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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 06/2021

Informationsschrift des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes

FACHBEREICHEDer Renntag

FACHBEREICHEDer Renntag beim Weltcup undParalympic Qualifier in Szegedhätte für die deutschen Parakanutennicht besser beginnen können.Anja Adler holte sich ihren ersten Weltcup‐Siegin der Startklasse Kl 2. Nachmehreren Podiumsplätzen bei internationalenWettkämpfen ist das der bishergrößte Erfolg der 32‐jährigen Rollstuhlfahrerinvom SV Halle. Sie selbst sagteim Anschluss: »Ich kann es immer nochnicht glauben, aber es fühlt sich unheimlichgut an. Ich konnte erstmalsFotos: Christel SchlisioPARA KANU-WELTCUPIDrei Medaillen fürdeutsche ParakanutenEin weiterer Quotenplatz durch Felicia LabererHatte allen Grund zum Jubeln:Anja Adler holte sich in Szeged ihrenersten Para Kanu-Weltcuperfolg.wirklich das im Wettkampf zeigen, wassich im Training schon angedeutet hat.Diesmal lief auch der Start super.«Nach den Erfolgen von KatharinaBauernschmidt (WSV Niederrhein Duisburg)im Va’a der Startklasse Vl 2 mitdem dritten Platz und Annette Kummervom ESV RAW Cottbus mit dem zweitenPlatz im Va’a der Startklasse Vl 3 habendie Damen im deutschen Team den Medaillensatzvervollständigt. Beide zeigtensich mit ihrem Abschneiden sehr zufrieden,da sie ihre im Training schongezeigten Leistungen gut abrufen konnten.Felicia Laberer, SC Grünau Berlin,schaffte es mit dem 5. Platz im Endlaufder Kl 3, einen Quotenplatz für die Paralympicsin Tokio zu holen. Die 20‐jährige,die erst vor drei Jahren vom ParaSchwimmen zum Parakanu gewechseltwar, ging damit der größte Wunsch andieses Wochenende in Erfüllung. Sieselbst sagte dazu: »Der Start war richtiggut, auf der Strecke konnte ich mithalten,weiß jetzt aber auch, woran ich mitBlick auf Tokio weiter arbeiten muss.«Der Bundestrainer war von der starkenLeistung Felicia Laberers sehr angetan.»Sie hat sich im letzten Jahr stark verbessernkönnen, und ich finde es stark,wie sie hier aufgetreten ist. Der fünfteQuotenplatz für das deutsche Parakanu‐Team ist natürlich hervorragend.«Edina Müller vom Hamburger KCzeigte sich von ihrem vierten Platz, ganzknapp hinter der Chilenin Wollermann,nicht überrascht. »Ich bin hier voll ausdem Training heraus gefahren. Am Beginnlief das Rennen so, wie wir es inder Vorbereitung erarbeitet hatten. DieTrainingsplanung ist voll auf die paralympischenRennen im September ausgerichtet.Daher war das so okay«, sagteFelicia Laberer sicherte Deutschlandeinen Quotenplatz für Tokio.die Silbermedaillengewinnerin der Paralympicsin Rio.Der andere Silbermedaillengewinnervon Rio, Tom Kierey, erreichte imschnellsten Rennen des Tages der Parakanuten,in der Startklasse Kl 3 denfünften Platz. Er sieht sich ebenfalls aufeinem guten Weg in Richtung Tokio.»Das Rennen lief noch nicht optimal,war aber ein vernünftiger Schritt in dierichtige Richtung.«Zweiter im B‐Finale der StartklasseKl 2 wurde Ivo Kilian vom HalleschenKC 54. Er verpasste damit um einenPlatz einen Quotenplatz für Tokio.»Ich bin zufrieden mit den Ergebnissendieses Weltcups, vor allem die Damenhaben mit dem Gewinn eines Medaillensatzesgezeigt, dass das harteTraining sich auszahlt. Die Mannschafthat sich hier super präsentiert. Der ersteWeltcupsieg seit längerem und derzusätzliche Quotenplatz für Tokio sindsicherlich das Highlight der Woche gewesen.Jetzt gilt es den Fokus auf die EuropameisterschaftenAnfang Juni inPoznan zu richten, und den Trainingsaufbaufür die Paralympics in Angriff zunehmen.«Weitere Platzierungen:Anas Al Khalifa, Kl 1: 6. im Zwischenlauf,Vl 2: 9. im VorlaufFelix Höfner, Kl 3: 8. im ZwischenlaufChristel Schlisio26Sport + Mobilität mit Rollstuhl 06/2021

