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Netzwoche 15/2018

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38 TAB. 2 Management &

38 TAB. 2 Management & Career Aktuell UMRECHNUNG DER ERWARTETEN ABSOLVENTENZAHLEN BIS 2026 ZU ARBEITSMARKTEINTRITTEN Berufliche Grundbildung Höhere Berufsbildung Fachhochschulen Universitäre Hochschulen Abschlüsse 25’900 8’700 12’900 4’100 51’600 Quote Nicht-Erwerbstätigkeit 13% 2% 5% 6% 8% Quote ICT-Berufsabwanderer 37% 21% 36% 33% 31% Arbeitsmarkteintritte 14’300 6’700 7’900 2’600 31’500 Total Anmerkung: Szenario: Referenz. Quelle: BFS (SAKE 2017, Bildungsstatistiken 2017, Bildungsszenarien 2016-2025). Berechnungen & Darstellung: IWSB WWW.NETZWOCHE.CH Warum die Digitalisierung für CFOs essenziell ist osc. Laut einer Umfrage, die das Beratungsunternehmen EY unter rund 2000 Schweizer Chief Financial Officers durchgeführt hat, wandelt sich deren Rolle. Immer mehr CFOs stellen sich auf die digitale Transformation der wichtigsten Aufgaben und Zuständigkeiten der Finanzfunktionen ein. Die Befragten erwarten eine grundlegende Verlagerung von den traditionellen Tätigkeiten hin zur Datenanalyse, strategischen Beratung, zum Talent- und zum Datenmanagement. ▸ Webcode DPF8_105883 Security-Schnelltest zeigt Sicherheitsstand von KMUs osc. Ein Bündnis von Schweizer Organisationen hat einen Cybersecurity-Schnelltest für KMUs initiiert. Er soll Unternehmen ein Instrument zur Selbstbeurteilung ihrer Cybersicherheit an die Hand geben, wie es in einer Mitteilung heisst. Hacker nähmen immer häufiger KMUs ins Visier, da diese verhältnismässig schwach gegen Cybergefahren geschützt seien. Ziel des Tests sei nicht eine umfassende Analyse, sondern eine schnelle Einschätzung des Sicherheitsstandes. ▸ Webcode DPF8_105278 DECKUNG DES ZUSÄTZLICHEN FACHKRÄFTEBEDARFS Der zusätzliche Fachkräftebedarf von 88'500 kann zu 36 Prozent durch die erwarteten Arbeitsmarkteintritte (31'500) gedeckt werden. Über die Migration können weitere 19 Prozent der zusätzlich benötigten Fachkräfte rekrutiert werden. Als Residuum bleibt damit der zusätzliche Bildungsbedarf von 40'300. Abb. 21 zeigt überdies, dass die Zuwanderung der wichtigste Zubringer für den Bedarf an Hochschulabsolventen ist. Vier Fünftel der migrierten Arbeitskräfte weisen einen solchen Abschluss auf. Vergleicht man das Bildungsniveau der Neuabsolventen mit demjenigen des zusätzlichen Bedarfs, so zeigt sich ein grundsätzlich Bedarf an IT-Fachkräften steigt weiter ähnliches Bild, wobei keine Personen mit 'übrigen Abschlüssen' berufsspezifisch ausgebildet werden. ABB. 21 MÖGLICHE DECKUNG DES ZUSÄTZLICHEN FACHKRÄFTEBEDARFS BIS 2026 Quelle: BFS (ESPOP 2016, PETRA 2016, SAKE 2017, Bildungsstatistiken 2017, Bildungsszenarien 2016–2026), SEM (ZEMIS 2016), BAK Economics (CH-PLUS 2018). Berechnungen & Darstellung: IWSB Deckung des zusätzlichen Fachkräftebedarfs bis 2026. Bild: ICT-Berufsbildung Schweiz IWSB | 06.09.2018 ICT-Fachkräftesituation: Bedarfsprognose 2026 | 23 bca. Alle zwei Jahre erhebt ICT-Berufsbildung Schweiz den ICT-Fachkräftebedarf für die kommenden acht Jahre. Seit 2010 sei das Berufsfeld um 29 Prozent auf 199 200 Personen gewachsen und es werde bis ins Jahr 2026 voraussichtlich auf 236 200 Personen weiter wachsen, heisst es im aktuellen Bericht. Die Studie zeigt, dass weiterhin eine grosse Nachfrage nach Fachkräften in den Bereichen Programmierung, Beratung, Betrieb und Cloud-Services besteht. Dies und anstehende Pensionierungen hätten einen zusätzlichen Fachkräftebedarf von 40 000 Personen bis ins Jahr 2026 zur Folge. Die ICT-Lehre ist der Studie zufolge der zentrale Einstieg zur höheren Berufsbildung und Fachhochschule und somit der bedeutendste Hebel zur Deckung des zukünftigen Bedarfs an qualifizierten Fachkräften. Der Gesamtbedarf von 88 500 ICT-Fachkräften könne aber nur teilweise durch den erwarteten Arbeitsmarkteintritt von 31 500 Neuabsolventen und durch Zuwanderung von 16 700 Fachkräften abgedeckt werden. Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, müssten in den nächsten Jahren rund 40 000 zusätzliche Fachkräfte ausgebildet werden. Besonders akut sei die Nachfrage nach Applikationsentwicklern und ICT-System- Ingenieuren. «Zusätzliche Fachkräfte aus dem Ausland und Quereinsteiger sind zwar ein wichtiger Bestandteil und auch ein Puffer, um der Knappheit an ICT-Fachkräften entgegenzuwirken. Mittel- und langfristig muss man aber Schweizer ausbilden und fit machen für die Berufe im ICT-Berufsfeld», sagt Andreas Kaelin, Präsident von ICT-Berufsbildung Schweiz und Geschäftsführer von ICT-Switzerland. Es müsse gelingen, die hohe Wertschöpfung der ICT-Fachkräfte im Inland zu behalten. Auch im Interesse der Schweiz, um die Chancen der Digitalisierung nutzen zu können. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_106803 Das sind die besten Schweizer ICT-Lehrlinge Lionstep öffnet seine Rekrutierungsplattform osc. Lionstep hat eine Erweiterung der gleichnamigen Recruiting-Plattform zum Marktplatz angekündigt. Seit dem 10. September könnten Lionstep-Kunden auch Talente spezialisierter Recruiting-Unternehmen ansprechen, heisst es in einer Mitteilung. Das Unternehmen setze für das neue Angebot auf ausgewählte Partner. Der erste sei Rockstar Recruiting. Für Nutzer von Lionstep sei es möglich, direkt über die Lionstep- Plattform auch anonymisierte Rockstar-Profile anzugehen. ▸ Webcode DPF8_105828 bca. ICT-Berufsbildung Schweiz hat Mitte September die ICT-Skills 2018 veranstaltet. Der diesjährige Wettbewerb fand im Rahmen der Swiss-Skills an der Bernexpo statt. Dieses Jahr qualifizierten sich laut Veranstalter schweizweit 103 Kandidaten für die ICT-Berufsmeisterschaften. Die ICT-Skills fanden in den Berufen Informatik und Mediamatik an vier Wettkampftagen statt. Die jungen IT- Cracks kämpften in den Disziplinen Applikationsentwicklung, Mediamatik, Systemtechnik, Webdesign und Development um den Schweizer Titel. Am 16. September gab ICT-Berufsbildung die schweizweit besten Lernenden in den beiden Berufen bekannt. Die Veranstalter zeichneten die Gewinner an der Abschlussfeier der Swiss-Skills in Anwesenheit von Bundesrat Johann Schneider-Ammann aus. Insgesamt kamen laut Veranstalter über 130 000 Besucher an die Swiss-Skills. Partner waren Credit Suisse, Post, SBB und Swisscom. DIE GEWINNER IN INFORMATIK UND MEDIAMATIK Applikationsentwicklung Platz 1: Pascal Honegger, Atos, Zürich Platz 2: Bryan Tabinas, Gateway Solutions, Bern Platz 3: Benjamin Raison, Credit Suisse, Zürich Systemtechnik Platz 1: Tim Rhomberg, Stadt Zürich (OIZ), Zürich Platz 2: Mike Keller, Informatikdienste Winterthur, Zürich Platz 3: Sven Gerber, Predata, Bern Mediamatik Platz 1: Michel Yao, Plus und Plus, Bern Platz 2: Melvyn Vogelsang, CPLN, Neuenburg Platz 3: Lias Hess, Swisscom, Bern Web Design & Development Platz 1: Nicolas Ettlin, CFPT Ecole Informatique, Genf Platz 2: Michael Teuscher, NTS Workspace, Bern Platz 3: Benjamin Wolf, Swisscom, Bern Alle weiteren Gewinner auf www:swiss-skills.ch/2018 Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_107206 15 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Management & Career Event 39 Wie die Digitalisierung Mensch und Maschine zum Supergehirn vernetzt Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt. Das schafft ökonomische Chancen, löst aber auch