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Nr. 27 | Wie der Hase läuft

Der Frühling hält Einzug, und mit ihm kehrt neues Leben in unsere Gemeinde. Die Natur zeigt sich von ihrer farbenfrohen Seite, und auch bei uns in Rankweil kommt Bewegung ins Spiel – im wahrsten Sinne des Wortes. In dieser Ausgabe werfen wir einen Blick darauf, wie die Mobilität der Zukunft aussieht und warum das Fahrrad dabei eine wichtige Rolle spielt. Rankweil denkt das Thema bereits seit vielen Jahren bei sämtlichen Projekten konsequent mit und setzt Schritt für Schritt Maßnahmen um, die das Radfahren sicherer und attraktiver machen.

TRADITIONFoto: Dietmar

TRADITIONFoto: Dietmar MathisFeierlicherEinzugDie Tradition des PalmbindensVergangenen Sonntag waren sie wieder überallzu sehen: Kinder mit Palmbuschen, weit über ihreKöpfe ragend – sorgfältig gebunden, mit Äpfeln,Orangen, bunten Bändern und frischem Grün geschmückt.Der Brauch des Palmbindens reicht bisins Mittelalter zurück und steht bis heute für Erinnerung,Kreativität und gemeinschaftliches Tunüber Generationen hinweg.847° Rankweil und mehr

Der Palmsonntag erinnert an denEinzug Jesu in Jerusalem. DieMenschen begrüßten ihn jubelndund legten Palmzweige auf seinenWeg – ein Zeichen der Verehrung,denn Palmzweige galten damals alsSymbol der Könige. Der Brauch derPalmzweige und der Palmprozessionengreift dieses biblische Bild aufund macht es bis heute sichtbar,in unterschiedlichsten regionalenAusprägungen.Da Palmen in unseren Breitengradenin der Regel nicht wachsen,werden in Vorarlberg Palmbuschenaus heimischen Zweigen gebunden– vor allem aus Palmkätzchen,Buchs, Wacholder, Hasel oderStechlaub. Diese werden zu teilssehr kunstvollen „Palmen“ zusammengefügtund reich geschmückt.So entsteht ein regional geprägterBrauch, der dennoch eng mit derursprünglichen Bedeutung desPalmsonntags verbunden bleibt.Palmzweige auf die Gräber gebracht– als Zeichen des Gedenkensund der Verbundenheit.Rankweil bindet gemeinsamAuch in unserer Region wird derBrauch bis heute aktiv gepflegt.Besonders Kinder und FamilienVolksglaube und gelebteRitualeMit dem Binden von Palmbuschenist bis heute vielfältiger Volksglaubeverbunden. Mancherorts wirdder geweihte Palmbuschen dreimalum Haus oder Hof getragen,um – so der überlieferte Glaube –Schutz vor Blitz, Feuer, Krankheitund Unglück zu erbitten. Vielebefestigen einzelne Zweige auchhinter dem Kreuz im „Herrgottswinkel“,an der Haustüre oderunter dem Dachgiebel. GesegnetePalmzweige werden auch in denAcker gesteckt, als Bitte um einegute Ernte. Am Hof werden einzelneZweige der Palmkätzchen demVieh verfüttert, um auch für dieTiere den Segen für das kommendeJahr zu erbitten. In manchenGegenden werden die gesegnetenFoto: Ingrid Ionianspielen dabei eine zentrale Rolle.In vielen Pfarren werden Palmbuschenbindenund Ratschenbau-Kurse für Kinder organisiert, oftam Samstag vor dem Palmsonntag.Altes Handwerk wird dadurcherlebbar gemacht und Begegnungzwischen den Generationen geschaffen.Ältere zeigen, wie gebundenwird, Jüngere probieren aus,stellen Fragen, bringen neue Ideenein. Dabei geht es nicht nur umTraditionsbewusstsein, sondernund vor allem um das gemeinsameTun, um Weitergabe und Zugehörigkeit.Am Palmsonntag selbst werden diePalmen feierlich gesegnet und inder Prozession zur Kirche getragen.Palmprozessionen waren bereitsim Mittelalter und besonders abdem Barock sehr beliebt. In manchenRegionen Österreichs wirddabei ein sogenannter Palmeselmitgeführt – ein hölzerner Esel, aufdem eine Christusfigur reitet. Auchheute sorgt bei manchen Prozessionenein Eselchen oder ein Ponyfür besondere Aufmerksamkeit,vor allem bei den jüngsten Teilnehmer:innen.Zwischen Tradition undGegenwartDas Palmbinden ist ein ruhigerGegenpol zur Hektik des Alltags. Esverbindet Natur und Glaube, Handarbeitund Erinnerung, kirchlicheFeier und gelebte Tradition. Ineiner Zeit, in der vieles schnelllebiggeworden ist, wirkt dieser Brauchentschleunigend. Er bietet dieMöglichkeit, bewusst innezuhalten,im Arbeiten mit den Händenund als Teil einer lebendigen Gemeinschaft.47° Rankweil und mehr9