostermaier, Head of IoT bei Ergon Informatik. Er beschreibt die Softwareplattform als Herz des IoT und erklärt, worauf es bei der Wahl einer Cloud-Lösung fürs IoT ankommt. Der dritte Fachbeitrag dreht sich um die Sicherheitsrisiken des IoT. Markus Limacher, Head of Security Consulting bei Infoguard, schlägt vor, die möglichen Gefahren im IoT als «smarte» Herausforderung für die IT-Sicherheitsbranche zu betrachten. Den Abschluss bildet ein Interview mit Andrew Paice, Leiter des «iHomeLab» und Dozent der Hochschule Luzern. Paice zeigt auf, wo wir heute in der Entwicklung stehen, wie sich die Schweiz im globalen Wettbewerb schlägt und was IoT-Neulinge beachten sollten. 15 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Focus Internet of Things 31 Das perfekte Team: Internet of Things und Edge Computing Am Anfang des Internet of Things steht immer ein Sensor, der einem Gerät Intelligenz verleiht. Damit der gesamte IoT-Prozess funktioniert, braucht es aber auch leistungsstarke Rechenkapazität. Wie bekommt man auftretende Latenzprobleme der zentralen Cloud-Lösungen in den Griff? DER AUTOR Vincent Barro Vice-President Switzerland und End-Users DACH, Schneider Electric Grafik: miakievy / iStock.com Kühlanlagen, Karbonrahmen-Produktionslinien, Controller – die Liste der vernetzten und vernetzbaren Objekte im Internet der Dinge (IoT) ist unendlich lang. 50 Milliarden «Connected Products» sollen es gemäss einer Cisco-Studie bis ins Jahr 2020 sein. Das IoT verändert die Art und Weise, wie wir arbeiten und leben, egal ob Industriebetrieb, Velofabrik oder Einfamilienhaus. Der Einstieg in das IoT beginnt dabei immer mit einem Sensor, der einem Gerät Intelligenz verleiht. Dabei könnte es sich beispielsweise um ein Ventil handeln, das den Füllstand eines Behälters immer auf einem definierten Niveau halten soll. Jedes einzelne mit einem solchen Sensor versehene Gerät ist heute in der Lage, Informationen über seinen aktuellen Status zu melden. Auf diese Weise können Produktionsprozesse überwacht und optimiert werden. Smarte Apps und Analysetools werten die Daten in Echtzeit aus und ermöglichen fundierte Business-Entscheide. Das Resultat ist ein Anstieg bei Produktivität, Effizienz und letztlich auch der Rentabilität. Geografische Distanz von IoT-Gerät zur Cloud oft zu gross Damit die Datenmengen von vielen Millionen IoT-Geräten auch adäquat verarbeitet werden können, wird gewöhnlich auf eine leistungsfähige Cloud-Architektur zurückgegriffen. Allerdings waren zentralisierte Cloud-Lösungen nie wirklich für latenzkritische IoT-Anwendungen gedacht. Häufig ist die geografische Distanz von IoT-Gerät zur Cloud zu gross, um brauchbare Latenzen zu gewährleisten. Ein Lösungsansatz für diese Problematik ist das Edge Computing. Der Einsatz von Edge Computing bietet im Vergleich zur konventionellen Cloud diverse Vorteile: So werden bandbreitensensitive Applikationen und Daten, wie sie bei der zentralisierten Datenerfassung im IoT-Bereich anfallen, physikalisch von der eigentlichen Cloud getrennt und an den Rand des Netzwerks gebracht. Da sich die Daten nun geografisch näher am Anwender befinden, sind sinkende Latenzen sowie eine verbesserte Übertragungsgeschwindigkeit die Folge. Resilienz in der Edge Den genannten Vorteilen steht mit einer erhöhten Ausfallrate auch ein gewichtiger Nachteil entgegen. Hier gilt die Regel, dass die Ausfallsicherheit der Cloud mit der Anzahl an in die Struktur integrierten Edge-Datacentern abnimmt. Von entsprechend hoher Bedeutung ist daher die physische Widerstandsfähigkeit, oder auch Resilienz, der einzelnen Edge-Endpunkte. Gerade bei kleinen Edge- Datacentern wird die Resilienz oft vernachlässigt, dabei können sich bereits kurze Ausfallzeiten summieren und zu Produktionsausfällen führen. Es ist daher wichtig, dass sich die physische Widerstandsfähigkeit auf einem hohen Niveau befindet. Es gibt dabei verschiedene Möglichkeiten, die Resilienz zu steigern: Da die Stromversorgung relativ häufig für Störungen verantwortlich ist, wird der Einsatz einer unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) faktisch zur Pflicht. Auch die Anforderungen an Kühlung und Klimatisierung sollten selbstverständlich immer an den aktuellen Bedarf angepasst werden. Ebenfalls muss der Zugriff auf die Server durch eine Zutrittskontrolle reguliert werden. Bei steigender Anzahl von Edge-Datacentern ist zudem der Einsatz einer Fernwartungssoftware sinnvoll. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 15 / 2018