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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2020

Informationsschrift des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes

KURZ + BÜNDIGSPORT IN

KURZ + BÜNDIGSPORT IN ZEITEN DER CORONA-PANDEMIELangsam – wieder wasins Rollen bringenMaßnahmen zur Wiederaufnahme desSportbetriebes und von Verbandsveranstaltungenn ›Langsam und sicher was ins Rollen bringen‹, so lautetder DRS‐Slogan für die kommenden Wochen. Dabei ist derGrat zwischen höchstmöglicher Sicherheit und derBerücksichtigung des Sport‐ und Spielbedürfnisses einesjeden Einzelnen sehr schmal. Die Herausforderungen zurRisikominimierung sind entsprechend hoch und könnennur gemeinsam verantwortlich gemeistert werden.Bis Ende des Monats Juli waren alle DRS‐Events abgesagtworden. Seit August sind DRS‐Events – immer unterBerücksichtigung der regionalen Vorgaben – wieder frei ‐gegeben. Bis auf Weiteres ist zu jeder Veranstaltung einHygienekonzept im Vorfeld der Durch führung bei den DRS‐Verantwortlichen einzureichen. Anregungen dazu gibt auchdas ›Allgemeine Hygiene konzept des DBS für denLeistungssport‹.ROLLSTUHLBASKETBALLRBBL-Saisonstart aufEnde Oktober verschobenVideokonferenz mit klarem Votumn Die RBBL, die Rollstuhlbasketball‐Bundesliga, hat am2. September in einer vor gezogenen Videokonferenz dieVerschiebung ihres Saisonstarts vom 26. September auf den31. Oktober beschlossen. Verband und Klubs waren amEnde einer langen Videokonferenz in ihrem Votum einig,dass die aktuelle Situation mit den noch bestehendenzahlreichen Unsicherheiten rund um die Corona‐Pandemiekeine andere Entscheidung zulässt. Grundlage der nungetroffenen Entscheidung war dabei vor allem die Chancen ‐gleichheit zwischen den einzelnen Erstligisten, die vorallem im Fall der Iguanas aus München aktuell leider nochnicht gegeben ist. Die solidarische Entscheidung konnte amEnde nicht anders ausfallen, als den Saisonstart um rundfünf Wochen zu verschieben. Zum Tragen kommt nun einebereits im Vorfeld erarbeitete Variante B, die jedoch dengleichen Modus im Spielbetrieb 2020/2021 vorsieht undnun Ende Mai des kommenden Jahres mit den Playoff‐Finalspielen ihren Abschluss haben wird. Quelle: AndreasJoneck249.985Covid-19 Fälle in Deutschland*Antworten und konkrete Informationen,wie Sie sich und andere schützen können, finden Sie aufder Website des BMG: zusammengegencorona.de*Quelle: RKI, Stand 06.09.20DRS‐intern haben die Referatsleiter in Abstimmung mitdem Vorstand eine Genehmigungsstruktur festgelegt füralle Events, bei denen der DRS als Veranstalter oderAusrichter fungiert. Alle Informationen dazu – unterUmständen der jeweils aktuellen Entwicklung der Corona‐Pandemie angepasst – findet Ihr auf den Seiten des DRSunter der URL https://drs.org/2020/08/20/wie‐geht‐esnach‐dem‐corona‐lockdown‐weiter/.Dort ist auch dasoben erwähnte Hygiene‐Konzept des DBS verlinkt. Aufunserer Sonderseite zum Coronavirus haben wir weitereaktuelle Informationen für Euch zusammengetragen.(https://drs.org/kommunikation/aktuelle‐corona‐infos/).Andreas Escher, Peter Richarz, Christina Hankamer6Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2020

