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Procycling 03.19

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© Kathrin Schafbauer 32

© Kathrin Schafbauer 32 PROCYCLING | MÄRZ 2019

MR. MSR Als Fahrer war Mailand–San Remo sein Lieblingsrennen, nach vier Siegen auf dem Rad führte er Mark Cavendish 2009 dort vom Auto aus zum Erfolg. Wer also kann besser über „La Classicissima“ Auskunft geben als Erik Zabel? Wir erwischten ihn auf Mallorca, wo er sich mit seinem neuen Team Katusha-Alpecin auf den Saisonstart in Europa vorbereitete. Interview Chris Hauke Fotografie Getty Images Erik, du bist seit dieser Saison „Performance Manager“ bei Katusha- Alpecin. Was genau ist dein Job? In erster Linie geht es darum, den Rennfahrern Hilfestellung zu geben, und das speziell im Bereich Material – etwa in der Zusammenarbeit mit Katusha Sport, was die Kleidung angeht. Dazu begleite ich Trainings, nehme an Trainingslagern teil und bin auch bei einigen Rennen dabei. Das alles geschieht in Kooperation mit den Teamtrainern, vor allem mit Cheftrainer Kevin Poulton. Letzten Endes dient alles dazu, den Rennfahrern zu helfen, ihre Leistung abzurufen. Bist du bei den Rennen im Teamwagen dabei und machst Strategien, oder ist das eine Sache der Sportlichen Leitung? Sowohl als auch. Wir arbeiten da im Team, von daher wird das sicherlich ein Mix sein. Bei den belgischen Klassikern haben wir mit Dirk Demol [Head of Sports Director] einen absoluten Fuchs in unseren Reihen, dazu mit Gennady Mikhaylov [Sports Director] jemanden, der schon seit vielen Jahren in Belgien wohnt. Dort werden dann wohl in erster Linie diese beiden im Auto sitzen und ich die Rennen eher von der Seite oder aus dem Teambus verfolgen. Bei anderen Rennen, wie etwa Mailand–San Remo, macht es natürlich Sinn, wenn ich im Auto mitfahre. Wie sieht es bei Grand Tours aus? Bei einer Rundfahrt wie der Tour de France, speziell auf den Sprintetappen, ist der Plan, dass ich, ähnlich wie damals bei Highroad, eine halbe Stunde vor den Fahrern herfahre, um die wichtigen Abschnitte zu inspizieren – und dann rechtzeitig vorher im Ziel zu sein, um gegebenenfalls ein Update von der Zielanlage in den Teamwagen zu geben. Du hast es bereits erwähnt – wir wollen über Mailand–San Remo sprechen, kurz MSR. Welche Erinnerungen hast du an deinen ersten Start bei diesem Rennen? Das war 1993. Es war eigentlich gar nicht geplant, dass ich als Neuprofi dort starte. Aber ich bin zuvor einen guten Tirreno [Tirreno–Adriatico] gefahren, habe da gleich die erste Etappe gewonnen, hatte das Führungstrikot und war in der Gesamtwertung am Ende Siebter. Aufgrund dieser Vorstellung und dazu der Tatsache, dass Brian Holm nach Paris–Nizza krank geworden ist, hat die Teamleitung entschieden, dass ich San Remo fahren soll. Das war natürlich ein Riesenerleb-­ nis. Am Start standen Leute wie Gianni Bugno, damals Weltmeister, dazu Claudio Chiappucci, Miguel Indurain und [der spätere Sieger] Maurizio Fondriest – alles Rennfahrer, die ich nur aus dem Fernsehen kannte. Beim ersten echten Highlight des Jahres mit diesen Helden ins Rennen zu gehen, war der Wahnsinn. „AM START STANDEN LEUTE WIE GIANNI BUGNO, MIGUEL INDURAIN UND MAURIZIO FONDRIEST – ALLES RENNFAHRER, DIE ICH NUR AUS DEM FERNSEHEN KANNTE.“ MÄRZ 2019 | PROCYCLING 33