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Nr. 28 | Aus heiterem Himmel

Manchmal trifft es uns unvermittelt – ein Regenguss, ein Wetterumschwung oder ein Moment, der uns bewusst macht, wie eng unser Alltag mit den Kräften der Natur verbunden ist. Gerade im April, der für seine Launen bekannt ist, rückt ein Element besonders in den Mittelpunkt: das Wasser.

INTERVIEWStarke

INTERVIEWStarke Stimmefür dieLandwirtschaftFotos: Kevin ZmmermannIm Gespräch mitLandesbäuerin-StellvertreterinJutta Maissen2026 ist das Internationale Jahr der Bäuerinnen.Mit dem Bundesbäuerinnentag am 15. und 16.April in Feldkirch rückt das Thema auch inVorarlberg in den Fokus. Jutta Maissen engagiertsich als stellvertretende Landesbäuerin vonVorarlberg seit vielen Jahren für die Anliegender Bäuerinnen und betreibt gemeinsam mitihrer Familie den Gutshof Maldina in Brederis.Im Interview spricht sie über die Bedeutung derBäuerinnenorganisation, die Rolle der Frau amHof und über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungenin der Landwirtschaft.47°: Jutta, 2026 ist das Internationale Jahr der Bäuerinnen.Welche Bedeutung hat das für euch Bäuerinnen in Vorarlberg?Jutta Maissen: Das Internationale Jahr der Bäuerinnenwird von der UNO ausgerufen und ist vor allem eine Anerkennung.Es macht sichtbar, was Frauen in der Landwirtschafttagtäglich leisten. Frauen produzieren etwadie Hälfte der weltweiten Nahrungsmittel. 39 Prozentder globalen landwirtschaftlichen Arbeitskräfte sindFrauen. Die Ausrufung soll diese Leistungen stärker insöffentliche Bewusstsein rücken und gleichzeitig strukturelleThemen ansprechen: Mitbestimmung, sozialeAbsicherung und Zukunftsperspektiven für Frauen aufden Höfen.647° Rankweil und mehr

Damit diese Anliegen auch gehört werden,braucht es gute Strukturen. Wie sind dieBäuerinnen in Vorarlberg organisiert?Über die Organisation „BäuerinnenVorarlberg“ der Landwirtschaftskammer.Diese ist klar gegliedert – von denOrts- und Gebietsbäuerinnen bis hin zurLandesebene. Die Strukturen dienen vorallem dem Austausch, der Weiterbildungund der Vertretung unserer Interessen.Die Organisation schafft Räume, indenen Bäuerinnen ihre Anliegen formulieren,sich vernetzen und gemeinsamPosition beziehen können – gegenüberPolitik, Gesellschaft und auch innerhalbder Landwirtschaft selbst.Neben der Hauptfunktion der Interessenvertretungist vor allem die Vermittlungsarbeitund Bewusstseinsbildungzentral für uns Bäuerinnen. Wir bringenlandwirtschaftliche Themen direkt inBildungseinrichtungen und vermittelnKindern sowie Jugendlichen ein realistischesBild von Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion.In Schulprojektenzeigen wir, woher Lebensmittel kommen,wie sie erzeugt werden und welche Arbeitdahintersteht. Seit 2015 wurden durchsämtliche Bundes-Bäuerinnenorganisationim Rahmen des Aktionstags „Landwirtschaftzum Anfassen“ rund 195.000Kinder sowie Pädagoginnen in Österreicherreicht.weiterzugeben. Als stellvertretenden Landesbäuerinhabe dazu die besten Möglichkeiten.Warum ist eine starke Interessenvertretung heute so wichtig –speziell auch für Bäuerinnen?Die Land- und Forstwirtschaft hat große wirtschaftlicheBedeutung, obwohl nur rund drei Prozent aller Erwerbstätigenin diesem Bereich arbeiten. Umso wichtigerist eine starke und glaubwürdige Interessenvertretung.Frauen waren in der Vergangenheit in agrarischenEntscheidungspositionen oft unterrepräsentiert, obwohlsie den Alltag auf den Höfen wesentlich mittragen.Ihre Perspektiven sind daher unverzichtbar. Frauentragen wesentlich zum Funktionieren der Betriebe bei,oft in mehreren Rollen: als Unternehmerinnen, Mitgestalterinnen,Familienmanagerinnen. Handlungsbedarfsehe ich vor allem bei der Sichtbarkeit dieser Arbeit.Du bist stellvertretende Landesbäuerin. Wiedefinierst du dich selbst in dieser Rolle?Meine Aufgabe sehe ich insbesonderedarin zuzuhören, zu vermitteln und bestehendeThemen voran bzw. neue Ideeneinzubringen. Die Anliegen der Bäuerinnensind vielfältig – von betrieblichenFragen bis zu familiären und gesellschaftlichenThemen. Diese Vielfalt ernst zunehmen und an den richtigen Stellen einzubringen,ist ein zentraler Teil meinerArbeit. Zudem ist es mir wichtig, meinWissen und meine Erfahrung an andereWelche Bedeutung hat in diesem Zusammenhang der Bundesbäuerinnentagdiese Veranstaltung?Der Bundesbäuerinnentag ist ein zentrales Treffen, weiler fachliche Auseinandersetzung, Vernetzung und öffentlicheSichtbarkeit verbindet. Er zeigt, wie breit dasEngagement von Frauen in der Land- und Forstwirtschaftist – und dass Bäuerinnen nicht nur mitarbeiten,sondern mitgestalten. Gerade im Internationalen Jahrder Bäuerinnen ist das ein starkes Signal nach innenund nach außen.47° Rankweil und mehr7

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