FACHBEREICHEFoto: Werner SchorpROLLSTUHLBASKETBALLIEinfach mal probieren»Etwas Besseres als dieses Live-Erlebnis gibt es kaum«Rollstuhlbasketball ist eineschnelle, sehr attraktive Sportart.Paralympicssiegerin MayaLindholm und Ex‐Nationalmannschafts‐Kapitän Björn Lohmann erzählen, wasihnen der Sport alles gegeben hat – undwie man den Einstieg schaffen kann.n Maya Lindholm spielt seit 2009 inder Nationalmannschaft und hat seithervon jedem Turnier eine Medaille mitgebracht,bei den Paralympics 2012 inLondon sogar Gold. »Aber nicht nursportlich hat mir Rollstuhlbasketballschöne Momente beschert, wir reisen jaauch viel. Ich glaube nicht, dass ichsonst nach Australien, Singapur oder Japangekommen wäre und man ist da jaauch immer als Team unterwegs, wasviel Spaß macht.«Eigentlich wollte Lindholm ihre Karrierenach der Heim‐WM in Hamburg2018 beenden, die nur zehn Minutenvon ihrem Zuhause gespielt wurde.»Aber dann habe ich gemerkt, dass mirvon der Auslastung her etwas fehlt undes mir nicht guttut, meinen Kreislaufnicht fit zu halten. Außerdem sind dieParalympics jetzt greifbar, das ist ein soschönes Erlebnis, dass es sich lohnt weiterzumachen.«Mit 13 Jahren hatte Lindholm eineRückenmarkentzündung, eine inkompletteQuerschnittlähmung war die Folge.In der Reha hörte sie erstmals vonRollstuhlbasketball. »Am Anfang hatteich gar keine Lust, weil ich sonst auchkeinen Sport gemacht habe. Aber irgendwannhabe ich mich breitschlagenlassen. Es war dann auch cool, sich mitanderen Jugendlichen in meinem Alterauszutauschen, dass die Auto fahrenkönnen oder alleine wohnen.«Auch zu Try‐Outs des Verbands fährtsie, um mehr über die Sportart zu erfahren:»Da war ich, um mehr zu trainieren,um andere Leute zu sehen und um zuschauen, ob Rollstuhlbasketball etwasfür mich ist.«Die Hamburgerin wird entdeckt,über die U25‐Nationalmannschaft landetsie mit 19 Jahren bei der Damen‐Natio.Mit den BG Baskets Hamburg spieltsie in der Rollstuhlbasketball‐Bundesliga.Lindholm rät jedem, ihren Sport auszuprobieren.»Es gibt überall Hallenoder Freiplätze, wo man auch im AlltagsrollstuhlErfahrungen sammelnkann – und kleinere Körbe, dass manauch als Kind Erfolgserlebnisse hat undnicht frustriert nach Hause geht.«n Björn Lohmann, viele Jahre Kapitänder Herren‐Nationalmannschaft, istsicher, dass jeder fasziniert ist, der Rollstuhlbasketballlive gesehen hat: »Wersieht, wie Spieler mit verschiedenen Behinderungsartenzusammen in einemTeam spielen – etwas Besseres als diesesLive‐Erlebnis gibt es kaum.«Lohmann hatte in der Reha nach einemMotorradunfall eine aktive Rollstuhlbasketball‐NationalspielerinimZimmer nebenan, durch sie kam er inKontakt mit der Sportart und fuhr Mitte1997 erstmals zum UBC Münster zumHaben viel gesehen und erlebt mit›ihrer‹ Sportart Rollstuhlbasketball:Maya Lindholm (l., Nr. 11) und BjörnLohmann (u.).Training. Der Rheinländer ist querschnittgelähmt,als ehemaliger Handballerlernte er schnell, mit dem Rollstuhlund dem Basketball umzugehen:»Am Anfang bist du froh, wenn du dasNetz triffst, aber es hat bald schon vielbesser geklappt. Als Mannschaftssportlerhat mir Rollstuhlbasketball extremviel Spaß gemacht.«Drei Paralympics‐Teilnahmen von2008 bis 2016 durfte Lohmann miterleben,er war Vize‐Europameister und gewannzwei Mal EM‐Bronze, im Vereinkonnte er mit dem RSV Lahn‐Dill sogardas Triple aus Meisterschaft, Pokalsiegund Champions Cup holen: »Bei den Paralympicsin Peking durch den Tunnelins Stadion zu kommen und 80.000 jubelndir zu – das vergisst man nicht.«Heute gibt Lohmann sein Wissenbeim RSV Lahn‐Dill als Videoanalystweiter. Was ihm gefällt, ist auch die Härteim Rollstuhlbasketball: »Im Gegensatzzum Handball musste ich nichtmeine Ellenbogen einsetzen, sonderndie Härte auf den Stuhl übertragen.Auch wenn das Spiel durch das bessereMaterial und die Athletik der Spielerheute viel dynamischer ist«, sagt Lohmannund lacht: »Gekracht hat es auchschon früher.«BOCK ZU SPIELEN?Aktuelle Try‐Out‐Termine und Rollstuhlbasketball‐Vereinein eurer Nähefindet ihr auf www.rollstuhlbasketball.de oder dem Instagram‐Kanal@rollstuhlbasketball.de.Quelle: FB RollstuhlbasketballFoto: Oliver Vogler/Leica AkademieSport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2020 7

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