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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 03/2017

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Informationsschrift des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes

FACHBEREICHE Vier

FACHBEREICHE Vier Medaillen für den Para-TT- Nachwuchs bei Lignano Junior Open Gold und sechs mal Edelmetall bei den Lignano Master Open: ein bemerkenswertes Ergebnis zum Start ins nach-paralympische Jahr. Die Lignano Junior Open in Lignano Sabbiadoro bei Venedig endeten für das deutsche Team sehr erfreulich: In dem Turnier für Spieler unter 23 Jahren holten Sandra Mikolaschek und Corinna Hochdörfer Gold in ihren Wettkampklassen, Marlene Reeg und Tim Laue sicherten sich jeweils die Silbermedaille. Damit konnten sich von sechs deutschen Startern vier in die Medaillenränge spielen. Mikolaschek ohne Satzverlust zu Gold PARA-TISCHTENNIS Tischtennisteam mit gutem Start ins Wettkampfjahr LIGNANO OPEN: ZEHN MEDAILLEN – DAVONI VIER ALLEIN FÜR DEN NACHWUCHSI Die Paralympionikin Sandra Mikolaschek ließ in den kombinierten Wettkampklassen 1-5 nichts anbrennen und sicherte sich den Sieg gegen ihre Gegnerinnen aus Russland, Kroatien und Italien ohne Satzverlust. Spannender machte es Corinna Hochdörfer (WKs 7-8) auf dem Weg zu ihrem ersten internationalen Titel: Das erste Spiel ihrer Fünfergruppe gewann sie knapp gegen die Italienerin Elena Elli, verlor danach jedoch mit 2:3 gegen die Norwegerin Merethe Tveiten. Dann war die Pfälzerin aber voll und ganz im Turnier angekommen. Die nächsten Spiele gewann sie mit 3:1 gegen Nora Corneliussen (NOR) und glatt mit 3:0 gegen die an Position Eins gesetzte Holländerin Suzan Klomp. Somit war die 20-Jährige spielgleich mit der Lokalmatadorin Elli, durfte sich aber aufgrund des direkten Vergleichs die Goldmedaille abholen. Auch Marlene Reeg zeigte in der Wettkampklasse 10 eine starke Leistung. Die Hessin besiegte sowohl die Russin Daria Saratova als auch die Kroatin Anja Laus glatt in drei Sätzen. Lediglich der Rumänin Ioana-Monica Tepelea musste sich die 16- jährige Reeg in drei umkämpften Sätzen geschlagen geben. Bei den U23-Jungen war Tim Laue erfolgreich. Er gewann seine Gruppe in der WK 6 ohne Satzverlust und traf im Halbinale auf Marios Chatzikyriaokos aus Griechenland. Hier gab Laue zwar seinen ersten Satz ab, zog aber dennoch souverän ins Finale ein, wo Pavao Jozic (CRO) auf ihn wartete. Laue startete gut ins Endspiel und ging mit 2:0 Sätzen in Führung. Leider konnte er diese Führung jedoch nicht ins Ziel retten: Der Kroate wurde stärker und entriss dem 20-Jährigen die Goldmedaille noch. Dennoch darf Laue sich über eine tolle Leistung und die Silbermedaille freuen. Karl Witzgall schied bei seinem ersten internationalen Auftritt im Viertelinale der WK 6-7 gegen Elias Debeyssac (FRA) aus. Alexandros Kalpakidis, der eigentlich in der WK 11 antreten sollte, absolvierte mangels Gegnern fünf Freundschaftsspiele gegen Spieler aus der WK 10, von denen er zwei gewinnen konnte. Co-Bundestrainer Hannes Doesseler war sehr zufrieden: »Wir haben hier ein starkes Auftreten des Nachwuchses erlebt und einen sehr guten Start ins nach-paralympische Jahr hingelegt. Besonders Corinna hat sich sowohl spielerisch als auch mental verbessert und ihren Landestrainer Michele Comparato mit ihrer Leistung sehr glücklich gemacht.« Tolle Frühform auch bei den Master Open Die schon bei den Lignano Junior Open angedeutete gute Frühform des deutschen Para-Tischtennis-Teams hat sich auch bei den Master Open bestätigt: Die deutsche Equipe sicherte sich drei Medaillen im Einzel- und drei Medaillen im Teamwettbewerb. Bemerkenswert: An vier der Medaillen waren abermals Nachwuchsspieler beteiligt. Besonders Sandra Mikolaschek zeigte sich in eindrucksvoller Verfassung. Wie schon im U23-Turnier gewann sie ihre Gruppe in den kombinierten Wettkampfklassen 4-5 souverän und musste nur einen einzigen Satzverlust gegen die Serbin Popadic hinnehmen. Im Halbinale gelang Foto: Hannes Doesseler 22 Sport + Mobilität mit Rollstuhl 03/2017

