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Netzwoche 15/2018

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10 EVENT-SPECIAL

10 EVENT-SPECIAL Brennpunkt Nahrung 4.0 In Kooperation mit Messe Luzern « Kunden werden in Zukunft mehr Informationen über das Produkt erhalten » Das Internet der Dinge macht auch vor der Ernährung nicht halt. Felix Wortmann, Assistenzprofessor für Technologiemanagement an der Universität St. Gallen, ist Referent am Event «Brennpunkt Nahrung 4.0». Im Interview gibt er Auskunft über aktuelle Trends und Herausforderungen. Interview: Oliver Schneider Noch ist das Internet der Dinge (IoT) in vielen Bereichen eine Zukunftsvision. Wo stehen wir heute auf dem Weg zur Vernetzung aller Geräte? Felix Wortmann: Wir sehen die Vernetzung in allen möglichen Bereichen. Einer der bekanntesten ist das Smart home. Wir können heute unsere Heizung fernsteuern, die Wohnung per Video überwachen, und die Waschmaschine bestellt automatisch Waschmittel nach. Das ist heute alles schon Realität. Trotz dieser Entwicklungen stehen wir aber noch am Anfang, Dinge ins Internet zu bringen und neue betriebswirtschaftliche Potenziale auszuschöpfen. VERANSTALTUNG Brennpunkt Nahrung 4.0: Marktveränderungen durch Digitalisierung Am Dienstag, 6. November 2018, beschäftigen sich Spitzenvertreter der Agro-Food- Branche mit den Chancen und Risiken der digitalen Transformation, dem Internet der Dinge, der Industrie 4.0, dem Wandel im Handel und den Veränderungen in der Kundenbeziehung in der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft. Hochkarätige Referentinnen und Experten berichten aus erster Hand von ihren Erfahrungen, Projekten und Visionen. Als nationale Plattform für Entscheidungsträger vernetzt «Brennpunkt Nahrung» alle Akteure der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft und beleuchtet die Entwicklung für die einzelnen Gruppen der Wertschöpfungskette. Anmeldung und weitere Informationen unter: www.brennpunkt-nahrung.ch Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_105777 Wo geht es aktuell besonders voran? Wir sehen an vielen Fronten starke Veränderungen; ausser beim Smarthome etwa beim vernetzten Fahrzeug, in der Industrie 4.0 oder in der Landwirtschaft. Am meisten passiert aber momentan im Bereich Consumer IT. Apple, Google oder Amazon treiben hier die Entwicklung massiv voran. Welches Potenzial hat das Internet der Dinge im Kontext der Ernährung? Es gibt entlang der ganzen Wertschöpfungskette Veränderungen. Besonders aufseiten der landwirtschaftlichen Produktion ist schon sehr viel vernetzt. Traktoren werden automatisch per GPS gelenkt, Drohnen und Satelliten unterstützen die Düngung sowie den Pflanzenschutz, und Kühe schlucken Temperatursensoren, mit denen der Bauer über ihren Gesundheitszustand auf dem Laufenden bleibt. Auch bei Transport und Handel hat sich viel verändert, zum Beispiel lassen sich Kühlketten und damit die Qualität der Lebensmittel heute lückenlos überwachen. Was hat der Kunde von Sensoren und Vernetzung in der Ernährungswirtschaft? Natürlich bekommt auch der Konsument neue Möglichkeiten. Da geht es vor allem auch um Transparenz. Wenn Sie heute ein Stück Fleisch kaufen, können Sie im Prinzip nachvollziehen, wo die Kuh überall langgelaufen ist. Auch wenn das heute noch nicht breit verfügbar ist, die Technik ist da. Allgemein werden Kunden in Zukunft viel mehr Informationen über das Produkt erhalten – von der Herkunft über die Inhaltsstoffe bis hin zu Ernährungstipps. Auch der Herd lässt sich in Zukunft individuell auf das Produkt einstellen, das man gekauft hat. Felix Wortmann, Assistenzprofessor für Technologiemanagement an der Universität St. Gallen und wissenschaftlicher Leiter des Bosch IoT Labs. IoT-Sensoren erheben eine grosse Menge an Daten, auch über Personen. Wie kann hier der Datenschutz gewährleistet werden? Datenschutz ist sehr wichtig, eine pauschale Antwort auf diese Frage ist aber schwierig. Grundsätzlich muss man zwischen der Privatsphäre und dem Nutzen der Daten abwägen. Hier braucht es vor allem einheitliche rechtliche Rahmenbedingungen. Gerade für die Schweiz als Exportland ist das von Interesse. Allerdings muss man aufpassen, dass Datenschutz nicht zur Innovationsbremse wird. Was meinen Sie damit? Es braucht die richtige Balance zwischen Innovation und dem Schutz der einzelnen Person. Leider gibt es da auf beiden Seiten Fundamentalisten. Die einen sehen Technologie quasi als Religion an und die anderen hängen den Datenschutz so hoch, dass praktisch nichts mehr möglich ist. So kommt man natürlich nicht voran. Wir müssen uns konstruktiv streiten, um sinnvolle Kompromisse zu finden. 