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Netzwoche 15/2019

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36 Technology Focus

36 Technology Focus IP-Telefonie bietet weit mehr als nur Telefonieren übers Internet Eine virtuelle Telefonzentrale darf heute nicht bloss ein Vehikel für ein neues Kommunikationsprotokoll sein. Voice over IP sollte ebenso eine Plattform für die Zusammenarbeit bieten sowie spürbare Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen ermöglichen. DER AUTOR Matthias Oswald Geschäftsführer, iWay Eine zeitgemässe Kommunikationslösung sollte heute weit mehr als der Ersatz einer Telefonanlage sein. Nicht umsonst spricht man heute auch von UCC, also Unified Communications and Collaboration. Die Geschäftskommunikation sollte also nicht bloss die Verbindung zwischen Gesprächsteilnehmern ermöglichen, sondern die Zusammenarbeit verbessern und die Produktivität steigern. Dies hängt insbesondere davon ab, welche Funktionalitäten eine UCC-Plattform mitbringt, wie benutzerfreundlich die Features auf den unterschiedlichen Geräten sind und damit wie gut die Akzeptanz der Nutzer ist. Benutzerfreundliche Installation und Verwaltung Dabei sollte bereits die Installation möglichst einfach zu handhaben sein, ebenso wie die Verwaltung der Teilnehmer und deren Geräte und Softphones. Bei der Wahl einer virtuellen PBX (Private Branche Exchange), also eines privaten Telefonnetzes innerhalb der Organisation, sollte deshalb darauf geachtet werden, dass die Verbindung der Telefongeräte oder des Gateways und deren Konfiguration möglichst automatisiert vonstattengehen kann. Auch sollten für eine zügige Verbindung der Anschlüsse vorkonfigurierte Templates der wichtigsten SIP-Trunk-Anbieter mitgeliefert und regelmässig neue Firmware für die Geräte bereitgestellt werden sowie Updates zu unterstützten Rechner- und Smartphone-Modellen (Windows, MacOS, iOS und Android) gewährleistet sein. Ebenso muss zwingend eine Anbindung an ein bestehendes CRM-System (Customer Relations Management) nicht nur möglich, sondern auch einfach sein. Features für Anwender Damit die PBX nun auch im Betrieb zur Effizienzsteigerung beiträgt, benötigt sie mehr als nur ein Minimum an Funktionalitäten. Selbstverständlich ist die Präsenzanzeige eines der wichtigen Features, denn sie eliminiert unnötige Weiterleitungen von Anrufen. Wichtig dabei ist aber vor allem, dass die Lösung über Apps für Smartphones und Tablets verfügt und dass diese möglichst denselben Funktionsumfang bieten wie der Desktop-Client. Die mobilen Apps sollten also nicht nur zum Telefonieren im Aussendienst mit derselben Telefonnummer taugen, sondern auch die Präsenz der Kollegen anzeigen, Chat-Funktionalität integriert haben und auch den Zugriff auf Umsysteme ermöglichen. Denn die Mobilität ist schliesslich einer der grossen Produktivitätsfaktoren des modernen Unternehmens und darf deshalb die Mitarbeitenden nicht einschränken. Das gilt auch in Bezug auf eine zuverlässig stabile und sichere Anbindung ohne Firewall-Probleme, weshalb für den mobilen Einsatz am Smartphone ein integrierter SIP-Tunnel (Proxy) Pflicht ist. Grafik: IkonStudio / iStock.com Web RTC ist selbstverständlich Selbstverständlich lassen sich durch mobile Apps, Live-Chat mit Kunden oder Talk-Plug-ins Kosten für Verbindungen oder teure 0800-Nummern sparen, durch einfache Kontaktaufnahme mit diesen Funktionalitäten schneller Probleme lösen und neue Kunden gewinnen. Es gibt aber auch gewisse technische Grundvoraussetzungen, ohne die all dies nicht machbar ist. Dazu gehört auch die Integration von Web RTC (Web Real-Time Communication), dem offenen Standard für eingebettete Multimedia-Kommunikation in Echtzeit über einen Webbrowser. Dieser vereinfacht nicht nur Sprach-, Videoanrufe, Webkonferenzen oder Chat im Browser, sondern erlaubt dem System auch den Austausch von Filesharing, Onlinepräsentationen und