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Netzwoche 2/2019

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10 XXXXXXXXXXX XXXXXXXXXXXX Vania Kohli, Grossrätin, Kanton Bern; Stefan Muff, President of the Board, Axon; Susanne Ruoff, ehemals CEO der Post (v. l.). Markus Saurer, selbstständiger ökonomischer Berater und Publizist; Sepp Huber, Leiter Media Relations, Swisscom; Fritz Sutter, Initiator, ICT-Networking-Party (v. l.). Die ICT-Branche startet im Zeichen der Extreme ins neue Jahr Zum 17. Mal hat die ICT-Networking-Party die Entscheidungsträger der ICT-Branche in den Berner Kursaal gelockt. Der Abend stand im Zeichen der Extreme. Fast 1500 Gäste erfuhren, wie ein Chirurg in Kriegsgebieten arbeitet, wie ein Bergsteiger fotografiert und wie man ohne Ton diskutiert. Autor: Oliver Schneider, Bilder: Markus Senn Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_123015 Im Berner Kursaal haben sich am 24. Januar die Entscheidungsträger der Schweizer ICT-Branche zum traditionellen Jahresauftakt-Event, der ICT-Networking-Party, getroffen. Vor ausverkauften Rängen begrüsste Veranstalterin Vania Kohli die rund 1480 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Forschung und führte durch das Programm eines Abends voller Ex treme. Unter diesem Motto stand die 17. Ausgabe der Party. Sichere E-ID, sichere IT Das erste Referat des Abends hielt Marcel Dobler, Nationalrat und Präsident von ICT-Switzerland. Dobler hiess die Anwesenden im Namen des Branchen-Dachverbands willkommen und wies auf zwei Themen hin, die ICT-Entscheidungsträger 2019 im Auge behalten sollten. Zum einen sei dies Cybersecurity. «Das ist das Gebot der Stunde», sagte Dobler. Es sei in Politik und Wirtschaft zwar bereits viel gemacht worden, um die Sicherheit von IT-Systemen zu gewährleisten. Doch Cyberkriminelle gönnten der ICT keine Pause, so Dobler. Fälle von Spionage, Datenmissbrauch, Sabotage und Angriffen auf einzelne Personen hätten gezeigt, dass das Problem ernst genommen werden müsse. Dobler stellte verschiedene Initiativen vor, mit denen ICT-Switzerland für mehr Sicherheit sorgen will, etwa den Security-Schnelltest für KMUs. Als Nächstes steht laut Dobler bei ICT-Switzerland eine grosse Bevölkerungsumfrage zum Thema Sicherheit im Internet auf der Agenda. Im Februar gehe mit den Swiss Cyber Security Days ausserdem die erste nationale Fachmesse für IT-Sicherheit an den Start. Die Schweiz müsse sich im ständigen Wettstreit von Angriff und Verteidigung fit halten, sagte er weiter. Eine Voraussetzung hierfür sei die Einführung einer 02 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

11 Chirurg Enrique Steiger berichtete von seinen Erfahrungen als Arzt in Kriegsgebieten. FDP-Nationalrat und ICT-Switzerland-Präsident Marcel Dobler: «Cybersecurity ist das Gebot der Stunde.» Bergsteiger und Fotograf Robert Bösch: «Fotografie ist die Kunst des Lesens in Bildern.» Asut-Präsident Peter Grütter und Sonja Bietenhard, Verwaltungsratspräsidentin, Parahelp. Markus Seiler, Generalsekretär, EDA; Edith Graf-Litscher, Nationalrätin, SP Thurgau; Andreas Meyer, CEO, SBB (v. l.). staatlich anerkannten elektronischen Identität (E-ID). Diese ermögliche den Aufbau sicherer elektronischer Dienstleistungen und schaffe Vertrauen. Ebenso wichtig sei die Bereitschaft, Neues auszuprobieren, wobei allerdings die Sicherheit nicht vernachlässigt werden dürfe. «Sichere und gute digitale Lösungen sind im Interesse der Schweiz», schloss Dobler sein Referat ab. Zwischen Luxus und Krieg Enrique Steiger, Spezialist für plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie an der Clinic Utoquai, nahm das Publikum im Anschluss mit in eine Welt voll Luxus und Glamour. Allerdings nur kurz, denn Steiger engagiert sich zwei Monate pro Jahr für das Rote Kreuz als Arzt in Krisengebieten. Hierauf lag der Schwerpunkt seines Referats. Steiger schilderte den Alltag im Krieg, der eine ständige Gefahrensituation darstelle, und wie schwierig die medizinische Arbeit unter diesen Bedingungen sei. Es fehle an Personal, Ausrüstung und Material. Viele Opfer, die unter normalen Bedingungen geheilt werden könnten, hätten so keine Chance. Es brauche Improvisation, Engagement und harte Entscheidungen. «Wir haben von Digitalisierung keinen Dunst, aber wir wollen Technologie einsetzen», sagte Steiger. So sei etwa die Schulung von Ärzten vor Ort per iPad möglich. Auch neue Formen der Kommunikation könnten der Kriegsmedizin helfen. Steiger arbeitet ausserdem am Aufbau einer Datenbank, um schnell die richtigen Spezialisten für einen Einsatz zu finden. Ziel sei eine gute medizinische Versorgung, sagte der Chirurg. «Darauf haben alle Menschen einen Anspruch.» Ein kletternder Fotograf und extreme Stille Der Bergsteiger und Fotograf Robert Bösch führte die Gäste zurück in ruhigere, aber nicht weniger aufregende Gefilde. Er erzählte von seinen Klettertouren in den Alpen und wie er dort seinem Beruf nachgeht. Bösch schilderte, wie er gemeinsam mit Ueli Steck die Eiger-Nordwand nicht nur erklomm, sondern auch immer wieder in Bildern festhielt. Das sei «ziemlich unangenehm», gab er zu. Fotografie brauche Geduld, um auf den richtigen Moment zu warten. Als Bergsteiger wolle man aber aus der Eigerwand möglichst schnell wieder heraus. Zwei Dinge seien entscheidend, so Bösch. Erstens müsse man stets so handeln, dass man das Glück nicht brauche. Zweitens müsse ein Foto im Gleichgewicht sein, quasi zur Ruhe kommen, um seine Wirkung zu entfalten. Nach Speis und Trank folgte der unterhaltsame Teil des Abends. Jonas Anderhub und Christof Wolfisberg, das «Duo ohne Rolf», führten dem Publikum einen Dialog vor, der nur über Textschilder, Mimik und Gestik geführt wurde und damit komplett ohne Ton stattfand. Nachdem das «Duo ohne Rolf» das letzte Wort wieder an Vania Kohli übergeben hatte, verabschiedete sich die Veranstalterin vom Publikum und kündigte die nächste Ausgabe der Party für den 23. Januar 2020 an. Die Gäste liessen den Abend anschliessend bei Dessert, Kaffee oder Bier ausklingen. « Wir haben von Digitalisierung keinen Dunst, aber wir wollen Technologie einsetzen. » Enrique Steiger, Spezialist für plastische Chirurgie, Clinic Utoquai www.netzwoche.ch © netzmedien ag 02 / 2019

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