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Procycling 06.2019

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RADTEST ROSE BACKROAD

RADTEST ROSE BACKROAD GRAVEL 2.549 € // www.rosebikes.com Das Gravel-Bike aus Bocholt ist bis auf die Bereifung identisch mit dem Backroad Cross, einem Querfeldeinrad auf aktuellem Stand. Darunter versteht man beim Rose-Versand erst einmal einen glattflächigen Carbonrahmen in elegantem Blauton, bei dem alle Züge und Leitungen innen verlaufen und an den neben den zwei Flaschenhaltern keine weiteren Zubehörteile geschraubt werden kön- FAZIT Cross oder Gravel? Bei Rose ist das eine Frage der Reifen sowie der Übersetzung. Womit das Backroad die sport - liche Variante der Gattung ist, die zu schnellen Runden im Gelände einlädt, wobei der Lenker auch eine Lenkertasche zulässt. nen, mal abgesehen von Schutzblechen. Die Sitzgeometrie auf dem Backroad ist, anders als bei manch anderem sportlichen Crosser, eher relaxed und kompakt, dafür lenkt sich das Rad wendig und handlich. Die Sitzhaltung passt also gut zu einem Gravel-Bike. Ebenso wie die Übersetzung mit 42er- Kettenblatt und 11-42 hinten, die gleichen Gänge, mit denen auch die Cross-Variante ausgeliefert wird und die dort nicht ganz passen – aber im Rose-Konfigurator kann man die Kassette ebenso wie Lenkerbreite, Vorbaulänge und andere Spezifikationen nach Belieben ändern. Breitere Reifen als die 40 sind nicht im Angebot, würden jedoch passen – typisch für einen Crosser, ist der Durchlauf ziemlich groß, damit sich kein Matsch festsetzen kann. Ein weiteres Gravel-typisches Detail ist der Rennbügel mit um zwölf Grad nach außen abgewinkeltem Unterlenker, der mehr Kontrolle bergab erlaubt. Die vorzüglich funktionierenden Komponenten mit knackigen elf Gängen und scharfen Discbrakes sind auch an deutlich teureren Bikes zu Hause, warum also nicht einen zweiten Laufradsatz besorgen, sodass man das Backroad entweder als richtigen Crosser oder als Gravel-Bike mit breiteren Reifen fahren kann? SPECS Rahmen High Modulus Aerospace Carbon Gabel High Performance Disc Schaltung SRAM Force 1 Kurbelsatz SRAM Force 1 Laufradsatz Rose R Thirty Disc Bereifung Schwalbe G-One Allroad 40 mm Vorbau/Lenker Ritchey WCS C220/WCS Evomax Sattel Selle Italia Novus Flow Stütze Rose RC-170 Carbon Gewicht 8,62/1,61/2,26 kg (kpl. o. P./VR/HR) 96 PROCYCLING | JUNI 2019

RADTEST SPECIALIZED DIVERGE EXPERT X1 4.799 € // www.specialized.com SPECS Rahmen FACT 9r Carbon Gabel FACT Carbon Schaltung SRAM Force 1 Kurbelsatz Praxis Zayante Carbon 1X Laufradsatz Roval C38 Disc Bereifung Sawtooth 2Bliss Ready 38 mm Vorbau/Lenker Specialized Adventure Gear Hover Sattel Body Geometry Phenom Expert Stütze Specialized Carbon Gewicht 8,61/1,53/2,0 kg (kpl. o. P./VR/HR) Mit Sichtcarbon und Glitterlack ist das Diverge ein ausgesprochen attraktives Gravel-Bike – so hip wie der neue Rennradtrend selbst, dabei konsequent auf Komfort getrimmt. Die weit ausgezogene Stütze mit dem charakteristischen Knick ist sicht- und spürbar vibrationsdämpfend; im Gabelschaft sitzt das „Future Shock“-System mit 20 Millimeter Federweg. Im Vergleich zu älteren Ausführungen führen auch harte Stöße nun nicht mehr dazu, dass die Federung durchschlägt; Dauervibrationen und kleinere Schläge werden abgepuffert und sorgen für einen lockeren Griff am Flare-Lenker. Dieser ist auch nach oben gezogen und sorgt zusammen mit der extrem entspannten Sitzgeometrie für eine ungewohnt aufrechte Haltung: Im Vergleich zu einem Specialized-Crosser bietet das Diverge bei gleichem „Reach“ gut sechs Zentimeter mehr „Stack“. Das ist angenehm auf entspannten Geländetouren und perfekt auf den Einsatz zweck abgestimmt. Als einziger Anbieter im Testfeld verbaut Specialized eine XG-Kassette mit 10er-Abschlussritzel, das zusammen mit dem 40er-Kettenblatt für einen ausreichend lang übersetzten Schnellgang sorgt. Am Berg steht mit 40-42 sogar eine Untersetzung zur Verfügung; die Abstufung muss dafür etwas grob ausfallen, was im Gelände freilich kein Nachteil ist. Die Amerikaner montieren ihren hauseigenen Sawtooth-Reifen, der auf Asphalt sehr ruhig und leicht rollt, mit dem mäßig tiefen Sägezahnprofil aber auch auf losem Untergrund sichere Haftung bietet. Allerdings sind die Reifen mit 38 Millimetern nicht allzu breit und der Durchlauf ist vorne wie hinten nicht allzu üppig bemessen. FAZIT Dem ziemlich leichten Specialized kann man „Gravel pur“ be - scheinigen mit sehr aufrechter Sitzhaltung, opti - maler Übersetzung und sogar einer Federung im Gabelschaft. Nur die Reifen dürften etwas breiter sein. JUNI 2019 | PROCYCLING 97