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Procycling 03.19

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RENNKALENDER 7. APRIL

RENNKALENDER 7. APRIL FLANDERN-RUNDFAHRT ERSTAUSTRAGUNG 1913 AUFLAGEN 102 PODIUM 2018 1. Niki Terpstra 2. Mads Pedersen 3. Philippe Gilbert DIE MEISTEN SIEGE 3 Achiel Buysse, Fiorenzo Magni, Eric Leman, Johan Museeuw, Tom Boonen, Fabian Cancellara FRÜHERE SIEGER 2017 Philippe Gilbert 2016 Peter Sagan 2015 Alexander Kristoff 2014 Fabian Cancellara ark Cavendish bezeichnet Mailand– San Remo oft als „Oper“. Wenn das M der Fall ist, dann ist die Flandern- Rundfahrt ein Alltagsdrama. Die Ronde ist schwer und rustikal, ein Rennen, das, obwohl es eines der prestigeträchtigsten der Welt ist, zu der ländlichen Ecke Südwestflanderns gehört, in dem es stattfindet, und zu dessen Bewohnern. Die Straßen sind schmal, das Wetter oft schlecht und das Rennen hat eine zermürbende Reihe von steilen Hügeln, einige von ihnen mit Kopfsteinen gepflastert. Die Atmosphäre, geliefert von Tausenden von flämischen Fans, die zu den leidenschaftlichsten der Welt zählen, ist unvergleichlich. Die Klassiker des Nordens, angefangen mit dem Omloop Het Nieuwsblad Ende Februar, steigern sich zur Ronde hin, die viele berühmte Anstiege hat: Paterberg, Oude Kwaremont, Kruisberg, Muur van Geraardsbergen und Koppenberg. Hier gewinnen nur die Stärksten. Während die fein ausbalancierte Dynamik von Mailand–San Remo die der Ausreißer gegen das Peloton ist, gibt es hier keine solche Spannung – das letzte Mal, dass mehr als vier Fahrer das Finale bestritten, war 2001, und bei den letzten drei Rennen gab es Solosieger. Erfahrung und Ortskenntnisse schaden auch nicht. Von den 1990ern bis vor Kurzem hatte die Ronde eine Reihe von patrons: Museeuw, Cancellara und Boonen gewann je dreimal, aber seitdem hat sich niemand als dominante Kraft hervorgetan. Sagan gewann 2016 seine erste Ronde, hat aber keinen weiteren Sieg folgen lassen. Terpstra, der amtierende Champion, ist immer zu den Favoriten zu rechnen, aber bei Direct Energie vielleicht nicht so gut aufgehoben wie bei Quick-Step. Der 2017er-Sieger Gilbert hat spät in seiner Karriere eine Leidenschaft für Kopfsteinpflaster entdeckt, obwohl er lieber Mailand–San Remo oder Paris–Roubaix gewinnen würde, um sie den drei Monumenten hinzuzufügen, die er bereits gewonnen hat, als eine zweite Flandern-Rundfahrt. Und die einheimische Hoffnung Van Avermaet scheint bei seinem Lieblingsrennen immer den Kürzeren zu ziehen. Experten tippen vielleicht auf einen jüngeren Fahrer – Benoot, Stuyven oder Van Aert –, aber die Ronde war immer unfreundlich zu weniger erfahrenen Hoffnungsträgern. Einer der härtesten Klassiker wird 2019 auch einer der unvorhersehbarsten sein. Terpstra am Paterberg auf dem Weg zum Sieg bei der Flandern-Rundfahrt 2018. © Kramon 66 PROCYCLING | MÄRZ 2019

RENNKALENDER 14. APRIL PARIS–ROUBAIX ERSTAUSTRAGUNG 1896 AUFLAGEN 116 s ist ironisch, dass Paris–Roubaix, das wohl aufregendste Rennen des Jahres, E auch eine Anomalie ist. Die Königin der Klassiker hat ein Format, das kein anderes Rennen, ausgenommen der Flirt der Tour mit dem Pavé in jüngerer Zeit, zu kopieren versucht. Wenn man neue Fans für den Radsport gewinnen wollte, könnte man nichts Besseres tun, als sie bei Roubaix vor den Fernseher zu setzen. Gleichzeitig müsste man ihnen erklären, dass kein anderes Rennen ist wie dieses. Es ist so attraktiv, weil es so hart ist. Ohne Hügel ist es so schwer dank der Reihe von Kopfsteinpflaster-Sektoren in der zweiten Hälfte des Rennens. Das Kopfsteinpflaster von Paris–Roubaix ist nicht wie das der belgischen Klassiker. Das Pavé von Paris–Roubaix ist unsäglich … zermürbend, unförmig und unregelmäßig, mit riesigen Löchern dazwischen und schrecklichen Kanten. Selbst starke Amateure können ausgebremst werden und zum Stehen kommen, wenn sie versuchen, darauf zu fahren. Die WT-Fahrer brettern irgendwie mit 45 oder sogar 50 km/h darüber hinweg. Die Pavé-Sektoren erodieren das Peloton tendenziell von hinten. Gleichzeitig kann der entscheidende Angriff zwischen dem Start des Rennens und dem Ziel auf der Radrennbahn von PODIUM 2018 1. Peter Sagan 2. Silvan Dillier 3. Niki Terpstra DIE MEISTEN SIEGE 4 Tom Boonen Roger De Vlaeminck FRÜHERE SIEGER 2017 Greg Van Avermaet 2016 Mat Hayman 2015 John Degenkolb 2014 Niki Terpstra Roubaix jederzeit passieren. Im letzten Jahr attackierte Sagan bei seinem Sieg 50 Kilometer vor dem Ziel und schloss sich dem Rest der Ausreißergruppe des Tages an. 2017 gewann Van Avermaet einen Sprint im Velodrom. 2016 gewann Hayman aus einer frühen Ausreißergruppe heraus, während ein Sturz auf halber Strecke viele Favoriten zurückwarf, die nie wieder Anschluss fanden. Es gibt keinen vorgegebenen Weg, um Paris–Roubaix zu gewinnen, außer stark zu sein und ein gutes Team, kein Pech sowie die Fähigkeit zu haben zu erkennen, wenn die einmalige Chance kommt, um das Rennen zu gewinnen. Und selbst dann reicht es vielleicht nicht aus. Wenn Roubaix schon schwer zu gewinnen ist, ist es noch schwerer, es ein zweites Mal zu gewinnen. Es gibt Mehrfachsieger, darunter Boonen, der den gemeinsamen Rekord von vier Siegen hält, aber seit 1981 haben bei 38 Auflagen nur zwei Fahrer ihren Titel erfolgreich verteidigt – Boonen 2008 und 2009 sowie Gilbert Duclos- Lassalle 1992 und 1993. Ob es 2019 wieder einen neuen Sieger gibt? Im gefürchteten Wald von Arenberg plant Sagan seine Attacke auf die Quick-Step-Armada. © Kramon MÄRZ 2019 | PROCYCLING 67