Foto: Hannes Doesseler OBEN Bei den Lignano Master Open erfolgreich: Die Medaillengewinner Sandra Mikolaschek, Marlene Reeg und Lisa Hentig. (Es fehlt Thomas Brüchle). LINKS Die Medaillengewinner bei den Lignano Junior Open: Sandra Mikolaschek, Corinna Hochdörfer, Tim Laue und Marlene Reeg. ihr die Revanche für das bittere Viertelinal-Aus in Rio de Janeiro gegen Sue Gilroy aus Großbritannien, der sie dieses Mal bei ihrem 3:1-Sieg keine wirkliche Chance ließ. Doch der große Coup folgte im Finale: Hier traf sie auf die Paralympics-Siegerin Borislava Peric-Rankvic (SRB), gegen die sie bisher noch nie einen Sieg einfahren konnte. Das beeindruckte die 19-Jährige jedoch wenig: Mikolaschek spielte mutig auf und konnte den ersten Satz gewinnen. Auch der folgende Satzausgleich brachte sie nicht aus dem Konzept: Den umkämpften dritten Satz sicherte sich die junge Deutsche mit 11:9, was sich als Knackpunkt erwies. Nun agierte die Serbin verunsichert, Mikolaschek hingegen verfolgte ruhig ihre Taktik und gewann den vierten Satz mit 11:2. Somit holte sie nicht nur die Goldmedaille, sondern setzte mit ihrem ersten Sieg gegen Peric-Rankovic eine beeindruckende Duftmarke. Im Teamwettbewerb brachte die Wahl- Düsseldorferin die Serbin dann nach einem 1:6 bei 0:2 Satzrückstand abermals an den Rande einer Niederlage, zog dann aber in der Verlängerung doch noch knapp den Kürzeren. Trotz gewonnenen Doppels mit Teampartnerin Lisa Hentig, die im Einzel in der Gruppe scheiterte, besiegelte sie damit die Finalniederlage gegen die Serbinnen Peric-Rankovic/Popadic. Vorher besiegten Mikolaschek/Hentig die Duos aus Japan/Serbien und Russland/Kroatien und sicherten sich so Silber. Gold und Silber für Thomas Brüchle Ebenfalls Gold im Einzel- und Silber im Teamwettbewerb holte der Vize-Paralympicssieger im Team, Thomas Brüchle (Foto r.). Der Lindauer setzte sich in der WK 3 ohne Satzverlust als Gruppenerster durch, wodurch er im Achtelinale ein Freilos bekam. Auch der Slowene Lukezic konnte ihm im Viertelinale noch keinen Satz abnehmen, das schaffte erst Alexander Ohgren (SWE) im Halbinale. Doch es sollte der einzige verlorene Durchgang bleiben. Ohne größere Schwierigkeiten zog Brüchle ins Finale ein, wo er Makszin Dacian aus Rumänien in drei Sätzen bezwang. Im Teamwettbewerb trat Brüchle mit Alexandre Delarque (FRA) in der WK 4 an. Mit glatten Siegen gegen die Mannschaften aus Israel und Rumänien/Ukraine kam es zum Endspiel gegen das Duo aus Polen. Hier setzte sich das eingespielte Team Lis/Nalepka dann allerdings mit 2:0 gegen die deutsch-französische Kombi durch. Ein weiterer Youngster machte nach Silber im Junior-Turnier auch bei den Master Open auf sich aufmerksam: Die 16-Jährige Marlene Reeg darf zwei weitere Medaillen mit nach Hause nehmen. Mit Siegen gegen Bicsak (HUN) und Saratova (RUS) und Niederlagen gegen Lucic (CRO) und Tepelea (ROU) erspielte sich die Hessin Bronze im Einzel der Wettkampklasse 10. Im Teamwettbewerb tat sie sich mit der Ungarin Bettina Bicsak zusammen und konnte in den kombinierten WKs 8- 10 Silber gewinnen. Lediglich das polnisch-rumänische Duo Pek/Tepelea erwies sich bei der 1:2 Niederlage als zu stark, gegen die starken Russinnen konnten Reeg/ Bicsak jedoch einen 2:1 Sieg feiern und das Team aus den Niederlanden/Japan hatte beim 2:0 keine Chance. Bei Co-Trainer Hannes Doesseler hinterlässt das erste Turnier des Jahres einen rundum positiven Eindruck: »Wir konnten die gute Leistung aus den Junior Open in die Master Open mitnehmen und unsere Form bestätigen. Besonders Sandras Sieg gegen die Paralympicssiegerin Peric-Rankovic war herausragend«, freut sich Doesseler. »Das war ein guter Start in die schwere nach-paralympische Saison - auch im Vergleich mit anderen Nationen. Die Team-WM kann kommen.« Sonja Scholten Foto: Ralf Kuckuck/DBS-Akademie Fan werden www.facebook.com / rollstuhlsport Sport + Mobilität mit Rollstuhl 03/2017 23

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