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Netzwoche 9/2019

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10 Business Event Wie

10 Business Event Wie sich Mensch und Wirtschaft mit digitaler Technik neu erfinden Unmögliche Hamburger vom Roboterkoch, neue Gelenke aus dem 3-D-Drucker und eine automatisierte Finanzwelt. Die Digitalisierung erfasst mit steigendem Tempo immer mehr Lebensbereiche. Was das für Chancen bringt und wo die Fallstricke lauern, darüber tauschten sich die Teilnehmer des Digital Economic Forum 2019 aus. Autor: Oliver Schneider Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_137992 «Erleben, ausprobieren, lernen, anwenden, wenn wir es begreifen, und sein lassen, wenn nicht.» Marianne Wildi, CEO, Hypi Lenzburg Kommt durch die Digitalisierung eine Welt ohne Arbeit auf uns zu? Diese Frage stand im Zentrum des Digital Economic Forum 2019, das am 9. Mai im Zürcher Palais X-Tra über die Bühne ging. Schnell rückten aber auch andere Fragen in den Fokus: Was macht die Digitalisierung mit uns? Welche Risiken birgt der technologische Fortschritt, ja die Entwicklung der Menschheit überhaupt? Und wie steht die Schweiz in dieser neuen Welt da? Nachdem Thomas Zwahlen, Gastgeber und CEO von Indema, die Besucher begrüsst hatte, formulierte Damian Müller als erster Referent einige Antworten auf die letzte Frage. Der Ständerat aus dem Kanton Luzern gab sich überzeugt, dass die Schweiz gut aufgestellt sei, um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. Es gebe aber noch einige Baustellen, die behoben werden müssten. Die Politik sei hier ebenso gefragt wie die Unternehmen, damit etwa der Wandel der Berufswelt nicht Ungleichheit und soziale Spannungen nach sich ziehe. Fragen zum Einsatz von KI in der Finanzbranche Über die Möglichkeiten und Grenzen der Automatisierung in der Bankenwelt, dem sogenannten «Robo-Banking», gab Marianne Wildi, CEO der Hypi Lenzburg, Auskunft. Maschinen würden dem Menschen heute zwar den Rhythmus vorgeben, den Bankern werde die Arbeit dadurch aber nicht so schnell ausgehen, sagte sie. Chatbots und Robo- Advisors steckten noch in den Kinderschuhen – und seien als ausschliessliche Lösungen gar nicht sinnvoll. Das disruptive Potenzial der Technologie sei nichtsdestotrotz gross. Moderator Stephan Klapproth wollte wissen, wie die Hypi denn bei der Digitalisierung vorgehe. Wildi antwortete: «Erleben, ausprobieren, lernen, anwenden, wenn wir es begreifen, und sein lassen, wenn nicht.» Claudio Hintermann, CEO von Abacus Research, berichtete dem Publikum von der Geschichte der Buchhaltung und seinen jüngsten Erfahrungen mit der US-Gastronomie. Beide Branchen hätten eine Gemeinsamkeit, sagte er: Sie liessen sich sehr gut klassifizieren und automatisieren. So gebe es bereits Restaurants, in denen Roboter personalisierte Mahlzeiten zubereiten könnten. Dadurch lasse sich nicht nur menschliche Arbeitskraft ersetzen, es führe auch dazu, dass sich die Produkte völlig veränderten. «Noch nie zuvor in der Weltgeschichte hat sich die Menschheit so schnell verändert», war Hintermann überzeugt. Das habe zur Folge, dass sich Unternehmen und sogar der Mensch neu erfinden müssten. Technik für den Menschen Auch die Wissenschaft war am Digital Economic Forum vertreten. Gian-Luca Bona, Professor an beiden ETHs und Direktor der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) zeigte, wie Materialforschung und IT zusammen innovative Produkte ermöglichen, etwa in der Medizintechnik oder in der Industrie. Damit solcher Fortschritt gelingen kann, braucht es laut Bona eine Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Institutionen. Es sei zudem wichtig, sich auf jene Projekte zu fokussieren, die ein Mehr an Freude und Lebensqualität bringen. «Wir müssen die Welt so entwickeln, dass wir allen Menschen ein gutes Leben ermöglichen können», sagte Bona. Kommt der Welt durch Technologie die Arbeit abhanden? Die Antwort auf diese Frage wird nur die Zukunft selbst geben können. Das Digital Economic Forum 2019 bot aber verschiedene Sicht- und Denkweisen, wohin die Reise gehen könnte. Das nächste DEF wird im Mai 2020 stattfinden, wie Gastgeber Zwahlen ankündigte, bevor der Tag mit einem Apéro ausklang. 