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Netzwoche 6/2019

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44 Management & Career

44 Management & Career Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Neuer Master-Studiengang Cybersecurity kfi. Um die Ausbildung von IT- Sicherheitsspezialisten und Forschern im Bereich Cybersecurity zu fördern, bieten die EPFL und die ETH Zürich mit Unterstützung des Bundes ab dem Schuljahr 2019-2020 einen neuen gemeinsamen Masterstudiengang in Cybersecurity an, wie ETH News schreibt. ▸ Webcode DPF8_131206 Frauenberufe stärker von Automatisierung bedroht lha. Arbeiten, die häufiger von Frauen ausgeübt werden, fallen der Automatisierung eher zum Opfer als typische Männerberufe, wie «Der Standard» schreibt. Er beruft sich dabei auf eine Studie des Institute for Women's Policy Research. 58 Prozent der Arbeitnehmer, deren Stellen durch Automatisierung und andere Technologien bedroht seien, seien Frauen. ▸ Webcode DPF8_130407 Jobbörsen im Internet verlieren an Bedeutung mur. Nur 59 Prozent der Befragten im HR-Report 2019 von Hays setzen auf Onlinejobbörsen, um neue Mitarbeiter zu finden. Vor zwei Jahren waren es noch 82 Prozent. Wichtiger geworden sind dafür Mitarbeiterempfehlungen, die 46 Prozent der Befragten nutzen. Auch die Bedeutung der sozialen Medien steigt. ▸ Webcode DPF8_129549 Ausländische Uni- Absolventen sollen bleiben mur. Nach dem Nationalrat hat auch der Ständerat eine Motion von Marcel Dobler angenommen. Sie will, dass Uniund ETH-Absolventen aus Drittstaaten – etwa Ingenieure und Forscherinnen – einfacher in der Schweiz arbeiten können. Die Regelung betrifft Branchen mit Fachkräftemangel, etwa die Informatik und Naturwissenschaften. ▸ Webcode DPF8_131238 Attraktivität des Jobs wichtiger als Lohn jor. Wer sich in der Schweiz über Fachkräftemangel beklagt, sieht den Hauptgrund bei der Konkurrenz: HR-Leute hätten deswegen Mühe mit der Personalsuche, weil ihre Unternehmen im Wettbewerb stünden mit begehrteren und attraktiveren Unternehmen in ihrer Region. Dies geht aus einer Befragung des Personalvermittlers Robert Half hervor. 16 Prozent der befragten Personalverantwortlichen gaben gemäss Mitteilung an, gute Kandidaten an andere Unternehmen zu verlieren, mit denen man nicht konkurrieren könne. Vor allem für HR-Leute aus grossen Unternehmen sei der Wettbewerb mit anderen Firmen das grösste Hindernis bei der Rekrutierung von Talenten. Lohn ist zweitrangig Zweitgrösste Hürde sei die Höhe der Vergütung: Bewerber würden abspringen, weil andere Unternehmen bessere Löhne anböten. Ein dritter Punkt, der von den Befragten als Schwierigkeit empfunden wird: Die Einstellungsverfahren dauerten zu lange. Vor allem bei mittelgrossen Unternehmen wirke sich dies negativ auf die Personalrekrutierung aus. Über die Zahlen: 300 Personalverantwortliche nahmen an der Befragung teil, wie es in der Mitteilung heisst. Die Marktforschungsfirma Rigour Research habe die Teilnehmer von Dezember 2018 bis Januar 2019 im Auftrag von Robert Half befragt. Diese IT-Fachleute sind gefragt jor. Per Ende 2018 hat die Schweizer IT-Branche 19 338 IT- Fachleute gesucht, darunter 12 563 Entwickler. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Fachkräfte-Index von Hays. Der britische Personalvermittler will mit diesem Index eine Zahl für den viel beklagten Fachkräftemangel ermitteln. Im zweiten Halbjahr habe der Index mit einem Wert von 212 Punkten ein Allzeithoch erreicht, schreibt Hays. Die Gesamtnachfrage nach neuen IT-Fachkräften sei im vierten Quartal 2018 mehr als doppelt so hoch gewesen wie Anfang 2015. In den vergangenen vier Jahren sei die Nachfrage nach fünf Profilen besonders gestiegen: Entwickler für Embedded-Systeme, Datenbankentwickler, IT-Security-Spezialisten, Softwareentwickler und IT-Architekten. Nachfrage nach Security-Experten flacht ab Die Nachfrage nach IT-Security-Experten sei im vergangenen Halbjahr hingegen abgeflacht. Allerdings relativiert Hays diesen Befund: Man solle sich nicht vom Eindruck Grafik: macrovector / shutterstock.com Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_130873 sinkender Nachfrage täuschen lassen, denn der Fachkräfteindex vergleicht aktuelle Zahlen stets mit jenen aus