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Ratgeber Traumjob

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SEITE 6 FREITAG, 14.

SEITE 6 FREITAG, 14. JULI 2017 viel mehr als nur ein buchladen Von Dana Skierke mit büchern geld zu verdienen ist nicht leicht. und in einem uckermärkischen dorf ist das noch ungleich schwerer. das schafft nur, wer seine prioritäten neu setzt. fürstenwerder. Was ganz klein begonnen hat, ist inzwischen ziemlich groß geworden. Waren es vor einigen Jahren wenige Bücher für den Privatgebrauch, die Nils Graf auf Trödelmärkten erstand, gehen seine Buchankäufe jetzt in die Zehntausende –im Monat.Keine Sorge, der Mann weiß, was er tut. Nils Graf ist Buchhändler mit eigenem Geschäft in Fürstenwerder in der Uckermark. Und er hat so gut zu tun, dass ihm mittlerweile manchmal sogar die Zeit zum Lesen fehlt. Trotzdem ist er zufrieden, denn er hat geschafft, wovon viele träumen: Er hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Dabei hätte alles ganz anders kommen können. Aufgewachsen ist der heute 41-Jährige auf einem Bauernhof am Niederrhein. „Das war ein Selbstversorgerhof, wie es ihn vermutlich so schon im 19. Jahrhundert gegeben hat“, schildert Nils Graf. Kühe, Schweine, Ziegen, Schafe, Hühner oder Bienen – alles, was man sich an Tieren so auf einem Bauernhof vorstellt, war da. 50 Hektar Ackerfläche waren VomHobby zum beruf bücher und lesen sind die Welt von nils graf. deshalb hat er auch eine buchhandlung eröffnet. zu bestellen. „Käse, Butter, Wurst, Wolle –wir haben alles selbst gemacht“, erinnert sich Nils Graf. Das hört sich nach viel Arbeit an. Und so war es auch. Vonklein auf musste er auf dem Hof arbeiten. Noch fast in der Nacht stand die Familie auf. Bevor die Kinder in die Schule gingen, halfen sie den Eltern die Tiere zu versorgen –füttern, melken, ausmisten, die Kühe auf die Wiese bringen. Schon damals hat er gern gelesen. Die Kinderklassiker, etwa von Astrid Lindgren, fanden sich selbstverständlich im Hause Graf. Nur die Zeit, die Kinder an Bücher heranzuführen, hatten die Eltern nicht. Nils Graf las nachts. Außerdem besuchte er Flohmärkte und kaufte Bücher. Nach dem Abitur zog es ihn in die Stadt. Die Wahl des Jungen aus einem 800-Seelen- Dorf fiel auf Aachen. „Köln und Berlin waren mir zu groß“, erinnert sich Graf, der unter anderem Germanistik studierte. Nach der arbeitsreichen Zeit auf dem elterlichen Hof tat er sich mit dem studentischen Leben schwer,das zu gewissen Zeiten von viel Freizeit geprägt war. Auch wenn er nun endlich Zeit und Muße zum Lesen hatte. „Ich habe gemerkt, wie wichtig Bücher sind“, gesteht der Fürstenwerderer. eine entdeckung, die das leben veränderte Dann entdeckte Nils Graf in einer Aachener Seitenstraße diese besondere Buchhandlung. „Ich war begeistert, noch nie hatte ich so was gesehen“, erinnert sich der 41-Jährige. Der Raum war vollgestopft mit Büchern, bis Foto: dana skierke an die Decke, in Zweierreihen, nichts war beschriftet. Es gab einen Buchhandlungskater. Dort durfte geraucht werden und Kaffee gab es auch. Nils Graf kaufte ein Buch, hatte eine Idee, schlief eine Nacht darüber und fragte am nächsten Tag in der Buchhandlung nach, ob der Inhaber einen Ausbildungsplatz für ihn habe. Er hatte. 1996 begann der damals 20-Jährige seine dreijährige Ausbildung zum Buchhändler. Schon damals reifte in ihm der Gedanke, irgendwann eine eigene Buchhandlung mit Café zu eröffnen. Schon vier Jahre später war es soweit: Durch Freunde war er nach Mecklenburg gekommen, hatte sich für Feldberg entschieden und seinen ersten Buchladen eröffnet. Den musste er allerdings schnell wieder schließen. „Ich war jung und unerfahren“, weiß er heute, aber er ließ sich von diesem Misserfolg nicht unterkriegen. Der zweite Versuch 2006 in Fürstenwerder klappte. Dieses Mal musste sich der Jungunternehmer sogar