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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 01/2019

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Informationsschrift des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes

SPORT VOR ORT Darts ist

SPORT VOR ORT Darts ist vor allem eine mentale Sportart. Die körperliche Bewegung ist minimal. Daher ist sie für viele Menschen mit Einschränkungen und bis ins hohe Alter geeignet. Der 16‐fache Weltmeister Phil Taylor beendete erst mit 56 Jahren, immernoch als Nummer 4 der Welt, seine Karriere. GEBURTSSTUNDE VON PARADARTS Im Jahr 2009 stellte der Australier Russ Strobel Berechnungen an, nach denen die Höhe der Dartscheibe für Spieler*innen im Rollstuhl fair und äquivalent zur Standardhöhe von 1,73 Meter bestimmt werden konnte. Diese Standardhöhe stammt aus den 1920er Jahren, aus einer Zeit, in der Menschen noch kleiner waren. Der durchschnittliche Engländer soll damals 1,73 Meter groß gewesen sein und so wurde die Höhe des Bullseye – des Mittelpunkts der Dartscheibe – auf diese Höhe festgelegt. Russ ermittelte nun die Höhe des Scheibenmittelpunktes, wenn ein 1,73 Meter großer Mensch im Rollstuhl sitzen würde. Er kam auf exakt 1,365 Meter bzw. 136,5 Zentimeter. Da dies ein umständliches Maß ist und es außerdem ein praktischer Zahlendreher zur Standardhöhe wäre, addierte er 0,5cm und kam auf 1,37 Meter. Sein Ziel war Inklusion im Dartsport zu schaffen und so entwickelte er das Wildfire137, ein Spielgerät, das aus einem Rahmen mit einer drehbaren Platte besteht, die auf der einen Seite eine Dartscheibe auf 1,73 Meter Höhe und auf der anderen Seite eine auf 1,37 Meter montiert hat. Er stellte einen Antrag auf Anerkennung dieser neuen Dartboardhöhe beim Welt‐Dartverband (WDF), der am 8. Oktober 2012 in Hull (Großbritannien) genehmigt wurde. Das war die offizielle Geburtsstunde von Paradarts, das auch als G‐Darts (Belgien), BDDA Darts (GB), WDDA Darts oder Disability Darts bekannt ist. Im Inklusionsbereich gibt es also die Anpassung der Boardhöhe auf 1,37 Meter PARADARTSI Inklusives Spiel mit schnellen Pfeilen Darts ist für Menschen mit Behinderung ein idealer Sport – aber es gibt auch viele Spieler*innen im Rollstuhl, die auf 1,73 Meter spielen und damit gut zurechtkommen. Ohne großen Aufwand können so Menschen mit Behinderung mit Fußgängern. Sie brauchen und bekommen keine ›Extrawurst‹ im Darts – was wohl beiden Seiten Genugtuung verschafft und zu fairen und richtig heißen Wettkämpfen führen kann. Vorreiter im Paradarts sind derzeit Dänemark, England, die Niederlande und Belgien. Am 29.9.2018 wurde in Augsburg der Grundstein für die Verbreitung von Paradarts in Deutschland gelegt, nachdem Simon Östreicher (Foto o.) paradarter.de ins Leben rief und wenige Wochen später, auf der 11. Deutschen E‐Dart Meisterschaft 2018 in Kalkar, die ersten vollausgestatteten Wettkampf Dartautomaten mit der niedrigeren Höhe von 1,37m vorstellte. Seine flammende Rede für Inklusion sorgte für Gänsehaut und Tränen bei einigen Dartfans im Saal – stehende Ovationen waren das eindeutige Zeichen, dass die Paradarter in der deutschen Dartwelt willkommen sind. Maßgebliche Unterstützer dabei waren der Deutsche Dart Sportverband (DDSV e. V.) und Gaelco Darts, der weltweit bekannte Hersteller der Radikal‐ Darts‐Automaten aus Spanien, dessen Geschäftsführer Jose Antonio Antelo‐Conde unter den Worten des DDSV‐Präsidenten Dietmar Reichard persönlich die Enthüllung vornahm. Treibende Kraft war von Anfang an die Bundesschriftführerin des DDSV und Turniergesamtleitung, Martina Rösch. Die Grundlagen im Steel‐ und E‐Darts sind somit geschaffen, Paradarts‐ aber auch Inklusions‐Events deutschlandweit an zu bieten. 2019 sind bereits zwei große Veranstaltungen in Bayern geplant, bei denen man sich auf Dartspieler mit Behinderungen einstellt, nämlich die E‐Dart‐ Event‐Tage vom 20. bis 23. Juni und die Bayerischen Meisterschaften vom 23. bis 25. August. Auch die 12. Deutsche E‐Darts Meisterschaft wird auf dem Erfolg aufbauen und wieder Inklusion vorleben, wobei auch ein extra Paradarts‐Turnier geplant ist. SPIELER*INNEN GESUCHT Interessierte Dartspieler mit Behinderung können sich jederzeit bei Simon melden (dartlethics@gmail.com) und auf paradarter.de eintragen, damit er weitere Veranstalter begeistern und ihnen und den Paradartern Sicherheit bei der Planung gewährleisten kann. Ständig neue Informationen über die Paradarter gibt es auf fb.com/paradarter, wo sich bereits eine große Gemeinschaft bildet, die hinter den Dartspielern mit Einschränkungen steht. Vom 22.02.19 – 24.02.19 führt Simon ein Team Germany zur Paradarts Weltmeisterschaft nach Oostende, Belgien. Die WM wird live auf YouTube übertragen und die Paradarter hoffen auf viele Unterstützer. Es sind bisher Spieler aus 13 Ländern, von Amerika bis Russland und Dänemark bis Südafrika, gemeldet. Simon Östreicher 10 Sport + Mobilität mit Rollstuhl 01/2019

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