Aufrufe
vor 1 Jahr

Sport + Mobilität mit Rollstuhl 01/2019

  • Text
  • Datenschutz
  • Ausbildung
  • Dart
  • Eismeer
  • Sportkalender
  • Rollstuhlbasketball
  • Rollstuhl
Informationsschrift des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes

REISE + FREIZEIT

REISE + FREIZEIT Ilulisaat ist mit derzeit 4.500 Einwohnern Grönlands drittgrößte Stadt. Kap Morris Jesup Kap Bridgman Kap John Flagler Kap Etler Rasmussen Kap Alexander Kap Parry Inglefield Land Halvø Qaanaaq/ Thule Kap Jackson Kap May K n u d R a s m u s s e n L a n d Peary Land Kong Frederik VIII Land Kronprins Nordostrundingen Station Nord Christian Land Eskimonæsset Kap H. N. Andersen Uummannaq/ Dundas Hayes Kap Marie Valdemar Danmarkshavn Kap York Upernavik Kangerluarsoruseq/ Færingehavn Disco Ø Kangerluk/ Diskofjord Queqertarsuaq/ Godhavn Asiaat/ Egedesminde Kangaatsiaq Sisimiut/ Holsteinsborg Maniitsoq/ Sukkertoppen Nuuk/Godthåb Lauge Koch Kyst Dronning Louise Land Germania Land 40 Minuten Flug um 11.40 Ortszeit (vier Stunden Zeitverschiebung) in Kangerlussuaq, dem internationalen Airport Grönlands, einer ehemaligen US‐Basis. Von hier aus werden dann die Inlandflüge mit kleinen Propellermaschinen getätigt. Diese Flieger mit geschätzt 40 Sitzen, sind die Arbeitsbienen in einem Land ohne Straßen und Eisenbahn! Da sich unser Flug nach Ilulissat verschoben hatte, wollte Katja die Zeit für einen ›Stadtbummel‹ nutzen, aber wir hatten die rund 10 bis 15 etwas größeren Gebäude links und rechts der Schotterstraße schnell hinter uns. Als Katja dann einen Hügel erkunden wollte und ich sooo allein am Ortsrand stand, kam ein Auto vom Airport angefahren und eine nette Dame fragte, ob ich ein Problem hätte und sie mir helfen könne? Da steht wohl nicht so oft ein Rolli am Ortsrand – sehr aufmerksam! Die sieben Stufen brachten mich die beiden Servicemänner problemlos ins Flugzeug und wir starteten gen Eisberge. Der Flug ging an der Inland‐Eiskante entlang und so waren auch ehemalige Gletscherwege gut zu erahnen. Nach 45 Minuten landeten wir – kleiner kann ein Airport nun wirklich nicht sein!? Den Shuttle vom Hotel konnte ich nicht nutzen, auch der Versuch mit dem Pickup brachte nichts und so orderten sie ein Taxi, welches mich dann die drei Kilometer zum Hotel ›ARKTIC‹ brachte. Auf dem Weg waren schon Eisberge in der Bucht zu sehen. Als ich nach dem Einchecken mein Zimmer betrat und mein Blick aus dem Fenster mir die berühmte Disco‐Bucht voller Eisberge offenbarte, war ich völlig hingerissen und voller Emotionen, einfach