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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 08/2020

Informationsschrift des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes

MENSCHENWürde man ihn

MENSCHENWürde man ihn Fragen,worin der tiefere Sinndes Lebens besteht,würde er wahrscheinlich antworten:»BVB‐Fan zu sein«. Seine ernsthafteAntwort darauf würde sicher anderslauten. Peter Richarz, › norddeutscherJung‹ mit schwarz‐gelbem Herzen,dienstältester Mitarbeiter – vor allemaber Mitgestalter – des DRS feierte am31.07.2020 seine 60. Geburtstag.Der gebürtige Dortmunder kam erstmalswährend seines Sportstudiums ander Deutschen Sporthochschule (DSHS)in Köln mit Rollstuhlsport in Kontakt.Einer seiner Dozenten damals warPeter Richarz mit seinem 2018verstorbenen Mentor HorstStrohkendl auf dem DRS-Verbandstag2017Happy Birthday,Peter RicharzEine Rollstuhlsport-Koryphäe feierte seinen 60. GeburtstagHorst Strohkendl, langjähriger Lehrwartdes DRS, mit dem es gleich beimersten inhaltlichen Austausch zu Differenzenkam. Woraufhin ihm Dr. Strohkendldas ›Sie‹ anbot – was in den alsweniger formell geltenden Studentenkreisenals großer Tadel empfundenwurde. »Ich hatte ein Video entwickeltzur Mobilität im Rollstuhl. Daraufhinhabe ich einen Brief über drei Seitenvon Horst bekommen. Dort stand mehroder weniger drin, dass ich keine Ahnungvon Rollstuhlsport habe«, denktRicharz mit einem Schmunzeln an diesenersten Austausch zurück. Das Verhältniszwischen den beiden renkte sichaber schnell wieder ein und HorstStrohkendl wurde für Peter Richarz zurprägenden Figur. Mittlerweile ist Richarzstolz drauf ein ›Strohkendl‐Schüler‹gewesen zu sein.In seinem Sinne leitete er zusammenmit Susanne Bröxkes eine Kindergruppebeim RSC Köln, ehe ihn seine erste beruflicheStelle nach Hamburg führte.Seine Nachfolge übernahm Ute Herzog,Leiterin des DRS‐Fachbereichs KinderundJugendsport. »Ich denke gern anunsere Anfänge zurück als Peter und ichuns vor knapp 40 Jahren zum ersten Malbegegnet sind. Als seine Nachfolgerinbin ich anfangs in sehr große ›Fußstapfen‹geschlüpft. Peter hatte einen bleibendenEindruck hinterlassen«, sagtUte Herzog heute.Wie es der Zufall wollte, trafen sichPeter Richarz und Ulf Mehrens, der seinerzeitehrenamtlich in Hamburg tätigwar, beim gemeinsamen Sporttreibenund kurze Zeit später war Peter Richarz– auf Vermittlung des DRS – Angestellterder BG Klinik in Hamburg. Anfangs warer zunächst für zehn Stunden für DRS‐Tätigkeiten freigestellt, mittlerweile arbeiteter ›Fulltime‹ für den DRS als Leiterdes Referats ›Mobilität und Inklusion‹.Dabei war er immer Botschafter deseigenen Hauses und aller BG‐Kliniken,vor allem aber Botschafter für die Idee,Menschen mit Mobilitätseinschränkungenwieder in Bewegung zu bringen undsie im besten Fall für den Sport mit undim Rollstuhl zu begeistern.FÜHLT SICH AUF DEMPODIUM EBENSO WOHL WIEIN DER SPORTHALLEPeter Richarz gilt als geschätzter Expertein verschiedenen Gremien und Organisationen.Er verfügt über große Fachkompetenzmit pädagogischem Finger‐Fotos: DRS-Archiv14Sport + Mobilität mit Rollstuhl 08/2020

