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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 03/2017

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Informationsschrift des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes

TITEL NORDISCHE SKI-WM

TITEL NORDISCHE SKI-WM Überragende Leistungen in der Loipe DIE DEUTSCHEN BIATHLETEN UNDI LANGLÄUFER ÜBERZEUGEN BEI DER HEIM-I WELTMEISTERSCHAFT IN FINSTERAUI Fotos: Ralf Kuckuck/DBS E in WM-Titel und vier weitere Medaillen – schon das Auftaktwochenende der nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Finsterau (Bayerischer Wald) hätte für die deutsche Nationalmannschaft kaum erfolgreicher sein können. Aber es kam noch viel besser. Am Ende konnte das deutsche Team von Bundestrainer Ralf Rombach über 14 Medaillen jubeln. Martin Fleig jubelte im Biathlon über Gold, Anja Wicker freute sich über Silber und Clara Klug gewann ebenso Bronze wie Andrea Eskau, die im Langlauf-Sprint einen zweiten Platz folgen ließ. Der frisch gebackene Weltmeister musste erst um Worte ringen. »Ich kann das gar nicht fassen«, sagte der 27-Jährige vom Ring der Körperbehinderten Freiburg kopfschüttelnd, nachdem der Stadionsprecher des SV Finsterau das Ergebnis des Biathlon-Rennens über die Mitteldistanz in der sitzenden Konkurrenz durchgegeben und Fleigs Hoffnungen bestätigt hatte: Der Gundelinger ist Weltmeister. »Der Saisonverlauf war nicht optimal, ich bin häuiger ausgefallen. Daher ist es für mich noch überraschender, dass es so gut läuft. Das gibt mir Selbstvertrauen«, betonte Fleig. Fleig mit überzeugender Leistung zum WM-Titel Martin Fleig leistete sich lediglich einen Fehler am Schießstand und blieb mit seiner Zeit von 37:31 Minuten nach einem packenden Duell vor Taras Rad (Ukraine, 37:52,2 Minuten, zwei Schießfehler). Der Drittplatzierte Eui Hyun Sin (Südkorea) musste viermal in die Strafrunde und hatte am Ende 2:06,4 Minuten Rückstand auf Fleig. Zu den ersten Gratulanten in der Mixed-Zone gehörte der Präsident des Deutschen Behindertensportverbands, Friedhelm Julius Beucher. »Das war eine tolle Leistung«, lobte er. Nur drei Tage nach seinem ersten Titelgewinn siegte Fleig auch über die lange Distanz von 15 Kilometern und präsentierte sich erneut in bestechender Form. Lediglich ein Fehler beim dritten Anschlag OBEN Mit zwei WM-Titeln und insgesamt vier Medaillen ist Martin Fleig bester deutscher WM-Teilnehmer. und die beste Lauleistung des Feldes katapultierten ihn mit riesigem Vorsprung an die Spitze. In 44:39.4 Minuten war er mehr als drei Minuten schneller als Taras Rad (Ukraine, 48:01.3 Minuten), der viermal daneben schoss. Bronze ging an Trygve Steinar Larsen (Norwegen, 49:07.9 Mi- 18 Sport + Mobilität mit Rollstuhl 03/2017