PARA KANU EMIGoldener Samstag fürdeutsche ParakanutenAnja Adler und Felicia Laberer holen jeweils einen Titel beiden Europameisterschaften in Poznan – deutsches Teamholt insgesamt sieben MedaillenEdina Müller, Felicia Laberer undAnja Adler (v. l. n. r.) präsentieren ihreMedaillen.Ds ist unglaublich, wie heute AnjaAdler und Felicia Laberer aufden letzten Metern den Titelgeholt haben.« sagt der BundestrainerAndre Brendel nach dem sehr erfolgreichenAbschneiden bei den Europameisterschaftender olympischen und paralympischenKanurennsportler im polnischenPoznan.Felicia Laberer, SC Berlin‐Grünau,machte den Anfang in der Startklasse Kl3. Die Französin Nelia Barbosa zeigte einensehr schnellen Start, aber die 20‐jährige Auszubildende schob sich immernäher heran, und schaffte es kurzvor der Ziellinie, noch die Französin abzufangen.Sie selbst sagt zu ihrem Rennen:»Das Rennen war noch nicht perfekt,aber nah dran.«Natürlich hatte Anja Adler vom SVHalle, Weltcup‐Siegerin von Szeged (s.Seite 26), gehofft, ihre Leistung hier beider Europameisterschaft wiederholenzu können. Dennoch sagt die 32‐jährigeGeologin nach dem Titelgewinn in derStartklasse Kl 2: »Ich bin gerade nochetwas sprachlos, aber überglücklichüber das Ergebnis. Es war ein hartesRennen. Die Ungarin genau neben mirhatte ich im Augenwinkel im Blick. ZumGlück konnte ich am Ende noch einendrauflegen. Ich möchte mich da auchbeim ganzen Trainer‐ und Betreuerteamfür ihre tolle Arbeit bedanken.«Beide Sportlerinnen gewannen mit jeweils7/100 Abstand vor ihren Konkurrentinnen.»Diese beiden Titelgewinnehaben gezeigt, dass wir im Trainingsaufbauauf dem richtigen Weg RichtungParalympics in Tokio sind.«, resümierteder Bundestrainer.Edina Müller, Hamburger KC, hattein ihrem Finale sehr mit dem Gegenwindzu kämpfen und kam erst auf derzweiten Streckenhälfte besser ins Rennen.Die 37‐jährige Rollstuhlfahrerinstartete in der Startklasse Kl 1, in dernur Arme, Schultern und Teile desRumpfs beim Paddeln eingesetzt werdenkönnen. Auch ihr Rennen wurdeerst auf der Ziellinie nach einem hartenKampf gegen die russische Fahrerin Dupikmit dem besseren Ende – sprich derBronzemedaille – für Edina Müller entschieden.Im Finale der Kl 3 Herren belegteTom Kierey, KC Borussia Berlin, Platz 7.»Das Rennen gilt es noch zu analysieren,im Hinblick auf die Paralympics«, sagteAndre Brendel hinterher. Der zweiteStarter, Felix Höfner vom SC DHfK Leipzig,belegte in seiner ersten internationalenSaison in dieser schnellen Startklassenach einem stark gefahrenenRennen Platz 6 im Halbfinale.Ivo Kilian (Hallescher KC 54) belegtein seinem Finale in der Kl 2 ebenfallsden 7. Platz und Anas Al Khalifa (SV Halle)kam im Kajak‐Finale der StartklasseKl 1 auf Rang 9 ins Zielund erreichte im Va´ader Startklasse Vl 2Platz 5 im Halbfinale.Der 28‐jährige paddelterst seit einem Jahr undzeigte eine ansprechendeLeistung, wie derBundestrainer dazu bemerkte.Bereits am Vortaghatten die deutschenDamen im Va´a für Medaillengesorgt. So belegteAnnette Kummer,ESV RAW Cottbus, inder Vl 3 Platz 3. KatharinaBauernschmidtvom WSV NiederrheinDuisburg schaffte in derVl 2 die Silbermedaille.In der Vl 1 belegten LillemoreKöper und EstherBode, beide HamburgerKC, Platz einsund zwei. Mit dieser Medaillenausbeutebelegte die deutsche Parakanu‐Nationalmannschaftin der Nationen‐WertungPlatz 2, hinter der Ukraine.»Diese Medaillenausbeute unsererSportlerinnen freut mich sehr. Alle arbeitenhart dafür. Gerade bei Felicia Labererund Anja Adler zeigen sich bereitsjetzt große Verbesserungen, die doch einigeHoffnungen wecken mit Blick aufdie Paralympics in Tokio. Da für dienicht‐paralympischen Disziplinen auchnoch die Weltmeisterschaft in Kopenhagenim September ansteht, bestehenhier auch noch weitere Medaillenchancen«,hofft Bundestrainer Andre Brendelauf weitere gute Ergebnisse.Christel SchlisioFoto: Andre BrendelSport + Mobilität mit Rollstuhl 06/202127

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