vergrößern. Nils Graf kaufte den lange leer stehenden ehemaligen Textilkonsum im Ort. Die 120 Quadratmeter Ladenfläche wurden mit Regalen für etwa 7000 Bücher und vielen gemütlichen Sitzecken bestückt. Denn im Buchladen &Antiquariat werden auch Kaffeespezialitäten serviert. Und es finden regelmäßig Veranstaltungen statt, sodass der 41-Jährige häufig auf eine 70-Stunden-Woche kommt. „Einen Buchladen in dieser abgelegenen Gegend zu eröffnen, ist schon ein bisschen verrückt“, weiß er durchaus. Aber ihm gehe es ja auch nicht darum, reich zu werden. Der Buchhändler aus Fürstenwerder hat Freude an der Arbeit. Und wenn ihm so ist, nimmt er sein Rad und fährt an den See. Ein Buch ist meist im Gepäck. Kontaktzur Autorin d.skierke@nordkurier.de anzeige WIR BILDEN AUS die schlesische oma ist namensgeberin SPANNENDE HERAUSFORDERUNGEN. ABWECHSLUNG IM BERUFSALLTAG. PERSPEKTIVEN FÜR DIE ZUKUNFT. Deine Ausbildung zur Pflegefachkraft Kranken- &Altenpflegehelfer/in DRK Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte e.V. Weinbergstr. 19a ·17192 Waren (Müritz) Lessingstraße 70 ·17235 Neustrelitz www.drk-msp.de GEMEINSAM KÖNNEN WIR LEBENSWEGE GESTALTEN Wir vermitteln zukunftsweisend unser fachliches Know-How entsprechend den neuesten Kenntnissenund bieten unseren Auszubildenden die Möglichkeit, viele Facetten des künftigen Berufes kennenzulernen. Wir freuen uns auf Menschen mit Herz &Engagement. Von Dana Skierke stück für stück rückte angelika Fuss ihrem traum näher. jetzt hat sie ihr eigenes restaurant eröffnet. fürstenwerder. Die Oma ist schuld. Und gerade deswegen kommt sie nun zu ganz besonderen Ehren. Ein Restaurant wurde nach ihr benannt. In Fürstenwerder gibt es jetzt das „Else Förster“. So hieß die Oma von Angelika Fuss, der frischgebackenen Inhaberin. Diese schlesische Großmutter mütterlicherseits hat schon beim Kind Angelika den Grundstein dafür gelegt, dass die heute 55-Jährige vor wenigen Tagen zur Gastronomin geworden ist. Die schlesische Großmutter war nämlich eine begnadete Köchin, die gern und häufig für die ganze große Familie gebraten, gebacken und aufgetischt hat, erinnert sich die Enkelin, die es ihrer Oma immer nachgemacht hat. Geselligkeit, leckeres Essen, ein Garten –das sind Kindheitserinnerungen, die dazu führten, dass die gebürtige Nordrhein-Westfalin gern Gäste hat und Selbstgemachtes auf den Tisch bringt. Das hat die ehemalige Mitarbeiterin der Freien Universität 28 Jahre lang in Berlin getan. Regelmäßig hatte sie Freunde zu Gast, die in ihrer Wohnküche am Tisch saßen und der Köchin zuschauen konnten. Und jetzt ist sie Gastgeberin in VomHobby zum beruf angelika Fuss vor ihrem restaurant Foto: dana skierke Fürstenwerder. „Die Gäste sind dabei, sie sehen, wie ich die Speisen zubereite“, erläutert die Inhaberin des „Else Förster“. die entscheidung fiel stückchenweise Die sichere Anstellung aufgeben und das Hobby zum Beruf machen, diese Entscheidung zu treffen, hat Zeit gebraucht. Es passierte stückchenweise. Die Lust am Kochen, am Gästebewirten, lebte sie in Berlin im privaten Bereich aus. Auf dem Hof, der in Berlin zu ihrem Wohnhaus gehörte, pflanzte Angelika Fuss –inTöpfen –Gemüse an, das dann verarbeitet wurde. Der Platz reichte hinten und vorn nicht aus. So entstand der Gedanke, aufs Land zu ziehen. Ein Haus in Raakow (Uckermark) wurde zum neuen Zuhause und Angelika Fuss zur Pendlerin. Raakow-Berlin-Raakow, zwei Jahre lang. Dann gab die Neu-Uckermärkerin ihre Anstellung in Berlin auf und übernahm die Leitung eines Bed &Breakfast in Lychen. Ein erster Schritt in Richtung Gastronomie. Breakfast heißt ins Deutsche übersetzt Frühstück, und genau dafür war die 55-Jährige zuständig. Dann machte sie ein Freund auf das Waschcafé in Fürstenwerder aufmerksam. Es gehört zu den Heimatstuben im Ort und konnte bislang für Feiern gemietet werden. Jetzt hat es Angelika Fuss