Psychiatrische Pflege

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Kompetenz - zwischen Qualifikation und Verantwortung (2007)

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Kongressband Dreiländerkongress 2007 in Bielefeld

Facharztausbildung die

Facharztausbildung die dem Arzt zugeschriebene Leitungsrolle und seinen Mehrverdienst ausreichend legitimieren. Zurück zum psychiatrischen Krankenpfleger: In meiner Wahrnehmung trägt das Eis der Emanzipation erst ein wenig, aber es mag ja dicker werden. Primary Nurse als Symbol dafür, persönliche Verantwortung für eigenes berufliches Handeln zu übernehmen, setzt sich nur mit viel Anstrengung und langem Atem durch. Zum Schluss: In Anlehnung an ein viel zitiertes Wort von Immanuel Kant möchte ich folgende Maxime zur Diskussion stellen: »Handle so, dass du auch wollen kannst, dass du als möglicher Patient in der Psychiatrie selbst so behandelt wirst, wie du es mit deinen eigenen Patienten gegenwärtig praktizierst.« Das betrifft nicht nur das persönliche professionelle Handeln am Patienten, sondern auch die Gestaltung der Rahmenbedingungen, unter denen Behandlung stattfindet. Die sachgerechte Verteilung von Arbeitsaufträgen im Sinne des Patienten ist ein wichtiger Teil davon. Schließlich sind Ärzte und Pfleger für die Patienten da und nicht die Patienten für die jeweiligen KollegInnen. Das wünsche ich mir, wenn ich einmal in die Psychiatrie eingewiesen werde. Literatur: Marburger Bund: Presseerklärung vom 18.7.2007.: »Marburger Bund warnt vor Entwertung ärztlicher Tätigkeit zugunsten der Pflegeberufe«, http://www.lifepr.de/pressemeldungen/marburger-bund-bundesverband/boxid-7153.html Rosen A, Callaly T (2005) Interdisciplinary teamwork and leadership: issues for psychiatrists. Australasian Psychiatry 13 (3) S. 234-240 Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen: Gutachten vom 3.7.2007 zum Thema »Kooperation und Verantwortung. Voraussetzungen einer zielorientierten Gesundheitsversorgung. www.svr-gesundheit.de 70

Wie entsteht Arbeitszufriedenheit in der psychiatrischen Pflege: Eine Grounded Theory Studie zur Individualökonomie Rüdiger Bauer Die zentralen Fragen der Untersuchung lauteten: Was sind Bedarfe und Bedürfnisse für die Pflegenden? Was sind für Pflegende Knappheiten in Arbeitsprozessen? Was sind die Mittel, die Pflegende einsetzen um Knappheiten zu überwinden? Wie setzen sie diese Mittel ein? Welche Bedingungen werden von Pflegenden wie für den Mitteleinsatz geschaffen? Die Hypothese lautet demnach: Pflegende in der stationären Psychiatrie handeln eigenwirtschaftlich, indem sie ihr Handeln und Verhalten über ihre Bedarfe und Bedürfnisse planen. Untersuchungsverlauf und Ergebnisse: Zur ersten Datenerhebung wurden Interviews mit sieben Pflegenden geführt, anschließend transskribiert und offen codiert. Die ersten Interviews waren so offen wie möglich gestaltet, um die Komplexität und Individualität der Informanten nicht zu beeinflussen. Nach dem ersten offenen Kodieren wurde in denselben Daten gezielt nach Kategorien gesucht. Die Leitlinie ergab sich aus dem ersten Eindruck eines hochkomplexen Geschehens der ständigen Verhandlung von Bedarfen und Bedürfnissen innerhalb und zwischen den Hierarchiestufen. Bedarfe und Bedürfnisse konnten je nach Problemlage als Knappheiten oder Gewinne verstanden werden. Es wurde bereits hier klar, dass hohe Identifikation und Motivation durch eine hohe wechselseitige Bedarfs- Bedürfnis-Kongruenz zwischen Unternehmen und Mitarbeiter entstehen kann. Als Kategorien wurden Einstellungen, Entwicklungen, soziale Zurückweisung und soziale Akzeptanz generiert. Als Einstellungen konnten alle Normen, Werte, Spaß und persönliche Eigenschaften verstanden werden. Entwicklung konnte sowohl passiv als auch aktiv verstanden werden. Die Informanten versuchten zunächst, ausgehend von ihren Einstellungen, Entwicklung bei anderen, später auch bei sich in Gang zu setzen. Diese 71

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