Aufrufe
vor 1 Jahr

Sport + Mobilität mit Rollstuhl 01/2019

  • Text
  • Datenschutz
  • Ausbildung
  • Dart
  • Eismeer
  • Sportkalender
  • Rollstuhlbasketball
  • Rollstuhl
Informationsschrift des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes

MENSCHEN Auch nach

MENSCHEN Auch nach seinem Rückzug aus dem Fachbereich Rollstuhlbasketball wird Ulf Mehrens (r.) als Vorsitzender des DRS und Präsident der IWBF die Entwicklung im Rollstuhlsport mitbestimmen. Foto: Steffie Wunderl DRS INTERNI Eine Ära geht zu Ende Ulf Mehrens, Peter Richarz und Werner Otto verabschieden sich aus der Leitung des Fachbereichs Rollstuhlbasketball Mit Beginn des neuen Jahres steht der Fachbereich Rollstuhlbasketball des DRS vor dem Abschied dreier langjähriger Verantwortlicher und damit verbunden einem personellen Umbruch sowie Neuerungen in der Organisation der Vorstandschaft. Vorstandsvorsitzender Ulf Mehrens, 2. Vorstand Werner Otto sowie Fachausschuss‐Mitglied und Teil des Vorstands Peter Richarz sind zum 31.12.2018 offiziell ausgeschieden. Blickt man auf die Laufbahn der einzelnen Verantwortlichen zurück, wird schnell klar, dass eine Ära im DRS zu Ende gegangen ist. Seit 1990 zeichnete Ulf Mehrens zuerst als Fachwart und später als Vorsitzender des DRS im Fachbereich Rollstuhlbasketball verantwortlich. Während dieser Zeit brachte er viele entscheidende Neuerungen auf den Weg, die nicht nur der Förderung des Behindertensports dienten, sondern auch einen wesentlichen Anteil daran hatten, dass der Rollstuhlbasketball mehr und mehr an Popularität und Professionalität dazu gewann. 2008 wurde er für sein außerordentliches Engagement im Behindertensport vom damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Neben seinem Einsatz im DRS engagiert sich Ulf Mehrens zudem Peter Richarz (r.) bei einer Trainer- Fortbildung. für die International Wheelchair Basketball Federation (IWBF), wo er seit 2014 sogar den Vorsitz inne hat. Sein langjähriger Weggefährte und stellvertretender Vorsitzender im DRS‐ Fachbereich Rollstuhlbasketball, Werner Otto, blickt auf insgesamt 31 Jahre Engagement zurück. Vor allem im Bereich der Schiedsrichter Aus‐ und Fortbildung war er maßgeblich an großen Fortschritten beteiligt und als kompetenter Ansprechpartner und Ratgeber ein geschätzter Kollege. Aber nicht nur für diese Sparte war Werner Otto ein entscheidender Macher, was Werner Otto prägte jahrzehntelang das Schiedsrichterwesen im Rollstuhlbasketball. Fotos: Privat den Rollstuhlbasketball in Deutschland betrifft. Auch zahlreiche große Entwicklungen trug er durch seine Entscheidungen und sein Engagement mit. Peter Richarz, seines Zeichens über viele Jahre hinweg Vorsitzender der Kommission Lehre und Trainer im Fachausschuss und Teil des Vorstands, gilt es für sein unermüdliches Engagement hervorzuheben. Durch seine kompetente und stets charmante Ausbildungsschule gingen bis heute zahlreiche ambitionierte und erfolgreiche Trainer‐Neulinge. Viele davon sind mittlerweile angesehene Coaches auf nationaler wie internationaler Ebene. Mit seinem Einsatz als Teil des Vorstands im Fachbereich Rollstuhlbasketball allgemein war auch er für die enorme Entwicklung dieser Sportart in den letzten Jahren verantwortlich. Alle drei hinterlassen eine große Lücke und entsprechende Fußstapfen, in die mögliche neue Kandidaten treten werden. Der DRS‐Fachbereich Rollstuhlbasketball bedankt sich bei Ulf Mehrens, Werner Otto und Peter Richarz für ihren langjährigen und stets unermüdlichen Einsatz und wünscht allen Drei auf ihrem weiteren Weg alles erdenklich Gute! Tanja Feddersen 8 Sport + Mobilität mit Rollstuhl 01/2019

