Psychiatrische Pflege

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Kompetenz - zwischen Qualifikation und Verantwortung (2007)

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Kongressband Dreiländerkongress 2007 in Bielefeld

* Die Items 10 Psychose

* Die Items 10 Psychose (n=1), 5 Sozialer Rückzug (n=15) und 15 Terminale Erkrankung (n=55) enthalten n Fälle, für die Kappa nicht definiert ist (bei vollständiger Übereinstimmung). In diesen Fällen wurde Kappa mit 1 bewertet Schlussfolgerung Die deutsche Version der NGASR-Skala ist ein reliables Instrument zur Beurteilung von Risikofaktoren für Suizid. Eine zuverlässige Anwendung in der klinischen Praxis erfordert eine Schulung und die Verwendung einer Durchführungsanleitung. Die Validität der NGASR-Skala muss noch untersucht werden. Literatur 1. Abderhalden C, Grieser M, Kozel B, Seifritz E, Rieder P (2005) Wie kann der pflegerische Beitrag zur Einschätzung der Suizidalität systematisiert werden? Bericht über ein Praxisprojekt. Psych. Pflege Heute 11:160-164 2. Brown GK (2000) A review of Suizide Assessment Measures for Intervention Research with Adults and Older Adults. In:National Institute of Mental Health (NIMH). http://www.nimh.nih. gov/suicideresearch/adultsuicide.pdf am 14.10.2005 3. Caplan G, Grunebaum H (1967) Perspectives on primary prevention. A review. Archives of General Psychiatry 17:331-346 4. Cochrane-Brink KA, Lofchy JS, Sakinofsky I (2000) Clinical rating scales in suicide risk assessment. General Hospital Psychiatry 22:445-451 5. Cohen J (1960) A coeffizient of agreement for nominal scales. Educational and Psychological Measurement 10:37-46 6. Cutcliffe JR, Barker P (2004) The Nurses’ Global Assessment of Suicide Risk (NGASR): developing a tool for clinical practice. Journal of Psychiatric and Mental Health Nursing 11:393-400 7. Ebner G, Lehle B (2005) Suizidalität - Erkennen, Vorgehensweisen, rechtliche Situation. Psychiatrie 4:9-18 8. Feinstein AR, Cicchetti DV (1990) High agreement but low kappa: I. The problems of two paradoxes. Journal of Clinical Epidemiology 43:543-549 9. Finzen A (1997) Suizidprophylaxe bei psychischen Störungen: Prävention-Behandlung-Bewältigung. Bonn, Psychiatrie-Verlag 10. Gwet K (2002) Kappa Statistic is not satisfactory for assessing the extent of agreement between raters. http//:www.stataxis.com/files/articles/smirra1.pdf am 30.10.2005 11. Heinrich K, Klimke A (1990) Selbsttötungen von psychiatrischen Klinikpatienten. Zeitschrift für klinische Psychologie, Psychopathologie und Psychotherapie 38:99-108 12. Hübner-Liebermann B, Spiessl H, Cording C (2001) Patientensuizide in einer psychiatrischen Klinik. Psychiatrische Praxis 28:330-334 13. Jobes DA (2006) Managing suicidal risk. A collaborative approach. New York, Guilford 14. Kozel B (2005) Nurses`Global Assessment of Suicide Risk (NGASR) - Erste Überprüfung der Anwendbarkeit eines Instrumentes zur Einschätzung der Suizidalität im deutschsprachigen Raum. Fulda, unveröffentlichte Diplomarbeit 15. Kozel B, Grieser M, Rieder P, Seifritz E, Abderhalden C (2007) Nurses`Global Assessment of Suicide Risk - Skala (NGASR). Die Interrater-Reliabilität eines Instrumentes zur systematisierten pflegerischen Einschätzung der Suizidalität. Zeitschrift für Pflegewissenschaft und psychische Gesundheit im Druck 16. Landis JR, Koch GG (1977) The measurement of oberserver agreement for categorical data. Biometrics 33:159-174 17. Littlejohn C (2004) Understanding the nurse’s role in improving suicide prevention. Nursing Times 100:28-29 18. Lyons C, Price P, Embling S, Smith C (2000) Suicide risk assessment: a review of procedures. Accident and Emergency Nursing 8:178-186 19. Mayer H, Nonn C, Osterbrink J, Evers GCM (2004) Qulitätskriterien von Assessmentinstrumenten - Cohen`s Kappa als Mass der Interrater-Reliabilität (Teil 1). Pflege 17:36-46 20. McPherson A (2005) An overview of the assessment tools available to mental health professionals to help determine patients at risk of suicide. Journal of Psychiatric Nursing Research 10:1129-1142 21. Michel K (2002) Der Arzt und der suizidale Patient. Teil1: Grundsätzliche Aspekte. Schweizerisches Medizin-Forum 29/30:704-707 22. Morrison-Valfre M (2005) Foundations in Mental Health Care. St. Louis, Elsevier Mosby 23. Range LM, Knott EC (1997) Twenty suicide assessment instruments: evaluation and recommendations. Death Studies 21:25-58 24. Vaitl P, Bender W, Brunner M, Hirschka A (1995) Patientensuizuide im Psychiatrischen Krankenhaus Haar bei München im Zeitraum 1975-1989. Krankenhauspsychiatrie 6:23-28 25. Valente S (2002) Overcoming barriers to suicide risk management. Journal of Psychosocial Nur sing and Mental Health Services 40:22-33 26. WHO (2003) Suicide prevention. http://www5.who.int/mental_health am 12.01.2005 27. Wirtz M, Caspar F (2002) Beurteilerübereinstimmung und Beurteilerreliabilität. Göttingen, Hogrefe 28. Wolfersdorf M, Franke C, Keller F, Wurst F (2001) Die Entwicklung der Suizidzahlen und -raten im Bezirkskrankenhaus Bayreuth 1976 - einschliesslich 2000. Psychiatrische Praxis 28:337-340 29. Wolfersdorf M, Keller F (2000) Patientensuizide wahrend stationärer psychiatrischer Therapie. Neue Entwicklungen. Psychiatrische Praxis 27:277-281 120 121

