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Ratgeber Traumjob

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Unsere Sonderausgabe Ratgeber Traumjob bietet interessanten Lese- und Informationsstoff für alle, die sich beruflich weiterbilden, verändern möchten oder einfach nur jene, die sich für den aktuellen Arbeitsmarkt interessieren.

SEITE 16 FREITAG, 14.

SEITE 16 FREITAG, 14. JULI 2017 ob die arbeitsstunden eine qual werden oder mit einem lächeln gelingen, das hat auch jeder selbst in der hand. Foto: ©sergey nivens -Fotolia.com berufung oder broterwerb Warum arbeit spaß machen sollte muss mich meine arbeit glücklich machen? ist es schlimm, wenn ich den job nur als mittel zum zweck sehe und damit einfach meine brötchen verdiene? marina spreemann hat diese Fragen dem biopsychologen professor peter Walschburger aus berlin gestellt. Er machtDienst nach Vorschrift–ist das fürSie einenegative Aussage? Aus meiner Sicht ist das negativ. Auch wenn es eigentlich eine ganz neutrale Aussage ist. Ich habe aber sofort die anzeige Formulierung „er hat sich redlich bemüht“ aus Arbeitszeugnissen im Kopf. Und das heißt, es ist nicht genug. Wasist so schlimm am bloßenFunktionieren? Auch bei einfachen Tätigkeiten mit viel Routine ist es hilfreich, wenn ich erkennen kann: Das ergibt Sinn für mich. Es kann sein, dass es mir um das Geld geht, das ich damit verdiene. Ich bin nicht Verstärkung für unseren gerontopsychiatrischen Bereich gesucht! Bewerben Sie sich jetzt im Gesundheits- und Pflegezentrum Anklam als examinierte Pflegefachkraft (m/w) inVoll- und Teilzeit –gerne mit einer gerontopsychiatrischen Zusatzqualifikation Zu Ihren Aufgaben gehört die pflegerische Versorgung und empathische Betreuung von anDemenz erkrankten Menschen. Wir bieten Ihnen: • eine vielseitige und abwechslungsreiche Tätigkeit in einem netten Team • eine leistungsgerechte Vergütung • attraktive Mitarbeitervorteile Bitte besuchen Sie unsere Homepage für weitere Informationen und Kontakt: www.gpz-anklam.de Gesundheits-und Pflegezentrum ANKLAM Hospitalstraße 20 ·17389 Anklam ·Telefon 03971 244483-0 bewerbung@gpz-anklam.de ·www.gpz-anklam.de auf Hartz IV angewiesen. Ich lerne etwas. Ich habe einen Bezug zu anderen Menschen. Wenn ich solche Einsichten nicht gewinne, mache ich wirklich Dienst nach Vorschrift und bin dazu eigentlich nicht innerlich bereit. Dann muss ich gegen meinen inneren Widerstand arbeiten. Viele von uns erleben während der Arbeitszeit ein hohes Maß an Fremdkontrolle. In der Freizeit ist das ganz anders, da geschieht nichts, wenn ich es nicht selbst mache. Viele versuchen aber nur, sich auszuruhen, ihre Arbeit zu vergessen, zu schlafen oder sich mit Alkohol zu betäuben. Wemesdagegen gelingt, seine Freizeit auch aktiv zu genießen und seine persönlichen Ziele zu verwirklichen, die im Arbeitsleben zu kurz kommen –etwa ein Bild zu malen –der wird durch die neuen Anregungen bereichert und gewinnt oft eine neue Sicht und neue Motivation für die alte Arbeit. Psychologenstreiten darüber, wievielLeidenschaft im Job gutund notwendig ist. Muss Arbeit erfüllend sein? Das muss sie nicht. Aber sie sollte es sein. Nehmen wir den tragischen Helden Sisyphos, der von den Göttern dazu verurteilt wurde, einen Felsbrocken immer und immer wieder einen Berggipfel