09 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Event 11 SAP-Hausmesse im Zeichen der Cloud und der Stars Vom 7. bis 9. Mai hat SAP an seiner Hausmesse Sapphire Now in Orlando eine Vielzahl neuer Produkte und Kooperationen vorgestellt. Darunter Services für SAPs Cloud-Plattformen und Anwendungen im Bereich Experience Management. Ausserdem lud das Unternehmen Sandra Bullock und andere Stars zum Event ein. Autorin: Leslie Haeny Draussen heiss, drinnen kalt, so waren die drei Tage der SAP Hausmesse Sapphire Now in Orlando – zumindest klimatechnisch. Vielleicht gab sich der CEO des Unternehmens, Bill McDermott, deshalb alle Mühe, den Besuchern mit Star-Aufgebot, Musikbeschallung und dem Buzzword Nummer eins der Messe «Intelligent Enterprise» einzuheizen. Vom 7. bis 9. Mai stellte SAP in Orlando auch viele neue Services und Kooperationen vor. Dazu zählen: ·· Experience Management mit Qualtrics: Insgesamt zehn neue Angebote stellte SAP vor, die in Zusammenarbeit mit Qualtrics entstanden. SAP hatte das Unternehmen vor gut drei Monaten akquiriert. All diese Services drehen sich um das Thema Experience Management und sollen Operational Data und Experience Data miteinander kombinieren. Die Firma aus Walldorf bringt dazu vier Anwendungen im Bereich Customer Experience, drei Anwendungen im Bereich Employee Experience und drei Anwendungen im Bereich Market Research auf den Markt. ·· Core ML wird Teil der SAP-Cloud-Plattform: Gemeinsam mit Apple-Chef Tim Cook gab McDermott bekannt, dass Apples On-Device-Machine-Learning- Tool Core ML als Teil der in den nächsten Monaten erscheinenden Follow-up-Version der SAP-Cloud-Plattform SDK für iOS erhältlich sei. ·· Cloud-Services für das intelligente Unternehmen: Das wohl am meisten gehörte Buzzword an der Sapphire Now war «Intelligent Enterprise». Zu diesem Thema präsentierte der Hersteller «SAP Data Warehouse Cloud», die gemäss SAP erste Cloud-Lösung, die mit Hana-Cloud-Services realisiert wird. Weiter zeigte das Unternehmen SAP Intelligent Robotic Process Automation (RPA), mit dem sich Geschäftsprozesse automatisieren liessen, und SAP Data Intelligence, mit dem sich Hana- und Drittanbieter- Datenquellen verbinden liessen. ·· 15 Servicepakete: Guided Outcomes heissen die Pakete, die SAP auf den Markt bringen will. Dabei handelt es sich um Bündel an SAP-Produkten, die häufig zusammen verwendet würden. Im neuen Angebot fänden sich sowohl branchenspezifische als auch branchenübergreifende Pakete. Am dritten Messetag gab der deutsche Softwarehersteller ausserdem bekannt, dass er zukünftig mit AWS, Google Cloud und Microsoft Azure zusammenarbeiten werde. Beteiligt am Projekt, das den Namen «Embrace» trägt, seien ausserdem globale strategische Servicepartner (GSSPs). Gemäss SAP soll Embrace Kunden beim Wechsel zu S/4 Hana in der Cloud helfen. Den Fokus auf neue Cloud-Produkte erklärte Hasso Plattner, SAP-Mitgründer und Chairman des SAP Supervisory Board, damit, dass das Unternehmen eine Cloud- First-Strategie fahre: «Wir bewegen uns in der Cloud schneller vorwärts als sonst irgendwo. Unsere neuen Systeme implementieren wir deshalb auch als Erstes dort.» Das On-Premise-Geschäft werde dadurch aber nicht vergessen. Abgesehen von Plattner, McDermott und zahlreichen Ausstellern waren auch einige Stars an der Messe anzutreffen. So berichtete Schauspielerin Sandra Bullock davon, was sie motiviert, und Model Karlie Kloss verriet auf der Showbühne, dass sie ein Projekt ins Leben gerufen habe, das Mädchen und junge Frauen fürs Programmieren begeistern soll. Zum Abschluss gabs für alle Messebesucher dann noch ein gewohnt glitzernd-provokantes Konzert von Lady Gaga. « Wir bewegen uns in der Cloud schneller vorwärts als sonst irgendwo. » Hasso Plattner, SAP-Mitgründer und Chairman des SAP Supervisory Board Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_138201 SAP-CEO Bill McDermott spricht mit Schauspielerin Sandra Bullock über ihre Karriere. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 09 / 2019

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