Branchenzahlen machen Hoffnung – intelligente Lösungen liegen im Trend Mit Zuversicht und smarter Technik Die Branche erholt sich wieder und zeigt auf der Vision ihr Angebot zu den aktuellen Trendthemen. Dazu zählen zum Beispiel Künstliche Intelligenz und Embedded- Lösungen. Generell sinken die Hürden für den Einsatz der Technologien. Die Nachfrage nach Vision- Technologien zieht wieder an – vor allem bei Komponenten. Bild: Landesmesse Stuttgart INHALT ▶ KURZ-INTERVIEWS 02 Christian Benderoth, LMI Technologies 03 Dietmar Ley, Basler 04 Jochen Braun, Baumer 07 Raoul Kimmelmann, Rauscher 07 Jan Hartmann, IDS 11 Michael Köppinger, Mitutoyo 12 Thierry Lelaure, Cognex 14 Christoph Sieber, Sill 15 Andreas Franz, Framos „Die deutsche Machine-Vision kam mit einem Umsatzminus von 4 % vergleichsweise glimpflich durch das Corona-Jahr 2020“, berichtet Anne Wendel, Referentin für Machine-Vision beim Branchenverband VDMA. Vor diesem Hintergrund sei das Umsatzwachstum von 10 % in den Monaten Januar bis Juli 2021 umso stärker einzuschätzen. Die Auftragseingänge stiegen im gleichen Zeitraum sogar um 19 %. Die Branche erholt sich. Besonders gut läuft laut VDMA- Statistik das Komponentengeschäft. In diesem Bereich wuchs der Umsatz in den ersten sieben Monaten dieses Jahres um 21 %. Das haben offensichtlich auch die Anbieter erkannt. Laut Jochen Braun von Baumer erweitern fast alle Kamerahersteller stetig ihr Angebot an Komponenten, die zu einem klassischen Bildverarbeitungssystem gehören. Auch sein Unternehmen vergrößere das entsprechendes Portfolio, so Braun, der bei Baumer als Head of Sales für Industriekameras tätig ist. Basler-CEO Dietmar Ley sieht in diesem Bereich derzeit vor allem einen Trend: Das Zusammenspiel der Komponenten werde in den kommenden Jahren zunehmend vereinfacht. „Das bedeutet, dass die Anwender nicht mehr so viel tiefes Wissen in verschiedenen Fachgebieten benötigen, was die Hürden für den Einsatz von Computer-Vision insgesamt deutlich senkt.“ Der vielleicht offensichtlichste Trend ist derzeit der verstärkte Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Das heben fast alle Branchenexperten hervor. Noch vor ein paar Jahren seien Themen wie die Bildanalyse auf Basis von Deep Learning nur in der Theorie besprochen worden, so Thierry Lelaure, der bei Cognex als Vice President für Vertrieb und Marketing in Europa zuständig ist. Doch mittlerweile sind entsprechende Technologien in der Praxis angekommen. Und sie sind nicht nur eine Sache für große Firmen. „Auch mittlere und kleinere Unternehmen erkennen zunehmend die enormen Chancen, die die künstliche Intelligenz in der Bildverarbeitung zur Effizienzverbesserung und Erschließung neuer Anwendungsfelder mit sich bringt“, sagt Lelaure, Die verstärkte KI- Nutzung geht mit einem anderen Trend einher. Laut IDS-Geschäftsführer Jan Hartmann ist KI in Verbindung mit Embedded-Vision eines der Top-Themen der Branche. Das Einsatzspektrum gehe weit über das hinaus, was regelbasierte Bildverarbeitung leisten kann. Auch Christian Benderoth bestätigt, dass Embedded-Lösungen zunehmend beliebter werden. Angetrieben werde diese Entwicklung vom Internet der Dinge (IoT) und Industrie 4.0, so Benederoth, der bei LMI Technologies als Managing Director für die Region EMEA verantwortlich ist. Das grundsätzliche Interesse an Bildverarbeitung ist auf globaler Ebene gleichermaßen stark. Nachdem das Umsatzwachstum Anfang des Jahres noch von surfaceCONTROL 3D 3500 3D-Sensoren für Geometrie & Oberfläche NEU Halle 10 | Stand 10C30 Übersee getrieben gewesen sei, habe im zweiten Quartal auch die Nachfrage aus Deutschland wieder stark angezogen, berichtet Wendel vom VDMA. Das passt zum Bericht der Vision-Veranstalter, wonach rund jedes zweite ausstellende Unternehmen aus dem Ausland nach Stuttgart anreist. Gleichzeitig geht die Landesmesse Stuttgart davon aus, dass die Vision in diesem Jahr einen deutlich stärkeren europäischen Charakter aufweisen wird. Markus Strehlitz Neues Release 4.0 des EMVA 1288 Standards Standard für multimodale Bildsensoren Seit Juni 2021 ist das Release 4.0 des Standards 1288 der European Machine Vision Association (EMVA) in Kraft. Es hilft Anwendern bei der objektiven Charakterisierung von industriellen Kameras. Bei der Auswahl einer passenden Kamera für eine bestimmte Anwendung oder beim Vergleich von Kameramodellen spielt Bildqualität eine entscheidende Rolle. Die Datenblätter der Hersteller sind jedoch häufig schwer zu verstehen, zu vergleichen oder es fehlen eventuell benötigte Angaben. Hier setzt der EMVA 1288 Standard an. In ihm sind diverse Parameter der Bildqualität sowie die dazugehörigen Messmethoden und Darstellungsweisen einheitlich spezifiziert. Bis zum Release 3.1 war die Anwendung des Standards mit einem einfachen linearen Modell auf Kameras mit einer linearen Kennlinie und ohne Vorverarbeitung, die das zeitliche Rauschen modifiziert, beschränkt. Dieses Modell wird auch im „Release 4.0 Linear“ mit einigen Verbesserungen fortgeführt. Neu hinzu kommt jetzt das Modul „Release 4.0 General“. Mit ihm ist die Charakterisierung einer nichtlinearen Kamera oder einer Kamera mit unbekannter Vorverarbeitung aufgrund des universellen systemtheoretischen Ansatzes des EMVA Standards 1288 auch ohne jegliches Modell möglich. Genau wie beim linearen Kameramodell kann man auf diese Weise alle anwendungsbezogenen Qualitätsparameter messen. Für beide Module „Linear“ und „General“ werden die gleichen Messungen durchgeführt. Abhängig von den Eigenschaften der Kamera kann dann die Auswertung nach dem linearen oder generellen Modell erfolgen. Zusätzlich umfasst das Release 4.0 Erweiterungen, um Bildsensoren und Kameras applikationsgerecht charakterisieren zu können. Dazu zählt etwa ein erweiterter Wellenlängenbereich vom UVbis in den SWIR-Bereich. EMVA, Halle 8, Stand B50
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