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Netzwoche 15/2019

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18 Business Event Das

18 Business Event Das Red Hat Forum 2019 im Zeichen der IBM-Übernahme Das Red Hat Forum 2019 hat erstmals im Stage-One in Zürich Oerlikon stattgefunden. Die 8. Auflage des Forums in der Schweiz stand im Zeichen der IBM-Übernahme. Anwesend waren fast 900 Teilnehmer. Sie diskutierten, was es braucht, um in der heutigen hybriden Cloud-Welt Erfolg zu haben. Autor: Marcel Urech « IBM ist für uns Shareholder und Partner zugleich. » Léonard Bodmer, Regional Director Alps, Red Hat Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Das Red Hat Forum 2019 im Stage-One in Zürich Oerlikon stand im Zeichen der IBM-Übernahme. Es drehte sich um mehr als bloss DevOps, Microservices, Container und offene Technologien. «Vor sieben Jahren war Red Hat Schweiz noch eine kleine Niederlassung, jetzt ist sie Teil eines grossen Ökosystems», sagte Moderatorin Kiki Maeder. Seit 2012 hat sich bei Red Hat tatsächlich sehr viel getan: Das Schweizer Team in Neuenburg und Zürich besteht mittlerweile aus fast 100 Personen, im März 2018 bezog das Unternehmen neue Büros in der Europaallee, und seit Oktober 2018 heisst der neue Eigner IBM. Nicht überraschend war die 34-Milliarden-Übernahme am Forum omnipräsent. «Red Hat bleibt Red Hat» Maeder sprach Léonard Bodmer auf der Bühne auf die Übernahme an. «Red Hat ist immer noch Red Hat», sagte der Regional Director Alps, der für das Geschäft in der Schweiz, Österreich und Liechtenstein verantwortlich ist. Er betonte, dass Red Hat noch immer sehr eigenständig und unabhängig agieren könne. Im Gespräch mit der «Netzwoche» untermauerte er diese Aussage. Die Übernahme habe für ihn im Arbeitsalltag bis jetzt kaum Auswirkungen, und die Mitarbeitenden bei Red Hat Schweiz seien immer noch die gleichen. «Und ich wusste ungefähr, was auf mich zukommt», sagte Bodmer, der vor seiner Tätigkeit bei Red Hat rund zehn Jahre für IBM arbeitete. Als Bodmer erstmals von der Akquisition hörte, war er laut eigener Aussage überrascht. Eine Videokonferenz mit Red- Hat-CEO Jim Whitehurst und IBM-CEO Ginni Rometty habe ihm aber gezeigt, dass die Übernahme eine gute Sache sei. «Wenn ich es negativ finden würde, wäre ich jetzt nicht mehr bei Red Hat», sagte Bodmer im Gespräch. Da es rund neun Monate gedauert habe, um den Verkauf abzuschliessen, hätten die Mitarbeiter von Red Hat auch genug Zeit gehabt, um sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen. «IBM ist für uns Shareholder und Partner zugleich», sagte Bodmer. Ruedi Vontobel, Red Hat Synergy Leader bei IBM Schweiz, versprühte auf der Bühne ebenfalls Optimismus. IBM und Red Hat hätten die gleiche Vision und seien beide fest davon überzeugt, dass es ein offenes Ökosystem brauche, um in der heutigen hybriden Cloud-Welt Erfolg zu haben. Volle Breakout-Sessions Ausser den Vorträgen auf der grossen Bühne gab es am Red Hat Forum auch Breakout-Sessions, die sehr gut besucht waren. Bei einigen war das Interesse so gross, dass die Räume übervoll waren und die Organisatoren zusätzlich Stühle organisieren mussten. Das war unter anderem bei der Session von Adfinis Sygroup der Fall. Das Unternehmen gewann erst gerade die Auszeichnung Best Swiss Red Hat Partner of the Year. Red Hat würdigte so die in den letzten Jahren erfolgreich abgeschlossenen Open-Shift-, Ansibleund S/4-Hana-Projekte. Ein Blick auf das Programm zeigte, dass Red Hat und die anwesenden Partner so gut wie alle heissen IT-Themen abdeckten. Unter anderem IT-Infrastruktur, DevOps, Continuous Integration, Container, Microservices, Serverless und Open-Source. Auf der Bühne waren einige Schweizer Kunden von Red Hat. Etwa Achim Baumstark, CTO der Helvetia-Versicherung. Er erklärte, dass die digitale Transformation für den Konzern eine gros se Herausforderung sei – nicht nur für die IT. Die Kunden hätten heute viel höhere Erwartungen als früher. 