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Netzwoche 8/2019

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08 Business Aktuell

08 Business Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Patentstreit beendet – Apple muss zahlen lha. Rund zwei Jahre hat der Patentstreit zwischen Apple und Qualcomm getobt. Nun einigten sich die beiden Unternehmen und alle gegenseitigen Klagen werden fallen gelassen, wie Apple mitteilt. Die Unternehmen hätten eine globale Patentlizenzvereinbarung und eine Chipsatzliefervereinbarung abgeschlossen, die sechs Jahre gültig sein sollen. Der iPhone- Hersteller habe sich im Zuge der Einigung zu einer Zahlung an den Chip-Konzern verpflichtet. Eine Summe nannten die beiden Unternehmen nicht. ▸ Webcode DPF8_135483 Microsoft bringt SAP Hana in seine Schweizer Cloud mur. «Switzerland North» und «Switzerland West»: So heissen die neuen Cloud- Regionen, die Microsoft noch dieses Jahr in der Schweiz starten will. Dies gab der Konzern am Microsoft Tech Summit Switzerland 2019 im Berner Kursaal bekannt. Primo Amrein, Cloud Lead von Microsoft Schweiz, bezeichnete die Initiative als «grosse Investition in die Schweiz» und kündigte an, dass auch SAP Hana Enterprise in die Schweizer Cloud kommen soll. ▸ Webcode DPF8_133480 Der Kanton Genf leistet 5G Widerstand kfi. Der Kanton Genf hat den Bau von 5G-Antennen vorläufig verboten, wie «SRF.ch» schreibt. Die Genfer Regierung wolle zuerst wissenschaftliche Erkenntnisse zu möglichen gesundheitlichen Auswirkungen von 5G haben. 5G ist nicht gleich 5G Ein Sunrise-Sprecher sagte, dass 5G mit ähnlichen Signalen und Frequenzen sende wie 4G. Ausserdem sei laut dem Bericht «Zukunftstaugliche Mobilfunknetze» des Bundesrates von 2015 nur ein schädlicher Effekt durch hochfrequente Strahlung zweifelsfrei belegt: die Erwärmung des Körpergewebes. Deshalb habe der Bundesrat Grenzwerte definiert, um Mensch und Tier vor diesen Auswirkungen zu schützen. Die Werte seien in der Schweiz zehnmal strenger als von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegt. Ausserdem überwache das Bundesamt für Umwelt (Bafu) den Schutz der Umwelt und Bevölkerung vor nicht-ionisierender Strahlung. Auch Swisscom bezieht sich auf Anfrage auf die WHO und das Bafu. Nicht nur seien die festgelegten Grenzwerte der Schweiz strenger als empfohlen. Durch strenge Mess- und Bewertungsmethoden für Mobilfunkantennen seien die Grenzwerte faktisch noch niedriger. Momentan laufe 5G mit ähnlichen Frequenzen wie 4G oder Bild: NatalyaBurova / iStock 3G. Vorhandene Studien zu 3G und 4G seien für 5G ebenfalls aussagekräftig. Doch längerfristig sei geplant, dass 5G höhere Frequenzen nutzen werde. Hier werde in den nächsten Monaten und Jahren noch geforscht. Häufige Missverständnisse Salt bezieht sich ebenfalls auf die strengen Grenzwerte in der Schweiz. Auch nach 20 Jahren Mobilfunk gebe es bis heute keine konkreten Beweise dafür, dass Mobilfunkantennen gesundheitsschädlich seien. Der Datenkonsum via Mobilfunk wachse exponentiell. Das sei unter anderem auch dem TV- und Videokonsum unterwegs geschuldet. Damit steige der Bedarf an Antennenanlagen, um eine gute Abdeckung zu gewährleisten. Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) macht ebenfalls auf die strenge Regulierung der Grenzwerte für 5G in der Schweiz aufmerksam. 5G sei umstritten, weil es oft zu Missverständnissen komme. 5G sei grundsätzlich eine Weiterentwicklung der bestehenden Mobilfunktechnologien mit höheren Übertragungsraten und kürzeren Latenzzeiten. