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ARKTIS // NORDPOL 90°N

ARKTIS // NORDPOL 90°N WIE NORDPOL ////////////////////////////////////////////////////////////////////////////// WENN DAS ZIEL NACH ETWA EINER WOCHE ERREICHT IST, SUCHT DER SCHIFFSKAPITÄN EINE GROSSE STABILE EISFLÄCHE, AUF DER DIE REI- SENDEN DANN DIESEN GANZ BESONDEREN MOMENT AUSGELASSEN FEI- ERN UND IN KURZER ZEIT MEHRFACH UM DIE ERDE HERUMSPAZIEREN KÖNNEN. EINMAL IM LEBEN GANZ OBEN STEHEN! 90° 0' 0'' NORD – DER NORDPOL. Wer es bis hierher schafft, hat das Traumziel aller Arktis-Fans erreicht. Wir befinden uns in einer Dimension, der mit sachlichem Verstand nicht beizukommen ist: Rundherum nur Eis, Eis, Eis, tausend Kilometer weit und viele Minusgrad kalt. Sogar den Tieren ist es hier zu lebensfeindlich. Die Luft ist so trocken, dass ihre Feuchtigkeit zu Eiskristallen gefriert. Der Wind treibt sie vor sich her, es funkelt und flirrt in der Luft, es ist wie in Andersens Märchen von der Schneekönigin. Und unter dem Eis liegt das Wasser, 4000 Meter tief, denn die ganze Eiswüste treibt auf dem Meer, sie ist immer in Bewegung. Zwei bis drei Meter dick ist die Eisschicht. Wenn man darauf geht, knirscht und knarrt und klirrt es in nie gehörten Tönen bis tief ins Unbekannte. HÄLT DAS EIS DEM MENSCHEN STAND? JA, ES HÄLT! Denn einmal im Jahr, wenn im hohen Norden die Sonne wieder scheint, kommen die Russen mit schweren Antonov-Transportfliegern und errichten auf dem 89. Breitengrad das Zeltlager mit dem idyllischen Namen Barneo. Es ist nur hundert Kilometer vom Nordpol entfernt. Der Anflug erfolgt von Spitzbergen. Und wer hier zu Gast ist, hat genügend Zeit, diese ganz und gar ausserirdische Welt zu erleben und zu erfassen. Mit dem Helikopter gehts dann direkt zum Nordpol. Wer fit genug ist, läuft die Strecke auf Skis. Das nennt sich dann «der letzte Breitengrad». WER LIEBER ETWAS KOMFORTABLER REIST, wählt den Weg des russischen Eisbrechers «50 YEARS OF VICTORY», zu Deutsch gleichbedeutend «50 Jahre Sieg»: Der stärkste Eisbrecher der Welt sticht in Murmansk in See und pflügt sich mit der atomaren Kraft von 75'000 Pferdestärken mühelos durch die Eisdecke hoch bis 90 Grad Nord. Alleine die Fahrt ist ein faszinierendes Schauspiel: Mit 20 Stundenkilometern knackt das Schiff Dutzende von Metern lange Risse durch den Eispanzer, schiebt fussballfeldgrosse Trümmer beiseite, mischt drei Meter hohe Brocken auf, die sich wie Wale in Zeitlupe der Schiffswand entlang auftürmen und wieder ins Wasser sinken. Wie eine Klinge durch warme Butter zieht das Schiff durch die Eisfläche, die bis zum Horizont reicht. Am Rückweg, auf halber Höhe zwischen Pol und Hafen, liegt das abgelegene Archipel Franz-Joseph-Land, ein versprengtes Inselreich mit 190 Eilanden am Rand der Barentssee. 85 Prozent aller Inselflächen sind permanent von Eis bedeckt. Damit erreicht Franz-Joseph- Land die höchste Vergletscherungsrate aller Arktis-Länder. Trotzdem können hier viele Vögel, Polarfüchse, Robben und natürlich Eisbären ganz gut leben. Nur Menschen sind hier nicht zu Hause. Das Kap Fligely auf der Rudolf-Insel ist der nördlichste Landpunkt Eurasiens. Und ein sprichwörtlicher Höhepunkt ist das Kap Tegetthoff auf der Hall-Insel mit seiner 502 Meter hohen Felsnadel. Oft herrscht dort allerdings dichter Nebel.

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© 2015 by PolarNEWS, Redaktion: Heiner Kubny – Impressum