15 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Event 19 Elektronisches Patientendossier: Es droht der PDF-Friedhof Wie steht es um das elektronische Patientendossier? Wie schwierig ist der Austausch von Daten im Gesundheitswesen? Und warum kommt die Digitalisierung in der Branche nicht richtig voran? Der «Swiss eHealth Summit» im Kursaal Bern lieferte Antworten auf diese Fragen. Autor: Marcel Urech Ab April 2020 müssen Spitäler, Rehakliniken und Psychiatrien ihren Kunden ein elektronisches Patientendossier (EPD) anbieten. Zwei Jahre später gilt das Obligatorium auch für Pflegeheime und Geburtshäuser. Am «Swiss eHealth Summit» wagten die Teilnehmer einen Blick auf die Zeit nach der initialen Phase der EPD-Einführung. Die Veranstaltung im Kursaal Bern, die am 12. September über die Bühne ging, zeigte auf, dass das EPD noch einen langen Weg vor sich hat. Eine hochkarätig besetzte Expertenrunde thematisierte die Vernetzung der Leistungserbringer in der Schweiz – von der Spitex bis zum Apothekerverband. Die Gesprächsteilnehmer erkannten zwar alle die Chancen der Digitalisierung, sie waren aber auch der Meinung, dass diese in der Praxis noch wenig spürbar seien. Trotzdem seien neue Technologien wie E-Medikation und digitale Assistenzsysteme vielversprechend. Die Digitalisierung habe zudem das Potenzial, die Kontinuität in der Versorgung der Patienten zu steigern, so der Tenor. Laut Cornelis Kooijman, stellvertretender Geschäftsführer von Spitex Schweiz, ist der nationale Dachverband der Schweizer Nonprofit-Spitex bereits sehr digital unterwegs. Persönliche Gespräche statt E-Mails «Ich führe in Pfeffingen mit drei anderen Ärzten eine voll digitalisierte Gemeinschaftspraxis», sagte Carlos Quinto, Die Gesprächsteilnehmer erkannten zwar alle die Chancen der Digitalisierung, sie waren aber auch der Meinung, dass diese in der Praxis noch wenig spürbar seien. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Nathalie Bloch vom Sheba Medical Center in Israel referierte am «Swiss eHealth Summit» in Bern. Mitglied des Zentralvorstands der Foederatio Medicorum Helveticorum (FMH) und Departementsverantwortlicher Public Health und Gesundheitsberufe. Die Standardisierung der Primärsysteme sei dabei das Hauptproblem. Unterschiedliche Formate behinderten den Austausch von Dateien und die IT koste rund 42 000 Franken pro Jahr. Trotzdem biete die Digitalisierung viele Vorteile. Sie erhöhe zum Beispiel die Leserlichkeit und die Auffindbarkeit von Daten und beschleunige in vielen Bereichen schon jetzt den Austausch. Es sei wichtig, dass sich die Digitalisierung in der Branche «Bottom-up» entfalte und nicht «Top-down» diktiert werde. «Die Patienten melden sich bei mir oft per E-Mail», sagte Quinto. «Aber komplizierte Spitalberichte kann man so nicht besprechen.» Das persönliche Gespräch sei immer noch die beste Methode, um die Patienten über ihren Gesundheitszustand aufzuklären und ihnen mögliche Ängste zu nehmen, sagte Quinto. Die Freiwilligkeit bremst «Die Pharmazie ist vertraut mit digitalen Daten», sagte Marcel Mesnil vom Schweizerischen Apothekerverband Pharmasuisse. Der Hauptgrund, wieso das elektronische Patientendossier nicht vom Fleck komme, sei die Freiwilligkeit. «Wir sollten darum mit den Akteuren anfangen, die das EPD eine gute Sache finden», sagte Mesnil. Heute sei die Situation unbefriedigend. Der Patient müsse zuerst mal erfahren, dass es überhaupt ein EPD gebe, und sich dann entscheiden, eines zu eröffnen. Das reiche aber noch nicht. Die Akteure im Gesundheitswesen müssten auch bereit sein, in das EPD zu investieren. «Das EPD braucht Zeit, Kompromisse und viele Diskussionen», sagte Mesnil. Böse Zungen würden das EPD schon jetzt als PDF-Friedhof bezeichnen. Nun gelte es, das Patientendossier so anzupassen, dass es sich reibungslos in die Prozesse in den Arbeitsalltag integriere. Der «Swiss eHealth Summit» bot ausser der Podiumsdiskussion weitere spannende Vorträge. Etwa von Nathalie Bloch, Head of ARC Digital-Innovation Center im Sheba Medical Center in Israel. Sie referierte auf Englisch und zeigte auf, wie das grösste Spital in Israel mit über 1900 Betten die Digitalisierung anpackt. Es arbeitet dafür unter anderem mit Merck, Roche und Microsoft zusammen. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 15 / 2019

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