Ängste vor Jobverlust und Konkurrenzdruck aus. MIT-Professor Thomas Malone zeigte an der Uni Zürich seine Vision einer intelligenten Partnerschaft von Mensch und Maschine. Autor: Oliver Schneider Was ist eigentlich das Revolutionäre an der Digitalisierung? Ist es die künstliche Intelligenz, die Automatisierung oder gar die Blockchain? «Nichts von alldem», sagte Thomas Malone, Professor für Management am Massachusetts Institute of Technology (MIT), Anfang September am Digital Forum der Uni Zürich. Seiner Meinung nach findet die digitale Transformation weniger in der Technologie als in der Gesellschaft statt. In Zukunft würden Menschen und Computer nämlich zusammen «Superminds» (Supergehirne) bilden. Superminds, das sind laut Malone Gruppen von Menschen, die gemeinsam an der Lösung von Problemen arbeiten. Das sei grundsätzlich nichts Neues. Superminds trieben die Welt bereits seit langer Zeit an – mit ganz unterschiedlichen Resultaten. Was sich in den vergangenen Jahren geändert habe, sei die Vernetzung der Menschen mittels digitaler Technik. «Hyperconnectivity» nannte Malone das. Computer hätten die Superminds also stark verändert, das habe sich aber nicht nur positiv ausgewirkt, sagte Malone. Die Herausforderung bestehe deshalb da rin, Computer so in die Mensch-zu-Mensch-Interaktion zu integrieren, dass die Gruppe am Ende bessere Entscheidungen treffe. Gemeinsam intelligenter Wie das gehen könnte, illustrierte der Forscher anhand mehrerer Beispiele. Im «Good Judgement»-Wettbewerb hätten per Internet zusammengeführte Internetnutzer am Ende bessere Vorhersagen über die Zukunft getroffen als Geheimdienst-Profis. Sogenannte «Prediction Markets» könnten nach dem Prinzip von Online-Wettbörsen Ereignisse recht zuverlässig vorhersagen. Für Unternehmen sei das Prinzip der Mensch-Maschine-Superminds in der Strategiefindung interessant, sagte Malone. Statt Business- Entscheidungen in Sitzungen auf der Chefetage zu treffen, könnten Firmen dereinst Ideen-Wettbewerbe unter ihren Mitarbeitern veranstalten und deren Auswirkungen mittels Big Data testen. Eine Art «Cyber-Human Strategy Machine» könnte die Planung des Geschäfts unterstützen. Was bedeutet die zunehmende Mitarbeit von Computern für unsere Arbeitswelt? Malone sieht der Entwicklung gelassen entgegen. Künstliche Intelligenz (KI) sei bei ganz spezifischen Aufgaben stark, für andere werde der Mensch aber auf absehbare Zeit unentbehrlich bleiben. Generell neigten die Menschen dazu, die Fähigkeiten von KI zu überschätzen. Die Wirkung der Hyperconnectivity – namentlich des Internets – auf unser Leben werde dagegen unterschätzt. Eine langfristige Massenarbeitslosigkeit durch die Automatisierung hält Malone für unwahrscheinlich. Wie in der Geschichte mehrfach geschehen, werde technische Innovation auch im digitalen Zeitalter Jobs, Geschäftsmodelle, Effizienzgewinne und dadurch unter dem Strich mehr Wohlstand schaffen. Trotzdem könne es Verlierer geben, räumte Malone ein. Um Menschen, die durch die vierte industrielle Revolution in ihrer Existenz bedroht würden, müsse sich die Gesellschaft kümmern. Maschine und Mensch seien keine Rivalen, sondern Partner, ist Malone überzeugt. Wenn beide Seiten es schaffen würden, ihre Stärken und Fähigkeiten auf die richtige Weise zu vernetzen, könnten wir am Ende nicht nur intelligente, sondern auch kluge Entscheidungen treffen. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_107070 « KI ist bei ganz spezifischen Aufgaben stark, für andere wird der Mensch aber lange unentbehrlich bleiben. » Thomas Malone, Professor für Management, Massachusetts Institute of Technology www.netzwoche.ch © netzmedien ag 15 / 2018