gepachtet. Etwa 25 Plätze bietet das kleine Restaurant im Innenbereich. Im Sommer lässt es sich draußen auf dem Hof mit dem urigen Steinpflaster sitzen, in geselliger Runde bewirtet von Angelika Fuss. Wassie kredenzt, ist frisch und selbst gemacht, mit Produkten von Partnern aus der Region, wie etwa dem Regenbogenhof in Augustfelde. Es gibt Pizza, Pasta, Salat, Suppen, Desserts und Kuchen. Auch wenn es eher mediterran zugeht bei „Else Förster“, zur Uckermark gehört die Nudel (regionale Bezeichnung für die Kartoffel) und auch die wird von Angelika Fuss verarbeitet zu Gnocci und Kartoffelbrot. „Das ,Else Förster‘ soll ein Ort der Geselligkeit sein.“ Kontaktzur Autorin d.skierke@nordkurier.de

FREITAG, 14. JULI 2017 SEITE 7 Wenn arbeit eine lust ist britta daedelow hat viele interessen. sie malt, strickt, gärtnert, töpfert, kocht –alles zusammen brachte sie schließlich auf die entscheidende geschäftsidee. VonDana Skierke koldenhof. Mit dem Singular kommt man bei Britta Daedelow nicht aus. Bei ihr muss man den Plural bemühen. Denn mit nur einem Hobby ist es bei ihr nicht getan. Es sind gleich mehrere Hobbys, die die Koldenhoferin quasi zum Beruf gemacht hat. In ihrem Fall gilt, was der chinesische Philosoph Konfuzius schon wusste: „Wähle einen Beruf, den du liebst, und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten.“ Natürlich legt die Geschäftsfrau nicht die Hände in den Schoß. Aber: Britta Daedelow genießt die Freiheit, zu tun, was ihr Spaß macht, unter der Prämisse, damit Geld verdienen zu müssen. Die Koldenhoferin hat 2012 die Manufaktur britta daedelow und die kräuter. diese hier werden zu kleinen sträußen gebunden. Fotos (2): dana skierke Liebstöckel gegründet. Ihre Gelees, Chutneys, Marmeladen oder Säfte haben einen gewissen Bekanntheitsgrad. Aber ihr Schaffen geht darüber weit hinaus. Und jetzt kommen die diversen Hobbys ins Spiel. Die gelernte Erzieherin und langjährige Leiterin einer Feldberger Kita war auf der Suche nach einem Ausgleich zur Arbeit, einem Hobby eben. Filzen, Fotografie, Malerei, Gärtnerei, Stricken, Basteln oder Töpfern –alles ausprobiert. „Ich hatte Lust darauf, habe es gemacht und dann kam wieder etwas Neues“, erinnert sich Britta Daedelow. Aber aus allen Hobbys hat sie etwas mitgenommen, das ihr bei der Arbeit in der Manufaktur Liebstöckel zugutekommt. So arbeitete sie alte Möbel auf, die teilweise in ihrem Café stehen. Einen Tisch im Außenbereich hat sie sogar selbst gebaut. Hinweisschilder,wie etwa das für den Kräutergarten, hat sie selbst gezimmert und mit der Oberfräse „beschriftet“. Was sie verarbeitet und verkauft, hat sie als Gärtnerin in ihrem Garten gehegt und gepflegt. Kleine Bilder,Britta Daedelow nennt es „Zeichnen für Eilige“, sind ebenso im Angebot wie handgemachte Kissen. „Ich probiere gern viel aus“, gesteht die vielseitige Frau. Das ist das Schöne an einer Manufaktur,indiesen Begriff lässt sich viel hineinpacken. Und auch ihre „Dosis Kinder“ holt sich die gelernte Erzieherin. Sie ist bei den Mittelaltertagen auf der Burg Stargard dabei. Bei ihr können die Mädchen und Jungen Kräutersalz mischen. In den Ferien bietet sie überdies Kinderkochkurse an. „Das ist immer herrlich“, schwärmt sie. Britta Daedelow braucht jetzt kein Hobby mehr als Ausgleich zur Arbeit. „Wenn ichdraußen in der Natur sein kann, auf der ‚Jagd‘ zum Beispiel nach wilden Süßkirschen, denke ich oft, Gott ist das schön.“ Kontaktzur Autorin d.skierke@nordkurier.de VomHobby zum beruf gelees, chutneys, marmeladen und sirup entstehen in der manufaktur liebstöckel. anzeige Meine Glückszahl Mein LOTTO 6aus49 Nutzen Sie Ihre Glückszahlen. Jeden Mittwoch & Samstag! Jede Woche Chancen. Spielteilnahmeunter 18 Jahren istgesetzlichverboten! Glücksspielkannsüchtig machen.Infos unterwww.lotto.de, BZgA-Hotline:0800137 27 00

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