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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2020

Informationsschrift des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes

ROLlIKIDS.DEBeim

ROLlIKIDS.DEBeim Rollstuhlsportkönnen die Kinder undJugendlichen ihrerollstuhlspezifischenBewegungsmöglichkeitenkennen lernen, ihreFahrtechniken verbessernund ihre Mobilität mitRollstuhl ausweiten – unddabei jede Menge Spaßhaben.Kinder und Jugendlichemit Rollstuhl nehmenoft weite Fahrwege inKauf, um zum nächstenRollstuhlsportverein zukommen. In den nahe gelegenen Regelsport‐Vereinenist eine wirkliche Teilhabehäufig nicht gewährleistet, auchwenn sich inzwischen viele Vereine dieInklusion im Sport auf die Fahne geschriebenhaben und offen sind für inklusiveAngebote. Für die Kinder und Jugendlichenmit Rollstuhl ist es nach unsererErfahrung immens hilfreich, andereRollstuhlnutzer kennen zu lernen,sich mit Gleichgesinnten auszutauschenund gemeinsam ganz exklusiv Sport zutreiben. Ideal wäre es, wenn beides innaher Umgebung für die Kinder und Jugendlichenmit Rollstuhl möglich wäre:das exklusive Rollstuhlsport‐Angebotund das inklusive Sporttreiben‐Angebot.Dies in nah erreichbarer Umgebungzu haben, ist wohl nur wenigen vergönntund eher im städtischen Bereichmöglich als auf dem Land. Zudem habendie Kinder mit Rollstuhl häufig langeSchule und lange Schulwege und weitereTermine, die sie einhalten müssen, sodass zwei Sporteinheiten pro Woche fürText: Ute Herzog | Fotos: Stefan Brendahl, Privat, DRS-Archivdie Familien schon schwierig zu bewältigensind.VORBILDER FÜR DENROLlI-ALlTAGBeim Rollstuhlsport können die Kinderund Jugendlichen ihre rollstuhlspezifischenBewegungsmöglichkeiten kennenlernen, ihre Fahrtechniken verbessernund ihre Mobilität mit Rollstuhl ausweiten.Während ihnen im Alltag nur seltenRollstuhlnutzer begegnen, von denensie die Fahrtechniken und Bewegungenabschauen und lernen können, findensie bei den Rollstuhlsportgruppen ihreVorbilder und Gleichgesinnte und begegnensich auf Augenhöhe.Auch der Austausch zwischen den Elternin den Kinder‐ und Jugendsportgruppenist sehr wertvoll und hilfreichfür die Familien und stärkt sie. Es ist soforteine Ebene der Verständigung da.Es gibt gemeinsame Erfahrungen, dieprägen und Vieles bewusster machen.Der Austausch über die individuellenFortschritte der Kinder, ohne sie direktvergleichen zu müssen, über die Rollstuhlversorgung,über die Situationen inAlltag und Schule ist dabei genausowichtig wie die gemeinsam erlebten Erfahrungenim Rollstuhlsport, sowohlbeim Training als auch bei Festen undVereinsaktionen und bei Turnieren.Durch geeignete und der jeweiligenGruppe angepasste Spiel‐ und Übungsformenwerden alle Teilnehmenden einbezogen.Sie werden individuell gemäßihren Möglichkeiten und Fähigkeiten gefordert,erfahren Teilhabe in der Gruppeund eigene Erfolgserlebnisse und erlebensich als sportlich.Wie begeistert die Kids und jugendlichenSportlerinnen und Sportler undauch deren Eltern, Geschwister undFreunde von Turnierfahrten zurückkommenund von ihren Erlebnissen berichten,lässt ahnen, wie wichtig undeindrücklich diese gemeinsamen Erlebnissefür sie sind. Es entstehen ›dickeFreundschaften‹ mit besonderer Tiefeund einem ganz besonderen Verständnisfüreinander.12Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2020

ROLLSTUHLSPORT MACHT ES MÖGLICHIFit werdenfür dieAnforderungenim AlltagRollstuhlbasketball und die JUROBA-CUP-Turniere sind nach wie vor eine derbeliebstesten Sportangebote.Hilfreich ist dabei in erster Linie das gemeinsameSportgerät Rollstuhl, das allein den Sporteinheiten und bei den Turnierennutzen.Dabei dienen spielerische Übungendazu, fit zu werden für die Anforderungenim Alltag. Kinder und Jugendliche,die das Fahren mit dem Rollstuhl beherrschenund darüber hinaus Trickslernen, setzen die erlernte Mobilität imAlltag um. Die Rollstuhlsportgruppestärkt neben der Mobilität vor allemauch die inneren Kräfte. Die gemeinsamenfreudvollen Erfahrungen und Erlebnisse,das gegenseitige Verständnisund die Erfahrungen, in der Gruppenicht der oder die ›Besondere‹ zu sein,lässt die Kinder und Jugendlichen emotionalstärker werden, mutiger undselbstsicherer.SPORTLICHE VIELFALTVON BEGINn ANDie Kinder und Jugendlichen können imRollstuhlsport schon früh unterschiedlicheSportarten ausprobieren. Das Basketballspielbleibt dabei für viele dieWheesoccer-Turnier in Bielefeld(Archivbild).Lieblingssportart und die JUROBACUP‐Turniere eigenen sich in besondererWeise den jungen Sportlerinnen undSportlern das Spiel mit dem roten Ballnäher zu bringen und durch angepassteRegeln allen eine Teilhabe am Sportspielzu gewährleisten. Die JUROBACUP‐Regeln können jederzeit auf der Seitewww.rollikids.de eingesehen und abgerufenwerden. Bei den Try‐Outs könnensich die jungen Sportlerinnen undSportler dann mit den Profis und Expertenim Bereich des Basketballs weiterentwickelnin Richtung Wettkampfsport.Wheelsoccer-Turniere sind ebenfallsfür viele ein Highlight. Gespielt wird mitdem großen Pezziball, der mit der Handoder mit dem Rollstuhl angetriebenwird. Das Spiel gelingt mit erstaunlichwenig Regeln. Auch beim Wheelsoccerkönnen alle teilhaben und miteinanderdurch die Halle toben.Beim den WCMX-Kursen, dem skatenauf den Rampen, können die Kids ihreFahrkünste erweitern und ihren Mut beweisen.Das Skifahren, entweder im Mono‐Ski oder im Bi‐Ski, erfordert ebenfallsein gewisses Maß an Mut und bereitetden Kids ein grandioses Naturerlebnisund viele Erfolgserlebnisse. Das wurdeim Bericht der neunjährigen AnnikaBaur sehr deutlich. (Ausgabe 04/20)Während der Schnee für Rollstuhlnutzerim Alltag sehr hinderlich ist, wird erauf der Piste zur mit viel Freude befahrbarenEbene, wenn auch zumeist steilzum Berg.Weitere Sportangebote, die die rollikidsanbieten, sind Kanufahren undPaddeln. Seit letztem Jahr wird auchSUP getestet, das Stand-Up-Paddeling,allerdings im Sitzen.Die von den Rollikids in Zusammenarbeitmit dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat(DVR) angeboteten Handbikekursehaben das sichere Fahren imAlltag zum Ziel.Die Möglichkeit mit dem besonderenSportgerät Schnellfahrrollstuhl eineSport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2020 13

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