spitzengefühl und die Fähigkeit zu Streiten.Er selbst versteht sich in erster Linieals ›Vernetzer‹ von Menschen und›Transporter‹ des Themas Mobilität imRollstuhl. Nicht nur für die Deutsche GesetzlicheUnfallversicherung (DGUV) ister seit vielen Jahren der erste Experte,wenn es um das Thema Mobilität fürMenschen mit Einschränkungen geht.»Peter verfügt beim Thema Präventionund Rehabilitation über ein enormesWissen. Durch seine ruhige und professionelleArt der Kommunikation gelingtes ihm immer wieder, auch schwierigeThemen verständlich zu transportieren.Wir sind froh mit dem Deutschen Rollstuhl‐Sportverbandeinen Partner ander Seite zu haben, der diese wichtigenThemen Prävention und RehabilitationRollstuhlbasketball – immer hat derakribische ›Arbeiter‹ Spuren hinterlassen.Zwischen 1998 und 2003 wurde ermit den Frauen des RSC fünfmal DeutscherMeister. Mit der Frauen‐Natio holteer bei der Heim‐EM 2003 den Titel.Besonderen Zugang hat Peter RicharzTätigkeiten: Man trifft ihn hoch konzentriertvor seinem Laptop beim Erstellenvon Konzepten. Bei Gruppengesprächenist oft spürbar, dass er gern die kommunikativeFührung übernimmt und versucht,Menschen für seine Gedanken zugewinnen, um gemeinsam etwas Nachhaltigesins Rollen zu bringen. Seinedritte Tätigkeit erleben vor allem Menschen,die beruflich oder ehrenamtlichöfter mit Peter zu tun haben. Diese hörenoder stellen meist die folgende Frage:»Wo ist eigentlich Peter?« Dabei istdie Antwort ganz klar: Irgendwo inDeutschland transportiert er gerade fürden DRS als Bundesverband das Thema›Mobilität im Rollstuhl‹ und versuchtdabei andere Menschen mit seiner Ideezu vernetzen.Peter Richarz 2019als Referent bei einerLehrerfortbildung.(o. l.).Fotos: DRS-ArchivPeter Richarz 2013 als Referent aufdem DRS-Verbandstag.2012 beimSportfest der BG KlinikHamburg (m.).2014 als Trainer beider U22-EM mit ›Co‹Benjamin Ryklin. (u. l.)und bei der Heim-WM2003 mit ›Co‹ HolgerGlinicki. (u. r.).anhand der vielen Mobilitätsprojekteund Sportarten so greifbar und anschaulichmacht«, schätzt Gregor Doepke,Leiter der Kommunikation und Pressesprecherbei der DGUV die Zusammenarbeitmit dem Referatsleiter Mobilitätund Inklusion beim DRS sehr. VieleProjekte hat Peter Richarz bis dato aufden Weg gebracht. Vom Klinikerfassungssystem›richtig mobil‹, über dieInitiative der Klinikbeauftragten undverschiedener Schulprojekte bishin zuMobilitätsprojekten wie ›sicher mobil‹und ›kompetent mobil‹, die zusammenmit Kooperationspartnern des DRS umgesetztwerden.Ruhig und besonnen bei seinen Vorträgenund der täglichen Arbeit, kannPeter Richarz aber auch laut werden –zumindest wenn er als Coach an der Seitenliniesteht. Ob als Vereinstrainer mitdem RSC Hamburg oder als Bundestrainerder Damen‐Nationalmannschaftzu jungen Leistungssportlern, wie seineErfolge als Bundestrainer im Juniorenbereichzeigt. Größte Erfolge waren derGewinn der Weltmeisterschaft 2013 inder Türkei und der Europameistertitelim Jahr zuvor im britischen Stoke Mandeville,gefolgt von EM‐Silber 2016.Während seiner Arbeit / Berufung erlebtman Peter Richarz meist bei dreiDer DRS gratuliert Peter Richarz ganzherzlich zu seinem runden Geburtstagund wünscht ihm alles Gute für die weitereZukunft, Gesundheit und weiterhinviel Freude und Leidenschaft für dieThemen Mobilität, Inklusion und Sportim Rollstuhl.Andreas Escher/Gregor Pleßmann07/202015

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