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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 06/2020

Informationsschrift des Deutschen Rollstuhl-Sportverband e. V.

SPORT VOR

SPORT VOR ORTDRS-VEREINEim FokusRSG KoblenzDie Fragen stellte Christina Hankamer | Fotos: RSG KoblenzDer DRS wurde offiziell 1977gegründet. Seit wann ist der Vereinim DRS und was war der Anlass zumBeitritt?Tobias Krämer: Die RSG Koblenz istGründungsmitglied des DRS und vonAnfang an dabei. Der erste Vorsitzendevon 1969 bis Anfang der 2000er, HerbertKrah, war ein großer Vertreter desparalympischen Stoke‐Mandeville‐Gedankenund hatte es sich zur Aufgabegemacht, den ›Sport für Gelähmte‹ weitervoran zu bringen. Die Gründung einesDeutschen Dachverbands war hierbeiein wichtiger Schritt.Wie hat sich der Verein seit demBeitritt entwickelt und wie vieleAngebote hat dieser heute?Tobias Krämer: Die drei Gründungsabteilungen,Bogenschießen, Basketballund Tischtennis wurden in den erstenJahren von nicht mehr als 25 Sportlerneinmal pro Woche betrieben. Heute habenwir nach zwischenzeitlich 300 Mitgliedernimmer noch etwa 250. Aus dreiAbteilungen wurden aktuell 12 und esgibt an fünf Tagen der Woche an vierTrainingsorten verschiedene Angebote.Welches sind die Qualitäten desDeutschen Rollstuhl-Sportverbandes?Gibt es Wünsche oder Veränderungs-,Ergänzungsvorschläge?Tobias Krämer: Der DRS steht uns jederzeitberatend zur Seite, wenn es Unsicherheitenoder Fragen gibt. Mit einemÜberblick über den Rollstuhlsportin Deutschland ist der DRS besondersauch in der jetzigen Zeit ein wichtigerPartner und ›Informationslieferant‹.Hat der Verein Projekte oderKooperationen mit anderen Vereinen,Schulen, Einrichtungen oder Kliniken?Welche Besonderheiten hat dieseKooperationen?Tobias Krämer: Wir versuchen uns aktivan diversen Koblenzer Sportveranstaltungeneinzubringen, machen Vorführungen,bzw. Mitmachangebote anSchulen und bei verschiedenen Veranstaltungen.Wir pflegen beispielsweiseeine Zusammenarbeit mit der HochschuleKoblenz und hatten bei unserenTrainings inzwischen mehrfach Studierendezum hospitieren. Es gab und gibtTurniere (z. B. im Rollstuhlbasketball/‐rugby) mit und gegen ›Nichtbehinderte‹aus anderen Sportarten oder Firmen/Vereinen.Das Thema Inklusion ist in allerMunde. Wie steht der Verein zumThema und wie viele Fußgänger sindin dem Zusammenhang in denvorhandenen Rollstuhlsportgruppen?Tobias Krämer: Das Thema Inklusionbegleitet uns schon über Jahre hinweg,ohne, dass es zunächst in dieser Begrifflichkeitgelebt wurde. Aktuell diskutierenwir eine Satzungsänderung undüberlegen wie wir uns weiter für ALLEöffnen können.18›Sport + Mobilität mit Rollstuhl 06/2020