Evaluation der Verteilung von Pflegeleistungen im Rahmen von stationärer gerontopsychiatrischer Krankenbehandlung Rüdiger Noelle, Michael Schulz Hintergrund Verteilung von Pflegeleistungen findet im stationären Behandlungsverlauf fortwährend statt, ohne regelmäßig explizit evaluiert zu werden. Der Ressourceneinsatz in der Gerontopsychiatrie ist eng verbunden mit dem (professionellen) Grundpflegebedarf als Folge chronischer Krankheitsverläufe der zu behandelnden Patienten. Der Rahmen der Psychiatriepersonalverordnung war hier bisher schwerpunktmäßig für die Bemessung des Bedarfs sowie die Verteilung der vorhandenen Pflegeressourcen handlungsleitend. Der zunehmende Kostendruck innerhalb der Institutionen erhöht den Begründungsdruck für entsprechende Verteilungsentscheidungen (Allokationsentscheidungen) und somit die Ansprüche an entsprechende Erhebungsinstrumente. Vor diesem Hintergrund wurde in der Gerontopsychiatrischen Abteilung der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Bethel eine Studie mit dem Ziel durchgeführt, Ressourcenbedarf messen zu können sowie Behandlungsbzw. Pflegequalität mit den Ergebnissen in Beziehung zu setzen. Methode Im Rahmen einer Vollerhebung wurden Daten aller in der Abteilung aufgenommenen Patienten über die Dauer von 18 Monaten explorativ ausgewertet. Zugrunde liegt eine naturalistische Untersuchungsanordnung ohne Kontrollgruppen. Die Vorgaben an Minutenwerten für Grundpflege nach der Psychiatriepersonalverordnung (PsychPV) wurden für die Stationen berechnet und als weiterer Ansatz dazu der Pflegebedarf bei allen Patienten mittels der Pflegebedarfseinstufung nach dem Pflegeversicherungsgesetz (§ 14 Sozialgesetzbuch XI) erhoben. Neben diesen zwei normativen methodischen Zugängen wurde bei einem Teil der untersuchten Population der Barthel-Index als valides und testtheoretisch gut überprüftes Erhebungsinstrument eingesetzt. Je nach eingesetztem Instrument lassen sich aus dem Ergebnis unterschiedliche Ressourcenbedarfe ableiten, welche sich auch im Hinblick auf die Diagnosegruppen unterscheiden. Vergleicht man den errechneten Bedarf an Pflegeminuten nach SGB XI mit denen nach PsychPV, so ergeben sich Unterschiede von bis zu 4-fachem Wert der täglichen Bedarfszeit an Grundpflegeminuten bei dementen Patienten. Diese auffallenden Diskrepanzen in der zeitlichen Bewertung wurden bei dem Kongress »Wissen schafft Pflege – Pflege schafft Wissen« in Wien vorgestellt sowie an anderen Stellen in die Diskussion um die gerontopsychiatrische Versorgung eingebracht. Um den Behandlungsbereichen die vorhandenen pflegerischen Ressourcen begründet zuweisen zu können, sollten im Weiteren, unabhängig von den stark unterschiedlichen Ergebnissen, Prädiktoren für die Entwicklung des Pflegebedarfs im Verlauf der stationären Behandlungen gefunden werden. Diese Entwicklungen des Grundpflegebedarfs von der Aufnahme zur Entlassung, lassen sich mit dem verhältnismäßig groben Zeitraster der Pflegeversicherung und der geringen Unterscheidung bei den Stufen nach der PsychPV nur begrenzt erfassen. Detaillierter lässt sich die Veränderung mit den Kennzahlen des Barthel-Index aufzeigen. Vorgestellt werden die Verknüpfungen der erfassten Pflegebedarfe mit den Aufnahmediagnosen nach der ICD-10 und der zugrunde gelegten führenden, psychiatrischen Pflegediagnose nach NANDA. Die fortlaufenden Erhebungen haben das Ziel, Prädiktoren aus ICD-Diagnose, Pflegediagnose und Pflegebedarfserhebung zu finden, die es ermöglichen, bei der Aufnahme eines Patienten dessen Pflegebedarf für den Verlauf der Behandlung einzuschätzen. Hierauf sollen dann die Aufnahmesteuerung und die Verteilung der Pflegeressourcen reagieren. Ergebnisse Ausgewertet wurden 209 komplett erfasste Verlaufsdokumentationen des ersten Halbjahres 2006, damit waren 69% der in dem Zeitraum behandelten Patienten erfasst. Nach den Werten des bei der Aufnahme und der Entlassung erhobenen Barthelindex verließen 46% der Patienten die stationäre Behandlung mit dem gleichen Pflegeaufwand, mit dem sie gekommen waren. Bei 18% konnte eine Verbesserung festgestellt werden, wie auch bei 18% eine Verschlechterung im Barthelindex. Bei Patienten mit den Aufnahmediagnosen F00 – F03 fanden sich 25% mit gestiegenem Pflegeaufwand 122 123

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