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Procycling 03.19

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DIE GESCHICHTEN DES

DIE GESCHICHTEN DES JAHRES 2019 STAR TREK–SEGAFREDO © Chris Auld (unten), Trek-Segafredo Team Der große neue Star im Frauenradsport für 2019 ist das Trek-Segafredo-Team, das seine Debütsaison mit einem starken Aufgebot und der formidablen logistischen Stütze des existierenden Männerteams in Angriff nehmen wird. Trek hat seine Pläne, in der Women’s WorldTour anzutreten, auf einer Pressekonferenz der Tour de France vorgestellt, ebenso wie seine prominenteste Rekrutin, die frühere Weltmeisterin Lizzie Deignan. Ein neues Team an der Spitze des Frauenradsports, insbesondere eines mit dem Format von LIZZIE DEIGNAN ELLEN VAN DIJK ELISA LONGO BORGHINI Trek-Segafredo, ist eine positive Entwicklung. Die Frage ist: Kann es mit den anderen großen Teams konkurrieren? Deignan ist der größte Name in der Mannschaft, obwohl sie nach einer Babypause in der Weltrangliste natürlich deutlich nach unten gerutscht ist. Laut der Website CQRanking ist die höchstplatzierte Fahrerin des Teams Ellen van Dijk als Achte der Weltrangliste. Auch die erfahrene Elisa Longo Borghini, Audrey Cordon-Ragot und die Sprinterin Lotta Lepistö fahren in den Reihen des neuen Teams, und insgesamt hat es acht Fahrerinnen in AUDREY CORDON- RAGOT LOTTA LEPISTÖ den Top 100 der Welt (ohne Deignan). Damit steht es im Vergleich mit den meisten anderen wirklich starken Teams in der Women’s WorldTour gut da – Boels-Dolmans hat neun in den Top 100, während Sunweb, Canyon und Movistar sieben haben und Mitchelton-Scott sechs. Aber abgesehen von Deignan fehlen Trek die absoluten Topfahrerinnen anderer Teams. Die Mitchelton-Mädels Annemiek van Vleuten und Amanda Spratt werden von CQRanking als Erste und Dritte gelistet, während Boels-Dolmans fünf Frauen allein in den Top 15 hat, darunter die Weltmeisterin Anna van der Breggen. Außerdem kann das neue CCC-Team auch auf die wieder erstarkte Marianne Vos und die Kletterin Ashleigh Moolman zählen, die Vierte und Sechste der Welt sind. Wenn Deignan wieder zu ihrer Bestform zurückfindet, kann Trek ein Faktor bei den größten Rennen sein. So, wie es aussieht, hat Trek die Stärke in der Tiefe, um das ganze Jahr über konkurrenzfähig zu sein. Aber da van Vleuten und van der Breggen so dominant sind, werden sie sich trotzdem ranhalten müssen, um die wichtigsten Rennen zu gewinnen. 58 PROCYCLING | MÄRZ 2019

DIE GESCHICHTEN DES JAHRES 2019 VALVERDES REGEN- BOGEN- SAISON DIE WM IN YORKSHIRE Ende September sonnt sich das nordeng lische Yorkshire im Glanz der Radsport-Weltmeis - terschaft – oder ist es anders herum? Die Grafschaft hat sich für die auf einem Rundkurs basierende WM-Strecke eine kleine Neuerung einfallen lassen: Die Stadt Harrogate bildet ein Drehkreuz, und jedes Rennen startet in einer anderen Stadt von Yorkshire. In Leeds das Straßenrennen der Männer, in Northallerton das Zeitfahren der Männer, in Bradford das Straßenrennen der Frauen. Bei den meisten Rennen ist im Finale eine Rundstrecke in Harrogate eingebaut – drei Runden für das Straßenrennen der Frauen, sieben für die Männer. Radsport-Nerds werden bemerken, dass das Straßenrennen der Männer mit 285 Kilometern sehr lang ist – mit fünf schweren Anstiegen vor dem abschließenden Rundkurs ist es ein schwer zu kontrollierendes Rennen. Die Fernsehzuschauer werden die landschaftliche Schönheit der Yorkshire Dales bewundern, aber das Besondere werden die Mengen von Menschen sein und die Atmosphäre, die sie erzeugen, nachdem sie bereits bewiesen haben, dass wenige Regionen sich so sehr für den Radsport begeistern wie diese. Die Atmosphäre wird wahrscheinlich die beste des Jahres sein. Die Welle von skeptischen Reaktionen aus einigen Ecken, mit der Alejandro Valverdes Sieg in Innsbruck aufgenommen wurde, ist über den Winter abgeebbt. Im Oktober nannte er die Leute, die ihn auf seine Verwicklung in die Operación Puerto ansprachen, für die er letztlich eine zweijährige Sperre verbüßt hatte, gegenüber Cyclingnews „ahnungslos“. „Ich glaube, ich habe seitdem zur Genüge bewiesen, wer ich bin“, unterstrich er seinen Unwillen, sich öffentlich für seine vergangenen Siege Asche aufs Haupt zu streuen. Was man in seine bemerkenswerte Sammlung von Erfolgen seit seinem Comeback 2012 – viermal Flèche, zweimal Lüttich, Etappen bei allen drei großen Rundfahrten und jetzt, im Alter von 38 Jahren, den Weltmeistertitel – hineinlesen soll, hängt davon ab, ob man Optimist oder Zyniker ist. In diesem Jahr werden die Zweifel an Valverde nicht ganz aufhören, aber indem er einen Bogen um die Tour macht – er ist für Giro und Vuelta vorgesehen –, vermeidet er die stärkste Medienkonzentration und die größte Plattform, auf der er über seine gefühlte Tauglichkeit als Botschafter des Radsports ausgequetscht werden könnte. STRECKENPROFIL: STRASSENRENNEN DER MÄNNER Leeds Ilkley Skioton Threshfield Cray 423 m Aysgarth Buttertubs 527 m Grinton Moor 411 m Masham Ripon Entry to circuit Ripley Harrogate 0 km Leeds 59 km Cray max. 8,9 % 94 km Buttertubs max. 11,7 % 120,9 km Grinton Moor max. 8,8 % 160,5 km Circuit entry 7 Runden 285 km Harrogate Weltmeister Valverde bekam nicht wenig Gegenwind. © Getty Images MÄRZ 2019 | PROCYCLING 59