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Procycling 07.2019

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PROLOG DER GIRO AM

PROLOG DER GIRO AM MORTIROLO So schlug sich das Peloton am härtesten Anstieg des gesamten Giro. Text Werner Müller-Schell © Strava (Screenshot) Mortirolo. Allein das Aussprechen des Namens der engen, extrem steilen Bergstraße lässt die Herzfrequenz der meisten Radsportler in die Höhe schnellen. Seit 1990 gehört der südwestlich des Gaviapasses gelegene Pass zum Stammprogramm des Giro d’Italia – und hat sich seitdem zu einem Schicksalsberg der Italienrundfahrt entwickelt. Mehr als nur einmal war der südwestlich des Gaviapasses gelegene Pass Schauplatz epischer Duelle um das Maglia Rosa, mehr als nur einmal die Bühne epischer Dramen. Die Liste seiner schnellsten Bezwinger ist mit zahlreichen illustren Namen geschmückt: Leonardo Sierra, Ivan Gotti, Ivan Basso und nicht zuletzt Marco Pantani fuhren auf der 11,4 Kilometer langen, durchschnittlich 10,5 Prozent und maximal bis zu 20 Prozent steilen sowie insgesamt 1.300 Höhenmeter umfassenden Steigung ins Rampenlicht und in die Herzen ihrer Fans. Auch in diesem Jahr zählte der Mortirolo mit der Auffahrt von Mazzo di Valtellina wieder zum Giro- Profil – und war Schauplatz der 17. Etappe von Commezzadura nach Anterselva. Und als ob die Steigung nicht schwer genug wäre, machte das Wetter den Tag für die Profis noch anspruchsvoller: Strömender Regen und bittere Kälte sorgten dafür, dass das Giro-Gesamtklassement zumindest hinter dem zu diesem Zeitpunkt bereits im Rosa Trikot fahrenden Richard Carapaz an einigen Positionen kräftig durcheinandergewirbelt wurde. Die Lorbeeren am Mortirolo selbst sammelte allerdings ein Fahrer ein, der mit dem Ausgang der Gesamtwertung gar nichts zu tun hatte: Erster am Gipfel war nämlich der Italiener Giulio Ciccone, der sich als Teil einer Ausreißergruppe auf seiner Jagd nach dem Bergtrikot an der Spitze des in kleinste Einzelteile zerfallenen Pelotons hier die volle Punktzahl sicherte. BESTZEITEN AUF STRAVA Ciccone und sein Begleiter Jan Hirt waren dabei nicht nur als Erste auf dem Gipfel – in 46:20 Minuten (Hirt) bzw. 46:21 Minuten (Ciccone) sicherten sie sich auch direkt die absoluten Strava-Bestzeiten am Mortirolo. Überhaupt war der diesjährige Giro unglaublich schnell unterwegs: Gleich neun der Top-Ten-Plätze gingen an Aufstiegszeiten, die während jener 17. Etappe gefahren wurden. Spannend ist dabei ein Blick auf die Leistungswerte: Sowohl Hirt als 28 PROCYCLING | JULI 2019

Du kennst die Länge deines nächsten Anstiegs nicht? DEIN EDGE SCHON. Setzten die Strava-Bestzeiten am Mortirolo: Jan Hirt (vorne) und Giulio Ciccone. auch Ciccone luden ihre Powermeter-Daten auf Strava hoch. Hirt trat bei einem offiziellen Körpergewicht von 60 Kilogramm dabei im Schnitt 351 Watt, Ciccone kam bei 58 Kilogramm auf 366 Watt, was einer Durchschnittsleistung von 5,9 beziehungsweise 6,3 Watt pro Kilo entspricht. Die Aufstiegsrate beider Fahrer lag bei 1.628 Höhenmeter pro Stunde. Interessant ist der Fakt, dass sich zwei Fahrer aus der Spitzengruppe die Bestzeiten holten. Der bestplatzierte Klassementfahrer auf Strava ist Pavel Sivakov, der in 46:52 Minuten eine halbe Minute langsamer unterwegs war als Hirt und Ciccone. Da Sivakov am Mortirolo allerdings die Topfavoriten ziehen lassen musste, zeigt sich aber auch, dass die stärksten Athleten des diesjährigen Giro um Richard Carapaz und Vincenzo Nibali deutlich schneller unterwegs waren. Der Kolumbianer Miguel Ángel López benötigte als Teil der Spitzengruppe verschiedenen Angaben zufolge nur 44:38 Minuten für seinen Aufstieg und war demnach fast zwei Minuten schneller als die Spitzenreiter. Nichtsdestotrotz gilt hier mit einem Augenzwinkern der altbekannte Strava-Spruch: „Wenn es nicht auf Strava ist, dann ist es nicht passiert.“ Das Strava-Ranking Mortirolo (11,4 Kilometer / 1.258 Höhenmeter) 1. Jan Hirt Astana 46:20 Minuten 2. Giulio Ciccone Trek 46:21 3. Damiano Caruso Astana 46:33 4. Pavel Sivakov Ineos 46:52 5. Sebastián Henao Ineos 47:09 6. Davide Formolo Bora–hansgrohe 47:32 7. Fausto Masnada Androni 47:59 8. Jan Polanc UAE Emirates 48:04 9. Valentin Madouas Groupama 48:06 10. Joe Dombrowski EF Education First 48:43 © Fabio Ferrari-Pool/Getty Images PHOTO: MARGUS RIGA NEU! EDGE ® 530 | 830 JACK HAIG, MITCHELTON-SCOTT ©2019 Garmin Ltd. or its subsidiaries. #BeatYesterday MIT DEINEM GARMIN