dem ersten Quartal 2015. Sprich: Jeder Indexwert über 100 heisst, dass die Nachfrage höher ist als vor vier Jahren. Und dies sei selbst für die Spezialisierung mit der schwächsten Entwicklung, nämlich IT-Projektmanager und IT-Projektleiter (164 Punkte), der Fall. «Auch wenn der Trend der Security-Spezialisten im letzten Halbjahr etwas zurückging, hat dieses strategische Thema die Unternehmen auch im ersten Halbjahr 2019 fest im Griff», lässt sich Patricia Jergen, Teamleiterin Infrastruktur bei Hays, in der Mitteilung zitieren. Einige Unternehmen hätten strategische Projekte geplant, die entweder bereits umgesetzt würden oder kurz davor stünden. «Security-Spezialisten aller Art dürften also noch eine Zeitlang sehr gefragt sein.» Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_130252 06 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Management & Career Nachgefragt 45 Der Fachkräftemangel bleibt ein Problem – aber nicht für alle Die Diskussion um den Fachkräftemangel in der ICT-Branche ist etwas abgeflacht. Ist das Thema vom Tisch? Nein, sagt CEO Thomas Wüst: Für TI&M sei der Fachkräftemangel eines der grössten Probleme überhaupt. Till Bay, CEO von Comerge, sieht das anders. Er sagt: Alles nur halb so schlimm. Autor: Marcel Urech IT-Spezialisten sind in der Schweiz noch immer Mangelware. Dieses Bild legt zumindest der aktuelle Fachkräfteindex des Personaldienstleisters Hays nahe. Er erreichte Ende 2018 mit einem Wert von 212 Punkten ein Allzeithoch. Die Nachfrage nach neuen Fachkräften in der Informatik fiel damit im vierten Quartal 2018 über doppelt so hoch aus wie zum Jahresbeginn 2015. Laut Hays fehlten der Schweiz Ende 2018 insgesamt 19 338 IT-Spezialisten. Wenn man diese Zahlen sieht, könnte man meinen, dass alle Schweizer IT-Firmen händeringend nach Fachkräften suchen. «Dieser Eindruck täuscht», sagt Till Bay, CEO von Comerge, der rund 30 Menschen beschäftigt. Beim Zürcher Softwareentwickler sei das Gegenteil der Fall: Es gebe viel mehr Bewerbungen, als man Leute einstellen könne – auch von qualifizierten Kandidaten. 2018 seien beim Unternehmen 506 Bewerbungsschreiben eingetrudelt, 44 Bewerber seien ausreichend qualifiziert gewesen, mit rund 20 habe man das Gespräch gesucht, 10 zu einem Probetag eingeladen und letztlich 3 angestellt. Seit Anfang des Jahres seien bereits wieder 78 Bewerbungsschreiben eingetroffen. «Der Aufwand lohnt sich», sagt Bay. Die Fluktuation bei Comerge sei gering, die Mitarbeiterzufriedenheit hoch und das Arbeitsklima hervorragend. Eine andere Meinung vertritt TI&M-CEO Thomas Wüst: «Für uns ist der Mangel an Fachkräften eines der grössten Probleme.» Gerade in den Kernthemen von TI&M (Cloud, KI/AI und Digitalisierungsprojekte) seien die wenigen Fachkräfte sehr gefragt. «Aktuell suchen wir mehr als 60 Experten an unseren Standorten Zürich, Bern und Frankfurt am Main.» TI&M wachse jedes Jahr um über 20 Prozent – «und mit mehr Fachkräften könnten wir noch schneller wachsen». Der Mangel wirke sich negativ auf die Geschäftsentwicklung aus. Man verzichte trotzdem auf Offshoring oder Nearshoring. «Wenn Entwickler über den Globus verstreut sind, fehlt der direkte Austausch, was sich wiederum negativ auf die Qualität und Time-to-Market auswirkt», sagt Wüst. TI&M werbe aktiv um Fachkräfte von Schweizer Hochschulen. Im Ausland gebe es zudem ein Rekrutierungsprogramm mit einer Hochschule in Mailand. «Teilweise sind die Spiesse Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_132210 zwischen den grossen und kleinen Firmen auch nicht gleich lang, gerade was die Bekanntheit angeht», sagt Wüst. « Aktuell suchen wir mehr als 60 Experten an unseren Standorten Zürich, Bern und Frankfurt am Main. » Thomas Wüst, CEO, TI&M HAYS-FACHKRÄFTE-INDEX SCHWEIZ – IT NACH POSITIONEN Referenzwert: Quartal 1/2015 = 100 / Veränderung: relativ zum Referenzwert im Quartal 1/2015 Datenbankentwickler Entwickler Embedded Systems IT-Architekt Softwareentwickler IT-Security-Spezialist 360 2015 2016 2017 2018 320 300 260 220 180 140 100 60 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Quelle: Hays 2018 / Quelle: Index Internet und Mediaforschung www.netzwoche.ch © netzmedien ag 06 / 2019

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