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Netzwoche 6/2019

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36 Best of Swiss Web

36 Best of Swiss Web Nachgefragt « Dieses Jahr haben wir seit langem wieder Projekte, die Innovationen zeigen » Beim Best of Swiss Web Award ist Pascal Sieber Jurypräsident der Kategorie «Digital Commerce». Im Interview erzählt er, wie sich der Schweizer Onlinehandel verändert, was ihn dieses Jahr überrascht hat und was er bei den Einreichungen vermisste. Interview: Joël Orizet i AWARD NIGHT Am 17. April findet in der Samsung Hall die Award Night von Best of Swiss Web 2019 statt. Dann zeigt sich, wer Gold, Silber und Bronze sowie den Titel Master of Swiss Web holt. Wer sich ein Ticket sichert, kann an der Award Night bei der Master-Wahl mit abstimmen. Tickets gibt es unter: www.bestofswissweb.ch Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_131951 Wie haben Sie die diesjährigen Jurytage erlebt? Pascal Sieber: Die meisten Jurymitglieder der Kategorie «Digital Commerce» waren dieses Jahr zum ersten Mal dabei. Es war ein toller Tag mit interessanten Gesprächen und sehr hoher Entscheidkompetenz und Entscheidungswille. Was macht die neue Kategorie «Digital Commerce» besonders spannend? Digital Commerce fragt danach, wie, womit und wo mit digitalen Hilfsmitteln Wertschöpfung entsteht – und beschäftigt sich damit, wie Unternehmen Umsatz und Gewinn erwirtschaften. Das trifft einige der allerwichtigsten betriebswirtschaftlichen Fragestellungen. Was hat Sie bei den Einreichungen überrascht? Interessanterweise haben wir in diesem Jahr seit Langem wieder Projekte, die Innovationen zeigen. Ob das an der Benennung und den Kriterien der Kategorie liegt, kann ich nicht beurteilen. Das ist aber auf jeden Fall erfrischend. Besten befinden. Für die Jurierung hatten wir nicht bei allen Projekten genügend relevante Informationen und mussten deshalb manchmal Abschläge machen. Das ist schade. Wer Projekte in der Kategorie «Digital Commerce» einreicht, sollte also auch zeigen, wie sich der «Digital Commerce» in seinem Projekt, in seiner Firma entwickelt. Wie hat sich der Schweizer Onlinehandel in den vergangenen Jahren entwickelt? Grundsätzlich nimmt der Onlinehandel immer noch zu, und zwar in allen Artikel- und Dienstleistungsgruppen. Viele Händler haben sich auch von der Multi-Channel- Problematik emanzipiert und wissen heute viel besser, wie und wo und mit welchen Mitteln eine Integration verschiedener Vertriebswege sinnvoll ist, und inwiefern eben nicht. Gleichzeitig ist die Internationalisierung, ja die Globalisierung fortgeschritten, bis hin zu Ausprägungen, die meines Erachtens ungesund sind. Der Druck auf die Schweizer Onlinehändler ist im Moment sehr gross. Was haben Sie bei den Projekten vermisst? Wir haben in der Schweiz einige Unternehmen, die sich im E-Commerce europaweit und sogar weltweit unter den Was braucht es, um in der Kategorie «Digital Commerce» gewinnen zu können? Wer dank merklichen Schritten in der Digitalisierung seinen kommerziellen Erfolg steigern kann, hat Aussicht auf eine Auszeichnung. « Wer dank merklichen Schritten in der Digitalisierung seinen kommerziellen Erfolg steigern kann, hat Aussicht auf eine Auszeichnung. » Pascal Sieber, Jurypräsident der Kategorie «Digital Commerce», Best of Swiss Web Wie schwierig war es, einen Gewinner zu küren? Von allen, die an diesem «Wettbewerb» mitmachen, gewinnt immer genau einer. Von allen, die nicht mitmachen, gewinnt immer genau keiner. Das ist recht einfach. Im Ernst: Wir haben wieder einen würdigen Gewinner wählen können. Die Wahl war nicht sehr umstritten. Es gab aber mehr als ein Projekt in der Endausscheidung. Was war bei der Wahl des Siegers ausschlaggebend? Die Pflicht ist, dass die Kriterien der Kategorie sehr gut erfüllt sind. Die Kür ist vielfältig. Ein ausschlaggebendes Element in unserer Jury ist jeweils die Frage: Hat das Projekt Aspekte verwirklicht, die wir als Jury in der Schweizer Webszene betonen und verbreiten wollen, weil wir der Meinung sind, dass diese Aspekte über die einzelne Anwendung hinaus nützlich sind. 06 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Best of Swiss Web Werber des Jahres 37 Das sind die drei Kandidaten für die Wahl zum «Werber des Jahres» Roman Geiser, Petra Dreyfus und David Schärer sind für die Wahl zum «Werber des Jahres» nominiert. Die Auszeichnung wird zum zweiten Mal im Rahmen der Best of Swiss Web Awards am 17. April vergeben. Autor: Thomas Häusermann, Chefredaktor, Werbewoche.ch. (Dieser Artikel erschien bereits in ungekürzter Fassung in der «Werbewoche».) ROMAN GEISER PETRA DREYFUS DAVID SCHÄRER CEO und Mehrheitsaktionär der Agentur Farner Consulting Überrascht, aber hocherfreut hat Roman Geiser reagiert, als ihm die «Werbewoche» die Botschaft überbrachte: nominiert zum «Werber des Jahres» 2019. Überrascht, weil sich der 51-Jährige nicht als eigentlichen