Psychiatrische Pflege

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Kompetenz - zwischen Qualifikation und Verantwortung (2007)

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Kongressband Dreiländerkongress 2007 in Bielefeld

gen der psychischen

gen der psychischen Gesundheit in Europa Stellung nimmt. Kernpunkte des Papiers sind die Forderung nach Deinstitutionalisierung, nach vermehrter Anstrengung in der Prävention sowie die Forderung nach einer stärkeren europäischen Vernetzung. Es ist wichtig, dass sich psychiatrisch Pflegende diesen Änderungen bewusst sind, die uns durch die europäischen Richtlinien diktiert werden, oftmals ohne jegliches Verständnis für die Auswirkungen auf die Patienten bzw. den Einfluss auf das Arbeitsfeld der dort Pflegenden. HORATIO – die europäische Vereinigung für Pflegende im Bereich psychischer Gesundheit Horatio: Psychatric Nurses in Europe (http://www.horatio-web.eu) hat begonnen die Lücke einer europaweiten Organisation für psychiatrisch Pflegende zu schließen. Ziel der Organisation ist es, Pflegende von psychiatrischen Patienten unter einer repräsentativen Körperschaft zusammenzubringen. Zukünftig muss es gelingen, die 350.000 psychiatrisch Pflegenden in Europa mit einer Stimme zu vertreten, da alleinige Anstrengungen wenig zielführend sein werden. Dabei geht es nicht um eine Gleichschaltung der verschiedenen Länder, sondern in den unterschiedlichen Ausgestaltungen liegt eine große Stärke der Union. Die Aufgaben für HORATIO sind gewaltig. Es gibt nicht nur sehr viel Arbeit in Bezug auf die Verbindung mit der European Federation of Nurses Associations - EFN (http://www.efnweb.org/ version1/en/about.html) und als Vertretung für psychiatrisch Pflegende in der »European Specialist Nurses Organisations – ESNO« (http://www.esno. org/), einer Organisation, unter welcher verschiedene Spezialisierungen von Pflege innerhalb der europäischen Union zusammengefasst sind. Gleichzeitig müssen die jeweiligen Mitgliedsländer mit ihren Berufsverbänden HORATIO mit ihrem Beitritt unterstützen. In Deutschland ist der Deutsche Berufsverband für Krankenpflege - DBFK mittlerweile HORATIO beigetreten und Michael Schulz ist als Vertreter aus Deutschland benannt (http://www. horatio-web.eu/list-full-members.html). Von daher stehen die Bemühungen noch am Anfang, aber ein Anfang ist endlich gemacht! Literatur: Harrison M. (2000) Mental Health Nursing in Europe: a Framework for the 21 st Century. Manchester: WHO European Commission (Ed.) (2005) Green Paper – Improving the mental health of the population: Towards a strategy on mental health for the European Union. Brussels 90

Lesen, Schreiben und Publizieren in der psychiatrischen Pflege: Die neue Zeitschrift für Pflegewissenschaft und psychische Gesundheit (PpG) Christoph Abderhalden, Michael Schulz, lan Needham, Susanne Schoppmann Mehr als je zuvor ist Wissen und Wissenschaft in allen Bereichen unserer Gesellschaft Grundlage und Richtschnur menschlichen Handelns. Im Gesundheitswesen erleben wir, dass immer mehr Handlungskomplexe ohne eine wissenschaftliche Legitimation nicht mehr auskommen. Im medizinischen Diskurs hat die Wissenschaft als Quelle der Legitimation von Argumenten fast ein Monopol (vgl. Stehr, 1994: 11). Auch die psychiatrische Pflege ist zu einer Praxiswissenschaft geworden (Sauter et al. 2004): Als Wissenschaft generiert und überprüft Pflege Fachwissen über pflegerelevante gesundheitliche Phänomene und über entsprechende Interventionen, als Praxis unterstützt Pflege Individuen und Gruppen im Rahmen eines Problemlösungs- und Beziehungsprozesses bei der Bewältigung des Alltags und beim Umgang mit Bedürfnissen, bei der Erhaltung, Anpassung oder Wiederherstellung von physischen, psychischen und sozialen Funktionen und beim Umgang mit existentiellen Erfahrungen. Der Bezug zu spezifischem Fachwissen ist nach Weidner (1999: 23) eines der zentralen Merkmale professionellen Handelns. Professionelles Handeln bedeutet unter anderem, dass ein durch eine spezifische Ausbildung erworbenes systematisches Regelwissen auf Einzelfälle in der Praxis angewendet wird. Fachwissen dient dazu, Handlungen und Entscheidungen begründen zu können. Professionelles Handeln bedeutet damit, dass das allgemeine Fachwissen mit der einmaligen individuellen Situation der einzelnen PatientInnen in Bezug gesetzt wird. Professionelles Handeln schließt ein fortwährendes Erweitern und Aktualisieren der Kenntnisse und Fähigkeiten mit ein, da das wissenschaftliche Wissen in sozialen Arbeitsfeldern nie als endgültig anzusehen ist. Wissenschaftliche Erkenntnis als Form des organisierten Wissens stellt dabei aber nur eine Säule des Wissens dar. Sie wird ergänzt durch andere Formen des Wissens, z.B. Erfahrung, Intuition oder auch tradierte Wissensinhalte (Benner: et al.: 1996). Nach Carper (1978) können in der Pflege vier Arten von Wissen unterschieden werden: Ethisches Wissen (die Komponente, die den moralischen Aspekt in der Pflege darstellt), Intuition 91

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