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Procycling 07.2019

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L E TO U R 20 19 „ICH

L E TO U R 20 19 „ICH WUSSTE, DASS ICH MICH UNERSETZLICH MACHEN MUSSTE“ DARYL IMPEY MITCHELTON- SCOTT Der südafrikanische Allrounder kann in Sprintzügen, bei Mannschaftszeitfahren, bei knackigen Anstiegen und in den Bergen fahren. Ich hätte nie gedacht, dass ich so vielseitig werden würde, das ist meine Stärke. Als ich zum Team kam und für die Tour ausgewählt wurde, hielt ich es für Glück, da ich Sprintanfahrer war. Ich wusste, dass ich mich unersetzlich machen musste, sodass ich in jedes Szenario passen würde. Da habe ich die Lücke gefüllt und meinen Platz zementiert. Ich habe diese Seite von mir immer beibehalten – dass ich nicht zu eindimensional bin. Meine größte Motivation war, alle Anforderungen zu erfüllen. Bevor ich hier unterschrieben habe, habe ich immer um ein Team gekämpft, bekam immer Einjahresverträge und kam nie zur Ruhe. Als ich zu diesem Team kam, habe ich gesehen, dass sie es zu schätzen wissen, wenn ich die Sprints anfahre. Ich habe mir besondere Mühe gegeben; vielleicht kann ich die Sprints anfahren und in den Hügeln helfen. Wenn ich meinen Job mache und ein bisschen mehr, weiß dieses Team es vielleicht zu schätzen. Es gibt nicht allzu viele Fahrer im Peloton, die all das können. Es gibt nicht viele Jungs, die verschiedene Rollen übernehmen können und sagen: „Okay, heute fahre ich den Sprint an und morgen gehen wir in die Berge.“ Ich habe gesehen, dass das meine Stärke war und meine Zuverlässigkeit. Viele Teams erkennen, dass du nur ein paar Spezialisten brauchst, und dann brauchst du die Pferde, um sie zu unterstützen. Wenn du jemand bist, der alles kann und zuverlässig ist – was wahrscheinlich das Wichtigste ist –, dann steigt dein Wert. Viele Teams suchen jetzt nach Typen, die solide sind; die Teams werden kleiner, es gibt weniger Sponsoren, es gibt keinen Platz mehr für Fahrer, die nur Statisten sind. Es ist für Fahrer wie mich besser geworden. Früher hieß es: „Oh, er ist Domestik, er gehört nicht dazu.“ Die Leute nehmen die Helfer heute anders wahr als früher. Impeys Vielseitigkeit macht ihn zu einem wichtigen Fahrer für Mitchelton-Scott bei der Tour. © Kramon (groß) 80 PROCYCLING | JULI 2019

„ICH KANN EINEN JOB MACHEN, FÜR DEN ANDERE TEAMS ZWEI FAHRER BRAUCHEN“ MARCUS BURG- HARDT BORA– HANSGROHE Der Deutsche hat zehn Frankreich- Rundfahrten als Helfer für Cadel Evans, Richie Porte, Greg Van Avermaet und jetzt Peter Sagan bestritten. Meine Hauptrolle ist, die jüngeren Fahrer anzuleiten, aber in den letzten 15 Jahren habe ich fast alles erlebt, was in einem Rennen passieren kann. Daher können die jungen Fahrer mich fragen: „Was machen wir jetzt und wann greifen wir an und was ist wichtig?“ Und es geht auch darum, ihnen Tipps vor oder nach dem Rennen zu geben, zur Vorbereitung. Das Grüne Trikot ist immer ein großes Ziel für Peter Sagan, und ihn im Rennen zu haben, nicht nur bei der Tour de France, macht es viel schwieriger, weil du immer die Verantwortung übernehmen musst, wenn er startet. Es kommt nicht oft vor, dass er nicht in Form ist und wir sagen: Nein, wir fahren nicht. Meistens nehmen wir das Rennen in die Hand. Er hat genug Erfahrung für die Sprints, ich kann ihm nur helfen, indem ich ihn für die letzten Kilometer frisch halte, dann muss er entscheiden, wie er den Sprint fährt. Es war nie wirklich ein großes Problem für mich, vorne zu bleiben; ich habe es in den ersten Jahren gemacht, als ich Profi wurde, ich bin also mehr oder weniger in der ersten Reihe des Pelotons groß geworden. Ich glaube, das Team weiß, dass ich, wenn ich bei einem Rennen bin, das Auge dafür habe zu wissen, wann es wichtig ist, nach vorne zu fahren und wann man ein bisschen entspannen kann. Sie wissen, dass sie mir vertrauen können, und das ist auch wichtig für die jungen Fahrer, für die Sprinter, für die Klassementfahrer – sie bleiben hinter dir, und wenn du nicht gehst, gehen sie auch nicht. Wenn ich gehe, ist es wichtig und im richtigen Moment, denke ich. Wenn du mit den Klassementfahrern wie Cadel oder Richie Porte fährst, bleiben sie wirklich hinter dir, denn die Tour ist drei Wochen lang, und je mehr Zeit sie in meinem Windschatten verbringen, umso mehr Power haben sie am Ende des Rennens. Ich kann einen Job alleine machen, für den andere Teams vielleicht zwei Fahrer brauchen, und wenn du das liefern kannst, ist es viel wichtiger. Dann können sie vielleicht einen Sprintanfahrer mehr oder einen Kletterer mehr mit zur Tour nehmen. © BettiniPhoto (groß) JULI 2019 | PROCYCLING 81