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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 07/2020

Informationsschrift des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes

SPORT VOR ORTTUSEM ESSEN

SPORT VOR ORTTUSEM ESSEN E. V.›RUHR-ROLLERS‹(Abt. Elektro-Rollstuhl-Hockey)Gründungsjahr: 1926 / 1995Mitglieder: etwa 2.700 / 22Social-Media-Kanäle:Facebook (ruhrrollers)Website (www.ruhr-rollers.de)Angebote des Vereins:15 SportartenAnsprechpartner:Peter Kalthoff, Abteilungsleiterder Ruhr-RollersDer DRS wurde offiziell 1977gegründet. Seit wann ist der Vereinim DRS und was war der Anlass zumBeitritt?Peter Kalthoff: Die Eingliederung 1995war notwendig, um professionelleStrukturen auf Vereinsebene zu schaffen.Auch um in der nationalen Meisterschaft,der Bundesliga, teilnehmen zukönnen.Wie hat sich der Verein seit demBeitritt entwickelt und wie vieleAngebote hat dieser heute?Peter Kalthoff: Die Mitgliedschaft warund ist der Grundstein, um als eigeneSportart anerkannt zu werden. Um offiziellhandeln zu können und entsprechendagieren zu können. Vor allem ist zu erwähnen,dass dieser Sport für viele der einzigeist, den sie aktiv ausüben können.Welches sind die Qualitäten desDeutschen Rollstuhl-Sportverbandes?Gibt es Wünsche oder Veränderungs-,Ergänzungsvorschläge?Peter Kalthoff: Der DRS bekommt einimmer besseres Netzwerk, von dem vieleprofitieren. Durch seine professionellenStrukturen wird eine höhere Aufmerksamkeiterreicht.Hat der Verein Projekte oderKooperationen mit anderen Vereinen,Schulen, Einrichtungen oder Kliniken?Welche Besonderheiten haben dieseKooperationen?Peter Kalthoff: Die Kooperation erfolgtvor allem mit der Schule am Haus Langendreerder Ruhr Universität Bochum. Diesdient der Nachwuchsförderung.Das Thema Inklusion ist in allerMunde. Wie steht der Verein zumDRS-VEREINEim FokusRuhr-RollersDie Fragen stellte Christina Hankamer | Fotos: Ruhr-RollersThema und wie viele Fußgänger sindin dem Zusammenhang in denvorhandenen Rollstuhlsportgruppen?Peter Kalthoff: Die Inklusion stellt vieleMöglichkeiten dar, zur Weiterentwicklungdes Rollstuhlsports. Fußgänger in demSinn, dass sie im Alltag nie auf einen Rollstuhlangewiesen sind, sind nicht Teil dessen.Im Gegensatz zu unserern Anfängensind es nun auch Aktivrollstuhlfahrer, diean unserem Sport teilhaben.Wie geht der Verein mit demThema Barrierefreiheit um undwelche Maßnahmen wurdenmöglicherweise bereits umgesetztoder sind vielleicht durch die Stadtvorhanden?Peter Kalthoff: Die Barrierefreiheit ist invielen Bereichen, aber insbesondere beiuns als Elektro‐Rollstuhl‐Fahrer, ein prägnantesThema. Das betrifft den Zugang zu18Sport + Mobilität mit Rollstuhl 07/2020