Bildschirmfreigaben und damit eine integrierte Kommunikation und Kollaboration ohne zusätzliche Entwicklungsanstrengungen der IT. 15 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Focus 37 Mobile Telepresence – überall auf dem Globus schnell verbunden Der unschlagbare Vorteil von Telepresence: Sie erzeugt die Illusion, dass auch die per Video zugeschalteten Gesprächsteilnehmer im selben Raum sitzen. Der Nachteil: Eine Installation ist sowohl kostspielig wie auch aufwendig. Handliche, mobile Telepresence-Endgeräte sind die Lösung. Ein multinationales Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz expandiert erfolgreich global. In rascher Folge werden auf allen Kontinenten neue Gesellschaften akquiriert, zusätzliche Büros und Niederlassungen eröffnet. Ziel ist es, die neuen Teams möglichst rasch zu integrieren. Telepresence ist dazu ein Schlüsselelement. Beträchtliche Einsparungen Dank dieser hochstehenden Form des Videoconferencing lassen sich Meetings beinahe wie «in echt» durchführen, die Teilnehmer sehen und hören sich klar und deutlich, Fragen werden rasch beantwortet, lebhafte Diskussionen ergeben sich, Ideen werden geboren und Entscheide gefällt. Kommt hinzu, dass sich beträchtliche Einsparungen bei Reisezeiten und -kosten (und beim CO2-Fussabdruck) ergeben. Klassische Telepresence-Installationen sind allerdings kostspielig und zeitaufwendig in der Implementierung. Doch gerade beim Onboarding akquirierter Gesellschaften und der Integration neuer Gruppen ist der Zeitfaktor entscheidend. Niemand kann oder will wochenlang warten. Fragen sollen zeitnah beantwortet werden und man möchte den neuen Mitarbeitenden schnell das Gefühl geben, Teil des Teams zu sein. Plug-and-Play aus der Wolke Das multinationale Unternehmen setzt auf mobile, handliche Telepresence-Endgeräte. Diese lassen sich weltweit rasch verteilen. Man kann sie, mit einer Display-Diagonalen von gut 60 Zentimetern, unter den Arm nehmen und auch die Version mit einer 177 Zentimeter Diagonalen ist einfach zu transportieren. Und sie sind quasi sofort einsatzbereit: Die Installation erfolgt «Plug-and-Play», denn das Netzwerk der akquirierten Gesellschaft wird nicht tangiert – oft ein zentrales Hindernis bei bestehenden Umgebungen. Es braucht lediglich einen offenen Internetzugang, dank der cloudbasierten Technologie ist das Gerät sofort verfügbar und wird auch in der Cloud verwaltet. Die Bedienung per Fingerdruck ist einfach und komfortabel. Mit Smartphones oder Tablets und entsprechender App kann zusätzlich noch eine erweiterte Flexibilität an Einsatzbereichen erreicht werden. Selbstredend handelt es sich bei mobilen Telepresence- Lösungen um abgespeckte Versionen, aber unsere Erfahrung zeigt, dass sich bei drei bis fünf Personen ein reales Telepresence-Erlebnis einstellt. Die Vorteile sind beachtlich: Dank mobiler Telepresence ergeben sich – überall auf dem Globus – grössere Mobilität und Flexibilität, bessere Erreichbarkeit und schnellere Reaktionen. Workgroups lassen sich rasch und einfach integrieren. Werden die Devices nicht für virtuelle Meetings genutzt, lässt sich im Stand-by-Modus über Digital Signage Corporate Content verteilen, beispielsweise die aktuelle Ausgabe des Newsletters, aber auch Informationen aus dem HR oder der Unternehmensleitung. i WIE IM SELBEN RAUM Eine realitätsnahe Gesprächsatmosphäre unterscheidet Telepresence von gängigen Videokonferenzsystemen. Erreicht wird sie durch die Darstellung der Teilnehmer auf Full-HD-Displays. Mimik, Gestik, viele Details sind genau und lebensecht zu erkennen, die Audioübertragung ist klar (ohne Echo) und simultan zum Bild. Sogar ein natürlicher Blickkontakt mit dem Gesprächspartner ist möglich, als würde er im selben Raum sitzen. DER AUTOR Grafik: Freepik.com Danny Meyer Senior Consultant UC, Spie ICS www.netzwoche.ch © netzmedien ag 15 / 2019

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