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Netzwoche 9/2019

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38 Technology Aktuell

38 Technology Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH China automatisiert Rassismus cka. Alles lässt sich automatisieren – auch Rassismus. Die chinesische Regierung setzt gemäss einem Bericht der «New York Times» auf moderne Gesichtserkennungstechnologien und künstliche Intelligenz, um ein Bewegungsprofil der uigurischen Minderheit festzuhalten. Ein Problem auch für den Rest der Welt, da die Entwicklungsfirmen Expansionen ins Ausland planen und die Technologie sich weiter verbreiten könnte. ▸ Webcode DPF8_136537 Einbrechern einen Schritt voraus lba. Eine neue Machine-Learning-Methode von ETH-Wissenschaftlern ermöglicht Einbruchsprognosen auch in dünn besiedelten Gebieten. Mit einem grossen Datensatz von Einbrüchen habe die Informatikerin und Doktorandin Cristina Kadar zahlreiche Methoden getestet, verglichen und damit die treffsicherste Variante ermittelt, teilt die Hochschule mit. Am treffsichersten erwies sich eine Methode, welche die Gruppenintelligenz nutzt und Analysen verschiedener Algorithmen kombiniert. ▸ Webcode DPF8_137340 So wollen Forscher KI durchleuchten osc. Künstliche Intelligenz (KI) kommt in immer mehr Lebensbereichen zum Einsatz. Je stärker Algorithmen Einfluss auf Wirtschaft, Politik und Alltag nehmen, desto drängender stellt sich die Frage, wie ihre Entscheidungen zustande kommen und welche Auswirkungen sie haben. Die Algorithmen erweisen sich jedoch immer häufiger als kaum durchschaubare und hochkomplexe Black Boxes. Wissenschaftler schlagen im Magazin «Nature» nun einen neuen Ansatz zur Erforschung von KI vor, berichtet «MIT Technology Review». Um die Systeme zu verstehen und zu kontrollieren, müsse der Mensch gar nicht erst versuchen, die Black Box zu erhellen. Stattdessen brauche es Methoden, um das Verhalten der Maschinen zu studieren und so Rückschlüsse auf ihre Mechanismen zu ziehen. Auch Maschinen haben ein Verhalten Eine neue Forschungsrichtung namens «Machine Behavior» (Maschinenverhalten) soll dies in die Tat umsetzen. Sie soll Maschinen mittels empirischer Beobachtung und Experimente genauer unter die Lupe nehmen. «Wir sind heute Zeugen, wie Maschinen zu Akteuren werden, die Entscheidungen fällen und selbstständig aktiv sind», zitiert MIT Technology Review Iyad Rahwan, einen der Autoren des Papers. Es gelte, diese Maschinen also auch wie eine neue Klasse von Akteuren zu untersuchen. Damit wollten die Forscher nicht suggerieren, dass KI einen freien Willen entwickelt habe. Aber die Technologie Bild: andy-kelly / unsplash.com könne ihre Umwelt und die Menschen um sie herum verändern und beeinflussen. Ein Maschinen-Verhaltensforscher könne etwa den Einfluss von Sprachassistenten auf die Entwicklung eines Kindes untersuchen. Oder er könne analysieren, wie Online-Dating-Algorithmen verändert haben, wie sich Menschen kennenlernen und verlieben. Den Autoren schwebt damit eine Art von Soziologie für Maschinen vor. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_137197 « E-Voting ist ein Hochrisikoprojekt » Manor kooperiert für neue Filiale mit Start-ups lha/swa. Die Warenhauskette Manor hat in Bern eine neue Filiale eröffnet. Der Einkaufskomplex auf 4500 Quadratmetern ist die erste Manor- Filiale in der Bundeshauptstadt. Hier will Manor neue Konzepte testen. Zum Beispiel mit Tablets ausgestattete Verkäufer und die Zusammenarbeit mit den zwei Startups Annanow und Atelier Amelot. Die Kooperationen ermöglichen das Personalisieren von Kleidung und Taschen und einen schnellen Lieferservice. ▸ Webcode DPF8_136572 mur. Die elektronische Stimmabgabe ist in der Schweiz seit 2004 in einer Versuchsphase. Bund und Kantone äusserten 2017 die Absicht, E-Voting als ordentliches Verfahren der Stimmabgabe anerkennen zu lassen. 