grandios! Und nicht umsonst ist Ilulissat und der Eisfjord Kangia mit dem ergiebigsten Gletscher der nördlichen Halbkugel Weltkulturerbe der UNESCO – aber auch gleichzeitig Zeugnis der Erderwärmung, zu der wir alle, auch ich mit meinen neun Flügen, beitragen. Leider! Wir hatten dann etwas Zeit, um anzukommen und ich stand immer noch euphorisch im T‐Shirt auf der Terrasse, neben Japanern im dicken Anorak. Aber es ging mir ausgesprochen gut dabei, Kap Seddon Nunavik Kap Cranstown Ubekendt Ejland Kong Frederik IX Land Paamiut/ Frederikshab Droning Ingrid Land Nuussuaqe Halvø Qaasuitsup Maarmorilik Kangerlussuaq/ Sønddrestrømfjord Qeqqata Ivittuut Uummannaq/ Umanak Ilulissat/Jakobshavn Qasigiannguit/ Christianshåb Quqortoq/ Julianehåb Nanortalik Angisoq auch wenn der Gast aus Japan es nicht verstehen konnte. Dann gab es ein leckeres Drei‐Gänge‐Menü. Das Hotel war ein ehemaliges Seemannshotel und traumhaft direkt an der Bucht gelegen. Das Zimmer war okay, die Nasszelle eher nicht rollstuhlgerecht, aber ich kam klar. Ich genoss noch ein wenig den Ausblick am Fenster gemütlich bei einem Whiskey und einem Dosenbier. Kujalleq Narsarsuaq Igaliku Frederiksdal Kong Frederik VI Kyst Uummannarsuaq/ Kap Farvel Kap Hvitfeldt Northeast Greenland National Park Sermersooq Tingmiarmiut Kap Tordenskjøld Kap Fischer Ammassalik/ Angmagssalik Jens Munk Ø Kap Løvenørn Isortoq Kap Møstling Tvillinøen Kap Harald Moltke Kong Christian IX Land Kong Christian X Land Kap Gustav Holm Kap Wandel Gunnbjørns Fjeld 3700 Kap Hammer Ymer Ø Mesters Vig Scoresby Land Renland Milne Land Blosseville Kap Bergen Kap P. Broke Daneborg Kap Broer Ruys Geogr. Kap Mackenzie Society Ø Traill Ø Kyst Store Koldewey Kap Grivel Kuhn Ø Glavering Ø Holt with Hope Halvø Shannon Ø Jameson Land Kap Parry Kap Barcley Kap Wardlaw Kap Hewitt Nach 20 Jahren hatte ich es geschafft und Kulusuk war am Eismeer!!! Zufrieden legte ich mich schlafen. Ittoqqortoormiit/ Scoresbysund Kangikajip Appalia/ Kap Brewster KALAALLIT NUNAAT GRØNLAND 19. September | Um 8.00 Uhr trafen wir uns zum ausgiebigen Frühstück und kamen dabei auf Transportproblem Nummer 0 100 2 zu 200 sprechen: 300 400 km Wie komme ich vom Hotel weg, das am Ortsrand lag!? Katja telefonierte mit unserem Schotten Andreas und der mit der Hotelleitung. Daraufhin bekamen wir für die folgenden Tage einen kleinen Pkw vom Hotel zu einem wohl angenehmen Preis, den dankenswerter Weise Andreas übernahm! Jetzt waren wir natür‐ Fotos: Cachaco, pixs:sell (stock.adobe.com) 22 Sport + Mobilität mit Rollstuhl 01/2019