hinaufzuwälzen, von wo der immer wieder ins Tal zurückrollt. Selbst eine solche „Sisyphusarbeit“ kann das Herz eines Menschen erfüllen, wenn er es schafft, ihr einen persönlichen Sinn abzugewinnen. Etwa, weil er damit seine Familie ernährt. Es ist gut, wenn man es schafft, dass die Arbeit erfüllende Momente enthält. Aber es kann natürlich niemand vorschreiben, wie erfüllend Arbeit zu sein hat. Werimmer betont,wie viel er zu tunhat,ist hoch angesehen. Warumist eine möglichsthoheBelastung bei der Arbeit zu einem Lifestyle-Objektgeworden? Dahinter steckt unsere Leistungsgesellschaft. Leistungsfähige Menschen bekommen den Applaus der anderen, gelten als gut funktionierende Mitglieder der Gesellschaft. Werleistungsfähig ist, ist oft auch erfolgreich. Leistung, soziale Geltung und eine einflussreiche Position, in der ich meinen Willen durchsetzen kann, steigern mein Selbstwertgefühl. Eine hohe Belastung kann in diesem Zusammenhang ein positives Image gewinnen, was aber gefährlich ist, denn es kommt ja auf den Erfolg meiner Leistung an. Das heißt, ich muss mich in der Auseinandersetzung mit einem Gütemaßstab bewähren. Dass sichimmer mehr Leute, gerade in angesehenen und qualifizierten Berufen, extremen Belastungen (Marathon, Radrennen) auch in der Freizeit aussetzen–wie hängt das mitAnsprüchen an den Jobzusammen? Gerade bei Menschen in höher qualifizierten Berufen finden wir oft ein generalisiertes Leistungsmotiv, das mit Erfolgszuversicht und dann auch mit einem positiven Selbstwertgefühl verbunden ist. Das erstreckt sich meist auch auf die Freizeit. Man will seine Leistung in vielen Bereichen immer weiter erhöhen. Hier könnte man fragen: Gibt es da irgendwo ein Optimum für unser Glücksgefühl? Tatsächlich gibt es einen Bereich, in dem sich Umweltanforderungen und eigene Fähigkeiten gerade die Waage halten. An dieser Stelle geraten wir leicht in einen „Flow“-Zustand, in dem wir beglückt Zeit und Raum vergessen, in dem wir aber so aufgehen, dass wir das erst bemerken, wenn er vorbei ist. Diesen Zustand wollen wir dann immer wieder erreichen. Vielen von uns gelingt dies vor allem in der Freizeit, denn die moderne professor peter Walschburger Foto: Walschburger Arbeitswelt ist durch multiple und multimediale Anforderungen und große Dynamik geprägt. Wir meinen überall, schnell und andauernd erreichbar sein zu müssen. Was wir dagegen brauchen, ist ein solider Rhythmus von Anspannung und Ruhe, sonst kann es leicht zur Überforderung kommen. Es gibt auch viele Jobs,die vor allem Routine verlangen und zudem nicht sonderlich gut bezahlt sind.Mussman dafür brennen? Die Fremdkontrolle ist gerade in gering qualifizierten Jobs meist sehr hoch. Dazu kommt eine gewisse Bedrohung durch die Automatisierung von Arbeitsprozessen. Das kann entmutigen und dem Selbstwertgefühl schaden. Auch wenn man sich bei der Arbeit nicht gerecht entlohnt fühlt (Mann-Frau, „Ossi-Wessi“), kann das sehr belastend sein. Wenn Ungleichheit als Ungerechtigkeit erlebt wird, sich aber objektiv nicht ändern lässt, kann es helfen, eine innere Bewältigungsstrategie zu suchen. Etwa nach dem Motto: Die Trauben da oben sind mir sowieso zu sauer. Oder man blendet belastende Vergleiche aus und versucht, der Situation neue Seiten abzugewinnen, die mit dem eigenen seelischen Gleichgewicht mehr im Einklang stehen. Kontaktzur Autorin m.spreemann@nordkurier.de