Fotos: RSG Koblenzverschiedenen Sportstätten, die Ausstattungsanitärer Anlagen oder geeigneteÜbernachtungsmöglichkeiten. Bei derAusübung des Sports wird alles dafür getan,dass Beeinträchtigungen durch dasSportgerät wie Hockeyschläger oder Elektro‐Rollstühleangepasst werden.Was könnte man tun, um noch mehrMenschen für den Rollstuhlsport zubegeistern?Peter Kalthoff: Der Rollstuhlsport müssteim Allgemeinen mehr in den Medienpräsent sein. Vor allem in der Breite. Sowerden andere mit den Sportarten konfrontiertund entscheiden sich möglicherweisezu der aktiven Teilnahme.Ehrenamtliche sind der Kern einesjeden Vereins. Wie geht der Vereinmit seinen Ehrenamtlichen um undwie wird dies auch in der Zukunftgelingen?Peter Kalthoff: Ohne unsere ehrenamtlichenHelfer wäre es uns nicht möglich, dieAktivitäten aufrecht zu erhalten. Wir begegnenihnen stets sehr aufrecht und respektvoll.Diesbezüglich besteht eine absoluteInterdependenz.Wie wird innerhalb des Vereinskommuniziert?Vor allem über E‐Mail, WhatsApp undFacebook.Wie geht der Verein mit der aktuellenCoronakrise um? *Der Sportbetrieb fällt zur Zeit komplettweg. Dies schadet zunehmend den sozialenKontakten. Der Großteil unsererSpieler gehört zur Risikogruppe, weshalbbesondere Vorsicht geboten ist.Wie und wann der Betrieb wieder aufgenommenwerden kann, ist ungewiss.Vielen Dank für das Gespräch.(*Frage anhand der aktuellen Situation. Stand 20.04.2020)Ruhr-Rollers – eineAbteilung desTUSEM Essen e. V.Wir sind eine Gruppe vonschwerstbehinderten E‐Rollstuhlfahrern,die seit 1995 ineiner Abteilung des TUSEM Essen e. V. beheimatetsind. Da sich unser Hobby immerprofessioneller organisiert, konnten wirals Studenten der Ruhr‐Uni‐Bochum ander neu gegründeten Bundesliga ansonstennicht teilnehmen. TUSEM war damalsder erste Verein, der uns aufnahm und wirnennen unsere Mannschaft in dieser Abteilungbis heute die ›Ruhr‐Rollers‹. Essind leider nur noch zwei Gründungsmitgliederdabei.Unsere Mitglieder stammen aus demgesamten Ruhrgebiet. Ein großer Teilunserer Spieler leidet an einer unheilbarenMuskelerkrankung (MuskeldystrophieTyp Duchenne). Dass sie trotzvieler Einschränkungen mit möglichstviel Freude viele Augenblicke desGlücks genießen können, wirddurch die Ausübung desSports ermöglicht.Im Laufe der 25 Jahre Vereinszugehörigkeitzum TUSEM haben wir viele Höhenund Tiefen erlebt. Wir waren schon soviele Spieler, dass wir zwei Mannschaftenin zwei Ligen stellen konnten. Bisjetzt haben wir leider den Meistertitelim Powerchair‐Hockey noch nicht erreichenkönnen. Aktuell sind wir mit einemTeam in der 2. Liga aufgestellt, ausKostengründen und weil uns viele Spielerverlassen haben oder verstorbensind.In unserer Abteilung sind wir 22Sportler. Davon nimmt ein großer Teilan der Bundesliga teil, der andere nuram Training und am Reha‐Sport. UnsereMitglieder in der Gruppe sind zwischen18 und 56 Jahre alt. Bei unserem Trainingwerden wir von zwei Übungsleiternangewiesen bzw. begleitet. Bei denWettkämpfen können wir zwei Schiedsrichterstellen. Wir hatten auch schoneinige Nationalspieler in unsere Mannschaft– aktuell haben wir einen Nationalspieler.Durch die aktuelle Corona‐Krise ist dieSaison 2019/2020 abgebrochen worden.Wann und in welchen Umfang unserBundesligabetrieb bzw. Trainingstartet, ist noch nicht bekannt, zumal essich bei unseren aktiven Sportlern überwiegendum die Risikozielgruppe handelt.Aber eines darf man bei unseremSport nicht vergessen. Ohne unsere ehrenamtlichenHelfer könnten wir unserenleidenschaftlichen Sport Powerchair‐Hockeynicht ausführen. Für jeden,der durch seine körperliche EinschränkungHilfe benötigt, ist es oft dieeinzige Möglichkeit, an diesem Sportteilzunehmen. Da wir dies nicht alsselbstverständlich ansehen, bedankenwir uns als Sportler für die ehrenamtlicheUnterstützung von Eltern, Freundenund Helfern.Quelle: Ruhr-RollersSport + Mobilität mit Rollstuhl 07/2020 19

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