TRAUMZIEL EISMEER lich flexibel und unabhängig. Wir fuhren noch mit dem Rolli zum Laufsteg vom Hotel zur Buchtkante, von dort war der Ausblick einfach grandios und überwältigend. Den Rest des Vormittages verbrachte ich auf dem Zimmer und Katja ging auf Erkundungstour. Am Nachmittag ging es dann mit dem Auto in die City. Ilulissat ist mit knapp 5.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Grönlands. Es wird viel gebaut und die Straßen sind in gutem Zustand, hören jedoch wie in ganz Grönland am Ortsrand auf, das ist für uns Europäer schon erstaunlich, fast unfassbar. Die gesamte Versorgung geht über den Hafen. Wochenendausflüge zu Verwandten mit dem Auto oder dem Zug sind nicht üblich und werden somit auch nicht vermisst. Am Einkaufscenter stieg ich dann aus dem Auto und wir schauten uns Angebot und Preise an und gingen weiter auf Erkundungstour. Es ist recht hügelig, aber gut zu bewältigen, bis auf Ladengeschäfte, aber das habe ich auch nicht erwartet. Ich rollte weiter und Katja holte das Auto nach. In der Zwischenzeit hatte ich einen Mann getroffen, der aus seiner Zeit in Dänemark noch etwas deutsch sprach und eine eher bescheidene Möglichkeit gefunden, um einen Kaffee zu trinken. Wir fuhren zurück ins Hotel. Kurt, der Vermittler von Bootstouren kam noch zur Absprache für den nächsten Tag. Nach dem Abendbrot ging es noch einmal zum Laufsteg um den direkten Ausblick auf die Bucht zu genießen. Der Abend klang dann gemütlich im Sessel am Fenster aus. Die vier Stunden Zeitunterschied (zurück), machten mir doch etwas zu schaffen. 20. September | Aufwachen mit positiver Spannung mit Blick auf die geplante Bootsfahrt. Nach dem Frühstück brachte Kurt um 9.00 Uhr unsere Allwetter‐Overalls und Katja half mir das Teil anzuziehen. Bei – 4 Grad ging es mit dem Auto zur Anlegestelle im Hafen. Kurt half mir aus dem Auto, stellte uns Bo vor und die beiden brachten mich an Bord und platzierten mich auf der Sitzbank am Heck des kleinen Bootes, am linken Ohr den Motor. Ablegen, Pudelmütze über die Ohren und Stirn, Kamera bereit, Handschuhe an und los ging es! Ein 20 Jahre anhaltender Traum wurde wahr: Es war einfach phantastisch an diesen riesigen, in den verschiedensten Formen, Schattierungen und mit Einschlüssen versehenen Jahrhunderte alten Süßwasser‐Brocken entlang zufahren. Bo war ein guter Bootsführer und es wurde deutlich, dass die Jungs hier oben hart im Nehmen sind. Nach einer Stunde wurde es langsam kalt und ich sagte zu Bo, er könne mit Speed zurück fahren. In meinem Volkshochschulenglisch sagte ich zu Bo »Du hast einem alten deutschen Rollstuhlfahrer einen großen Traum erfüllt, Danke!« Er und Kurt brachten mich recht gut vom Boot ins Auto. Solche Aktionen waren natürlich immer für beide Seiten anstrengend, aber die Jungs haben es gern getan und ich war für Bo der erste und wahrscheinlich für geraume Zeit auch letzte Rollifahrer an Bord. Wir fuhren zum Hotel zurück und pulten mich regelrecht aus dem Overall, der wirklich gute Dienste geleistet hatte. Es gab einen Whiskey zum Aufwärmen und Grafik: (stock.adobe.com) Nuuk ist die Hauptstadt von Grönland und mit 18.000 Einwohnern auch die größte Stadt des Landes. Warm eingepackt, bot die Bootstour ein eindrucksvolles Naturerlebnis. Foto: Privat dann ging es zum Mittagsbuffet. Danach war schlafen, aufwärmen und sacken lassen angesagt. Nach dem Dinner ging es noch einmal auf den Laufsteg. Danach durch die Küche und mit dem Küchenlift, wie schon zu Hause geplant, in die Hotelbar. Hier entstand dann folgender Spruch: »Wenn Du Grönländisches Bier und Schottischen Whiskey trinkst, dabei die Eisberge im Sport + Mobilität mit Rollstuhl 01/2019 23

Noch mehr ›Sport und Mobilität mit Rollstuhl‹

Sport + Mobilität mit Rollstuhl 06/2020
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 05/2020
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 04/20
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 03/2020
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 02/2020
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 01/2020
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 12/2019
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 11/2019
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 10/2019
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2019
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 08/2019
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 07/2019
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 06/2019
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 05/2019
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 04/2019
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 03/2019
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 02/2019
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 01/2019
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 12/2018
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 11/2018
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 10/2018
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2018
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 08/2018
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 07/2018
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 06/2018
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 05/2018
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 04/2018
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 03/2018
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 02/2018
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 01/2018
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 12/2017
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 11/2017
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 10/2017
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2017
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 07/2017
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 06/2017
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 05/2017
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 04/2017
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 03/2017
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 02/2017
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 01/2017
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 05/2016

Ausgewählte DRS Artikel bei unseren Medienpartnern

Momo 03/2017: Einmal Rollstuhl fahren für alle
Barrierefrei 03/2017: Gemeinsam zum Korberfolg
Momo 12/2016: Mit dem Rollstuhl in den Schnee