Werber, sondern als Kommunikator sieht und ursprünglich aus einer anderen «Ecke», dem Polit Campaigning, kommt. Erfreut, weil die hochkarätig besetzte Fachjury mit ihrem Entscheid nicht nur den Leistungsausweis eines geschätzten Berufskollegen würdigt, sondern auch dem Wandel der Werbe- und Kommunikationswelt Rechnung trägt. Geiser übernahm Farner 2012 als neuer – und in der Agenturgeschichte erst vierter – Mehrheitsaktionär von Vorgänger Christian König. Seit seinem Einstieg bei Farner treibt der gelernte Betriebsökonom die Entwicklung als CEO mit einer klaren Vision voran. Aus einer auf Corporate und Public Affairs spezialisierten PR-Agentur hat Geiser die – wie er nicht ohne Stolz sagt – «kompletteste Agentur der Schweiz» gebaut. Unter dem Farner-Dach versammelt er an sieben Schweizer Standorten die unterschiedlichsten Disziplinen, die in der modernen Kommunikation gefragt sind, und lässt sie wie aus einem Guss zusammenarbeiten. Aus 13 hochspezialisierten Units, die alle auch ihre eigenen Kunden und Märkte betreuen, werden je nach Komplexität der Aufgabe interdisziplinäre Teams zusammengestellt. Das hauseigene Werbeatelier wurde unter Geiser zu einer marktfähigen Kreation, die unter der Leitung von Ex-Wirz-ECD Philipp Skrabal heute auf Augenhöhe mit der Konkurrenz agiert. «Ich bin ein Werber, indem ich an diese Disziplin glaube, aber nur im Kontext, nur im Orchester der ganzen Kommunikation», sagt Geiser. Co-CEO und COO von Wirz Communications Dass im vergangenen Jahr bereits ihr Co-Geschäftsführer Livio Dainese nominiert war und die Wahl gewann, hat die Fachjury nicht daran gehindert, dieses Jahr Petra Dreyfus zur «Werberin des Jahres» zu nominieren. Die Agentur, so hört man, habe «einen Lauf», gewinne neue Kunden und befinde sich in einer zukunftsgerichteten Transformation. 2005 kam Dreyfus als Beratungsgruppenleiterin zur Agentur, nahm drei Jahre später als Managing Director Einsitz in der Geschäftsleitung und führt seit 2017 Wirz als Co-CEO und COO zusammen mit Livio Dainese im Zweierteam. Das Co-Modell funktioniert, weil sich die beiden ideal ergänzen. «Wir kommen auf spannende Lösungen, weil wir komplett anders denken», erklärt Dreyfus. Es sei bereichernd, zu zweit ein Unternehmen zu führen. Denn die unterschiedliche Denke und Herangehensweise führe oft zu reiferen, unkonventionelleren Lösungen, so die gebürtige Baslerin. Dreyfus’ Affinität zum analytischen Denken ist kein Zufall: «Ich komme aus einem sehr zahlengetriebenen Haushalt», erzählt sie. Ihr Vater etwa war Finanzdirektor beim Bankverein. Für BWL brachte dieser noch halbwegs Verständnis auf, für ihr Interesse an Marketing – eine wenig nachvollziehbare, rationale Disziplin – hingegen weniger. «Vermutlich typisch, dass ich gerade diese Richtung gewählt habe, aber die Nähe zu den Zahlen habe ich nie verloren», sagt Dreyfus und lacht. Die Branche, der Markt, die Möglichkeiten wandeln sich. Was konstant bleibt, ist die DNA von Wirz. «Wir wissen, wie man Marken führt», sagt Dreyfus. Diese Stärke könne die Agentur auch in neuen Feldern voll ausspielen, zumal eine starke Marke in einer immer stärker globalisierten Welt immer wichtiger werde. Gründungspartner von Rod Kommunikation Es ist nicht seine erste Nominierung zum «Werber des Jahres»: Nach 2012 und 2017 ist der Basler zum dritten Mal für die wichtigste persönliche Auszeichnung der Schweizer Kreativbranche nominiert. Schärer, der als Teenager dank der Stop-Aids-Kampagne und der legendären Basler Agentur GGK früh von Werbung fasziniert war, suchte den Weg in die Kommunikation über eine Ausbildung an der Schule für Gestaltung. «Weil ich dachte, Werbung machen, bedeute Grafiker sein», sagt er. Er sei darin zwar nicht schlecht gewesen, habe sich aber eingestehen müssen, dass andere talentierter gewesen seien. «Ich wäre wohl als mittelmässiger Gestalter in einer mittelmässigen Agentur gelandet». Ist er nicht. Bei Jung von Matt/Limmat, wo er zuletzt die PR-Unit leitete, lernte er seine späteren Agenturpartner kennen, mit denen er 2007 Rod Kommunikation aus der Taufe hob. Die strategische Planerin Regula Bührer Fecker, das «R» in «Rod», hatte er bereits 2000 kennen gelernt, als die beiden als «blutjunge Assistenten» zur Agentur kamen, wie Schärer erzählt. Bald zwei Jahrzehnte bestreiten die beiden nun schon ihren beruflichen Alltag Seite an Seite und führen Rod gemeinsam mit dem dritten Agenturpartner Pablo Koerfer, der als Geschäftsführer die Agentur leitet. Rod Kommunikation hat in den zwölf Jahren seines Bestehens viele prägende Kampagnen kreiert. Prägend deshalb, weil die Rod- Kampagnen oft zu veritablen Medienereignissen werden und ihre Botschaften in der Öffentlichkeit breit diskutiert werden. Dies ist nicht dem Zufall geschuldet, sondern die Handschrift von David Schärer und seinem Team. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 06 / 2019

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