FREITAG, 14. JULI 2017 SEITE 17 Vom schlüsselerlebnis zur karriere-entscheidung die kraft des Yoga jeden seiner jobs hat burghard peters gern gemacht. Wohl auch deshalb hat er sehr spät gemerkt, dass sein akku ziemlich leer war. die erkenntnis, wie sich die kräfte wieder aufladen lassen, hat ihn selbst überrascht. VonMarina Spreemann burg stargard. Wenn Burghard Peters auf seiner Terrasse sitzt, schaut er weit über das Stargarder Land. Im Garten schweift der Blick über Kräuter und die Wildblumen, die auf der Rasenfläche blühen dürfen. Und dann ist da noch das Holzhäuschen, das für ihn Hobbyraum und Arbeitsstätte zugleich ist – seine Yogahütte. Dort gibt er als Lehrer und Coach Yogastunden. Der Wegdahin hat den 55-Jährigen über mehrere Traumberufe geführt. Gleich nach der 10. Klasse begann er eine Lehre als Kfz- Elektriker.Technik zum Anfassen, das passte. „Schließlich haben wir ja alle gern an Mopeds und Autos rumgebastelt.“ Aber mit der Zeit kam die Erkenntnis, dass er die Arbeit körperlich nicht „bis zur Rente“ durchhält. Deshalb rückte ein Maschinenbaustudium in seinen Fokus. Am Ende wurde daraus ein Fernstudium. Der junge Mann hatte ja gerade seine heutige Frau Ines kennengelernt und wollte eine Familie gründen. Beim „Job im Kittel“, sprich einer koordinierenden Tätigkeit in der Verwaltung des Neubrandenburger Reparaturwerkes (RWN), erkannte er bald die Lücken im Wirtschaftssystem. Fehlendes Material, uneffektive Abläufe. Bis zur Wende blieb er aber. Dann wartete auch schon der nächste Traumberuf. Die neuen Westwagenbegeisterten nicht nur ihn. „Ich habe in einem Autohaus als Verkäufer gearbeitet und hatte da eine tolle Zeit.“ Als er das Gefühl bekam, auf der Stelle zu treten, wechselte er die Firma, ging später aber,mit dem Angebot Verkaufsleiter zu werden, zurück. „Zeitweilig hatte ich drei Jobs gleichzeitig, Verkaufsleiter,Betriebsleiter in einer Filiale und koordinierende Management-Aufgaben“, erinnert er sich. Zehn Stunden Arbeit am Tag waren normal. „Alles im Leben war auf die Arbeit ausgerichtet. Ich war einer von denen, die Stift und Zettel auf dem Nachttisch zu liegen haben.“ Dass er immer häufiger mitten in der Nacht und am ganz frühen Morgen aufwachte, grübelte und nicht mehr schlafen konnte, nahm er nicht so ernst. „Ich habe immer gedacht, das ist das Alter. Ich ging da schon auf die 50 zu.“ Ich wareiner vondenen, die Stiftund Zettel auf dem Nachttisch zu liegen haben. Außerdem hatte er ja seinen sportlichen Ausgleich, spielte regelmäßig Fußball. Bis er um die 40 war, auch wettkampfmäßig. „Dass ich damit zwar einen körperlichen Ausgleich hatte, aber keinen mentalen, das habe ich nicht erkannt. Doch beim Mannschaftssport Fußball sind ja die gleichen Eigenschaften gefordert, wie in meinem damaligen Job, Ehrgeiz, Zielstrebigkeit. Es hätte mich schon stutzig machen müssen, dass ich mich immer schlapper fühlte“, weiß er heute. Als zu dem „normalen“ Stress schließlich noch Konflikte im Job kamen, „bin ich innerhalb einer Woche zusammengebrochen“. Nichts ging mehr, Familie und Freunde hätten ihn kaum noch wiedererkannt. „Ich war richtig platt. Ausgebrannt ist schon das richtige Wort.