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_134668 Anzeige Starten oder durchstarten jobs.opacc.ch Beim mehrfach ausgezeichneten Software Arbeitgeber in Rothenburg 08 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Nachgefragt 09 Wählermanipulation durch soziale Medien – wie die Schweiz dazu steht Die nächsten Schweizer Parlamentswahlen stehen vor der Tür. Seit den letzten Wahlen hat sich einiges getan. Die Medien haben Wählermanipulation durch soziale Medien und Fake News seither breit diskutiert. Wie steht die Schweiz zu diesen Themen angesichts der kommenden Wahlen? Autor: Kevin Fischer Im Herbst 2019 finden in der Schweiz Parlamentswahlen statt. Als die Bevölkerung im Jahr 2015 das letzte Mal wählte, sah die Welt noch anders aus. US-Präsident Barack Obama war im Amt, der Brexit unvorstellbar. Und dann kam das Jahr 2016. In diesem Jahr wählten die Amerikaner Donald Trump zum Präsidenten und eine Mehrheit der Briten entschied sich, die europäische Union zu verlassen. Wie konnte es dazu kommen? Laut einem Artikel der «Aargauer Zeitung (AZ)» fanden bei Trumps Wahl Manipulationen von Wählern per So cial Media statt. Basierend auf Daten, die etwa auf Facebook-Likes basierten, wusste das Daten unternehmen Cambridge Analytica, welche Argumente Wähler von einer Sache überzeugen konnten. Die AZ zitiert hierfür Simon Hegelich. Der Münchner Professor für politische Datenwissenschaften ist überzeugt, dass bei der Trump- Wahl eine derartige Manipulation der Wähler stattgefunden hat. Jedoch lasse sich schwierig einschätzen, wie gross der tatsächliche Effekt dieser Beeinflussung gewesen sei, sagt er. Wählermanipulation und die Schweizer Politik Muss sich auch die Schweizer Politiklandschaft in Acht nehmen vor einer derartigen Manipulation? Für Volker Birk vom Chaos Computer Club ist diese Möglichkeit längst keine Gefahr mehr, sondern Realität. Martin Steiger hingegen glaubt, dass die Grösse der Gefahr nicht einzuschätzen sei. Der Rechtsanwalt sieht aber das Potenzial, das gewisse Akteure für die Verbreitung von Desinformation und Propaganda über soziale Medien nutzen könnten. Der Vorteil für sie sei, dass sie so einzelne Personen und Gruppen ansprechen könnten, ohne dass die Kommunikation in der direkten Öffentlichkeit stattfinde. Auch der Bundesrat sei sich der Risiken der Wählermanipulation bewusst, sagt René Lenzin, stellvertretender Leiter Sektion Kommunikation der Bundeskanzlei. Er verweist unter anderem auf die Nationale Strategie zum Schutz der Schweiz vor Cyberrisiken. Darin hält der Bundesrat fest, dass der Bund im Sinne der Prävention verstärkt dazu beitragen soll, Bevölkerung, Wirtschaft und Politik für Cyberrisiken zu sensibilisieren. Soziale Medien sind als Wahlplattform nicht mehr wegzudenken Auch Birk sieht die Aufklärung der Bevölkerung als wichtige Massnahme. Sie solle nicht alles glauben, was sie im Netz lese. Schritte wie etwa das Sperren bestimmter Propaganda lehnt er ab. «Das widerspricht nicht nur jedem demokratisch-pluralistischen Politikverständnis, sondern es stellt eine grobe Verletzung des Menschenrechts auf Meinungsfreiheit dar», sagt Birk. Demokratie bedeute, dass Personen Meinungsäusserungen aushalten müssten, die sie selbst ablehnten. Deshalb sei es auch nicht sinnvoll, soziale Medien als Wahlplattformen zu verbieten. Steiger sieht die Demokratie ebenfalls in Gefahr, wenn politische Akteure ein gängiges Kommunikationsmittel nicht mehr für politische Zwecke verwenden könnten. Lenzin bekräftigt, dass ein solches Verbot auch gar nicht vorgesehen sei. Aus serdem würde «die Digitalisierung im Allgemeinen und die sozialen Medien im Besonderen für die Demokratie nicht nur Risiken, sondern auch Chancen enthalten». Ab wann gilt eine Aktion als Zensur, ab wann wird die Meinungsfreiheit gefährdet? Wer entscheidet, ob eine Information richtig oder falsch ist? Falls die Behörden die Schweizer für Fake News auf sozialen Medien sensibiliseren, könnten diese selbst darüber entscheiden. Doch wie diese Sensibilisierung aussehen soll, ist noch unklar. Auch ist fraglich, wie sehr die Menschen den steten Einflüssen der Werbung auf Social Media widerstehen können. Die Wahlen werden es zeigen. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_136359 Der Bund will dazu beitragen, Bevölkerung, Wirtschaft und Politik für Cyberrisiken zu sensibilisieren. Bild: btgbtg/ iStock.com www.netzwoche.ch © netzmedien ag 08 / 2019

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