Fotos: RSG KoblenzTobias Krämer: Ohne unsere ehrenamtlichenHelfer*innen wären wir gänzlichverloren. Ich hoffe, dass wir das deutlichgenug vemitteln indem wir respektvollund dankbar miteinander umgehen. Darüberhinaus gelingt es uns den Ehrenamtlichenauch finanzielle Anreize zubieten. Hieran können und wollen wirauch zukünftig nichts ändern. Jede undJeder, die/der uns unterstützt vermitteltauch eine besondere Verbundenheitzum Rollstuhlsport und zu den Menschen,die ihn betreiben. Das merkt manViele unserer Sportarten sind bereits inklusiv,vor allem im Trainingsbetrieb.Diesen Kurs möchten wir gerne weiterverfolgen. Im Wettkampf sind jedochspeziell und unter Umständen exklusiveRegularien weiter erforderlich, bzw. unvermeidbar.Wie geht der Verein mit demThema Barrierefreiheit um undwelche Maßnahmen wurdenmöglicherweise bereits umgesetztoder sind vielleicht durch die Stadtvorhanden?Tobias Krämer: Als Rollstuhl‐Sportvereinist das Thema Barrierefreiheit natürlichinsofern schon immer präsent, als dassstufenlose Zugänge, Aufzüge und Rampensowie ausreichende Behindertenparkplätzeeine Grundvoraussetzung darstellen.Auch entsprechende Unterbringungsmöglichkeitenbei Turnieren oder Spieltagenmüssen vorhanden sein. Hier erfahren wirgroße Unterstützung durch die Stadt Koblenzund insbesondere das GemeinschaftslinikumMittelrhein Evgl. Stift. Eineumfänglichen Barrierefreiheit auch fürhör‐ und sehbehinderte Menschen oderauch das Nutzen von ›leichter Sprache‹ habenwir im Blick und versuchen diesebestmöglich zu erreichen.Was könnte man tun, um noch mehrMenschen für den Rollstuhlsport zubegeistern?Tobias Krämer: Ich denke die ›Öffnung‹des Angebots für Alle ist hier ein wesentlicherSchritt. Beim gemeinsamenSportreiben kann schnell gegenseitigesErfolgreiches Rollstuhlrugby-Team:Die Koblenz Speedos.ROLLSTUHL-SPORTGEMEIN-SCHAFT KOBLENZ E. V.Gründungsjahr: 1969Mitglieder: etwa 250Social-Media-Kanäle:Facebook (rsgkoblenz)Angebote des Vereins:12 Sportarten für Rollstuhlfahrer*innen (teilw. inklusiv)Ansprechpartner:Tobias Krämer (1. Vorsitzender), seit1999 Mitglied im VereinVerständnis und Begeisterung entstehen.Auch wenn manche Sportart imWettkampf ›ausgrenzende‹ Regularienmit sich bringt, so bietet das Trainingund auch das nötige Umfeld des Sportgeschehens(Schiedsrichter*innen,Klassifizierer*innen, Helfer*innen, etc.)viele Möglichkeiten der Gemeinsamkeit.Ansonsten denke ich, dass soziale Netzwerkeund eine ansprechende Bewerbungvon Angeboten / Veranstaltungenzunehmend eine Rolle spielen. Auch dasKombinieren von Veranstaltungen desRollstuhlsports mit Sportevents ›Nichtbehinderter‹bietet ggf. gute Möglichkeiten.Ehrenamtliche sind der Kern einesjeden Vereins. Wie geht der Vereinmit seinen Ehrenamtlichen um und,wie wird dies auch in der Zukunftgelingen?Tobias Krämer, 1. Vorsitzenderder RSG Koblenz.als Sportler*in. Das möchten wir gerneauf diese Weise honorieren. Andererseitsgeht der spürbare Rückgang erhenamtlichenEngagements auch nichtan der RSG vorbei und wir machen unsGedanken über mögliche Ansätze hierwieder attraktiv zu werden.Wie wird innerhalb des Vereinskommuniziert?Durch das regelmäßige Zusammentreffenbeim Sport gibt es viel persönlicheKommunikation. Besonders abteilungsintern.Darüber hinaus wird in den Abteilungenund im Vorstand auch perWhatsApp (oder andere Messenger)kommuniziert. Vereinsweit nutzen wirunser monatliches Vereinsheft, unsere(*Frage anhand der aktuellen Situation. Stand 20.04.2020)›Sport + Mobilität mit Rollstuhl 06/2020 19

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