LINKS Mit dem Gewinn der Goldmedaille erfüllte sich Anja Wicker ihren größten Traum. Fotos: Ralf Kuckuck/DBS nuten), der sich am Schießstand drei Strafminuten eingehandelt hatte. »Nach meiner ersten Goldmedaille konnte ich es heute etwas lockerer angehen«, sagte Fleig und gab zu: er sei mit einem guten Gefühl in den Tag gestartet, habe aber dennoch nicht damit gerechnet, dass es wieder zum Sieg reichen werde. Mit Bronze im Biathlon Sprint und Bronze im Langlauf über die Langstrecke – seine erste Medaille überhaupt im Langlauf bei einem Großereignis – erhöhte Fleig seine Medaillenausbeute auf vier mal Edelmetall. Dem Bundestrainer zauberte er mit seinen Erfolgen ein Lächeln auf das Gesicht. »Martin reitet die Welle zurzeit bis zum Strand«, sagte Rombach über den derzeit erfolgreichsten Athleten seiner Mannschaft. Wicker erfüllte sich ihren größten Traum Für Anja Wicker (MTV Stuttgart) und Andrea Eskau (USC Magdeburg) war das ›goldene‹ Auftaktwochenende die Initialzündung für weitere großartige Leistungen. Zunächst gewann Wicker bei den Frauen sitzend hinter der überragenden Lidziya Hrafeyeva (Weißrussland, 34:46 Minuten, ein Schießfehler) Silber auf der Mitteldistanz. Wicker musste zweimal in die Strafrunde und kam auf eine Zeit von 36:22.1 Minuten. Dann erfüllte sie sich ihren großen Traum und konnte nur wenige Minuten nach dem zweiten Goldlauf von Martin Fleig ihren eigenen WM-Titel bejubeln. Wie der Freiburger dominierte Anja Wicker bei den Frauen sitzend die Konkurrenz nach Belieben. Die 25-Jährige war am Schießstand und in der Loipe stark unterwegs, schoss nur einmal daneben und verwies in 43:07.3 Minuten Lidziya Hrafeyeva ”Wir haben die Erwartungen bei der WM weit übertroffen. Bundestrainer Ralf Rombach (Weißrussland, 46:05.2 Minuten, drei Schießfehler) und Oksana Masters (USA, 46:43.7 Minuten, vier Fehler) auf die weiteren Plätze. Andrea Eskau vom USC Magdeburg wurde in 48:36.9 Minuten nach vier Schießfehlern Vierte. »Ich habe Martin von der Strecke aus jubeln sehen und mir gedacht: Das schaffe ich auch«, berichtete Wicker nach ihren 12,5 Kilometern und nahm die herzlichen Glückwünsche von Friedhelm Julius Beucher entgegen. »Er war heute mein Glücksbringer. Mein größter Traum ist wahr geworden.« Einen Tag vor Ende der Titelkämpfe gewann Wicker Silber auf der Sprintstrecke. Eskau bewies großes Kämpferherz OBEN Bewies einmal mehr ihr großes Kämpferherz und zeigte, dass sie eine Teamplayerin ist: Andrea Eskau. Andrea Eskau war gesundheitlich leicht angeschlagen in die ersten beiden Rennen gegangen. Nach Bronze im Biathlon holte sie noch die Silbermedaille im Langlauf- Sprint hinter der Top-Favoritin Oksana Masters (USA). »Ich habe das Maximale herausgeholt. Oksana war diesmal nicht zu schlagen«, sagte die in Bergheim lebende 45-Jährige nach ihrem zweiten Edelmetall im zweiten Rennen. Es sollten nicht ihre einzigen Medaillen bleiben. Mit großem Kämpferherz holte die 45-jährige Elsdorferin ihre zweite Bronzemedaille. 3,6 Sekunden lag sie im Langlauf über die lange Distanz (12 km) bei den Frauen sitzend vor der letzten Runde hinter der Drittplatzierten Liudmila Vauchok aus Weißrussland zurück, doch im Ziel konnte die Deutsche nach kurzem Bangen jubeln. Der winzige Vorsprung von 1,9 Sekunden bescherte ihr Bronze. Eskaus Zeit: exakt 37:00.0 Minuten. Gold ging an die erneut überragende Oksana Masters aus den USA (36:01.0 Minuten), Silber an Birgit Skarstein aus Norwegen (36:51.7 Minuten). Am letzten Tag gewann Eskau ihre vierte Medaille – und machte einer Konkurrentin ein besonderes Geschenk. Der Weißrussin Liudmila Vauchok, die innerhalb weniger Tage mit zwei vierten Plätzen das Podest jeweils hauchdünn verpasste, drückte sie das WM-Maskottchen ➜➜ Sport + Mobilität mit Rollstuhl 03/2017 19

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