SPORT VOR ORT Foto: Michelle Saal Das ›Bernd-Best‹ findet in diesem Jahr wieder in Köln statt. Hannah Hofer wirft einen Blick hinter die Kulissen der deutschen Rollstuhlrugby-Szene. Eine halbe Stunde hin, zwei Stunden trainieren, eine halbe Stunde zurück. So lange brauchte Markus Börger von Glandorf nach Osnabrück, um einmal wöchentlich mit den Osnabrück Coyotes Rollstuhlrugby zu spielen. Verglichen mit anderen Teammitgliedern hatte er eine kurze Anreise. »Unser Trainer kam jede Woche aus Paderborn nach Osnabrück«, sagt Börger. »Irgendwann wurde vielen Spielern die Fahrerei zu viel.« 2012 löste sich das Team deshalb wegen Spielermangel auf. KEIN KONTAKT ZUM VOLLKONTAKTSPORT NACHWUCHS GESUCHTI (K)Ein Weg zu weit Schleichender Spielermangel: Weil nicht immer ein Rollstuhlrugby- Verein in erreichbarer Nähe ist, sind die Mitgliederzahlen in den Vereinen eher rückläufig Die Osnabrück Coyotes sind kein Einzelfall. Es gibt in Deutschland 24 Vereine mit insgesamt rund 220 aktiven Spielern, die Tendenz ist eher rückläufig. Für Anke Opiela, zweite Vorsitzende des Fachbereichs Rollstuhlrugby im Deutschen Rollstuhlsportverband, beginnt die Ursache schon im Krankenhaus. »Patienten werden heute bereits nach drei bis vier Monaten aus der Erst‐Reha entlassen.« Früher konnte die betreute Rehabilitation bis zu einem Jahr dauern. Währenddessen blieb genug Zeit, um Patienten an den Sport heranzuführen. »Wenn Patienten heute aus dem Krankenhaus entlassen werden, haben sie zuhause andere Probleme als Sport zu treiben«, sagt sie. Viele, die den Weg in die Sporthalle fänden, hätten auch vorher schon Sport getrieben. So melden sich ab und zu Interessierte bei Börger, die in Osnabrück Rollstuhlrugby spielen möchten. »Da in Osnabrück kein Training stattfindet, lade ich alle zum Training nach Paderborn ein.« Kein Einziger sei gekommen. »Um die Mannschaft neu aufzubauen, brauchen wir aber Leute, die Lust haben, dabei zu bleiben«, betont Börger. NACHWUCHS WÄCHST IM VEREIN Für Opiela ist das eine Stelle, an der man einhaken kann. »Neue Spieler müssen häufig noch von zu Hause abgeholt und motiviert werden, bis sie im Sport verankert sind.« Erst, wenn engagierte Spieler sich intensiv um den Nachwuchs kümmern, besteht eine Chance, dass er bleibt. Der Fachbereich Rollstuhlrugby kann dafür nur das Rahmenkonzept schaffen. »Da manchmal das Equipment fehlt, bieten wir beispielsweise Leihrollstühle an«, erklärt Opiela. »Letztendlich steht und fällt der Nachwuchs aber mit der Akquise im Verein«, weiß sie. RUGBY ZUM MITMACHEN Die Rugbylöwen Leipzig haben dafür ein Erfolgsrezept gefunden. »Wir sind nicht nur eine Mannschaft, die gemeinsam Rugby spielt. Wir unternehmen viel privat zusammen«, erzählt Trainer Dirk Schmidt. Um auf sich und den Sport aufmerksam zu machen, bieten die Rugbylöwen zudem so oft wie möglich Mitmachrugby für Fußgänger und Rollstuhlfahrer in der Öffentlichkeit an. »Als Leipziger Verein nehmen wir zum Beispiel an der Aktiv‐Vital Messe in Dresden teil. Einige unserer Spieler reisen dafür aus Magdeburg und Chemnitz an«, sagt Schmidt. Um zum Training zu kommen, fahren die Leipziger Spieler häufig eine Stunde Auto. Die Zeit investieren die sie aber gerne: »Das Klima innerhalb der Mannschaft reizt viele«, sagt Schmidt. Ende 2019 soll die Autobahn zwischen Osnabrück und Paderborn fertig werden, die Anreise nach Osnabrück wird so für viele Spieler leichter. Das wollen die Osnabrück Coyotes nutzen, um auf vier Rädern mit einem wiedergegründeten Team, durchzustarten. Hannah Hofer Sport + Mobilität mit Rollstuhl 01/2019 9

Noch mehr ›Sport und Mobilität mit Rollstuhl‹

Sport + Mobilität mit Rollstuhl 06/2020
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 05/2020
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 04/20
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 03/2020
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 02/2020
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 01/2020
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 12/2019
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 11/2019
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 10/2019
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2019
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 08/2019
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 07/2019
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 06/2019
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 05/2019
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 04/2019
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 03/2019
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 02/2019
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 01/2019
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 12/2018
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 11/2018
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 10/2018
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2018
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 08/2018
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 07/2018
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 06/2018
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 05/2018
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 04/2018
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 03/2018
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 02/2018
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 01/2018
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 12/2017
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 11/2017
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 10/2017
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2017
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 07/2017
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 06/2017
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 05/2017
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 04/2017
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 03/2017
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 02/2017
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 01/2017
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 05/2016

Ausgewählte DRS Artikel bei unseren Medienpartnern

Momo 03/2017: Einmal Rollstuhl fahren für alle
Barrierefrei 03/2017: Gemeinsam zum Korberfolg
Momo 12/2016: Mit dem Rollstuhl in den Schnee