2018 eröffnete der Bundesrat die Vernehmlassung zur Teilrevision des Bundesgesetzes über die politischen Rechte (BPR). Jetzt sind mehrere Stellungnahmen dazu verfügbar, etwa von der Digitalen Gesellschaft und dem Chaos Computer Club Schweiz. Chaos Computer Club lehnt E-Voting resolut ab «E-Voting ist ein Hochrisikoprojekt», schreibt der Chaos Computer Club Schweiz (CCC-CH). Der CCC-CH lehnt die Etablierung von E-Voting als ordentlichen dritten Stimmkanal resolut ab. Er kritisiert den Revisionsentwurf des BPR in seiner Mitteilung scharf. Der CCC-CH fordert die Streichung der Möglichkeit, die Stimme elektronisch abzugeben. Der E-Voting-Abstimmungskanal sei unsicher und inhärent intransparent. Zudem verfüge E-Voting über ein Vertrauensproblem und spiele Wahlfälschern in die Hände. «Nicht mehr demokratisch» Auch die Organisation Digitale Gesellschaft fordert einen Verzicht auf die Revision. Die technische Umsetzung des Entscheidungsverfahrens müsse für alle Bürger verständlich bleiben, sonst sei das Verfahren nicht mehr demokratisch, heisst es in einer Stellungnahme. Der Bund soll E-Voting sofort stoppen und erst wieder einführen, wenn die bewährten Anforderungen an die handschriftliche Stimmabgabe erfüllt sind. Dazu gehöre, dass sich Stimmberechtigte davon überzeugen könnten, dass E-Voting sicher und vertrauenswürdig sei. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_137022 09 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Research 39 Digitale Businessmodelle sind keine Selbstläufer Die heutigen Anforderungen durch die Digitalisierung und die dynamisch wechselnden Marktgegebenheiten steigen permanent. Dabei nimmt insbesondere der Druck aus den Businessbereichen in den Unternehmen auf die ICT stetig zu. Die Fachabteilungen fordern sichere Infrastrukturen, Netze und Anwendungen als Grundlage für ihr Business. Und mehr noch: Eine hochverfügbare Infrastruktur und Connectivity ist heute eine unabdingbare Voraussetzung dafür, neue Ideen rasch in wettbewerbsfähige, wertschöpfungssteigernde digitale Businessmodelle umsetzen zu können. Zeit ist dabei zum entscheidenden Faktor im Wettbewerb um Kunden und Märkte geworden. Digitale Businessmodelle sind keine Selbstläufer. Bevor der Zug abgefahren ist, gilt es, rasch einzusteigen – die besten Plätze sind schnell vergeben. Unabhängig davon, ob neue Geschäftsmodelle darauf abzielen, prioritär Prozesskosten zu senken oder beispielsweise neue Kundensegmente und Märkte anzugehen, heisst das Credo erfolgreicher Unternehmen nicht mehr «gross, viel und billig», sondern «schnell und individuell». Als Erfolgsfaktoren einer digitalen Transformation gelten daher primär die Verkürzung der Reaktionszeiten oder auch die Individualisierung im Kundenservice. Ohne eine verfügbare ICT und Connectivity funktioniert das alles nicht. Budgets für Vernetzung werden aufgestockt Die steigende Nutzung externer Cloud-Lösungen und Plattformen, die zunehmende Mobilität sowie die Verbreitung des Internets der Dinge sind heute aus Sicht der Unternehmen die grössten Sicherheitsbedrohungen für ihre Netze. Um diesen stetig wachsenden Anforderungen gerecht werden zu können, stocken mehr als 40 Prozent der im Rahmen unserer aktuellen Studie befragten Unternehmen ihre Budgets für die interne und externe Vernetzung weiter auf. Die Verantwortlichen haben dafür aber kein unbegrenztes Budget und auch keine entsprechend grossen personellen Kapazitäten zur Verfügung. Alternativen zum Eigenbetrieb liefern externe Managed-Network-Service-Provider, welche die Verantwortung und das Management für die Netze und deren Bereitstellung übernehmen. So betreibt aktuell nur noch rund jedes vierte Unternehmen seine Netze, den Unterhalt und Support vollumfänglich in Eigenregie. Der überwiegende Teil der Unternehmen bewegt sich im Bereich ihrer Connectivity in hybriden Umgebungen, einem Mix aus Eigenbetrieb und der Nutzung externer Netzwerk-Services. Hybride Umgebungen dominieren heute den Netzbetrieb in vielen Unternehmen. Dienstleister bieten ein grösseres Leistungsportfolio Auch wenn die Kosten für externe Netzwerkdienstleister nicht immer tiefer sind, vermitteln sie jedoch in vielen Fällen die grössere Transparenz und damit Planbarkeit der Kosten. Zudem bieten externe Provider mit Blick auf die komplexen Anforderungen an die Interoperabilität, Sicherheit und Verfügbarkeit der Netzinfrastruktur oft ein breiteres Leistungsportfolio an Services, als intern bereitgestellt oder erbracht werden kann. ENTWICKLUNG DER NETZWERK-AUSGABEN Entwicklung der Netzwerk-Ausgaben von Schweizer Unternehmen in den kommenden 12 Monaten Welche der folgenden Aussagen kommen aus Ihrer persönlichen Sicht vor dem Hintergrund der derzeitigen Wirtschaftslage und geschäftlichen Situation am nächsten? Unsere Networking-Ausgaben werden insgesamt ansteigen Unsere Networking-Ausgaben werden insgesamt gebremst bezüglich Networking-Ausgaben erwarten wir keine Veränderungen 47 % 11 % 42 % Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_138714 Quelle: MSM Research AG DER AUTOR Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research AG www.netzwoche.ch © netzmedien ag 09 / 2019

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