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Black Swans (Risiken) in der Energiewende

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Die Energiewende hat eine hohe Bedeutung für eine verlässliche Energieversorgung und eine stabile gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Vor diesem Hintergrund war es das Ziel des Vorhabens, in einer Risikoanalyse Ereignisse zu identifizieren, deren Eintritt zwar unwahrscheinlich ist, die aber im Eintrittsfall die weitere Entwicklung der Energiewende negativ beeinflussen könnten. Ergänzend sollten geeignete politische Reaktions- und Vorsorgemöglichkeiten beschrieben werden. Gutachter waren die Prognos AG, das Energiewirtschaftliche Institut (EWI) und die Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung (GWS). Sie kommen zu dem Ergebnis, dass die Entwicklung der Energiewende gegenüber potenziellen Risiken weitgehend robust ist und unerwartete Störungen in der Regel gut aufgefangen werden könnten. Es wird empfohlen, mögliche Risiken bei der Weiterentwicklung von Strategien und Zielsetzungen mitzudenken. Neue Instrumente zur Risikovorsorge sind nur bedingt notwendig.

3.4.3.3 Betroffene

3.4.3.3 Betroffene Rahmenbedingungen vorhergesehene Unterbrechungen sowie lange Stillstandszeiten während Wartung und Reparatur werden die Systemstabilität und die Versorgungssicherheit gefährden, sofern es keine Fall-back- Lösungen gibt, wie z. B. erneuerbare Energien, fossile Kraftwerke, Speicherkapazitäten – oder schlicht ausreichend Fusionskraftwerke. In der Brennkammer eines Fusionskraftwerks herrschen extremste Bedingungen (sehr hohe Temperaturen und Magnetfelder). Die Forschung, die zur Entwicklung hierfür geeigneter Materialien betrieben wird, treibt auch die Materialwissenschaft im Allgemeinen voran. Als zusätzlicher Nutzen (im Sinne einer positiven Rückkopplung) kann die Technologie eingesetzt werden, um Antriebssysteme auf Basis der thermonuklearen Fusion zu entwickeln. Auf diese Weise werden Fortschritte bei der Luft- und Raumfahrt erzielt. Generell bedeutet die Beherrschung dieser Technologie einen Sprung im Maschinenbau sowie bei den zugehörigen Produktionstechnologien, welcher – ähnlich den Raumfahrttechnologien – im Laufe der Zeit in die Breite der Anwendungen einfließt. In den politischen Rahmenbedingungen würde sich die Entwicklung nicht-fossiler Technologien insbesondere hinsichtlich einer thematischen Verschiebung von internationalen Vereinbarungen niederschlagen. Der Fokus würde nicht mehr auf Klimaschutz und Kernkraft liegen, sondern sich zu Fusionstechnologien und Rohstoffabkommen verschieben. Zugleich wäre die Oligopol-Bildung auf der Produzentenseite ein wesentlicher Faktor für Veränderungen in den internationalen Macht(un)gleichgewichten. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen würden insbesondere Branchen- und Produktionsstrukturen betroffen sein, da sich die Rentabilität von energieintensive Produktionsstandorte in den Industrieländern verbessert. Zudem wäre zu erwarten, dass weniger Aktivitäten zur Effizienzsteigerung bestehender Produktionsverfahren und –anlagen erfolgen würden. Der globale Trend zu höheren wissensbasierten Wertschöpfungsanteilen würde hingegen kaum tangiert, da die Entwicklung nicht-fossiler Technologien die Digitalisierungs- und Globalisierungsfolgen eher weniger betrifft. Die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen würden dadurch geprägt, dass Strom zum dominanten Energieträger würde. Dies beträfe neben der Wärmeproduktion und der Prozesswärme auch den Verkehr. Gegebenenfalls würde auch noch Wasserstoff und power-to-gas-Methan vorkommen, sicher aber nur in geringeren Mengen. Die Energiewende würde in bisheriger Form nicht fortge- Schwarzer Schwan: Überraschend & unerwartet, enorme Auswirkungen 57

führt. Damit müssten sich die mit ihr entstandenen Industrien und Dienstleistungen umorientieren. Es wäre eine allgemeine Akzeptanz der neuen Technologien zu erwarten. Gefährdet könnte diese werden durch die kritischen Fragen aufgrund von Machtballungen und verstärkten globalen Ungleichgewichten, Abhängigkeiten und Verwundbarkeiten durch die extrem zentrale Struktur. 3.4.3.4 Quantifizierungsmöglichkeiten der Wirkungen Denkbar ist die Bestimmung von Substitutionseffekten im Energiesystem oder die Abschätzung der stranded investments. 3.4.3.5 Verbindungen und Ähnlichkeiten mit anderen Risikoclustern Ähnlichkeiten sind v.a. in Verbindung zu Risikocluster 11 „Stärkung fossiler Energietechnologien“ zu sehen, da auch dort grundlegende Änderungen des Energiesystems als zentraler Wirkungsstrang zu erwarten sind. Schwarzer Schwan: Überraschend & unerwartet, enorme Auswirkungen 58

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