“ Sogar die Vorweihnachtszeit, die er eigentlich immer so genossen hatte, war ihm egal. „Immer wieder stellte ich mir die Frage, war es das jetzt? Ich hatte Ängste und Albträume.“ Seine Ärztin hatte ihn da mit einer Krankschreibung längst aus dem Verkehr gezogen und ihm eine Reha-Kur vorgeschlagen. „Bei der Reha wurdeich umsorgt, machte Sport, hatte zum ersten Mal in meinem Leben Gespräche mit einem Psychologen, das tat gut.“ Und dann stand Yoga auf seinem Plan. „Eigentlich wollte ich das schon immer mal probieren, aber die Zeit fehlte, und es galt ja auch eher als Frauensport.“ So wurde nichts daraus. Dann die erste Stunde. „Einfache Dinge, Anspannung, Entspannung“, sagt er heute. Damals war das sein Schlüsselerlebnis. „In mir ist etwas angesprungen, ein Energiefluss. Ich hatte wieder das Gefühl: Du lebst noch.“ Nach zehn Wochen burghard peters inseiner yoga-hütte Krankheit und der Reha fühlte Peters sich besser. Er ging wieder zur Arbeit, die Konflikte waren aber nicht gelöst und brachen erneut auf. Seine Ärztin empfahl ihm, beim Yoga zu bleiben. „Das hat mir geholfen, alle Erlebnisse auf Arbeit zu verarbeiten und Distanz zum Alltag zu finden. Yoga hat mich stark gemacht. Ich konnte dann mit Respekt, aber nicht mehr Angst feststellen: Der Job wird nie wieder so, wie ich es mir aufgebaut hatte.“ Peters ging in die Arbeitslosigkeit mit demZiel, sich einen neuen Job in der Automobilbranche zu suchen. Foto: marina spreemann Wieder in den Verkauf? Wollte er das wirklich? Peters nahm sich Zeit, darüber nachzudenken. Zwischendrin erinnerte er sich an ein Angebot, sich zum Coach für psychologisches Management ausbilden zu lassen. Das interessierte ihn und vielleicht konnte daraus eine Chance entstehen. Seine Frau stimmte der Investition in den Kurs zu, und die Arbeitsagentur legte ihm keine Steine in den Weg. Die Selbsterkenntnis bei dem Kurs bestärkte ihn dann, einen neuen Weg zu suchen. Der Job in der Automobil-Branche hatte ihm schon einen Hörsturz und Burn-out eingebracht. „Ich fragte mich, was kommt dann: Ein Herzinfarkt?“ Also, ein Job als Coach. „Mit meinen Managementerfahrungen und den eigenen Krisenerfahrungen konnte ich mir das vorstellen.“ Aber im Nordosten gab es keine passende Stelle für ihn. Deshalb entschied er,sich den „Baustein Yoga“ noch dazu zu holen und einen Abschluss als Yoga-Lehrer zu machen. „Da war ich ja schon 50 und hatte einen Heidenrespekt davor. Aber mit intensiver Vorbereitung habe ich es geschafft.“ Auf seinem terrassierten Grundstück in Burg Stargard war zu dieser Zeit ein Keller imBau. Irgendwann kam er auf die Idee auf die Betondachplatte eine Holzhütte zu setzen – seine Yogahütte. „Die Entscheidung fiel nicht von heute auf morgen“, betont er. Ein Dreiviertel Jahr habe es wohl gedauert. Auch seine Frau ist selbstständig im Einzelhandel. Zwei Selbstständige –das musste gut abgewogen werden. Peters hat den Schritt gewagt. „Und ich bin heute glücklich hier.“ Die Verbindung von Coaching und Yoga sei genau sein Ding. 30 bis 35 Yogis kommen heute regelmäßig in seine Stunden, etwa 40 Prozent davon sind Männer. Er sei froh, nicht mehr in ein Unternehmen „eingepfercht“ zu sein, seine eigenen Fehlerzuerkennen und daraus zu lernen. Kontaktzur Autorin m.spreemann@nordkurier.de Foto: © maygutyak - Fotolia.com

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