Aufrufe
vor 3 Jahren

PolarNEWS Magazin - 20 - D

  • Text
  • Polarnews
  • Antarktis
  • Arktis
  • Schiff
  • Rubriktitel
  • Zeit
  • Pinguine
  • Menschen
  • Reise
  • Expedition
  • Magazin

FINDEN SIE UNSERE

FINDEN SIE UNSERE PRODUKTE IM EXKLUSIVEN FACHHANDEL UND ONLINE AUF WWW.SWAROVSKIOPTIK.COM EL FERNGLÄSER MIT SWAROVISION MEISTERSTÜCKE AUS DER MANUFAKTUR Mit dem EL 42, bei dem die bahnbrechende SWAROVISION Technologie zum Einsatz kommt, setzt SWAROVSKI OPTIK neue Massstäbe in puncto Schärfe, Kontrast und Farbtreue. Dieses legendäre Fernglas ist eine optische Meisterleistung aus Österreich und wird in der Manufaktur mit höchster Präzision hergestellt. Das EL 42 bietet eine sorgfältig durchdachte Ergonomie mit einzigartigem EL Durchgriff und solider Fokussiermechanik für optimalen Bedienkomfort. Ein zuverlässiger Begleiter, bei dem auch Grösse und Gewicht perfekt harmonieren. Seine brillante Optik ermöglicht selbst bei Dämmerung faszinierende Einblicke – ideal, um Vögel zu beobachten, die sich nur in den Morgen- und Abendstunden zeigen – und begeistert durch aussergewöhnliche Randschärfe sowie ein überragendes Sehfeld. Augenblicke intensiver erleben – mit SWAROVSKI OPTIK. SEE THE UNSEEN WWW.SWAROVSKIOPTIK.COM 84 PolarNEWS

Die Reise der «Erebus» und der «Terror», so, wie sie heute rekonstruierbar ist. mend geschwächt, der Geist wird wirr, im Extremfall endet das in Wahnsinn. Das würde erklären, warum die Männer in verschiedene Richtungen losgelaufen sind und zweitens warum sie so absurde Gegenstände wie goldene Uhren mit auf ihren Todesmarsch nahmen. Zudem kann sich in den Dosen giftiger Schimmelpilz entwickeln, wenn beim Verlöten Luft mit eingeschlossen wird. Der als «Wurstvergiftung» bekannte Botulismus führt zu ähnlichen Symptomen wie die Bleivergiftung. Fest steht: Die Dosen, die Franklin an Bord hatte, waren schlecht verlötet. Zu diesen Umständen kommt erschwerend dazu: Die über 4000 Liter mitgeführten Zitronensaft sollten zwar dem Skorbut vorbeugen, aber Vitamin C baut sich relativ schnell ab und verliert seine Wirkung. Franklins Männer waren von Skorbut geschwächt. All das wusste damals noch niemand. Genauso wenig wie den unglücklichen Umstand, dass Franklins Reise gegen Ende einer kleinen Eiszeit stattfand, was zu einem doppelten Verhängnis führte: Der erste Sommer war aussergewöhnlich warm, weshalb Franklin relativ hoch in den Norden segeln konnte. Doch der folgende Winter war so extrem kalt, dass das Eis, in dem die beiden Schiffe plangemäss festsassen, auch im folgenden Sommer nicht auftaute. Die beiden Schiffe blieben ganze 19 Monate im Packeis festgesetzt. In dieser Zeit hätte es entscheidend sein können, wenn die Männer Jagdausrüstung dabei gehabt hätten, mit denen sie zumindest Robben und Bären hätten jagen können. Frischfleisch hilft gegen Skorbut. Soweit aus heutiger Sicht die nachvollziehbaren Umstände, deren Kombination zur tödlichen Katastrophe geführt hat. Im Jahr 2013 stellten kanadische Forscher bei der Untersuchung der drei in Gräbern bestatteten Leichen fest, dass diese zwar tatsächlich hohe Bleiwerte im Gewebe aufwiesen, dass diese Werte aber über Jahrzehnte angesammelt waren und nicht innert kurzer Zeit – damals waren Geschirr und Besteck aus Blei durchaus üblich. Die drei Männer starben an Lungentuberkulose. Die wahren Ursachen des Franklin-Fiaskos bleiben trotz mehr als • Dank der vielen Suchexpeditionen wurde der Archipel der kanadischen Arktis sehr genau und umfassend kartografiert. • McClintocks Einsatz von Schlittenhunden nach dem Vorbild der Inuit wurde richtungsweisend für die meisten folgenden Expeditionen, auch in der Antarktis. • Die von Osten herkommende «Investigator» blieb auf der Suche nach Franklin zwei Jahre im Packeis festgesetzt. Die Mannschaft rettete sich schliesslich mit einem 230 Kilometer langen Fussmarsch über das Eis bis zur von Westen herkommenden «Resolute». Kapitän Robert McClure war somit 1853 der erste Mensch, der die Nordwestpassage durchquerte – wenn auch teilweise zu Fuss. • Am 18. Juli 1875 verstarb Lady Franklin im Alter von 83 Jahren in London. Sie hatte nie aufgehört, nach ihrem Mann suchen zu lassen. • 1890 wurde in England das Verlöten von Konservendosen mit Blei auf der Innenseite verboten. 60 Suchaktionen und immer neuer wissenschaftlicher Untersuche wohl für immer ein Rätsel. Immerhin: In den 1980er-Jahren konnte Kannibalismus anhand der Spuren an den Skelettknochen eindeutig nachgewiesen werden. Grund zu neuer Hoffnung gibt immerhin der Fund des Wracks der «Erebus» vom vergangenen September. Vielleicht finden die Tauchroboter nun Logbücher und andere Dokumente. Was danach geschehen ist • Die erste komplette seemännische Durchfahrt der Nordwestpassage gelang 1903–1906 dem späteren Südpol-Eroberer Roald Amundsen. • Im September 2007 war die Nordwestpassage zum ersten Mal durchgehend eisfrei. • Im September 2013 durchquerte der 225 Meter lange Frachter «Nordic Orion» als erstes Transportschiff seiner Art die Nordwestpassage – er hatte Kohle geladen. • Die mündlichen Überlieferungen der Inuit zum Geschehen um 1848 sind bis heute identisch mit den damals erstellten Protokollen. Fazit: Auf die orale Kultur der Inuit ist Verlass. • Klimaforscher schätzen, dass die Nordwestpassage aufgrund der Erderwärmung ab 2050 für die Schifffahrt kommerziell nutzbar sein wird. • Die kanadische Nationalparkbehörde wird weiterhin nach der «Terror» suchen. PolarNEWS 85

© 2015 by PolarNEWS • Redaktion Heiner Kubny – Impressum