15 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Event 11 Feuertaufe für die neuen Trivadis-Chefs Trivadis hat seinen diesjährigen Tech-Event genutzt, um einen Blick auf die Firmengeschichte zu werfen. Rund 600 Besucher kamen für den Anlass in Regensdorf zusammen. Ihnen zeigte Trivadis, wie sich das Unternehmen mit neuen Chefs und neuen Geschäftsideen fit für die Zukunft machen will. Autor: Joël Orizet Trivadis hat einiges zu feiern. Der IT-Berater eröffnet dieses Jahr eine Filiale in Rumänien. Und der diesjährige Tech- Event lockte so viele Besucher an wie noch nie, wie Trivadis- CEO Urban Lankes in Regensdorf sagte. Über 200 Kunden und etwa 400 Mitarbeiter trafen sich im Hotel Mövenpick. Auf dem Programm standen 66 Sessions zu Themen wie Datenmanagement, Open Source und Azure. Und am 14. September stieg abends auch noch eine Wild-West-Party. Für Lankes war es ein besonderer Anlass. Es war das letzte Mal, dass er die Bühne als CEO betrat. Umso herzlicher begrüsste er die Gäste und die drei neuen Partner von Trivadis: Ana Campos, Simon Amrein und Christian Dedek. «Heute ist der Tag, an dem ich mein Amt als CEO feierlich an meine Nachfolger übergebe», sagte Lankes. Der scheidende Chef nutzte die Gelegenheit, um die Geschichte des Unternehmens kurz Revue passieren zu lassen. 23 Jahre sei es her, als Trivadis den ersten Tech-Event veranstaltete. «Damals bestand die Firma noch aus 12 Mitarbeitern, heute sind wir über 650», sagte er. Das Ziel des Unternehmens sei heute noch dasselbe: eine qualitativ hochwertige Beratung in Sachen IT anzubieten. «Wir sind stolz auf das, was wir aufgebaut haben – und der Erfolg gibt uns recht», sagte Lankes. Ohne die kulturellen Werte des Unternehmens hätte dies nicht funktioniert. «Werte wie das Miteinander sind das Rückgrat unserer Geschichte», sagte er. Zeit für einen Wechsel Die IT-Branche verändere sich derzeit schneller denn je, fuhr Lankes fort. «Auch Trivadis hat sich immer wieder neu erfunden – und natürlich haben wir auch immer wieder Fehler gemacht». Entscheidend sei jedoch, dass man aus Rückschlägen lerne und offen damit umgehe. Nur so gehe die Reise voran. Um aus Fehlern zu lernen, brauche es aber auch Mut zur Investition. «Wer permanent auf Kostendruck getrimmt wird, ist nicht mehr in der Lage, innovativ zu sein», sagte Lankes. Heute gehe es etwa darum, sich Know-how im Umgang mit Daten zu verschaffen. Denn «wer Daten analysieren und richtig nutzen kann, verschafft sich einen Wettbewerbsvorteil», sagte Lankes. «Zugegeben, Veränderung ist leichter gesagt als getan – das trifft auch auf Trivadis zu.» Lankes zeigte sich jedoch überzeugt, die richtige Lösung für seine Nachfolge gefunden zu haben. «Ich freue mich, die Verantwortung nun an Ana Campos und Gerald Klump zu übergeben», sagte Lankes unter Beifall. Er bedankte sich für die «coole Zeit» und wollte die Bühne schon verlassen, als er innehielt und sagte: «Einen hab’ ich noch. Bevor Sie mich später an der Bar fragen, was ich jetzt eigentlich mache: Selbstverständlich bleibe ich der Firma erhalten, und zwar weiterhin als Präsident des Verwaltungsrats.» Die neuen Chefs betreten die Bühne «Zunächst einmal: Wow! So viele Besucher. Danke, dass Sie alle hier sind», begrüsste Ana Campos, die Gäste. Die neue Co-Chefin von Trivadis habe sich einige Monate lang überlegt, wie sie gemeinsam mit Co-CEO Gerald Klump das Unternehmen neu ausrichten werde. Die beiden Geschäftsführer machten keinen Hehl daraus, dass sie komplett verschieden sind. Schliesslich soll dies der Firma zugutekommen. «Eins und eins sind mehr als zwei», sagte Campos. Es sei ihr wichtig, Raum zu schaffen für agiles und selbstorganisiertes Arbeiten, erklärte Campos. Klump hingegen betonte, dass jede Strategie einen festen Rahmen brauche. Doch im Wesentlichen seien sich die beiden Chefs darüber einig, dass «IT das Leben erleichtern soll». Ferner hätten sie sich beide für vier Geschäftsbereiche entschieden: Das Kerngeschäft bestehe nach wie vor aus Beratung. Darum herum stünden nun drei weitere Felder, und zwar Managed Services, Lösungen und Plattformen. « Wir sind stolz auf das, was wir aufgebaut haben – und der Erfolg gibt uns recht. » Urban Lankes, Ex-CEO, Trivadis Urban Lankes (l.) übergab die Geschäftsführung von Trivadis an Ana Campos und Gerald Klump. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_107155 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 15 / 2018